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	<title>Wege aus dem Kapitalismus &#187; Kommunismus</title>
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		<title>Kommunismus is da!</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Apr 2010 20:49:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zumindest schon mal das Diskurs-Plakat. Ansonsten treffen wir uns: Mittwoch, 5. Mai 2010, 18:00 Uhr, Helle Panke bei Matti Finally: Uli Weiss: Marx’ Kritik am Gothaer Programm oder: Kein Weg aus dem Kapitalismus [Update] N&#228;chstes Treffen: Freitag, 28. Mai 2010, 18:00 Uhr, Helle Panke]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zumindest schon mal das <a href="http://www.keimform.de/2010/04/21/kommunismus/">Diskurs-Plakat</a>. Ansonsten treffen wir uns:</p>
<p>Mittwoch, 5. Mai 2010, 18:00 Uhr, <span style="text-decoration: line-through;"><a href="../helle-panke/">Helle Panke</a></span> bei Matti</p>
<p>Finally: <a href="http://www.streifzuege.org/2010/marx-kritik-am-gothaer-programm-oder-kein-weg-aus-dem-kapitalismus">Uli Weiss: Marx’ Kritik am Gothaer Programm oder: Kein Weg aus dem Kapitalismus</a></p>
<p>[Update] N&#228;chstes Treffen: Freitag, 28. Mai 2010, 18:00 Uhr, <a href="../helle-panke/">Helle  Panke</a></p>
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		<title>Die gesellschaftliche Transformation vom Kommunismus her denken</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 09:30:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Regul&#228;re Gruppentreffen: Mittwoch, 24. Februar 2010, 18:00 Uhr, Helle Panke bei Matti Mittwoch, 10. M&#228;rz 2010, 18:00 Uhr, Helle Panke bei Matti Mittwoch, 24. M&#228;rz 2010, 18:00 Uhr, Helle Panke (f&#228;llt aus) Die f&#252;r M&#228;rz geplante Hegel-Marx-Veranstaltung ist auf Juni verschoben worden. Stay tuned.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Regul&#228;re Gruppentreffen:</p>
<p>Mittwoch, 24. Februar 2010, 18:00 Uhr, <span style="text-decoration: line-through;"><a href="../helle-panke/">Helle Panke</a></span> bei Matti</p>
<p>Mittwoch, 10. M&#228;rz 2010, 18:00 Uhr, <span style="text-decoration: line-through;"><a href="../helle-panke/">Helle Panke</a></span> bei Matti</p>
<p><span style="text-decoration: line-through;">Mittwoch, 24. M&#228;rz 2010, 18:00 Uhr, <a href="../helle-panke/">Helle Panke</a></span> (f&#228;llt aus)</p>
<p>Die f&#252;r M&#228;rz geplante Hegel-Marx-Veranstaltung ist auf Juni verschoben worden. Stay tuned.</p>
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		<title>Marx&#8217; Kritik der politischen &#214;konomie und die Linke heute</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 11:06:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[So lautet der Titel einer Brosch&#252;re in der Reihe »Pankower Vortr&#228;ge«, die von der »Hellen Panke« herausgegeben wird. In dem 83-seitigen Heft werden Beitr&#228;ge eines Workshops von 2008 zusammen gefasst. Leider stehen die Texte nicht online zur Verf&#252;gung, alles durch Copyright verriegelt. Das Heft kostet 3 Euro, aber wer kommt da schon ran. Um das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So lautet der Titel einer <a href="http://www.helle-panke.de/article/615.marx-kritik-der-politischen-oekonomie-und-die-linke-heute.html">Brosch&#252;re</a> in der Reihe »Pankower Vortr&#228;ge«, die von der <a href="http://wadk.de/helle-panke/">»Hellen Panke«</a> herausgegeben wird. In dem 83-seitigen Heft werden Beitr&#228;ge eines Workshops von 2008 zusammen gefasst. Leider stehen die Texte nicht online zur Verf&#252;gung, alles durch Copyright verriegelt. Das Heft kostet 3 Euro, aber wer kommt da schon ran.</p>
<p>Um das Fazit vorzugreifen: Wer den Heft-Titel ernst nimmt und erhellende neue Einsichten erwartet, wird weitgehend entt&#228;uscht. Manche &#220;berschriften der Beitr&#228;ge klingen durchaus interessant, aber sie halten dann meist nicht, was sie andeuten. Ich gehe die Artikel mal im Schnelllauf durch. Danach bespreche ich einen Artikel von Michael Brie ausf&#252;hrlicher.</p>
<p><span id="more-314"></span><strong>Frieder Otto Wolf: Marx&#8217; Kritik der politischen &#214;konomie sowie Epistemologie und Praxeologie seiner Theorie.</strong> Der philosophische unter den Beitr&#228;gen. Ein Pl&#228;doyer ausgehend vom »marxschen Durchbruch« im Bereich der &#214;konomie zu einer »wirklichen Wissenschaft auf den Feldern von Geschichte und Gesellschaft« zu gelangen. Nur nicht so wie fr&#252;her im kanonischen ML, sondern durch »konkrete Forschungen«. Gleichzeitig Warnung davor, ein philosophisches System bauen zu wollen wie Hegel es tat.</p>
<p><strong>Sabine Nuss / Anne Steckner: Zur aktuellen Renaissance der Kapital-Lekt&#252;re</strong>. Pl&#228;doyer f&#252;r »verschiedene Lesarten« bei der Kapital-Rezeption.</p>
<p><strong>Rolf Hecker: Einige Bemerkungen zu Marx&#8217; Analyse der Produktivkr&#228;fte.</strong> Pl&#228;doyer, den Begriff des »Gesamtarbeiters« an die Stelle von »Arbeiterklasse« zu setzen, aber sonst alles beim Alten zu lassen.</p>
<p><strong>Rudolf Mondelaers / Wolfgang Hahn: Formelle und reelle Subsumtion &#8211; ein vernachl&#228;ssigter Ansatz f&#252;r moderne Kapitalismusanalyse.</strong> Zitat: »Jede Produktionsweise bedarf eines Disziplinarregimes, welches die Produzenten veranlasst, sich so zu verhalten, dass dadurch die gesellschaftliche Reproduktion garantiert wird«. Das ist es wieder, das »Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen«. Sonst im Artikel der Versuch, den Begriff der »Subsumtion« auf verschiedene Verh&#228;ltnisse anzuwenden: Kredit, Lohn, Kapital, Konsumtion. Unterordnung unter die abstrakte Logik des Kapitalismus &#8212; die Idee ist nicht schlecht. Am Ende kommt aber nur raus: Grundeinkommen f&#252;r Alle &#8212; plus Stiefeltritt vom Anfang des Artikels.</p>
<p><strong>J&#252;rgen Leibiger: Stabilisierungspolitik mit Marx?</strong> Marx »f&#252;r die Entwicklung alternativer Wirtschaftsstrategien heranziehen«. Die Kritik der politischen &#214;konomie als affirmative <em>Politische &#214;konomie</em> umgedeutet.</p>
<p><strong>Michael Brie: Bildungselemente einer neuen Gesellschaft in Marx&#8217; Kapital. Blendungseffekte im Verh&#228;ltnis von Kapitalismusanalyse und kommunistischer Prognose.</strong> Der interessanteste Artikel im Heft, deswegen unten ausf&#252;hrlicher behandelt.</p>
<p><strong>Judith Dellheim: Marx&#8217; Kritik der politischen &#214;konomie als Bedingung f&#252;r linke Wirtschaftspolitik heute.</strong> Der explizite Versuch, »Wirtschaftspolitik auf der Basis marxscher politischer &#214;konomie« zu entwickeln, die am Ende zur »&#8217;Kunst&#8217; sozialistischer Wirtschaftspolitikerinnen und Wirtschaftspolitiker« erkl&#228;rt wird. Siehe Leibiger oben.</p>
<p><strong>Izumi Omura: Die Bedeutung der MEGA-Edition des Zweiten Bandes des Kapital. Engels&#8217; Redaktion und Druckfassung (B&#228;nde II/12, 13).</strong> Bericht &#252;ber den Stand der MEGA-Edition.</p>
<p><strong>Christopf Lieber: Marx&#8217; Kritik der politischen &#214;konomie &#8211; (noch) Schl&#252;ssel f&#252;r die Ideologie- und Bewusstseinstheorie der Linken heute?</strong> Versuch von der gesellschaftlichen Analyseebene etwas &#252;ber die »Grundstrukturen des &#8216;&#246;konomischen Werkelalltags&#8217; der Individuen« zu sagen. Fetischismus bei Marx wird als Bewusstseinsanalyse missverstanden. Marx habe mit dem Fetischismus »den Br&#252;ckenschlag von Alltagsreligion und Handlungsmotivation &#246;konomiekritisch eingeholt«. Die Krise der neoliberalen Ideologie sei die Chance, dass die »gesellschaftlichen Tr&#228;ger der lebendigen Arbeit die verselbst&#228;ndigten Verh&#228;ltnisse und die Resultate des Produktionsprozesses als ihre &#8216;eigenen&#8217; Produkte &#8216;erkennen&#8217;«.</p>
<p><strong>G&#252;nter Krause: Marx&#8217; Konzept der Vulg&#228;r&#246;konomie &#8211; verwendbar f&#252;r die Linke heute?</strong> Eine rhetorische Frage zur Rechtfertigung vulg&#228;r&#246;konomisch basierter sozialistischer Wirtschaftspolitik &#8212; nat&#252;rlich das alles ganz »kritisch« und so.</p>
<p><strong>Michael R. Kr&#228;tke: Kritische &#214;konomie und Kritik der politischen &#214;konomie heute.</strong> Kritik der politischen &#214;konomie hier als Wissenschaftstheorie verstanden. Die »Neue Marx-Lekt&#252;re« wird gebasht, sie leiste »weniger als nichts«, alles olle Kamellen, so der Autor. Was bleibt ist der Aufruf, den Autor bei der Kritik anderer b&#252;rgerlicher Ans&#228;tze »politischer &#214;konomie« zu unterst&#252;tzen, die heute die einzig (wissenschafts-)relevanten seien.</p>
<p>Nun noch mal zur&#252;ck zu <strong>Michael Brie</strong>. Er setzt sich drei Ziele, erstens die Veraussetzungen »kapitalismus&#252;berwindender Politik« abzuleiten, zweitens auf Marx&#8217; »drei aufeinander bezogene Vorstellungen von Sozialismus/Kommunismus« hinzuweisen, drittens die »Elemente einer pluralen nachkapitalistischen Entwicklungsweise moderner Gesellschaften« zu skizzieren. In unserem Diskussionszusammenhang ist der zweite Punkt interessant, mit dem wir uns auch k&#252;rzlich in einer <a href="http://wadk.de/2009/philosophische-spekulation-wissenschaft-konkrete-utopie/">Veranstaltung</a> besch&#228;ftigten.</p>
<p>Brie bringt &#8212; das ist selten anzutreffen &#8212; die »Herstellung des Gemeineigentums an den Produktionsmittel und die Umw&#228;lzung der technologischen Produktionsweise und Subjektivit&#228;t bis hin zum Primat freier kultureller Entwicklung« (44) miteinander in Verbindung. Brie »erscheint die Selbstverwaltung der Produzenten als notwendige Voraussetzung dieser neuen Kulturgesellschaft, die zugleich den Zyklus der Entwicklung von der naturw&#252;chsig bornierten gemeinschaftlichen Produktion &#252;ber die Produktion des abstrakten Reichtums in der kapitalistischen Warenproduktion hin zu einer freien Gesellschaftlichkeit abschlie&#223;t« (46) &#8212; und formuliert dann drei »offene Fragen«.</p>
<p><strong>Erste Frage</strong> ist die nach der Rolle »institutioneller Vermittlung«. Brie behauptet:</p>
<blockquote><p><em>Sein [Marx'] Anspruch, die kapitalistischen Formen der Vermittlung gesellschaftlicher Widerspr&#252;che revolution&#228;r zu beseitigen, ger&#228;t zur Forderung, jede Vermittlung gesellschaftlicher Widerspr&#252;che &#252;berhaupt &#252;berfl&#252;ssig zu machen. Dies ist aber nur m&#246;glich, wenn Individuelles und Gesellschaftliches unmittelbar in eins fallen. Seine Utopie kommunistischer Unmittelbarkeit verwandelt sich aber zu Ende gedacht in die Illusion eines Zustandes der Widerspruchsfreiheit und Vermittlungslosigkeit. Aus der radikalen Kritik der Gesellschaft wird die radikale Negation des Denkens von Gesellschaft.</em> (47)</p></blockquote>
<p>Ist das pure Denunziation der Marxschen Gedanken? Nein, leider ist es so, dass die kurzschl&#252;ssigen Spr&#252;nge, die Brie hier vorf&#252;hrt, nur zu oft tats&#228;chlich genau so (falsch) gedacht werden. In Spiegelstrichen:</p>
<ul>
<li>Es geht (Marx) nicht darum, gesellschaftliche Widerspr&#252;che zu beseitigen, schon gar nicht alle und auch nicht per Revolution. Sondern es geht darum, sie aufzuheben in der dreifachen Bedeutung von abschaffen, bewahren und erheben. Aufheben bedeutet aber notwendig, andere Formen der Vermittlung zu konstituieren und nicht keine.</li>
<li>Individuelles und Gesellschaftliches fallen immer in eins und tun es gleichzeitig nicht. Es handelt sich also nicht um den (Pol-Potianischen) Sonderfall, sondern es ist immer so, dass der gesellschaftliche Mensch in der menschlichen Gesellschaft lebt. Das ist die Seite der Identit&#228;t. Die Seite der Nicht-Identit&#228;t ist die schlichte Tatsache, dass der individuelle Mensch nicht in der Gesellschaft aufgeht, sondern ihr immer auch unabh&#228;ngig gegen&#252;ber steht. W&#228;re das nicht so, w&#228;ren Gesellschaft und Individuum nicht relativ unabh&#228;ngig voneinander, dann w&#228;re eine Gesellschaft mit mehr Individuen auch »mehr Gesellschaft« und umgekehrt.</li>
<li>Werden die beiden Seiten &#8212; Identit&#228;t und Nicht-Identit&#228;t &#8212; gleichzeitig gedacht, dann gewinnt die wesentliche Frage an Bedeutung, wie die Bewegungsformen dieser Momente beschaffen sind. Darauf richtete sich Marx&#8217; Interesse, zun&#228;chst analytisch auf den Kapitalismus, dann &#8212; allerdings kaum ausf&#252;hrt &#8212; prospektiv auf den <a href="http://wadk.de/2009/philosophische-spekulation-wissenschaft-konkrete-utopie/">Kommunismus</a>.</li>
<li>Die Rede von der kommunistischen Unmittelbarkeit ist mithin Quatsch, genau wie die vom Zustand der Widerspruchsfreiheit und Vermittlungslosigkeit. Das will Brie auch sagen, nur aus anderen Gr&#252;nden. Das wird sp&#228;ter klar.</li>
<li>Der Schlusssatz ist v&#246;llig richtig, und Brie f&#252;hrt hier anschaulich vor, warum es f&#252;r das Denken Emanzipation so entscheidend ist, den <em>gesellschaftlichen Menschen</em> und die <em>menschliche Gesellschaft</em> in den Begriff zu bekommen: Es ist <strong>ein</strong> Begriff mit Individuum und Gesellschaft als den beiden Momenten.</li>
</ul>
<p>F&#252;r Brie ist Kommunismus ein Widerspruch in sich und also nicht machbar:</p>
<blockquote><p><em>Der reife Kommunismus w&#228;re ein gesellschaftsloser Zustand. Er kann nicht gedacht, geschweige denn realisiert werden.</em> (48)</p></blockquote>
<p>Stattdessen solle an »moderner Gesellschaft« geschraubt werden, denn mehr ist nicht drin:</p>
<blockquote><p><em>Das von Marx als nicht radikal verworfene und in seinen Augen blo&#223;e illusorische Projekt einer nicht-kapitalistischen Ausrichtung der Vergesellschaftungsformen und Institutionen moderner Gesellschaft muss neu aufgenommen werden.</em> (48)</p></blockquote>
<p>Es ist lustig, dass hier das (Marxsche) Ziel, »nicht-kapitalistische &#8230; Vergesellschaftungsformen« zu schaffen (denn nichts anderes bedeutet Aufhebung), hier f&#252;r sein Gegenteil in Anspruch genommen wird.</p>
<p><strong>Zweite Frage</strong> ist die nach der Entwicklungsdynamik jeder (also auch kommunistischer) Gesellschaft. Brie:</p>
<blockquote><p><em>Jede &#8230; feste Bindung von Produzenten an stoffliche konkrete Produktionsmittel &#8230; w&#252;rde nur zu einer &#8230; stagnativen Produktionsweise f&#252;hren. Die unmittelbare Einheit von Produzent und Eigent&#252;mer ist auch in seiner gesellschaftlichen Form zwangsl&#228;ufig in Stillstand gem&#252;ndet.</em> (48)</p></blockquote>
<p>Damit ist der Realsozialismus gemeint. Weiter apodiktisch:</p>
<blockquote><p><em>In kapitalistischer Form wurde ein Innovationsmotor geschaffen, den keine gegenw&#228;rtige oder zuk&#252;nftige Gesellschaft bei Strafe ihrer R&#252;ckentwicklung und ihres Untergangs wieder aufgeben kann: Es sind Unternehmen, die auf Basis von Krediten Ressourcen neu kombinieren und unter den Vorgaben von Effizienz und Innovativit&#228;t im Wettbewerb zueinander stehen.</em> (48)</p></blockquote>
<p>Weiter:</p>
<blockquote><p><em>Marxens Antikapitalismus ist sozialwissenschaftlich blind f&#252;r die institutionellen Grundlagen der Dialektik von Produktivit&#228;t und Ausbeutung kapitalistischer Gesellschaftten. Er weigert sich, die M&#246;glichkeit einer zumindest analytischen Unterscheidung der Institutionen, soweit sie Produktivit&#228;t und Innovation erm&#246;glichen und soweit sie Ausbeutung, Unterdr&#252;ckung und Verelendung hervorbringen, auch nur zu denken. (vgl. dazu seine Kritik an Proudon in Marx 1974a ["Das Elend der Philosophie"], 131ff.). Die Aufhebung der kapitalistischen Ausbeutung wurde unbewusst als ersatzlose Beseitigung der Institutionen innovativer Entwicklung konzipiert, weil &#8230; Institutionen f&#252;r ihn der Ausdruck von Entfremdung und Herrschaft sind.</em> (49)</p></blockquote>
<p>Wieder spiegelstrichartig dazu:</p>
<ul>
<li>F&#252;r Brie ist »die st&#228;ndige erneute Trennung des konkreten Verh&#228;ltnisses von Produzent und Produktionsmitteln« (48) die Voraussetzung von Innovation. Die ausf&#252;hrliche Begr&#252;ndung kenne ich nicht, spontan erscheint mir die Voraussetzung als abstrakte Forderung absurd. Sie ist Ausdruck der Entfremdungslogik, in der es sich bitte keiner gem&#252;tlich machen solle, sondern permament unter dem Zwang steht, nicht nur zu arbeiten (zum Arbeitsterror siehe Rudolf Mondelaers / Wolfgang Hahn oben), sondern auch permanent »innovativ« zu sein nach dem Motto: »Wer nicht innovativ ist, soll auch nicht essen«.</li>
<li>Dass diese Form der entfremdeten »Innovativit&#228;t« dem Realsozialismus weitgehend fremd war, und dass er deswegen im Konkurrenzkampf der Subsysteme unterlag, ist &#8212; obgleich keine grunds&#228;tzliche Alternative darstellend &#8212; auch im Nachhinein zu w&#252;rdigen. Brie benennt dabei »Effizienz und Innovativit&#228;t« explizit als »Vorgaben«, ist sich also klar dar&#252;ber, dass dieser abstrakte Effizienzmechanismus inhaltsleer ist und ggf. auch »effizient« &#252;ber Leichen geht.</li>
<li>Das pl&#246;tzlich auftauchende Wort der »Institutionen« verschleiert den wirklichen Zusammenhang, um den es hier geht und der die abstrakte »Effizienz und Innovativit&#228;t« hervorbringt: Die Selbstverwertung des Werts. Die Institutionen sind bekannt: Es sind die durchaus unterschiedlichen »Unternehmensformen« vom Konzern bis zur Ich-AG. Brie zielt jedoch auf etwas anders: Er will hier die Rolle der Politik einschleusen, die &#8212; so hofft er &#8212; »Dialektik von Produktivit&#228;t und Ausbeutung« auf schmalem Grad tanzend bew&#228;ltigt.</li>
<li>Marx hingegen wollte sich auf so etwas nicht einlassen &#8212; das stimmt &#8212; und schlie&#223;t daraus, Marx habe die Aufhebung (sic!) »unbewusst als ersatzlose Beseitigung der Institutionen innovativer Entwicklung konzipiert«. Das ist Quark, siehe oben. Ebenso die Unterstellung, »Institutionen [seien] f&#252;r ihn der Ausdruck von Entfremdung und Herrschaft« &#8212; tats&#228;chlich waren es die Ware und ihre abgeleiteten Formen (Geld, Kapital), siehe die Fetischabschnitte.</li>
</ul>
<p><strong>Dritte Frage</strong> ist die nach der »Pluralit&#228;t einer neuen Gesellschaftsordnung«. Zun&#228;chst beschreibt Brie die »Vision« von Marx sehr klar, wonach</p>
<blockquote><p><em>&#8230;die freie Entwicklung des gesellschaftlichen Individuums &#8230;zum Grundpfeiler der Produktion und des Reichtums werden [m&#252;sse]</em> (50)</p></blockquote>
<p>und verweist auf die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Grundrisse_der_Kritik_der_politischen_%C3%96konomie">»Grundrisse«</a>, dessen Vorausahnungen er im Internet best&#228;tigt sieht:</p>
<blockquote><p><em>Die Despotie der Fabrik wird immer st&#228;rker durch den Zwang zur freien Zusammenarbeit &#252;berlagert. Selbstbestimmte Nutzung und Entwicklung der eigenen F&#228;higkeiten und Kooperationsformen einerseits und allgemeine Zug&#228;nglichkeit dieses gesellschaftlichen Potenzials als globaler virtueller Intellekt in Web 1.0 und 2.0 werden zu technologischen Imperativen weiteren Fortschritts.</em> (50)</p></blockquote>
<p>Mal abgesehen von der Fortschrittsgl&#228;ubigkeit, die nicht wirklich zu den tats&#228;chlichen &#246;kologischen und sozialen Verheerungen des Kapitalismus passt, ist das eine realistische Einsch&#228;tzung. Was folgt f&#252;r Brie daraus?</p>
<blockquote><p><em>Die Antwort darauf ist aber nicht der &#220;bergang zu einer einzigen Produktionsform und zu einem einzigen dominierenden Eigentumstyp, sondern der Kampf zwischen den Versuchen, auch diese neuen M&#246;glichkeiten privatkapitalistischer Aneignung und Profitmaximierung zu unterwerfen, und den ungeheuer vielf&#228;ltigen Bestrebungen, die den neuen M&#246;glichkeiten freier Selbstentwicklung und solidarischer Kooperation entsprechend zu gestalten. Diese zielen auf eine </em>solidarische Wirtschaft pluraler Produktions- und Eigentumsformen. (50)</p></blockquote>
<p>Nach einer zutreffenden Beschreibung ist der Sprung in einen pluralen Kapitalismus (da dieser genuin »plural« ist, ist die adjektive Erg&#228;nzung nur Wortgeklingel) entt&#228;uschend. Er stellt die »Vision« der »Grundrisse« geradezu auf den Kopf. Gleichwohl werden die »neuen M&#246;glichkeiten freier Selbstentwicklung« beachtet. Doch anstatt diese in ihrer aufhebenden Potenz weiter zu denken, werden sie nur wieder in das alte Verwertungsschema »plural« eingebettet. Ein Denk-Hinderungsgrund ist dabei sicher die alte Art und Weise die »Eigentumsfrage« zu dichotomisieren: privat vs. staatlich. Dass sich etwa die commonsbasierte Peer-Produktion wie etwa die Freie Software diesen Schemata entzieht, liegt au&#223;erhalb des Bekannten und Denkbaren.</p>
<p>Pathetisch wirbt Brie f&#252;r seinen pluralen Kapitalismus und nimmt daf&#252;r auch die Zapatistas in Beschlag:</p>
<blockquote><p><em>Anstelle des kommunistischen Hochmuts eines neuen Turms zu Babel sollte das Bem&#252;hen treten, die Erde in einen Garten zu verwandeln, der Platz bietet f&#252;r die unendliche Mannigfaltigkeit des Lebens. An die Stelle der Suche nach </em>einer<em> Eigentumsform, </em>einer<em> Produktionsweise, </em>einer<em> Lebensweise und </em>einer<em> Gestalt von Demokratie muss das Streben f&#252;r eine neue Vielfalt treten, denn  ansonsten &#8220;wird uns die neue Welt quadratisch geraten und sich nicht drehen und bewegen&#8221; (EZLN 1994)</em> (50)</p></blockquote>
<p>Brie versteht es, eine sympathisch-moderne Sprache zu sprechen &#8212; leider doch nur f&#252;r die alten Inhalte. Aber die Ironie der Geschichte k&#246;nnte darin bestehen, dass ein »in Politik umgesetzter Brie« den neuen Formen der »commonsbasierten Produktion« tats&#228;chlich mehr Raum verschafft als dies bisher m&#246;glich ist. Wenn schon Politik, dann ist das das Sinnvolle, was die LINKE leisten kann.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Mit der gesellschaftlichen Vermittlung, der Entwicklungsdynamik und neuer Produktionsformen stellt Brie die richtigen Fragen, Fragen zu denen andere LINKE (ich meine die Partei und ihr Umfeld) sonst in der Regel nicht vorsto&#223;en. Die Antworten sind gleichwohl wieder v&#246;llig parteikompatibel. Um dies zu erreichen, behandelt er Marx nicht als S&#228;ulenheiligen (auch das ist erfrischend), sondern widerspricht ihm explizit &#8212; leider nur in einer Kapitalismus affirmativen Richtung.</p>
<p>Er unterstellt Marx sich zu weigern das Problem gesellschaftlicher Vermittlung zu denken, um dann zu erkl&#228;ren, man k&#246;nne sie nur wie in einer »modernen Gesellschaft« (aka: Kapitalismus) denken. Er fordert eine abstrakte Effizienz- und Innovationslogik ein und stellt fest, dass es sie nur im Kapitalismus gibt. Dass genau diese Logik »die Erde und den Arbeiter« (K. Marx, Das Kapital, S. 530) untergr&#228;bt, ist wohl Schicksal, oder eben durch »Politik« zu korrigieren.</p>
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		<title>Auswertung der Kommunismus-Veranstaltung</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Sep 2009 11:21:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir treffen uns zur Auswertung der Kommunismus-Veranstaltung sowie zur Planung der n&#228;chsten Themen am: Mittwoch, 7. Oktober 2009, 18:00 Uhr, Helle Panke.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir treffen uns zur Auswertung der <a href="http://wadk.de/2009/philosophische-spekulation-wissenschaft-konkrete-utopie/">Kommunismus-Veranstaltung</a> sowie zur Planung der n&#228;chsten Themen am:</p>
<p>Mittwoch, 7. Oktober 2009, 18:00 Uhr, <a href="../helle-panke/">Helle Panke</a>.</p>
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		<title>Audio-Dokumentation der Kommunismus-Veranstaltung</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Sep 2009 13:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kommunismus]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie / Praxis]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Audio-Dokumentation der Verstaltung »Philosophische Spekulation – Wissenschaft – konkrete Utopie?« der Gruppe »Wege aus dem Kapitalismus« vom 11./12. September 2009 liegt vor. Sie besteht aus sechs Teilen (direkte Download-Links auf die OGG-Dateien): Freitag, 11.9.: Vortrag, erster Teil (Dauer 1:45 Std., Gr&#246;&#223;e 47,0 MB) Diskussion (Dauer 0:55 Std., Gr&#246;&#223;e 24,3, MB) Samstag, 12.9.: Vortrag, zweiter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Audio-Dokumentation der Verstaltung <a href="http://wadk.de/2009/philosophische-spekulation-wissenschaft-konkrete-utopie/">»Philosophische Spekulation – Wissenschaft – konkrete Utopie?«</a> der Gruppe »Wege aus dem Kapitalismus« vom 11./12. September 2009 liegt vor. Sie besteht aus sechs Teilen (direkte Download-Links auf die OGG-Dateien):</p>
<p>Freitag, 11.9.:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.archive.org/download/kommunismen-in-der-zeit/wak_kommunismus-1.ogg">Vortrag, erster Teil (Dauer 1:45 Std., Gr&#246;&#223;e 47,0 MB)</a></li>
<li> <a href="http://www.archive.org/download/kommunismen-in-der-zeit/wak_kommunismus-2.ogg">Diskussion (Dauer 0:55 Std., Gr&#246;&#223;e 24,3, MB)</a></li>
</ul>
<p>Samstag, 12.9.:</p>
<ul>
<li> <a href="http://www.archive.org/download/kommunismen-in-der-zeit/wak_kommunismus-3.ogg">Vortrag, zweiter Teil, mit Diskussion dazwischen (Dauer 2:01 Std., Gr&#246;&#223;e 54,5 MB)</a></li>
<li> <a href="http://www.archive.org/download/kommunismen-in-der-zeit/wak_kommunismus-4.ogg">Diskussion mittags (Dauer 0:25 Std., Gr&#246;&#223;e 11,5 MB)</a></li>
<li> <a href="http://www.archive.org/download/kommunismen-in-der-zeit/wak_kommunismus-5.ogg">Diskussion nachmittags (Dauer 1:37 Std., Gr&#246;&#223;e 43,3 MB)</a></li>
<li> <a href="http://www.archive.org/download/kommunismen-in-der-zeit/wak_kommunismus-6.ogg">Abschluss (Dauer 0:21 Std., Gr&#246;&#223;e 9,5 MB)</a></li>
</ul>
<p>Die Dateien liegen auf einer <a href="http://www.archive.org/details/kommunismen-in-der-zeit">eigenen Seite bei archive.org</a>. <span style="text-decoration: line-through;">Dort stehen die Daten auch im MP3-Format und als Streaming zum direkten Anh&#246;ren zur Verf&#252;gung.</span></p>
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		<title>Philosophische Spekulation – Wissenschaft – konkrete Utopie?</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Jul 2009 08:59:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Zur Zeitbezogenheit marxistischer Kommunismusvorstellungen Veranstaltung der Gruppe »Wege aus dem Kapitalismus« Datum: Freitag, 11. September 2009, 19:00 Uhr, und Seminar am Samstag, 12. September 2009, 10:00 Uhr in Berlin Ort: Helle Panke, Kopenhagener Str. 76, 10437 Berlin Der allseits siegende Kapitalismus r&#252;ttelt die Gesellschaften in einer Weise durch, dass nicht nur herrschende Neoliberale zu quasi [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Zur Zeitbezogenheit marxistischer Kommunismusvorstellungen</h3>
<p>Veranstaltung der Gruppe »Wege aus dem Kapitalismus«</p>
<p>Datum: Freitag, 11. September 2009, 19:00 Uhr, und Seminar am Samstag, 12. September 2009, 10:00 Uhr		in Berlin</p>
<p>Ort: Helle Panke, Kopenhagener Str. 76, 10437 Berlin</p>
<p>Der allseits siegende Kapitalismus r&#252;ttelt die Gesellschaften in einer Weise durch, dass nicht nur herrschende Neoliberale zu quasi staatssozialistischen Ma&#223;nahmen greifen. Auch dem Alltagsbewusstsein und selbst dem gehobenen Feuilleton kommen Zweifel an der Menschenvertr&#228;glichkeit der herrschenden Produktionsweise. Das Schicksal der sich auf Marx beziehenden antikapitalistischen Bewegungen, die aus Katastrophen heraus zur Weltgeltung aufgestiegen waren, verbietet es nach solchen kommunistischer Alternativen zu streben, die fr&#252;her vielen Menschen plausibel erschienen.</p>
<p>Im <strong>Vortrag </strong>und im <strong>Seminar </strong>geht es um das Eingebundensein kommunistischer Ideen in den jeweiligen Entwicklungsstand der kapitalistischen Produktionsweise, in die praktischen Anforderungen der entsprechenden sozialen Bewegungen und in die vorgefundenen Theorien. Daraus ist zwar unmittelbar keine Antwort auf das „Was tun?“ abzuleiten. Aber eine Diskussion &#252;ber die fr&#252;here Zeitbezogenheiten der Vorstellungen von Wegen aus dem Kapitalismus kann f&#252;r eine heutige Suche nach Alternativen sehr hilfreich sein.</p>
<p><span id="more-288"></span><strong>Freitag, 11. September 2009, 19.00 Uhr, Vortrag von Ulrich Wei&#223;</strong></p>
<p>Zu einigen Zusammenh&#228;ngen zwischen Entwicklungsphasen der kapitalistischen Produktionsweise, den Existenzbedingungen marxistisch-sozialistischer Bewegungen und historischen Kommunismusvorstellungen</p>
<p>Moderation: <strong>Stefan Meretz</strong></p>
<p><strong>Sonnabend, 12. September 2009, 10.00 bis 17.00 Uhr Seminar</strong></p>
<p>Bezogen auf die jeweils historischen Bedingungen und die vorgefundenen theoretischen Voraussetzungen werden Kontinuit&#228;ten und Br&#252;che in den Sozialismus- und Kommunismusvorstellungen untersucht.</p>
<p>Seminarleitung: <strong>Annette Schlemm</strong> und <strong>Mathias Spiller</strong></p>
<p>Die Vorstellungen des jungen Marx von einer Gesellschaft der allgemeinmenschlichen Emanzipation blieben in der ganzen Geschichte der sozialistisch-kommunistischen Bewegung Gegenstand der Auseinandersetzung. Im Seminar werden einige seiner fr&#252;hen Auffassungen und Methoden als Ausgangspunkte herausgearbeitet um dann ihr weiteres Schicksal zu verfolgen und zwar vor dem Hintergrund der realen Existenzbedingungen der auf Marx bezogenen Arbeiterbewegung und seiner sp&#228;teren Kritiken der Politischen &#214;konomie.</p>
<p><strong>Es werden folgende Hypothesen zur Diskussion gestellt:</strong></p>
<p>1. Die tats&#228;chliche Entwicklung des Kapitalismus, der Arbeiterbewegung und des Real-“Sozialismus“ entzog der Bestimmung des Kommunismus als einer schon vorhandenen „wirklichen Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt&#8221; die reale Basis.</p>
<p>2. Im heutigen Sp&#228;tkapitalismus und in neuen sozialen R&#228;umen jedoch sind einige der fr&#252;hen Marxschen Annahmen tats&#228;chlich auf real M&#246;gliches beziehbar, werden sie zur „konkreten Utopie&#8221; (Bloch).</p>
<h3>Karl Marx</h3>
<p><strong>1842 – 45</strong></p>
<p>Vom ambitionierten b&#252;rgerlichen Demokraten zum Kommunisten – ein spekulatives Hinausdenken &#252;ber eine noch nicht entfaltete Gesellschaft</p>
<p><strong>1857/58</strong></p>
<p>Ein Revolution&#228;r widerlegt sich selbst. Die Annahme, der &#246;konomischen Krise folge notwendig die proletarische Revolution, treibt Marx zur Arbeit an den „Grundrissen der Kritik der Politischen &#214;konomie“. Die dabei gewonnene Erkenntnis, wann eine auf Verwertung gegr&#252;ndete Produktionsweise &#252;berhaupt aufhebbar wird, attestiert dagegen dem Kapitalismus noch eine gro&#223;e Zukunft.</p>
<p><strong>1875</strong></p>
<p>Die tats&#228;chlich erstarkende Arbeiterbewegung und die Fassungslosigkeit des Theoretikers. Marx&#8217; Kritik am Gothaer Programm der Sozialdemokratie – oder der Zwang, der Bewegung Bilder zu bieten.</p>
<p><strong>1892/98</strong></p>
<p>Die Arbeiterbewegung schreitet voran, das (End-)Ziel geht verloren. Kommunismus als Theorie der „Befreiung der gesamten Gesellschaft &#8230; ist in abstraktem Sinn richtig, aber in der Praxis meist schlimmer als nutzlos&#8221; (Engels 1892, Bernstein 1898). &#8220;Dieses Ziel, &#8230; ist mir gar nichts, die Bewegung alles.“</p>
<p><strong>1918/23</strong></p>
<p>Die Praxis der Revolution verschiebt das Ideal. Mangelnde Produktivit&#228;t, mangelnde Kultur – Lenin wei&#223; um das Dilemma und &#228;ndert die „ganze Auffassung vom Sozialismus grundlegend“. Mittel des sozialistischen Fortschritts?: „Die raffinierte Bestialit&#228;t der b&#252;rgerlichen Ausbeutung“ (Taylorsystem) und die „&#8217;Fabrik&#8217;disziplin &#8230; auf die gesamte Gesellschaft“ erstreckt.</p>
<p><strong>1967 ff</strong></p>
<p>Relativ selbstst&#228;ndige Gesellschaftsformation und Real-“Sozialismus“. Die G&#252;ltigkeit der Kategorien der (kapitalistischen) Warenproduktion und die Mobilisierung des b&#252;rgerlichen Individuums – eine Abkehr vom Kommunismus mit System.<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Gegenwart</strong>: Die &#246;konomische Grundlage des Sp&#228;tkapitalismus wird miserabel – die M&#246;glichkeit des Kommunismus?</p>
<p><strong>Literatur:</strong></p>
<p>Ulrich Wei&#223;, Marx und der m&#246;gliche Sozialismus, Utopie kreativ, 17/2000, S.958 – 971 oder <a href="http://www.trend.infopartisan.net/trd0499/t090499.html">http://www.trend.infopartisan.net/trd0499/t090499.html</a>,</p>
<p>Stefan Meretz, Beitr&#228;ge zur Keimformdiskussion auf <a href="http://www.keimform.de/">http://www.keimform.de/</a></p>
<p>Weitere Thesen/Texte zum Thema bitte anfordern bei Ulrich Wei&#223;: uli &#196;T weiss-und-freunde PUNKT de</p>
<p>Eintritt: 1,50 Euro (Freitag), 5 Euro (incl. Mittag, Samstag)</p>
<p>Anmeldung bitte bei der <a href="http://www.helle-panke.de/topic/3.html?id=175&amp;action=register">Hellen Panke</a></p>
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		</item>
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		<title>Keimform &#8212; wovon?</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 17:36:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politische Ökonomie]]></category>
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		<description><![CDATA[Von Uli Wei&#223; 1. Ich gehe von einem unverzichtbaren Zusammenhang zwischen der Praxis der Lohnarbeit, der Individualit&#228;ten der darin agierenden Menschen und der m&#246;glichen Aufhebung des Kapitalismus aus. Siehe meine Argumente gegen Robert Kurz: »Sintlut ohne Arche«. In dessen Schwarzbuch wird der ganze Kapitalismus als ein l&#228;sslicher Irrtum der Geschichte angesehen, an dem vorbei etwa [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Uli Wei&#223;</em></p>
<p><strong>1.</strong> Ich gehe von einem unverzichtbaren Zusammenhang zwischen der Praxis der Lohnarbeit, der Individualit&#228;ten der darin agierenden Menschen und der m&#246;glichen Aufhebung des Kapitalismus aus. Siehe meine Argumente gegen Robert Kurz: <a href="http://opentheory.org/sintflut/text.phtml">»Sintlut ohne Arche«</a>. In dessen Schwarzbuch wird der ganze Kapitalismus als ein l&#228;sslicher Irrtum der Geschichte angesehen, an dem vorbei etwa die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Luddismus">Ludditen</a> direkt in den Kommunismus h&#228;tten marschieren k&#246;nnen, wenn nicht die b&#252;rgerlichen Ideologen &#8230; Ohne bestimmte gesellschaftliche (sachliche und menschliche) Voraussetzungen, die erst im Kapitalismus entstehen, also wesentlich durch die Lohnarbeit geschaffen werden, ist Kommunismus undenkbar.</p>
<p><span id="more-268"></span><strong>2.</strong> Meines Erachtens geht das zusammen mit meiner Annahme, dass die Lohnarbeiter in ihrer Bestimmung <em>als Lohnarbeiter nicht</em> die Potenz haben, den Kapitalismus durch die Konstitution der kommunistischen Gesellschaft aufzuheben.</p>
<p>Ich stimme der Marxschen Aussage zu (Dt. Ideologie; MEW 3/77), dass der Proletarier „innerhalb seiner Klasse“, innerhalb seiner „Lebensbedingungen, der [Lohn-]Arbeit“ keine Chance hat &#8230;  pers&#246;nlich zur Geltung zu kommen“, dass um dies zu erm&#246;gliche, diese Lebensbedingungen, die Lohnarbeit und damit der Staat, die „Form, in der die Individuen der Gesellschaft sich bisher einen Gesamtausdruck gaben“ aufgehoben werden m&#252;ssen.</p>
<p>Ich meine aber nicht mehr, dass diese Bedingungen durch irgendeinen Klassenkampf aufgehoben werden k&#246;nnen, nicht durch „die Erhebung des Proletariats zur herrschenden Klasse“, nicht durch die Diktatur des Proletariats.</p>
<p>Ich schlie&#223;e &#252;berhaupt eine solche &#220;bergangsgesellschaft zwischen Kapitalismus und Kommunismus aus, die durch irgendeine politische Macht (auch nicht durch eine proletarische) konstituiert werden k&#246;nnte.</p>
<p>Ich habe mich auch von der Annahme einer solchen ersten Phase des Kommunismus verabschiedet, wie sie Marx in der Kritik am Gothaer Programm beschreibt (auf die sich der fr&#252;here Osten nicht zu unrecht bezog), in der „dasselbe Prinzip wie beim Austausch von Waren&#228;quivalenten“ herrscht, sozusagen sozialistische Warenproduktion in einem sozialistischen Staat. Die Vorstellungen, in einer &#220;bergangszeit Prinzipien und Formen der b&#252;rgerlichen Gesellschaft nutzen zu k&#246;nnen und zu m&#252;ssen, um eine neue Gesellschaft zu konstituieren, hatten – obwohl irrige – eine erhebliche gesellschaftliche Wirksamkeit. (Siehe Lenin: N&#214;P, DDR: N&#214;S, Sozialismus als relativ selbst&#228;ndige Gesellschaftsformation). Sie geh&#246;ren einer vergangenen Zeit an. Sie sind Ausdruck des – was das behauptete Ziel betrifft, unrealisierbaren – Versuchs, einen Weg in den Kommunismus zur er&#246;ffnen unter Bedingungen, da dessen Voraussetzungen noch nicht gegeben waren.</p>
<p><strong>3.</strong> Hier muss etwas gesagt werden zum Unterschied zwischen <em>Voraussetzungen</em> und <em>Bedingungen</em> des Kommunismus. Wird das nicht klar getrennt, entstehen erhebliche Missverst&#228;ndnisse.</p>
<p>Die im Kapitalismus entstehenden Voraussetzungen des Kommunismus sind solche, auf deren Grundlage es &#252;berhaupt erst m&#246;glich wird, dass das Schaffen der materiellen Voraussetzungen menschlicher Existenz nicht mehr (oder minder) des &#228;u&#223;eren Zwang der &#214;konomie bedarf. Es geht um solche zivilisatorischen Errungenschaften, auf deren Basis die sch&#246;pferischen T&#228;tigkeiten nicht mehr wie die Lohnarbeit „nur Mittel zum Leben, sondern selbst das erste Lebensbed&#252;rfnis“ werden k&#246;nnen und damit auch der „b&#252;rgerliche Rechtshorizont &#8230; &#252;berschritten werden“ kann.“</p>
<p>Ich halte diese Charakteristik kommunistischer sch&#246;pferischer T&#228;tigkeit nicht f&#252;r eine l&#228;ssliche Floskel von Marx und die Frage danach, inwiefern solches innerhalb der heutigen kapitalistischen Gesellschaft entsteht nicht als Ausdruck weltfremden Spekulierens. Es ist ein wichtiger (nicht der einzige) Ma&#223;stab, um &#252;berhaupt die Voraussetzungen einer Gesellschaft f&#252;r eine kommunistische Entwicklung einsch&#228;tzen zu k&#246;nnen, sich selbst mit der Frage nach Wegen aus dem Kapitalismus ernst zu nehmen. Ich will dar&#252;ber reden – und halte das nicht als einen verzichtbaren alten ML-Ballast (Benni) – ob die fortgeschrittenste kapitalistische Produktionsweise heute solche Voraussetzungen geschaffen hat, an die Marx die Aufhebbarkeit einer auf Verwertung gegr&#252;ndeten Produktionsweise und der entsprechenden b&#252;rgerlichen Gesellschaft kn&#252;pfte. Besonders geht es dabei um die sich noch innerhalb des Kapitalismus vollziehenden Ver&#228;nderungen im Arbeitsprozess. (sh. meinen diese Diskussion ausl&#246;senden Text, ausf&#252;hrlicher u.a. in <a href="http://www.trend.infopartisan.net/trd0499/t090499.html">„Marx und der m&#246;gliche Sozialismus“</a>). Es ist nicht nur so, dass ohne solche Voraussetzungen ist Warenproduktion nicht aufhebbar, kann keine kommunistische Bewegung erfolgreich sein, landen entsprechende Versuche immer wieder in der „alte Schei&#223;e“. Wenn ich richtig lese, dann h&#228;lt Ingolf dies („Arbeit“ oder Arbeit als Lebensbed&#252;rfnis) &#252;berhaupt f&#252;r v&#246;llig illusorisch und zwar f&#252;r ewig. Und Hubert sieht solche Voraussetzungen noch nicht gegeben. Was ist an meinen Annahmen betreffs der Voraussetzungen nicht zutreffend? Das zu diskutieren w&#228;re sinnvoll. Es gibt hier keine Selbstverst&#228;ndlichkeiten. Dies vor allem nicht, weil das, was mensch als Voraussetzungen ansieht, wesentlich davon abh&#228;ngt, was er sich unter einer kommunistischen Form der Vergesellschaftung vorstellt. Deshalb eben die Frage: Keimform – <em>wovon</em>?</p>
<p><strong>4.</strong> Wenn ich solchen Wert auf die Diskussion von geschichtlichen Voraussetzungen des Kommunismus leben, dann hei&#223;t das <em>nicht</em>, dass dieser aus den inneren Logiken der kapitalistischen Produktionsweise ableitbar ist, auch nicht, wenn die entfaltetsten Voraussetzungen gegeben w&#228;ren. Es sind Voraus-Setzungen einer m&#246;glichen Entwicklung. Die Voraussetzungen selbst <em>bedingen</em> aber den Kommunismus <em>nicht</em>. Kapitalismus ist nicht unentfalteter Kommunismus – wie Matti in Hegelscher Konsequenz wohl sagen w&#252;rde? Und dieser ist nicht ein vollendeter Kapitalismus.</p>
<p>Wenn ich das so sehe und zugleich eine &#220;bergangsgesellschaft ausschlie&#223;e, in der etwa ein vern&#252;nftig (im proletarischen oder allgemeinen Sinne) agierender Staat oder ein Automatismus (wie bei Christian) die Waren-/Produktproduktion und -zuteilung entsprechend irgendwie erfasster Bed&#252;rfnisse und gebunden an die Arbeitsleistungen regelt, kann es aber dann &#252;berhaupt Wege aus dem Kapitalismus geben? L&#228;sst sich das &#252;berhaupt denken?</p>
<p>Es m&#252;ssen eben nicht nur <em>Voraussetzungen</em>, sondern zugleich die <em>Bedingungen</em> des Kommunismus benannt werden. Was sind solche Bedingungen im Unterschied zu Voraussetzungen? Es m&#252;ssten solche jenseits der kapitalistischen Produktionsweise und jenseits ihren Logiken entstehende Praxen sein, die solche sozialen <em>Formen</em> auszeichnen, deren Verallgemeinerung die Konstitution einer kommunistischen Gesellschaft bedeuten w&#252;rde – eben <em>Keim-Formen</em> einer kommunistischen Vergesellschaftung. Die sachlichen und menschlichen Voraussetzungen solcher Praxen und der M&#246;glichkeit, dass sie zur gesellschaftskonstituierenden Kraft werden k&#246;nnen (erst wenn auch dies zweite gegeben, k&#246;nnen diese Praxen als Keimformen begriffen werden) entstehen  innerhalb des kapitalistischen Produktionsweise. Die Praxen selbst und ihre Formen sind jedoch eine Neusch&#246;pfung, eine geschichtliche Tat.</p>
<p>Konstituiert werden solche Praxen von den beteiligten Individuen <em>nicht als Klassenindividuen</em>. Insofern diese Menschen zugleich Lohnarbeiter oder als Wissenschaftler erwerbst&#228;tig sind, ergibt sich ihre freie T&#228;tigkeit, die ihnen selbst Lebensbed&#252;rfnis ist, gerade nicht aus der Logik ihrer (Lohn-)Arbeit.</p>
<p><strong>5.</strong> Ein solcher Gedankengang ist f&#252;r Menschen, die in ihrer Engagement auf die Bef&#246;rderung der Arbeiterbewegung mit ihren zivilisatorischen Potenzen orientiert waren oder sind, offenkundig eine Zumutung. Als Analogie verweise ich auf die Entstehung der kapitalistischen Produktionsweise. (Das ist kein Beweis, aber vielleicht hilft es, sich dem Keimformdenken zu &#246;ffnen.) Deren Voraussetzungen waren</p>
<ul>
<li>akkumuliertes Handels- und Raub-“Kapital“,</li>
<li> von Sklaverei oder feudaler Abh&#228;ngigkeit freie Menschen,</li>
<li> kulturelle und technische Voraussetzungen,</li>
<li> &#8216;Konsumbed&#252;rfnisse, die nur beschr&#228;nkt oder gar nicht in der gegebenen Produktionsweise befriedigt werden konnten. (Marx verweist darauf, dass es wesentliche derartiger Voraussetzungen schon im alten Rom gegeben habe: Proletarier, freies „Kapital“, Bed&#252;rfnisse, auch in Handelszentralen des Mittelalters.)</li>
</ul>
<p>Die Konstitution der kapitalistischen Produktionsweise selbst ging nicht etwa aus dem mittelalterlichen Zunftwesen hervor, nicht aus dem Kampf der feudalen Klassen gegeneinander. Es war in keiner Weise eine Fortsetzung der Bewegungslogiken feudaler Institutionen.</p>
<p>Was die &#214;konomie betrifft, so hat die Verbindung der genannten Voraussetzungen in den <em>Manufakturen</em>, also etwa <em>jenseits</em> der <em>Zunftverh&#228;ltnisse</em>, diejenigen Praxisformen konstituiert, die in ihrer Verallgemeinerung die kapitalistische Produktionsweise <em>bedingten</em>. Keimformen einer neuen Vergesellschaftung.</p>
<p><strong>6.</strong> Unter anderem sind die Marxschen Kategorien „Arbeitsteilung“ sowie „formelle und reelle Subsumtion der Arbeit unter das Kapital“ geeignet, sowohl das Entstehen unverzichtbarer Voraussetzungen f&#252;r den Kommunismus zu erfassen als auch zu verstehen, dass sie selbst den Kommunismus nicht bedingen.</p>
<p>Marx beschreibt wie es mit der Entwicklung der Maschinerie dazu kommt, dass die urspr&#252;nglich (etwa in den fr&#252;hkapitalistischen Manufakturen) nur bestehende formelle Subsumtion (hier wurde die Arbeit noch in der alten Weise handwerklicher Produktions geleistet aber eben formell als Verwertungsprozess) zugleich zur reellen wird. Mit der mechanisierten Produktion, in der die unmittelbaren Produzenten dann zum Anh&#228;ngsel der Maschine werden, sie werden sozusagen von der Maschinerie angewendet, entstehen die dem Kapital eigentlich erst angemessenen Produktionsmittel und Arbeitsweisen. Darin kommt die kapitalistische Produktionsweise sozusagen erst zu sich selbst. Diese Entwicklung findet ihren H&#246;hepunkt in Flie&#223;bandproduktion der tayloristischen-fordistischen Produktionsweise, in der die L&#252;cken in der Maschinerie in einer solchen Weise durch Lohnarbeiter ausgef&#252;llt werden, dass die Arbeiten idealerweise auch von einem intelligenten Gorilla ausgef&#252;hrt werden k&#246;nnten (Taylor). In dieser reellen Subsumtion der Arbeit unter das Kapital ist die formelle Subsumtion auf die Spitze getrieben.</p>
<p>Mit den postfordistischen &#196;nderungen des Charakters der Arbeit werden beide Unterordnungen immer problematischer.</p>
<p>Marx hatte in Verbindung mit der Automatisierung erwartet, dass die wissenschaftliche, k&#252;nstlerische und spielerische F&#228;higkeiten sowie die der sozialen Kompetenzen f&#252;r die Reichtumsproduktion eine solche Bedeutung gewinnen, dass die Einbindung dieser T&#228;tigkeiten in den Verwertungsprozess zur miserablen Grundlage der Reichtumsproduktion &#252;berhaupt wird. In den entscheidenden Kernbereichen kapitalistischer Produktion vollzieht sich heute tats&#228;chlich dieses Heraustreten von Produzenten aus dem unmittelbaren Fertigungsprozess. Aber angesichts der weiterhin bestehenden formellen Subsumtion der Arbeit unter das Kapital kommt es nicht dahin, wof&#252;r mit diesem Prozess wesentliche Voraussetzungen gegeben werden: zur Aufhebung der reellen Subsumtion. Im Gegenteil. Die postfordistischen Produktionsformen sind mit einer weiteren Vertiefung der menschlichen Unterwerfung unter die Kapitalverh&#228;ltnisse verbunden. Nicht nur dass viele Akteure die Kontrollfunktionen im kapitalistischen Produktionsprozess in ihre eigene T&#228;tigkeit hineinnehmen. Sie sind gezwungen, ihren gesamten Lebensprozess gem&#228;&#223; der Anforderung der Kapitalverwertung zu unterwerfen. Die so genannte Ich-AG kann als Symbol hierf&#252;r gelten.</p>
<p>Das hei&#223;t die Voraussetzungen einer m&#246;glichen Aufhebung der Kapitalverh&#228;ltnisse konstituieren mitnichten aus ihren eigenen Logiken heraus eine Vergesellschaftungsform jenseits des Es/Ich-muss-sich/mich-rechnen. Selbst die gr&#246;&#223;te M&#246;glichkeit individueller Selbstst&#228;ndigkeit, solange der Akteur innerhalb der Kapitalverh&#228;ltnisse agiert, bleibt eine rein abstrakte M&#246;glichkeit, verkehrt sich real und vom Akteur selbst exekutiert best&#228;ndig in Unterwerfungen unter den nun nun auch noch selbst exekutierten stummen Zwang der &#214;konomie.</p>
<p><strong>7.</strong> Aber genau hier rebelliert auf eine neue Weise die menschliche Produktivkraft gegen ihre Unterordnung unter die Zw&#228;nge der Kapitalverwertung. Als Reaktion auf entsprechende Beleidigung menschlicher Sch&#246;pferkraft geht es nunmehr nicht mehr wie im proletarischen &#246;konomischen und politischen Klassenkampf vorrangig darum, die Reproduktionsbedingungen der Arbeitskraft innerhalb der gegebenen Grundstruktur zu sichern und zu verbessern. Dieser Kampf wird  freilich weitergef&#252;hrt. F&#252;r unsere Frage bedeutsam ist vielmehr, dass auf der Grundlage der inzwischen geschaffenen Voraussetzungen freier T&#228;tigkeiten au&#223;erhalb der kapitalistischen Produktion auch Praxen entstehen, in denen dieses Sch&#246;pfertum seine Befriedigung findet. Es sind Praxen, in denen das Schaffen n&#252;tzlicher Dinge als Selbstgenuss der Akteure sich freier entfalten kann. Im Unterschied etwa zu Kleingartenvereinen, in der dieser Selbstgenuss auch eine Rolle spielt – insofern auch eine Gegenst&#252;ck zur Unterordnung unter das Kapital in der Lohnarbeit – geht es hier um Praxen mit der inneren Potenz geschichtsm&#228;chtig zu werden, eine neue Produktionsweise zu bedingen. Der ganze Bereich freier Software ist eine solche Praxis, eine solche Reaktion auf die im high-tech-Bereich geknechtete menschliche Sch&#246;pferkraft. Es ist eine arbeitsteilig tief gestaffelte, international vernetzte Praxis, in der die Wert- und Herrschaftsf&#246;rmigkeit und damit die Kapitalverh&#228;ltnisse aufgehoben sind. Hier ist der Genuss an sch&#246;pferischer T&#228;tigkeit und am selbst geschaffenen Produkt die entscheidende Triebkraft das Entstehens von n&#252;tzlichen Dingen, die auch noch allgemein ohne &#228;quivalente Gegenleistung zug&#228;nglich sind. Kein &#228;u&#223;erliche Zwang treibt hier die Akteure, keine Notwendigkeit, Anspr&#252;che auf die Leistungen anderer zu akkumulieren (etwa durch Lohnarbeit), keine Verpflichtung, &#196;quivalente zu bieten, keine Askese, keine Uneigenn&#252;tzigkeit treibt hier an, kein Klassenkampf konstituiert dies, keine staatliche oder sonstige Herrschaft – und doch werden hier in den entsprechenden Assoziationen mit der Erf&#252;llung der je eigenen Bed&#252;rfnisse der Akteure gesellschaftliche Bed&#252;rfnisse erf&#252;llt und zwar zuverl&#228;ssig.</p>
<p><strong>8.</strong> Ein entscheidendes Wak-Problem ist die Konstitution solcher Praxisformen auch in solchen Bereichen deren (nichtvirtuelle) Produkte sich (anders als etwa bei Software) in der Konsumtion vernutzen. Je nachdem, ob man dies f&#252;r m&#246;glich h&#228;lt und zwar in einer Weise, dass in diese Form von sch&#246;pferischer T&#228;tigkeit auch die gesamten materiellen Lebensbedingungen geschaffen werden k&#246;nnen, begreift man solche Praxen wie die der freien Software-Szene als Keimform einer neuen Vergesellschaftung oder eben nicht.</p>
<p><strong>9.</strong> Das Entstehen dieser Praxen jenseits der Logiken der kapitalistischen Produktionsweise ist eine Neukonstitution. Diese entwickelt von vornherein ihre eigenen Logiken. Sie stellen nicht (wie Marx etwa in der Kritik am Gothaer Programm annahm, eine solche Phase einer neuen Vergesellschaftung in der f&#252;r ihre Konstitution bzw. ihren Fortschritt Fortschritt wenigstens vor&#252;bergehend noch solche Instrumente und Strukturen zu nutzen w&#228;ren, die f&#252;r die kapitalistische Produktionsweise charakteristisch sind. Diese Praxen konstituieren in diesem Sinne nicht eine erste Phase (die etwa noch der Warenproduktion und des b&#252;rgerlichen Rechts bedarf), nach der dann die zweite, die eigentliche k&#228;me. Diese Praxen sind nicht das Ergebnis irgendeines Klassenkampfes. Sie folgen keinerlei Klassen- und Herrschaftslogik. Sie bedeuten von vornherein die praktische Aufl&#246;sungen der Grundinstitutionen der b&#252;rgerlichen Gesellschaft (Warenproduktion, Lohnarbeit, Wertvermittlung, &#196;quivalenzverh&#228;ltnisse &#252;berhaupt, Staatlichkeit). Eine Gesellschaftlichkeit, die solchen Praxen ad&#228;quate ist, ist die kommunistische. Was die inneren sozialen Formen betrifft, ist entsteht damit etwas, wozu kein Real-“Sozialismus“ in der Lage sein konnte: Es konstituieren sich vornherein Keime einer Gesellschaftlichkeit, die in ihrer Existenz und in ihrer m&#246;glichen Verallgemeinerung nicht derjenigen Mittel der alten Gesellschaft bed&#252;rfen, die einst eben auch Marx als &#220;bergangsnotwendigkeit angesehen hatte.</p>
<p><strong>10.</strong> Ist das die Idylle eines Hineinwachsens in den Kommunismus?</p>
<p>Die Individuen, die solche Praxisformen konstituieren, deren Verallgemeinerung einen Kommunismus konstituieren w&#252;rde, leben, was ihren materiellen Lebensunterhalt betrifft, vorerst zugleich von einem mehr oder minder funktionierenden Kapitalismus.</p>
<p>Wie alle Menschen der b&#252;rgerlichen Gesellschaft sind sie gezwungen, sich innerhalb der knechtenden Erwerbsarbeit oder als durch solche alimentiert, kontrolliert und erniedrigt zu behaupten. Dem gegen&#252;ber steht deren parallele Praxis einer freien Assoziation, in der die Individualit&#228;ten als solche zur Geltung kommen. Diese Zerrissenheit ihrer Existenz, ist alles andere als eine Idylle. Die Zw&#228;nge der einen, sich verwerten, sich verwursten zu m&#252;ssen und die menschlichen M&#246;glichkeiten der anderen stellen sich best&#228;ndig gegenseitig in Frage. Was die Akteure, die solche Keimform-Praxen tragen, ist diese Geschichte auch immer eine der best&#228;ndigen elenden Kompromisse und menschlicher Niederlagen. Doch genau entlang dieser Widerspr&#252;che findet das Ringen um eine neue Vergesellschaftung statt.</p>
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		<title>Hubert Herfurth: Zur WAK- und Peer-&#214;konomie Diskussion</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Jun 2009 15:39:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wak</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Transformation]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein paar &#220;berlegungen zum Gesellschaftsverst&#228;ndnis der radikalen Linken am Beispiel neuester &#196;u&#223;erungen Uli Wei&#223; (Quelle) R&#252;ckblickend l&#228;sst sich ja sehen, dass die fr&#252;hzeitliche Nichtexistenz der Wertformen in den menschlichen Ur-Gemeinschaften gebunden war an sehr, sehr enge Lebensverh&#228;ltnisse (der Begriff Kommunismus macht hier wenn &#252;berhaupt nur ebenso eng gefasst einen Sinn). Die Erweiterung dieser Lebensverh&#228;ltnisse machte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Ein paar &#220;berlegungen zum Gesellschaftsverst&#228;ndnis der radikalen Linken am Beispiel neuester &#196;u&#223;erungen Uli Wei&#223; (<a href="http://docs.google.com/View?docid=dfr5rqhg_1jdpvgrf5">Quelle</a>)</h3>
<p>R&#252;ckblickend l&#228;sst sich ja sehen, dass die fr&#252;hzeitliche Nichtexistenz der Wertformen in den menschlichen Ur-Gemeinschaften gebunden war an sehr, sehr enge Lebensverh&#228;ltnisse (der Begriff Kommunismus macht hier wenn &#252;berhaupt nur ebenso eng gefasst einen Sinn). Die Erweiterung dieser Lebensverh&#228;ltnisse machte das Aufkommen der Wertformen notwendig, weil die vorhandene Gesellschaftlichkeit dieser voneinander getrennten aber sich einander &#8216;n&#228;hernden&#8217; Gemeinschaften diese Trennung in G&#228;nze nicht &#252;berwinden konnte.<span id="more-260"></span> Inzwischen leben wir einige tausend Jahre sp&#228;ter nun in Zeiten, in denen die historische Be­grenztheit dieser Formen praktisch erfahrbar wird und daher zumindest das Nachden­ken &#252;ber die M&#246;glichkeiten zur Aufhebung einen Sinn macht, insbesondere wenn der Fundus des hinter uns liegenden realen Ge­schichtsprozesses in dieses Nach­denken einflie&#223;t. Damit sollte uns heute freilich aber vor allem klar sein, dass das &#252;bereilte Herbei­sehnen und Herbeireden der Aufhebung der Wertformen die dazuge­h&#246;rigen Ver&#228;n­derungen im Ver­halten der Menschen, in ihrem Verh&#228;ltnis zueinander nicht automa­tisch mit bedin­gen. Diese For­men sind ja nicht an sich &#252;berfl&#252;ssig und sie stellen auch keinen S&#252;n­denfall in der menschlichen Entwicklung dar. Die Ver&#228;nderung der Verh&#228;ltnisse braucht offenbar einfach mehr Zeit als erhofft oder ge­dacht. Auch Marx interpretierte in diesem Zusammen­hang die Zeichen seiner Zeit zumindest teil­weise geschichtsperpektivisch so falsch wie die russi­schen Okto­berrevolution&#228;re sp&#228;­ter praktisch – aber auch daraus l&#228;sst sich nur lernen oder das totale Scheitern wird andauern. So traurig das f&#252;r un­sere individuellen Lebensspannen sein mag, weil sich ganz praktisch zeigt, dass dieser Aufhebungs-Traum im Rahmen der uns zur Verf&#252;gung stehenden Zeit­spannen erstmal eben immer noch nur ein Traum bleiben wird (ich bin Jahrgang 56). Was aber zu­gleich &#252;berhaupt nicht ausschlie&#223;t, das sich dies zuk&#252;nftig &#228;ndert. Doch die genauere Einsch&#228;t­zung dieser Problematik, die Kl&#228;rung der Bedin­gungen also, die f&#252;r diese Ver&#228;nderung aller Wahr­scheinlichkeit nach notwendig sind, gelingt nicht ohne ein Einlassen auf die konkreten Zusammen­h&#228;nge. Die Leichtfertigkeit mit der Uli hier zu Ur­teilen kommt, die seinen eigenen, inhaltlichen Ein­sch&#228;tzungen an anderer Stelle diametral entgegen stehen (Stichwort Sassulitsch) bereitet mir regel­recht Schmerzen beim Lesen.</p>
<blockquote><p><em>„Dass das Proletariat (und dessen Diktatur) der Sch&#246;pfer eines neuen Ganzen sein k&#246;nn­te, das ist geschichtlich (und inzwischen auch logisch) widerlegt“ </em>(aus Ulis WAK mail).</p></blockquote>
<p>&#8220;Proletariat&#8221; ist hier immer noch nur ein Mythos und nicht einfach die &#8216;ganze&#8217; Gesellschaft (die es allerdings im Singular noch gar nicht gibt) der lohnabh&#228;ngigen &#8220;ArbeiterInnen&#8221;, die sich ihres objek­tiven Zusammenhangs und der daran h&#228;ngenden M&#246;glichkeiten in der kapitalistischen Warenpro­duktion aber nat&#252;rlich auch erstmal subjektiv bewusst werden m&#252;ssen. Wobei ich hier unter &#8220;bewusst werden&#8221; vor allem einen praktischen Prozess verstehe, in dem aus dem Neben-, Durch- und Gegeneinander von ge­sellschaftlichen und (!) ungesellschaftlichen Ambitionen der gesellschaftlichen Akteure sich erst die wirklich gesellschaftlichen Zusammenh&#228;nge als die st&#228;rkeren durch setzen (m&#252;ssen). Allerdings, ohne die ber&#252;hmte, im Augenblick wie nie wirkende &#8220;Notwendigkeit&#8221; (z. B. &#246;konomische [Jahrhundert]-Kri­se und drohende Klimakatastrophe) ist dies f&#252;r mich so wenig vorstellbar wie ohne die (selbst)kritische Betrachtung und Aufarbeitung der bisherigen (Bewegungs)geschichte.</p>
<p>Ulis angeblicher Beweis be­steht ja praktisch nur darin, dass eine bestimmte Vorstellung (!) vom Ergebnis des Geschichtspro­zesses bisher in der Tat nicht eingetreten ist. Abgerundet wird diese &#8220;Einsicht&#8221; mit dem inzwischen schon klassischen Lamento, das Proletariat ringe</p>
<blockquote><p><em>„gem&#228;&#223; seiner Interessenlage um den Erhalt der Ausbeutungsverh&#228;ltnisse“</em> (ebenda),</p></blockquote>
<p>anstatt seiner eigentlichen Mission entsprechend, dem Kapital eben diese Ausbeutungsverh&#228;ltnisse um die Ohren zu schlagen. Uli diskutiert hier so abstrakt wie ungenau. Schon sein Versuch in <a id="ml9l" title="http://www.keimform.de/2009/02/20/peer-oekonomie-in-der-diskussion-ii/#more-1276" href="http://www.keimform.de/2009/02/20/peer-oekonomie-in-der-diskussion-ii/#more-1276" target="_blank">&#8220;Kein Weg aus dem Kapitalismus!&#8221;</a> Christi­an Siefkes&#8217; Peer-&#214;konomie Konzept von meiner Kritik <a id="zqhn" title="http://www.keimform.de/2008/12/11/hubert-herfurth-gesellschaftlichkeitsdefizit-in-der-peer-oekonomie/" href="http://www.keimform.de/2008/12/11/hubert-herfurth-gesellschaftlichkeitsdefizit-in-der-peer-oekonomie/" target="_blank">&#8220;Gesellschaftlichkeitsdefizite der Peer-&#214;konomie&#8221;</a> freizustellen, basiert auf dem grunds&#228;tzli­chen Fehlverst&#228;ndnis der Gesellschaftlichkeitsproblematik, die letztlich durch keinen Modellvorbe­halt au&#223;er Kraft gesetzt werden kann. Im Gegenteil, das Modell muss zeigen, dass es diese Anforde­rungen in der Lage ist abzudecken oder die Grenzen m&#252;ssen abgesteckt werden, bis wohin das Mo­dell aussagekr&#228;ftig sein kann oder soll. Was Christian auch bei gutwilligster Interpretation aller­dings genau nicht macht, denn so hat er nach meiner Beobachtung (Treffen in Hattingen, Diskussion im Blog und Vortrag in Berlin) die M&#246;glichkeit, je nach Publikum, zwischen Modell&#252;berlegungen und der Definition von Produk­tionsweisen mit Realit&#228;ts-Charakter ziemlich beliebig hin und her zu springen. Methodisch ist das m. E. ein eher katastropha­ler Ansatz. Er zeigt aber, auf welch einem wissenschaftlichen Niveau sich viele linke Auseinan­dersetzungen bewegen. Uli wehrt die Kritik hier nicht ab, weil sie inhaltlich nicht passt, sondern weil sie ihm selbst nicht passt. Stattdessen formuliert er dann eine Kritik die auf einem Zirkel­schluss basiert, weil er die Freiheit vom Zwang zur Arbeit im Ziel („Kommunismus“) zur absoluten Voraussetzung schon f&#252;r den Weg zum Ziel selbst macht.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Die PRODUKTIONST&#196;TIGKEIT, f&#252;r die Christian ausdr&#252;cklich einen &#196;USSEREN ANTRIEB f&#252;r notwendig h&#228;lt, ist die UNGELIEBTE ARBEIT. Es ist eine Arbeit, die als OPFER angesehen wird. Man verrichtet sie nicht als Bed&#252;rfnis um ihrer selbst und um des konkreten Produktes Willen. Man leistet sie, um sich Anspr&#252;che auf solche G&#252;ter zu erwerben, die von anderen Menschen hergestellt werden&#8221; in </em><a id="ml9l" title="http://www.keimform.de/2009/02/20/peer-oekonomie-in-der-diskussion-ii/#more-1276" href="http://www.keimform.de/2009/02/20/peer-oekonomie-in-der-diskussion-ii/#more-1276" target="_blank">&#8220;Kein Weg aus dem Kapitalismus!&#8221;</a></p></blockquote>
<p>Wenn er eine solche Voraussetzung wirklich ernst meinte, m&#252;ssten die Ver&#228;nderungsbestrebungen eigentlich als sinnlose eingestellt werden, denn wenn &#252;berhaupt, k&#228;me der Kapitalismus dann automatisch irgendwann dorthin oder nie. Er ist hier noch idealistischer als Christian, weil sein Ausgangspunkt noch weniger der Realit&#228;t verhaftet ist.</p>
<p>Aber dar&#252;ber hinaus verfehlt er selbst in diesem Ziel den eigentlichen Charakter dieser Arbeit – gesellschaftliche Arbeit zu sein &#8211; sehr weit­gehend, womit sich dann auch deutlich zeigt, dass es meine Gesellschaftlichkeitsvorstellungen selbst sind, die er f&#252;r falsch h&#228;lt bzw. halten muss.</p>
<p>Er schlie&#223;t hier an Christians selbstbez&#252;glichen Anfang an und l&#228;sst die gesellschaftlichen Bestimmungen, wie die dazugeh&#246;rigen inhaltlichen Implikationen unbeachtet au&#223;en vor. Nega­tiv erw&#228;hnt er die Zwangsarbeit und positiv geht es um die sch&#246;pferische Selbstbet&#228;ti­gung (der Ar­beitenden), als Selbstzweck dieser Arbeit. Doch das dies nur funktioniert im Verh&#228;ltnis &#8211; und dieses Verh&#228;ltnis einer der Springpunkte ist, um den sich die Problematik hier dreht &#8211; zum Empf&#228;n­ger der erarbeiteten Dinge und Leistungen entf&#228;llt. Aber:  Arbeit ist  erst gesellschaftliche Arbeit, wenn sie n&#252;tzli­che Arbeit f&#252;r Andere ist. Sie dient deren Bed&#252;rfnisbefriedigung und damit deren Selbstentfaltung. Das eigene Selbst kann sich nur entfalten, entwickeln in der Anerkennung, Bejahung und Unterst&#252;tzung aller anderen und ihrer Selbstentfaltung. Schon in der gerade wiedergegebenen Textstelle tauchten 2 Bedingungen auf, an denen Uli &#8220;kommunistische Arbeit&#8221; zu erkennen glaubt:</p>
<blockquote><p><em>Man muss sie verrichten um ihrer selbst willen und um des Produkts willen.</em></p></blockquote>
<p>Die Empf&#228;nger dieser Arbeiten, die Anderen, die Gesellschaft tauchen hier als direkter Grund jedoch &#252;berhaupt nicht auf. Die kommunistische Gesellschaftlichkeit erweist sich damit auch bei ihm als eine einzige Fehlstelle, weil er sie mit ihrer Spezifik nicht an einer Stelle ber&#252;hrt, benennt oder gar problematisiert.</p>
<p>Uli sieht in der Lohnarbeit nur den Zwang, nicht auch das Positive der Warenproduktion, das durch deren Aufhebung zu bewahren und auf eine h&#246;here Stufe zu heben w&#228;re. In der Gesellschaft der voneinander unabh&#228;ngigen Privateigent&#252;mer wird die zugrunde lie­gend­e gesellschaftliche Abh&#228;ngigkeit voneinander als Verh&#228;ngnis erlebt <strong>und genau so spiegelt sich dies auch noch in den Ver&#228;nderungsbestrebungen</strong>:</p>
<p><strong>Denn im Prinzip wird die Gesellschaft bei Uli wie bei Christian ebenfalls gebildet von einander unabh&#228;ngigen Individuen, die jeweils nur ihrer Selbst­entfaltung verpflichtet sind</strong></p>
<p>und irgendwie gemeinsam und nat&#252;rlich kooperativ ihre jeweiligen Be­d&#252;rfnisse befriedigen (als wenn in der kapitalistischen Produktion irgendetwas ohne Kooperation zustande k&#228;me). Das diese Gesellschaft zusammen haltende Band ist dem Handeln der Menschen damit schon vorausgesetzt und somit diesem Handeln v&#246;llig &#228;u&#223;erlich &#8211; so lange das Eigeninteresse der Dreh- und An­gelpunkt bleibt und eine andere &#252;berpr&#252;fbare Definition ausbleibt.</p>
<p>Sein zun&#228;chst verst&#228;ndliches Bestreben, jeden Zwang auszuschlie&#223;en, &#252;bersieht allerdings, das auch dieser Zwang kein der Gesellschaft &#228;u&#223;erer ist. Er entspringt aus diesen gesellschaftlichen Verh&#228;ltnissen. Aufzuheben ist er nur, wenn die Menschen in ge&#228;nderten Verh&#228;ltnissen zueinander ihrer Gesellschaftlichkeit einen anderen Ausdruck geben, so dass der &#228;u&#223;ere Zwang seine Notwendigkeit verliert, eben weil er nicht mehr gebraucht wird, wenn die Menschen sich zueinander anders verhalten.</p>
<p>Die Probleme welche das Proletariat hat, wenn es sich als EIN SUBJEKT, mit EINEM gemeinsamen Interesse kon­stituieren muss auf der Basis ei­ner gr&#246;&#223;eren, immerhin mehrere Milliarden Individuen fassende An­sammlung unterschiedlicher Menschen, aus unterschiedlichen sozialen Lagen, aus unterschiedlichen Betrieben, aus unterschiedlichen Pro­duktions- und Arbeitssph&#228;­ren, aus unterschiedlichen L&#228;ndern, mit unterschiedlichen Sprachen sieht Uli nicht, noch interessiert er sich daf&#252;r. ER setzt dieses SUBJEKT und die dazugeh&#246;rigen INTERESSEN einfach BEGRIFFLICH ein, und wenn diese BEGRIFFE nicht so funktionieren, wie ER es braucht, KONSTRUIERT er sich neue &#8211; als wenn die begrifflichen Fest­legungen automatisch identisch mit dem realen Geschichtsprozess sein k&#246;nnten oder gar identisch sein m&#252;ssten. Christian Siefkes etwa beschreibt den so realen wie gegenw&#228;rtigen Ausgangspunkt der Warenproduktion – Produktion f&#252;r andere zu sein – v&#246;llig richtig und glaubt dann doch, mit seiner begrifflichen Abkehr von dieser Realit&#228;t und dem Wechsel zu einem &#252;berschau­bareren, faktisch jedoch genauso idealistischen &#8216;Subjektes&#8217; (WIR) eines ebenso idealistischen Gemeinschaftsinteres­ses w&#228;re seine neue Produktionsweise schon begr&#252;n­det oder eine neue Produktionsweise so begr&#252;ndbar (siehe meine Kritik an Robert Kurz die &#252;brigens nicht ! wg Kurz in die Kritik am Christian aufgenommen wurde), obwohl die Peer-Produk­tion nach seiner eigenen Argumentation ge­nau dies weitgehend schuldig bleibt, Produktion f&#252;r andere zu sein. Denn genau da kommt sie nach Christians eigener Einsch&#228;tzung an die durch die Warenproduktion angesto&#223;ene Bed&#252;rfnisbefriedi­gung nicht ran (er outet die bekannten OS Vor­zeigebeispiele firefox und thunder­bird als durch den Markt angesto&#223;ene, au&#223;ergew&#246;hnlich nutzer­freundliche Programme), eben weil sonst der Selbstbe­zug dominiert und daher &#8211; als dessen Kehr­seite – f&#252;r eine Ver&#228;nderung &#252;ber den Kapitalismus hinaus der absolut notwendige Gesellschafts­bezug eigentlich fehlt. Diese Ungesellschaftlichkeit der Peer-Produktion best&#228;tigt <a id="v:uz" title="http://www.keimform.de/2008/12/11/hubert-herfurth-gesellschaftlichkeitsdefizit-in-der-peer-oekonomie/#comment-15550" href="http://www.keimform.de/2008/12/11/hubert-herfurth-gesellschaftlichkeitsdefizit-in-der-peer-oekonomie/#comment-15550" target="_blank">Christian</a> sogar in einer Anwort an mich, denn auch f&#252;r ihn</p>
<blockquote><p><em> &#8220;(vertreten) die heutigen Peer-Produzent/innen und ihre Theoretiker, () eher ungesellschaftliche Vorstellungen&#8221; </em>(Diskussion im Keimform-Blog)</p></blockquote>
<p>und doch versteht er &#252;berhaupt nicht, dass genau daraus sein Erkl&#228;rungsdefizit resultiert, weil seine Prophezeiung so vollkommen in der Luft h&#228;ngt und eben kein realer, praktischer Ausgangspunkt sondern reines Wunschdenken ist.</p>
<p>Das Proletariat ist so f&#252;r Uli nicht mehr als das Objekt seiner politischen Begierde (ob anhimmelnd oder niedermachend ist dabei aus meiner Sicht ziemlich gleichg&#252;ltig). Die Diskrepanz zwischen Ulis In­teressenlage auf das Objekt Proletariat und der Interessenlage der Menschen die dieses Proletariat bilden (denen er sich im &#252;brigen offenbar auch nicht zugeh&#246;rig f&#252;hlt) ist so eklatant wie interessant. Da Uli jede M&#252;he dabei vermissen l&#228;sst, die Interessenlage der Menschen die das Proletariat bilden nachzuvollziehen und die Schwierigkeiten offen zu legen, die der Subjektwerdung hier zum &#8216;Prole­tariat f&#252;r sich&#8217; im Wege stehen, offenbart sein Eigeninteresse so eine v&#246;llige Gleichg&#252;ltigkeit gegen­&#252;ber den Menschen die das Proletariat bilden und damit faktisch zur gesamten Gesellschaft &#8211; so lan­ge diese nicht so funktioniert wie er meint, dass sie funktionieren m&#252;sste. Die Objektsetzung ist hier nicht weniger total als bei den Charaktermasken &#8216;der anderen Seite&#8217;, die das ganze Ungemach wel­ches diese Verh&#228;ltnisse einem Gro&#223;teil der Menschen antun, als in deren eigener Verantwortung be­gr&#252;ndet ansehen. Das Subjekt Uli mutiert hier zum Puppenspieler und wenn das Spiel mit der Pup­pe &#8216;Proletariat&#8217; keinen Spa&#223; mehr macht, wird sie ausrangiert. Das erg&#228;nzt sich &#252;brigens sehr gut mit der hier bei Uli anschlie&#223;enden, jedoch genau so oberfl&#228;chlichen &#8216;Klassenanalyse&#8217;</p>
<blockquote><p><em>„Die Geschichte hat allerdings neue soziale Ph&#228;nomene hervorgebracht, Menschen (aus ganz verschiedenen Klassen und Schichten) mit Interessen und F&#228;higkeiten, mit konkre­ten Praxisformen, die &#8211; anderes als bei Proletariat &#8211; inkompatibel zur kapitalistischen Produktionsweise sind (wenngleich sie bisher deren Funktion noch voraussetzen)“ </em>(WAK email).</p></blockquote>
<p>Wenn heute die Marxsche – ich sage ausdr&#252;cklich nicht marxistische &#8211; Proletariatsbestimmung auf die &#8220;&#252;bergro&#223;e Mehrzahl&#8221; (Marxscher Ausdruck aus dem K-Manifest mit dem er vor ca. 160 Jahren den Geschichtsprozess erstaunlich richtig antizipierte, wohingegen der elit&#228;re Minderheitenbezug der heutigen &#8216;revolution&#228;ren&#8217; Linken das ganze Gesellschaftlichkeitsdesaster hier offen vor fast aller Augen treten l&#228;sst) der Gesellschaft zutrifft, dann m&#252;ssen Ulis &#8220;neue soziale Ph&#228;nomene&#8221; auch hier einzu­ordnen sein. Damit ist allerdings der von ihm aufgemachte Gegensatz zwischen Proletariat und Menschen &#8211; der ja nichts ist als der Widerspruch zwischen einem Teil (oder verschiedenen Teilen) und dem Ganzen &#8211; von vornherein hinf&#228;llig und dient allein der Aufrechterhaltung seines Puppen­spiel­erstatus: das ausrangierte Spielzeug muss schlie&#223;lich ersetzt werden &#8211; seine „Menschen“ sind nur der so abstrakte wie leere Ersatz f&#252;r sein ganz und gar nicht stimmiges Bild von der Realit&#228;t. Dieses will und muss er nun anpassen, aber er benutzt daf&#252;r die gleichen Werkzeuge wie zuvor: leere Abstraktionen. Womit zugleich deutlich wird, das das Interesse an realen gesell­schaftlichen Ver&#228;nderungen und Ver&#228;nderungsm&#246;glichkeiten ersetzt wird von periodisch zu erneu­ernden, irrealen Tr&#228;umereien, denn auf den Nachweis, dass die von ihm erw&#228;hnte Inkompati­bilit&#228;t &#252;ber die subjektiven Befindlichkeiten der Tr&#228;ger dieser Praxisformen und damit &#252;ber deren Selbst­einsch&#228;tzung hinausreicht, wird man lange warten d&#252;rfen. Schon sein eigener Klammer­zusatz schr&#228;nkt die behauptete Inkompatibilit&#228;t weit mehr ein, als seine vollmundige Aussage ver­tr&#228;gt. Die Peer-Produktion (OS etc.) mag in einem gewissen Spannungsverh&#228;ltnis zur kapitalistischen Produkt­ionsweise stehen, doch diese ist durchaus kompatibel mit anderen, auch gegens&#228;tzlichen Pro­duktionsweisen wie etwa der Haus-und Familienarbeit, weil (oder so weit) sie von der kapitalistischen Pro­duktion abh&#228;ngig blei­ben und diese erg&#228;nzen. Doch so lange Uli sich im Schein seines &#220;berlegen­heitsge­f&#252;hls sonnt, wird er einen Teufel tun und nicht mit Hilfe auch sich selbst gegen&#252;ber schonungsloser Analyseverfah­ren den Vereinfachungen seiner eigenen, absolut abstrakten Sichtweise zu Laibe r&#252;cken, nur um dann am Ende zu sehen, dass seine &#220;berlegenheit nicht mehr war als eine so ju­gendlich wie spie&#223;i­g eitle Wunschvorstellung von den tollen Revolution&#228;ren als den gesellschaftli­chen Erneuerern und Er­rettern.</p>
<p>Aus meiner Sicht spiegelt gerade diese weitgehende Gleichg&#252;ltig­keit sol­cherart &#8216;revolutio­n&#228;rer F&#252;hrungskr&#228;fte&#8217; gegen die reale Anma&#223;ung der Fakten nur das immer noch vorhandene, ob­jektive Unverm&#246;gen der Gesellschaft selbst (freilich zynisch gewendet), in der feh­lenden R&#252;cksicht auf die Bed&#252;rfnisse der jeweils Anderen die Ursache f&#252;r die nichtvorhandene Be­r&#252;cksichtigung der jeweils eigenen Bed&#252;rfnisse zu sehen. Zugleich zeigt sich in diesem intel­lektuel­len Besser-Wisser-D&#252;nkel der noch nicht &#252;berwundene Verlust der Sonderstellung, der Frust dar­&#252;ber, dass die angestrebte und ertr&#228;umte F&#252;hrungsrolle in einer historischen &#8216;Niederlage&#8217; ko­lossalen Ausma&#223;es geendet ist, in dem dann auch noch die unbewusste Abwehr vor der nivellie­renden Wir­kung der Lohnarbeit aufscheinen mag.</p>
<p>Allerdings m&#252;sste schon der Blick auf die Gesamtszenerie bewusst revolution&#228;rer Bestrebungen deutlich machen, das hier etwas nicht stimmt, denn das von Uli so genannte Unverm&#246;gen des Prole­tariats steht dort neben der heillosen Zerstrittenheit und dem nicht vorhandenen Zugang auf die Gesellschaft als konkretes Ganzes. Die jeweiligen, sich einander feindselig oder gleichg&#252;ltig gegen­&#252;berstehenden Auffassungen von (aber immer) abstrakter Gesellschaft (Proletariat etc.) werden hier wie von Privatei­gent&#252;mern geh&#228;ndelt, unter denen allein die Konkurrenz ums beste Gesch&#228;ft alles beherrscht. Die scheinbar klare Differenz zwischen scheinbar versagendem Proletariat einerseits und scheinbar durchblickenden, revolu­tion&#228;ren Intellektuellen andererseits funktioniert ja nur so lange, wie die jeweiligen Intellektuellen es f&#252;r sich schaffen, diesen Streit (und alle damit verbunde­nen Probleme) auszuklammern und ihren jeweils eigenen Weg f&#252;r den einzig ma&#223;gebli­chen zu hal­ten, weil nur in dieser Perspektive das Versagen des Proletariats das scheinbare Zentrum ist, an dem die Revolution stockt. Die bereits erw&#228;hnte Gleichg&#252;ltigkeit der Gesell­schaft gegen&#252;ber findet auch in diesem Verhalten ihren Widerhall. Ulis angeblicher Beweis ist damit in der Tat der allerdings vollst&#228;ndig &#252;berfl&#252;ssige, nur eine Selbstverst&#228;ndlichkeit beschreibende Hinweis, das eine v&#246;llig selbstbez&#252;gliche Ausrichtung der Gesellschaft kei­nen Umschlagpunkt zu einer h&#246;heren Gesell­schaftlichkeit in sich finden kann.</p>
<p>Konkret kann das gemeinsame Interesse des Proletariats in der &#8216;Klasse f&#252;r sich&#8217; aber m. E. spezifisch gar nicht an­ders dargestellt werden als durch einen Ausdruck, in dem die Beziehungen und Verh&#228;ltnisse der Individuen zueinander explizit erfasst sind– n&#228;mlich <strong>in </strong><strong>dem Interesse an den In­teressen und Bed&#252;rfnissen der Anderen</strong>. Ein Zustand der sich ja bereits in der realen, allt&#228;glichen, praktischen T&#228;tigkeit (Produktion von Pro­dukten und Dienstleistungen) f&#252;r die Be­d&#252;rfnisbefriedigung der Anderen recht unspektakul&#228;r &#228;u­&#223;ern MUSS, dort aber (noch und solange) als Zwangsverh&#228;ltnis wirkt, wie die Gegenseitigkeit und reale Abh&#228;ngigkeit voneinander &#252;ber das Eigeninteresse vermittelt ist– schlie&#223;lich ist dies ja nichts weniger als eine ganz zentrale S&#228;ule der (kapitalistischen) Warenproduktion. Daher ist genau DAS die Klammer die die Gegenwart mit der Zukunft verkn&#252;pft, DAS ist der Keim des neuen im alten und nicht die fehlenden Preisschilder auf irgendwelchen Produkten. Die WERTVERH&#196;LTNISSE und damit die WERTFORMEN sind doch nichts als der objektivierte, gegenst&#228;ndliche Ausdruck des notwendigen Zusammenhangs der voneinander unabh&#228;ngigen Privatproduzenten. Ein Zustand den Marx im absurden Ausdruck <em>ungesellschaftliche Gesellschaftlichkei</em>t kennzeichnet, um die hier liegende Entwicklungsm&#246;glich- und Notwendigkeit heraus zu arbeiten. Die ganze notwendige, kom­munistische Gesellschaft­lichkeit ist in diesem Aus­druck auf ihren einfachsten und zugleich inhalt­lich auch ausreichend konkreten Punkt ge­bracht, denn der spezifische, inhaltliche Unterschied zu aller Gesellschaft(lichkeit) vor ihr ist darin so eingefangen wie die materialistische Angebundenheit an den real bestehenden Zustand.</p>
<p>Die blo&#223;e Verfolgung der jeweils eigenen Interessen ist doch geschichtlich nichts Neues und konstitu­iert auch f&#252;r sich keine Ge­sellschaft, sondern h&#246;chstens eine Gemeinschaft (der aber andere Gemeinschaften zur Seite stehen, mit denen die Auseinandersetzungen um die Gesellschaft wieder neu beginnen). Nochmal zur Erinne­rung der selbstbez&#252;gliche Kurzschluss von Robert Kurz der den Fortschritt &#252;ber den Kapitaltismus hinaus, ausgerechnet darin er­kennen will</p>
<blockquote><p><em>„dass Leute sich zusammenschlie&#223;en, um f&#252;r sich selbst, f&#252;r den eigenen Bedarf“</em></p></blockquote>
<p>zu pro­duzieren (krisis 19). Sieht man von der scheinbaren Negation in Richtung Kapitalverh&#228;ltnis ab, ent­h&#228;lt der Ausdruck nicht nur kein Gramm Fortschritt, sondern in der Definition der Gesellschaftlichkeit f&#228;llt er mit dem Selbstbezug sogar hinter das zur&#252;ck, was er zu kritisieren vorgibt.</p>
<p>&#220;berhaupt &#8216;entsteht&#8217; erst mit diesem spezifischen Blick auf das Proletariat ein Proletariat, in dem die einzelnen Individuen als selbstbewusst f&#252;reinander t&#228;ti­ge Individuen noch er­kennbar sind und nicht im abstrakten Meta-Subjekt namenlos verschwinden, um den mehr oder we­niger b&#252;rokratischen Vor­gaben &#8216;ihrer Organisationen&#8217; faktisch willenlos zu folgen, daf&#252;r aber im Einklang mit dem hehren, allgemeinen Ge­samtinteresse stehen (der ganze bisherige Realsozialismus von der fr&#252;hen KPD bis zur stalinistischen KPdSU ist hiermit glasklar beschrieben). Die kommunistische Ge­sellschaftlichkeit f&#228;llt doch nicht vom Himmel, in ihr kann ja nur das bewusst umgesetzt werden, wof&#252;r die Vorl&#228;uferge­sellschaft den &#228;u&#223;eren Zwang der (Wert)verh&#228;ltnisse brauchte. Die leere Ab­straktheit in der tradi­tionellen Sicht auf die In­teressen des Meta-Subjektes „Proletariat“ spricht da eine ganz klare Spra­che. F&#252;hrer und F&#252;hrung, Partei und Staat und nicht zu vergessen, der Plan, sind auch von dieser Seite aus historisch nicht mehr als die untauglichen Ersatzmittelchen und da­mit DER Zeiger auf eine noch nicht vorhandene (kommunistische) Gesellschaftlichkeit. Alle bishe­rigen Ver&#228;nderungs­bestrebungen basieren auf ab­strakten Kapitalismus-Negationen und Gesellschaftlichkeits-Vereinfa­chungen (da passt Ulis „Beweis“ so gut rein wie die Peer-&#214;konomie Diskussion). Die Gesellschaft verf&#252;gt somit noch &#252;ber keinerlei praktikable, positive Aufhebungsl&#246;sung. Diese einfache Tatsache spiegelt sich im massenhaften Desinteresse an den vorhandenen Scheinl&#246;sungen.  Und es wirft ein bezeichnendes Licht auf die selbsternannten F&#252;hrungskr&#228;fte, dass sie die hier zum Ausdruck kommende praktische Kritik nicht verstehen. In v&#246;lliger Verkennung der Tatsachen glauben sie gar gute Gr&#252;nde daf&#252;r zu haben, die Kritik hier in Richtung der gro&#223;en Mehrzahl der Menschen umzudrehen weil diese ihnen nicht folgt.</p>
<p>Ein weiteres aufschlussreiches Beispiel f&#252;r die zugrunde liegende Hilflosigkeit dieser Ans&#228;tze offenbart z. B. die Diskussion zwischen Karl Reitter und Michael Heinrich in den „grundrissen“ 11 von 2004. <a id="ia2l" title="http://www.grundrisse.net/grundrisse11/11karl_reitter.htm" href="http://www.grundrisse.net/grundrisse11/11karl_reitter.htm" target="_blank">Reitter</a> beginnt die­se mit dem Versuch einer „Bereicher­ung“ der Heinrichschen Kapi­tal Einf&#252;hrung &#252;ber den Begriff des Klassen­kampfs, welchen <a id="j_:n" title="http://www.grundrisse.net/grundrisse11/11michael_heinrich.htm" href="http://www.grundrisse.net/grundrisse11/11michael_heinrich.htm" target="_blank">Heinrich</a> aus meiner Sicht allerdings erfolgreich abwehrt, nur das auch diese Position letztlich v&#246;llig unbefriedigend bleibt.</p>
<p>Reitters Klassenkampfanspr&#252;­che sind so ab­strakt wie sein Subjekt-Bezug zum Prole­tariat und das dazugeh&#246;rige proletarische Klassenin­teresse. Michael Heinrich antwortet mit einer Aufz&#228;hlung von mehr oder weniger offenen Fragestellungen (Gemeinsamkeiten der heterogen zusammengesetzten Klassengemengelagen, Klassenzugeh&#246;rigkeiten etc.) und zeigt so die Problematik eines meist floskelhaften bzw. abstrakten Umgangs ganz gut auf. Ein Inhalt, &#252;ber die Verteidigung des Werts der Ware Arbeitskraft hinaus (der auf dieser Ebene die einzige und dazu eben zugleich sehr widerspr&#252;chliche Gemeinsamkeit ist, den die Klasse hat), ist hier au&#223;er in inhaltsleeren Parolen m. E. nicht zu entdecken. Aber so richtig Heinrichs Zur&#252;ckwei­sung auch ist, als Antwort offenbart sie doch zugleich die ganze Leere der Marxistischen Vor­stellungen, da f&#252;r ihn kein Inhalt, kein Grund in den Verh&#228;ltnissen existiert, durch welchen eine andere Ent­wicklung an­getrieben wird oder angetrieben werden kann – die kapita­listische Gesellschaft ist auch bei ihm im engen Sinn des Wortes kein wirklicher Forschungs­ge­gen­stand. Letztlich ist daher alles Zufall. Sein berechtigtes Misstrauen ge­gen&#252;ber den objektiv vorher bestimmten Geschichtsverl&#228;ufen steht neben einem weitgehend verlorenen, analyti­schen Blick auf die sich entwickelnde Realit&#228;t. Mit ihren Widerspr&#252;­chen und den darauf fu&#223;enden M&#246;glichkei­ten und Zw&#228;ngen kann Michael Heinrich nicht viel anfangen, eine Entwicklungslogik (die zu ber&#252;cksichtigen w&#228;re) ist f&#252;r ihn nicht zu erkennen.</p>
<p>Es muss also nicht verwundern, wenn der abstrakte Antikapita­lismus sich prinzipiell in 2 Beschw&#246;rungsformeln ersch&#246;pft. Die fehlenden Inhalte werden durch die moralische und meist martialische &#220;berbetonung der Formen kompensiert. Dies ist zum 1. der Kampf selbst und zum 2. die Solidarit&#228;t. Altvater etwa hat letztere als „soli­darische &#214;konomie“ im Buch „das Endes des Kapitalismus wie wir ihn kennen“ sogar in den Rang einer Produktionsweise erhoben, vom Anspruch her also durchaus vergleichbar mit Christians Produktionsweise Behauptungen bei der Peer&#246;konomie. Doch kann sie allenfalls als Zufallsl&#246;sung herhalten, weil hier kein materialistischer Gesellschaftszusam­menhang konstituiert wird, sie also nur moralisch wirkt in Abh&#228;ngigkeit von vielerlei, auch v&#246;llig ge­gens&#228;tzlichen Nebenumst&#228;n­den. Altvater &#8211; der die schwa­che Wirkung der Solidarit&#228;t f&#252;r das 20. Jahrhundert sehr wohl sieht – wei&#223; sich keinen anderen Rat als genau darauf zu setzen, wobei die eigentliche Begr&#252;ndung in der Negierung der Bed&#252;rfnisse der Menschen durch die liberalen Globalisierungsbestrebungen liegt. Dabei muss er sogar davon ausgehen, eine „solidarische &#214;konomie“ sei sogar auf Basis der Wertformen m&#246;glich, also auf der Basis einer unbewussten Gesellschaftlichkeit die sich bekanntlich dadurch auszeichnet, dass sie nur hinter dem R&#252;cken der Akteure funktioniert. Michael Heinrichs sehr vor­sichtigen, von der hier angesprochenen Schw&#228;che dominierten Versuch, die kapitalistische Warenproduktion selbst zu problematisieren (&#8220;Kritik der politischen &#214;konomie. Eine Einf&#252;hrung.&#8221; S. 216 ff), f&#252;hrt er sogar ein St&#252;ck weit ad absurdum, weil er keine innere Verbindung zwischen dieser Warenproduktion und ihrer m&#246;glichen Aufhebung sieht. Das eigentliche Problem l&#246;st er so nat&#252;rlich nicht und dokumentiert da­mit zugleich, dass bisher marxistisch noch nicht mal eine L&#246;sung angedacht werden konnte bei der nicht im Mittelpunkt irgendwelche abstrakten Annahmen standen:</p>
<blockquote><p><em>„Die Frage stellt sich aber, ob und inwiefern die &#246;konomische und politische Praxis &#252;ber kapitalistische Formen hinausweist. Was ist das transzendierende Potential von so­lidarischer &#214;konomie und nachhaltiger Gesellschaft?“ (Altvater, S. 203).</em></p></blockquote>
<p>Da er darauf keine Antwort hat, wird der R&#252;ckgriff auf die traditionellen Vorstellungen wieder in den Mittelpunkt ger&#252;ckt und etwa Holloways Machtkritik (als Kritik am Desaster des Realsozialismus) auf das sch&#228;rfste kritisiert, obwohl er die Schwierigkeiten der Machtaus&#252;bung &#8211; angesichts eines nicht greif­baren, also abstrakten Subjektes, welches diese Macht aus&#252;ben k&#246;nnte bzw. m&#252;sste &#8211; nicht aushebeln kann. So lange die notwendige Gesellschaftlichkeit nicht da existiert, wo sie hingeh&#246;rt, also bei der ungeheuren Mehrzahl der geselllschaftlichen Individuen, k&#246;nnen die L&#246;sungen nur sehr zweifelhafte sein, weil sie Ersatzsubjekte brauchen, um die fehlende Gesellschaftlichkeit der Individuen zu ersetzen.</p>
<p>Die Gesellschaftlichkeit der heutigen Gesellschaften ist einerseits nun zwar weitgehend diesem be­schr&#228;nkten historischen Stand entwachsen &#8211; was sich ja u. a. darin zeigt, dass die scheinradikalen Poli­tikformen etwa der KPD aus der Zwischenkriegszeit nicht wirklich wiederholbar sind &#8211; eben weil der Geschichtsverlauf praktisch klar gemacht hat, dass die den Anh&#228;ngern versprochene ! L&#246;sung aus der Beziehung zwischen F&#252;hrung und Gefolgschaft gar keine war. Was zugleich den Irrtum der K-Gruppen-Bewegung im Gefolge der so genannten Studentenbe­wegung markiert, die ahistorisch glaubte, den roten Faden scheinbar unterbrochener, in Wirklichkeit aber bereits vollst&#228;ndig gescheiterter „kommunistischer“ Politik wieder aufgreifen zu k&#246;nnen. Ulis „Beweis“ beweist daher vor allem, dass die Inhalte dieser vergangenen Arbeiterbewegungsverh&#228;ltnisse intellektuell noch nicht wirklich &#252;berwunden sind, in denen die Masse der Arbeiterinnen nur die Aufgabe hatte, den Parolen ihrer F&#252;hrer Folge zu leisten die das abstrakte Gesamtinteresse managten (zu den hier vorhandenen Widerspr&#252;chen; erf&#252;llten, hintergangenen und oder zur&#252;ckgewiesenen Anspr&#252;chen: Klaus-Michael Mallmann, &#8220;Kommunisten in der Weimarer Republik. Sozialgeschichte einer revolution&#228;ren Bewegung&#8221;). Dieser &#8216;Manager-Sozialismus&#8217; hat sich erledigt und auch das weinerlichste Selbstmitleid der verhinderten Manager kann die „Schreie“ (Holloway) der „&#252;bergro&#223;en Mehrzahl“ nicht &#252;bert&#246;nen &#8211; einer Mehrzahl die nat&#252;rlich mit diesen Verh&#228;ltnissen keinen wirklichen Frieden machen kann.</p>
<p>Andererseits ist freilich ebenso offensichtlich der notwendige, neue Gesellschaftlichkeitsgrad f&#252;r den n&#228;chsten qualitativen Sprung der „&#252;bergro&#223;en Mehrzahl“ nach vorn noch nicht erreicht, dazu m&#252;ssen deren „Schreie“ sich in ein bewusstes Handeln verwandeln, mit dem sie sich ihre Gesell­schaftlichkeit aneignen k&#246;nnen. Stefan Breuers Behauptung jedoch, die Revolution sei</p>
<blockquote><p><em>„nicht l&#228;nger aus der immanenten Dialektik des Kapitals zu begr&#252;nden“, weil „die Arbeiterbewegung in ihrem blinden Wechsel von reformistischer Inte­gration und verzweifeltem Voluntarismus demonstrierte, dass es durchaus keinen not­wendigen Zusammenhang zwischen Kritik der politischen &#214;konomie und Revolutions­theorie in dem von Marx unterstellten Sinne gab, dass &gt;in dem positiven Verst&#228;ndnis des Bestehenden&lt; &gt;zugleich auch das Verst&#228;ndnis seiner Negation, seines notwendigen Untergangs&lt; (MEW 23, S. 28) eingeschlossen sei, gab sie die h&#246;hnische Antwort des Kapitals auf die Hoffnung des revolution&#228;ren Sozialismus, dass die b&#252;rgerliche Gesell­schaft im Proletariat als einer gleichsam exterritorialen Instanz ihre absolute Grenze ge­funden habe“ (Die Krise der Revolutionstheorie, S. 63, Frankfurt a. M. 1977)</em></p></blockquote>
<p>ist allerdings zu revidieren. Denn „das Verst&#228;ndnis des Bestehenden“ hat das Bestehende in der Zeit nach Marx bisher genau nur v&#246;llig unzureichend erfasst, so dass die Ver&#228;nderungsans&#228;tze gar nicht da angesetzt haben, wo sie aber h&#228;tten ansetzen m&#252;ssen, um &#252;berhaupt erfolgreich sein zu k&#246;nnen (Gesellschaftlichkeitsentwicklung statt Macht&#252;bernahme, da Macht&#252;bernahme eine entsprechende Gesellschaftlichkeitsentwicklung voraussetzt).</p>
<p>Die absolut m&#246;gliche, praktische Erkenntnis, dass das in der gegenseitigen Abh&#228;ngigkeit aufscheinende Verh&#228;ngnis ein solches nicht sein muss, da die Pro­duktion f&#252;r die Bed&#252;rfnisse der Anderen ihres Zwangscharakters beraubt wird, wenn sie erst zum Gegenstand der pers&#246;nlichen Sorge und der pers&#246;nlichen Verantwortung „der &#252;bergro&#223;en Mehr­zahl“ gemacht werden kann und damit dann stattdessen auf Basis einer bewussten Handlung der Individuen stattfindet. Dieses bisherige &#8216;Versagen&#8217; l&#228;sst sich der „&#252;bergro&#223;en Mehrzahl“ daher &#252;berhaupt nicht ankrei­den, der Versuch allein zeigt schon, wie klein das Verst&#228;ndnis dieser Zusammenh&#228;nge bisher ist. Das bisherige Festsitzen in einer Sackgasse betrifft alle. Nur die selbst ernannten Durchblicker schwelgen in Selbstmitleid, hantieren lieber mit Schuldzuweisungen und f&#252;hlen sich den &#8220;Normalos&#8221; ja sooo &#252;berlegen, anstatt sich an vern&#252;nftigen Erkl&#228;rungsversuchen abzuarbeiten. Ein realistischeres und damit notwendigerweise kritischeres Selbstbewu&#223;tsein sieht anders aus.</p>
<p><em>Bochum im Juni 2009</em></p>
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		<title>Vorhaben 2009: Die geplanten gr&#246;&#223;eren Veranstaltungen</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jan 2009 11:32:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wak</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ideologie / -kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunismus]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Ökonomie]]></category>
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		<description><![CDATA[F&#252;r das Jahr 2009 sind drei gr&#246;&#223;ere Publikumsveranstaltungen geplant. 1. Vom Tausch zur Produktion nach Bed&#252;rfnissen Peer-Produktion – eine m&#246;gliche Grundlage einer Gesellschaft ohne Kapital, Markt und Staat? Freitag, 13. Februar 2009, 19.00 Uhr, Vortrag von Christian Siefkes Sonnabend, 14. Februar 2009, 10.00 bis 17.00 Uhr, Seminar zum Thema [Update: Hat stattgefunden] 2. Kommunismus-Bilder Zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>F&#252;r das Jahr 2009 sind drei gr&#246;&#223;ere Publikumsveranstaltungen geplant.</p>
<p><span id="more-34"></span></p>
<h3>1. Vom Tausch zur Produktion nach Bed&#252;rfnissen</h3>
<p>Peer-Produktion – eine m&#246;gliche Grundlage einer Gesellschaft ohne Kapital, Markt und Staat?</p>
<p>Freitag, 13. Februar 2009, 19.00 Uhr, Vortrag von Christian Siefkes</p>
<p>Sonnabend, 14. Februar 2009, 10.00 bis 17.00 Uhr, Seminar zum Thema</p>
<p>[Update: Hat <a href="http://wadk.de/2009/vom-tausch-zur-produktion-nach-beduerfnissen/">stattgefunden</a>]</p>
<h3>2. Kommunismus-Bilder</h3>
<p>Zu einigen Zusammenh&#228;ngen zwischen Entwicklungsphasen der kapitalistischen Produktionsweise, den zeitbezogenen Existenzbedingungen sozialistischer Bewegungen und historischen Kommunismusvorstellungen</p>
<p>Freitag, 4. September 2009, 19.00 Uhr, Vortrag von Ulrich Wei&#223;</p>
<p>Sonnabend, 5. September 2009, 10.00 bis 17.00 Uhr Seminar zum Thema</p>
<p>Es werden unter Bezug auf die jeweils historischen Bedingungen und die vorgefundenen theoretischen Voraussetzungen Kontinuit&#228;ten und Br&#252;che in den Sozialismus-/Kommunismusverstellungen untersucht:</p>
<ul>
<li>Marx vor 1848</li>
<li>Marx zur Zeit der Arbeit an den Grundrissen der Kritik der politischen &#214;konomie</li>
<li>Marx in der Kritik des Gothaer Programms</li>
<li>der Bruch in Lenins Sozialismus-Verstellungen nach der Oktoberrevolution</li>
<li>die Vorstellung vom Sozialismus als einer relativ selbst&#228;ndigen Gesellschaftsformation (DDR, 1960er Jahre)</li>
<li>postfordistische kapitalistische Produktionsformen und Keimformen freier Produktivit&#228;t jenseits der Warenproduktion – neue Grundlagen der Suche nach Wegen aus dem Kapitalismus</li>
</ul>
<p>Literatur:</p>
<p>Ulrich Wei&#223;, Marx und der m&#246;gliche Sozialismus, Utopie kreativ, 17/2000, S.958 – 971 oder <a href="http://www.trend.infopartisan.net/trd0499/t090499.html" target="_ ">http://www.trend.infopartisan.net/trd0499/t090499.html</a>,</p>
<p>U. Wei&#223;, Der unm&#246;gliche sozialistische Fordismus. bei Uli Wei&#223; anfordern</p>
<p>Stefan Meretz, Beitr&#228;ge zur Keimformdiskussion auf <a href="http://www.keimform.de/" target="_ ">http://www.keimform.de/</a></p>
<h3>3. Theorie und Praxis oder Bewusstsein als bewusstes Sein</h3>
<p>Freitag, &#8230; (6). November 2009, 19.00 Uhr, Vortrag von Hans-Christoph Rauh</p>
<p>Sonnabend, &#8230; (7). November 2009, 10.00 bis 17.00 Uhr, Seminar mit Hans-Christoph Rauh</p>
<p>Es geht um die unter Bezug auf soziale Bewegungen gef&#252;hrten philosophischen Diskussionen &#252;ber den Theorie/Praxis-Zusammenhang bei Marx zur Zeit der Thesen &#252;ber Feuerbach und der Deutschen Ideologie:</p>
<ul>
<li>die bolschewistische avantgardistischen Positionen</li>
<li>Kontroversen unter Marxisten in den 1960er Jahren</li>
<li>heutige Problemstellungen bez&#252;glich des Verh&#228;ltnisses Theorie und Praxis in der Suche nach Wegen aus dem Kapitalismus</li>
</ul>
<p>Literatur:</p>
<p>Marx, Thesen &#252;ber Feuerbach, Deutsche Ideologie</p>
<p>Lenin, Was tun? LW Bd. 5</p>
<p>Helmut Seidel, Vom praktischen und theoretischen Verh&#228;ltnis der Menschen zur Wirklichkeit. In: Deutsche Zeitschrift f&#252;r Philosophie, 10/1966, VEB Dt. Verlag der Wissenschaften, Berlin (DDR), <a href="http://www.praxisphilosophie.de/pdtexte.htm" target="_ ">http://www.praxisphilosophie.de/pdtexte.htm</a> und <a href="http://www.opentheory.org/seidelpraxis/text.phtml" target="_ ">http://www.opentheory.org/seidelpraxis/text.phtml</a></p>
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		<title>Extra-Termin: Historisches und &#220;berhistorisches</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Mar 2007 08:58:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wak</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Theorie / Praxis]]></category>
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		<description><![CDATA[Zur Weiterf&#252;hrung der Diskussion des Textes von Matti »Das Verh&#228;ltnis des Historischen zum &#220;berhistorischen« haben wir uns eine kompetente Gespr&#228;chspartnerin eingeladen: Annette Schlemm aus Jena. Freitag, 30. M&#228;rz 2007, 17:00 Uhr (ja, eine Stunde fr&#252;her als sonst), Helle Panke]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zur Weiterf&#252;hrung der Diskussion des Textes von Matti <a href="http://wadk.de/2007/das-verhaeltnis-des-historischen-zum-ueberhistorischen/">»Das Verh&#228;ltnis des Historischen zum &#220;berhistorischen«</a> haben wir uns eine kompetente Gespr&#228;chspartnerin eingeladen: <a href="http://www.thur.de/philo/">Annette Schlemm</a> aus Jena.</p>
<p>Freitag, 30. M&#228;rz 2007, 17:00 Uhr (ja, eine Stunde fr&#252;her als sonst), <a href="http://wadk.de/helle-panke/">Helle Panke</a></p>
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