<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Wege aus dem Kapitalismus &#187; Geschichte</title>
	<atom:link href="http://wadk.de/thema/geschichte/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://wadk.de</link>
	<description>Berlin</description>
	<lastBuildDate>Sun, 11 Jul 2010 16:07:21 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator>
		<item>
		<title>Audio-Dokumentation der Kommunismus-Veranstaltung</title>
		<link>http://wadk.de/2009/audio-dokumentation-der-kommunismus-veranstaltung/</link>
		<comments>http://wadk.de/2009/audio-dokumentation-der-kommunismus-veranstaltung/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Sep 2009 13:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunismus]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie / Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[» Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[arbeiterbewegung]]></category>
		<category><![CDATA[emanzipation]]></category>
		<category><![CDATA[marx]]></category>
		<category><![CDATA[produktivkraft]]></category>
		<category><![CDATA[sozialismus]]></category>
		<category><![CDATA[uli weiss]]></category>
		<category><![CDATA[utopie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=292</guid>
		<description><![CDATA[Die Audio-Dokumentation der Verstaltung »Philosophische Spekulation – Wissenschaft – konkrete Utopie?« der Gruppe »Wege aus dem Kapitalismus« vom 11./12. September 2009 liegt vor. Sie besteht aus sechs Teilen (direkte Download-Links auf die OGG-Dateien): Freitag, 11.9.: Vortrag, erster Teil (Dauer 1:45 Std., Gr&#246;&#223;e 47,0 MB) Diskussion (Dauer 0:55 Std., Gr&#246;&#223;e 24,3, MB) Samstag, 12.9.: Vortrag, zweiter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Audio-Dokumentation der Verstaltung <a href="http://wadk.de/2009/philosophische-spekulation-wissenschaft-konkrete-utopie/">»Philosophische Spekulation – Wissenschaft – konkrete Utopie?«</a> der Gruppe »Wege aus dem Kapitalismus« vom 11./12. September 2009 liegt vor. Sie besteht aus sechs Teilen (direkte Download-Links auf die OGG-Dateien):</p>
<p>Freitag, 11.9.:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.archive.org/download/kommunismen-in-der-zeit/wak_kommunismus-1.ogg">Vortrag, erster Teil (Dauer 1:45 Std., Gr&#246;&#223;e 47,0 MB)</a></li>
<li> <a href="http://www.archive.org/download/kommunismen-in-der-zeit/wak_kommunismus-2.ogg">Diskussion (Dauer 0:55 Std., Gr&#246;&#223;e 24,3, MB)</a></li>
</ul>
<p>Samstag, 12.9.:</p>
<ul>
<li> <a href="http://www.archive.org/download/kommunismen-in-der-zeit/wak_kommunismus-3.ogg">Vortrag, zweiter Teil, mit Diskussion dazwischen (Dauer 2:01 Std., Gr&#246;&#223;e 54,5 MB)</a></li>
<li> <a href="http://www.archive.org/download/kommunismen-in-der-zeit/wak_kommunismus-4.ogg">Diskussion mittags (Dauer 0:25 Std., Gr&#246;&#223;e 11,5 MB)</a></li>
<li> <a href="http://www.archive.org/download/kommunismen-in-der-zeit/wak_kommunismus-5.ogg">Diskussion nachmittags (Dauer 1:37 Std., Gr&#246;&#223;e 43,3 MB)</a></li>
<li> <a href="http://www.archive.org/download/kommunismen-in-der-zeit/wak_kommunismus-6.ogg">Abschluss (Dauer 0:21 Std., Gr&#246;&#223;e 9,5 MB)</a></li>
</ul>
<p>Die Dateien liegen auf einer <a href="http://www.archive.org/details/kommunismen-in-der-zeit">eigenen Seite bei archive.org</a>. <span style="text-decoration: line-through;">Dort stehen die Daten auch im MP3-Format und als Streaming zum direkten Anh&#246;ren zur Verf&#252;gung.</span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wadk.de/2009/audio-dokumentation-der-kommunismus-veranstaltung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Philosophische Spekulation – Wissenschaft – konkrete Utopie?</title>
		<link>http://wadk.de/2009/philosophische-spekulation-wissenschaft-konkrete-utopie/</link>
		<comments>http://wadk.de/2009/philosophische-spekulation-wissenschaft-konkrete-utopie/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 24 Jul 2009 08:59:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunismus]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Transformation]]></category>
		<category><![CDATA[» Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[arbeiterbewegung]]></category>
		<category><![CDATA[emanzipation]]></category>
		<category><![CDATA[marx]]></category>
		<category><![CDATA[produktivkraft]]></category>
		<category><![CDATA[sozialismus]]></category>
		<category><![CDATA[utopie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=288</guid>
		<description><![CDATA[Zur Zeitbezogenheit marxistischer Kommunismusvorstellungen Veranstaltung der Gruppe »Wege aus dem Kapitalismus« Datum: Freitag, 11. September 2009, 19:00 Uhr, und Seminar am Samstag, 12. September 2009, 10:00 Uhr in Berlin Ort: Helle Panke, Kopenhagener Str. 76, 10437 Berlin Der allseits siegende Kapitalismus r&#252;ttelt die Gesellschaften in einer Weise durch, dass nicht nur herrschende Neoliberale zu quasi [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Zur Zeitbezogenheit marxistischer Kommunismusvorstellungen</h3>
<p>Veranstaltung der Gruppe »Wege aus dem Kapitalismus«</p>
<p>Datum: Freitag, 11. September 2009, 19:00 Uhr, und Seminar am Samstag, 12. September 2009, 10:00 Uhr		in Berlin</p>
<p>Ort: Helle Panke, Kopenhagener Str. 76, 10437 Berlin</p>
<p>Der allseits siegende Kapitalismus r&#252;ttelt die Gesellschaften in einer Weise durch, dass nicht nur herrschende Neoliberale zu quasi staatssozialistischen Ma&#223;nahmen greifen. Auch dem Alltagsbewusstsein und selbst dem gehobenen Feuilleton kommen Zweifel an der Menschenvertr&#228;glichkeit der herrschenden Produktionsweise. Das Schicksal der sich auf Marx beziehenden antikapitalistischen Bewegungen, die aus Katastrophen heraus zur Weltgeltung aufgestiegen waren, verbietet es nach solchen kommunistischer Alternativen zu streben, die fr&#252;her vielen Menschen plausibel erschienen.</p>
<p>Im <strong>Vortrag </strong>und im <strong>Seminar </strong>geht es um das Eingebundensein kommunistischer Ideen in den jeweiligen Entwicklungsstand der kapitalistischen Produktionsweise, in die praktischen Anforderungen der entsprechenden sozialen Bewegungen und in die vorgefundenen Theorien. Daraus ist zwar unmittelbar keine Antwort auf das „Was tun?“ abzuleiten. Aber eine Diskussion &#252;ber die fr&#252;here Zeitbezogenheiten der Vorstellungen von Wegen aus dem Kapitalismus kann f&#252;r eine heutige Suche nach Alternativen sehr hilfreich sein.</p>
<p><span id="more-288"></span><strong>Freitag, 11. September 2009, 19.00 Uhr, Vortrag von Ulrich Wei&#223;</strong></p>
<p>Zu einigen Zusammenh&#228;ngen zwischen Entwicklungsphasen der kapitalistischen Produktionsweise, den Existenzbedingungen marxistisch-sozialistischer Bewegungen und historischen Kommunismusvorstellungen</p>
<p>Moderation: <strong>Stefan Meretz</strong></p>
<p><strong>Sonnabend, 12. September 2009, 10.00 bis 17.00 Uhr Seminar</strong></p>
<p>Bezogen auf die jeweils historischen Bedingungen und die vorgefundenen theoretischen Voraussetzungen werden Kontinuit&#228;ten und Br&#252;che in den Sozialismus- und Kommunismusvorstellungen untersucht.</p>
<p>Seminarleitung: <strong>Annette Schlemm</strong> und <strong>Mathias Spiller</strong></p>
<p>Die Vorstellungen des jungen Marx von einer Gesellschaft der allgemeinmenschlichen Emanzipation blieben in der ganzen Geschichte der sozialistisch-kommunistischen Bewegung Gegenstand der Auseinandersetzung. Im Seminar werden einige seiner fr&#252;hen Auffassungen und Methoden als Ausgangspunkte herausgearbeitet um dann ihr weiteres Schicksal zu verfolgen und zwar vor dem Hintergrund der realen Existenzbedingungen der auf Marx bezogenen Arbeiterbewegung und seiner sp&#228;teren Kritiken der Politischen &#214;konomie.</p>
<p><strong>Es werden folgende Hypothesen zur Diskussion gestellt:</strong></p>
<p>1. Die tats&#228;chliche Entwicklung des Kapitalismus, der Arbeiterbewegung und des Real-“Sozialismus“ entzog der Bestimmung des Kommunismus als einer schon vorhandenen „wirklichen Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt&#8221; die reale Basis.</p>
<p>2. Im heutigen Sp&#228;tkapitalismus und in neuen sozialen R&#228;umen jedoch sind einige der fr&#252;hen Marxschen Annahmen tats&#228;chlich auf real M&#246;gliches beziehbar, werden sie zur „konkreten Utopie&#8221; (Bloch).</p>
<h3>Karl Marx</h3>
<p><strong>1842 – 45</strong></p>
<p>Vom ambitionierten b&#252;rgerlichen Demokraten zum Kommunisten – ein spekulatives Hinausdenken &#252;ber eine noch nicht entfaltete Gesellschaft</p>
<p><strong>1857/58</strong></p>
<p>Ein Revolution&#228;r widerlegt sich selbst. Die Annahme, der &#246;konomischen Krise folge notwendig die proletarische Revolution, treibt Marx zur Arbeit an den „Grundrissen der Kritik der Politischen &#214;konomie“. Die dabei gewonnene Erkenntnis, wann eine auf Verwertung gegr&#252;ndete Produktionsweise &#252;berhaupt aufhebbar wird, attestiert dagegen dem Kapitalismus noch eine gro&#223;e Zukunft.</p>
<p><strong>1875</strong></p>
<p>Die tats&#228;chlich erstarkende Arbeiterbewegung und die Fassungslosigkeit des Theoretikers. Marx&#8217; Kritik am Gothaer Programm der Sozialdemokratie – oder der Zwang, der Bewegung Bilder zu bieten.</p>
<p><strong>1892/98</strong></p>
<p>Die Arbeiterbewegung schreitet voran, das (End-)Ziel geht verloren. Kommunismus als Theorie der „Befreiung der gesamten Gesellschaft &#8230; ist in abstraktem Sinn richtig, aber in der Praxis meist schlimmer als nutzlos&#8221; (Engels 1892, Bernstein 1898). &#8220;Dieses Ziel, &#8230; ist mir gar nichts, die Bewegung alles.“</p>
<p><strong>1918/23</strong></p>
<p>Die Praxis der Revolution verschiebt das Ideal. Mangelnde Produktivit&#228;t, mangelnde Kultur – Lenin wei&#223; um das Dilemma und &#228;ndert die „ganze Auffassung vom Sozialismus grundlegend“. Mittel des sozialistischen Fortschritts?: „Die raffinierte Bestialit&#228;t der b&#252;rgerlichen Ausbeutung“ (Taylorsystem) und die „&#8217;Fabrik&#8217;disziplin &#8230; auf die gesamte Gesellschaft“ erstreckt.</p>
<p><strong>1967 ff</strong></p>
<p>Relativ selbstst&#228;ndige Gesellschaftsformation und Real-“Sozialismus“. Die G&#252;ltigkeit der Kategorien der (kapitalistischen) Warenproduktion und die Mobilisierung des b&#252;rgerlichen Individuums – eine Abkehr vom Kommunismus mit System.<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Gegenwart</strong>: Die &#246;konomische Grundlage des Sp&#228;tkapitalismus wird miserabel – die M&#246;glichkeit des Kommunismus?</p>
<p><strong>Literatur:</strong></p>
<p>Ulrich Wei&#223;, Marx und der m&#246;gliche Sozialismus, Utopie kreativ, 17/2000, S.958 – 971 oder <a href="http://www.trend.infopartisan.net/trd0499/t090499.html">http://www.trend.infopartisan.net/trd0499/t090499.html</a>,</p>
<p>Stefan Meretz, Beitr&#228;ge zur Keimformdiskussion auf <a href="http://www.keimform.de/">http://www.keimform.de/</a></p>
<p>Weitere Thesen/Texte zum Thema bitte anfordern bei Ulrich Wei&#223;: uli &#196;T weiss-und-freunde PUNKT de</p>
<p>Eintritt: 1,50 Euro (Freitag), 5 Euro (incl. Mittag, Samstag)</p>
<p>Anmeldung bitte bei der <a href="http://www.helle-panke.de/topic/3.html?id=175&amp;action=register">Hellen Panke</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wadk.de/2009/philosophische-spekulation-wissenschaft-konkrete-utopie/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der fr&#252;he Marx zu Weltbildung des Kapitals – Logisches und Historisches</title>
		<link>http://wadk.de/2009/der-fruehe-marx-zu-weltbildung-des-kapitals-logisches-und-historisches/</link>
		<comments>http://wadk.de/2009/der-fruehe-marx-zu-weltbildung-des-kapitals-logisches-und-historisches/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 21 Jul 2009 21:49:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>UliW</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeit / Arbeitskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie / Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[arbeiterbewegung]]></category>
		<category><![CDATA[historisches]]></category>
		<category><![CDATA[kapital]]></category>
		<category><![CDATA[lenin]]></category>
		<category><![CDATA[logisches]]></category>
		<category><![CDATA[marx]]></category>
		<category><![CDATA[uli weiss]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=274</guid>
		<description><![CDATA[In den &#214;konomisch-philosophischen Manuskripten von Marx habe ich folgende Darstellung der logischen Entwicklung des Verh&#228;ltnisses Kapital und Arbeit gefunden und daran einige &#220;berlegungen gekn&#252;pft. Die ber&#252;hren direkt sowohl unser letztes Hegel-Seminar (Begriffslogik) als auch das Kommunismus-Seminar und das folgende zu den Logiken von Hegel und Marx und eben die letzte Diskussion zu „Keimform wovon?“ Beste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den &#214;konomisch-philosophischen Manuskripten von Marx habe ich folgende Darstellung der logischen Entwicklung des Verh&#228;ltnisses Kapital und Arbeit gefunden und daran einige &#220;berlegungen gekn&#252;pft. Die ber&#252;hren direkt sowohl unser letztes Hegel-Seminar (Begriffslogik) als auch das <a href="http://wadk.de/2009/philosophische-spekulation-wissenschaft-konkrete-utopie/">Kommunismus-Seminar</a> und das folgende zu den Logiken von Hegel und Marx und eben die letzte Diskussion zu <a href="http://wadk.de/2009/keimform-wovon/">„Keimform wovon?“</a></p>
<p>Beste Gr&#252;&#223;e Uli</p>
<p><span id="more-274"></span>Marx:</p>
<blockquote><p>„ &#8230; das noch unvollendete Kapital &#8230; mu&#223; im Laufe seiner Weltbildung zu seinem abstrakten, d.h. reinen Ausdruck gelangen. -<br />
Das Verh&#228;ltnis des Privateigentums ist Arbeit, Kapital und die Beziehung beider. Die Bewegung, die diese Glieder zu durchlaufen haben, sind:<br />
Erstens – unmittelbare oder vermittelte Einheit beider.<br />
Kapital und Arbeit erst noch vereint; dann zwar getrennt und entfremdet, aber sich wechselseitig als positive Bedingungen hebend und fordernd.<br />
[Zweitens -]Gegensatz beider. Schlie&#223;en sich wechselseitig aus; der Arbeiter wei&#223; den Kapitalisten und umgekehrt als sein Nichtdasein; jeder sucht dem andren sein Dasein zu entrei&#223;en.<br />
[Drittens -]Gegensatz jedes gegen sich selbst. Kapital = aufgeh&#228;ufter Arbeit = Arbeit. Als solche zerfallend in sich und seine Zinsen, wie diese wieder in Zinsen und Gewinn. Restlose Aufopferung des Kapitalisten. Er f&#228;llt in die Arbeiterklasse, wie der Arbeiter &#8211; aber nur ausnahmsweise &#8211; Kapitalist wird. Arbeit als Moment des Kapitals, seine Kosten. Also der Arbeitslohn ein Opfer des Kapitals.<br />
Arbeit zerfallen in sich und den Arbeitslohn. Arbeiter selbst ein Kapital, eine Ware.<br />
Feindlicher wechselseitiger Gegensatz.“ [1]</p></blockquote>
<p><strong>Logische Entwicklung des Verh&#228;ltnisses Kapital und Arbeit</strong></p>
<p>Marx stellt hier eine logische Entwicklung des Verh&#228;ltnisses Kapital – Arbeit dar. Leider f&#252;hrt er diesen Entwurf nicht weiter aus. Dem mit der Hegelschen Logik Vertrauten ist aber klar, dass es hier nicht um die Darstellung einer historischen Entwicklung geht, sondern um eine kategoriale Rekonstruktion der Beziehungen zwischen Kapital und Arbeit. Es ist in der kapitalistischen Wirklichkeit auch nicht so, dass etwa eine der drei genannten Bestimmungen des Verh&#228;ltnisses Kapital-Arbeit die anderen beiden ausschlie&#223;t. Schon aus diesem Grunde kann die tats&#228;chliche historische Entwicklung des Grundgegensatzes der kapitalistischen Produktionsweise nicht im direkten Zugriff entlang einer solchen logischen Entwicklung Hegel-/Marxscher Kategorien dargestellt werden. Wir finden vielmehr auf jeder Stufe ihrer historischen Entwicklung sowohl die unmittelbare oder vermittelte Einheit von Kapital und Arbeit (o.g. erste Entwicklung) als auch deren wechselseitiges Ausschlie&#223;en (t&#246;dlicher Gegensatz) sowie die Tatsache, dass jede Seite den Gegensatz zur anderen in sich selbst entwickelt (drittens).</p>
<p>Die einstige revolution&#228;re Sozialdemokratie und sp&#228;ter die Parteien der kommunistischen Internationale bzw. der reale Sozialismus sind in ihrem Selbstverst&#228;ndnis von der sogenannten antagonistische Beziehung zwischen Arbeiterklasse und Bourgeoisie ausgegangen. Sie haben sich also eher auf den zweiten Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit als auf die anderen beiden bezogen und f&#252;r sich – zumindest in der Theorie – die beiden anderen Bestimmungen ausgeschlossen. Beide Seiten verstanden sie sozusagen als ein festgeronnenes Ausschlie&#223;en des anderen. „Feuer oder Wasser“. Entweder-Oder. So fasste etwa E. Honecker den sogenannten Klassenstandpunkt. [2] So schilderte es J. Reed in seinem Revolutionsbericht von 1917. [3] Ein Ineinander&#252;bergehen beider Seiten konnte von diesem Standpunkt aus h&#246;chstens verstanden werden als etwas der eigenen Klasse blo&#223; &#196;u&#223;erliches, ihre inneren Bestimmungen &#252;berhaupt nicht Ber&#252;hrendes, als Deklassierung oder Verrat einzelner Individuen. So standen sich in der Logik der zweiten Bestimmung und unter Ausschlie&#223;ung der anderen tats&#228;chlich in einer ausschlie&#223;enden und fast t&#246;dlichen  Weise zwei Weltsysteme gegen&#252;ber.</p>
<p>Und doch bestand auch in diesen sch&#228;rfsten Konfrontationen die „Einheit beider“ im Sinne der ersten wie der dritten Bestimmung („Gegensatz jedes gegen sich selbst“). Auch die letztere Bestimmung war in jener Zeit eine treffende Beschreibung des Verh&#228;ltnisses Kapitalismus/Sozialismus, Kapital/Arbeit und der jeweiligen inneren Entwicklung beider Seiten. Es gab nicht nur Handels-, wissenschaftliche, politische und pers&#246;nliche Beziehungen zwischen den „Systemen“ sondern auch kalte oder sogar hei&#223;e Kriege, die diese Einheit der Gegens&#228;tze „vermittelten“. Die Konvergenztheorie [4] der 1960er Jahre dr&#252;ckte auf ihre Weise eine Anerkennung dieser Einheit beider aus. Der Marxismus-Leninismus reagierte mit ideologischen Kampagnen gegen diese Theorie, die in keiner Weise in die Feuer-Wasser-Bestimmungen passte. Sie behauptete ein zuk&#252;nftig unumg&#228;ngliches Ineinanderaufgehen der beiden Systeme und brachte damit eine tats&#228;chliche Entwicklung zum Ausdruck. Dies geschah allerdings unbegriffen, da diese Entwicklung ohne Verst&#228;ndnis f&#252;r die sozial&#246;konomischen Formen als Wirkung einer technischen Entwicklung an sich angesehen wurde, der damals beginnenden wissenschaftlich-technischen Revolution. [5]</p>
<p>Der heutige historische Standort macht die Gleichzeitigkeiten der drei o.g. Bestimmungen im Verh&#228;ltnis Kapital/Arbeit leichter erkennbar, damit eben auch die (wachsende) G&#252;ltigkeit der o.g. dritten Bestimmung. Die sch&#228;rfste Systemkonfrontation ist inzwischen aufgehoben und zwar auf eine friedliche Weise, die weder Freund noch Feind f&#252;r m&#246;glich gehalten hatten. Der historisch-zivilisatorische Sinn der besonderen &#246;stlichen (nachholenden) Variante der b&#252;rgerlich-kapitalistischen Form von Vergesellschaftung, die fast allgemein als der totale Gegensatz zum Westen (miss-)verstanden wurde, hatte sich im letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts erf&#252;llt. Der Zusammenbruch des Ostens ist Ausdruck und Katalysator einer tiefen Krise, in die die kapitalistische Formation insgesamt geraten ist. Es ist heute auch in der Utopie nicht mehr vorstellbar, dass eine Alternative zum Ganzen dadurch etabliert werden k&#246;nnte, dass einer der Seiten des Verh&#228;ltnisses Kapital und Arbeit „dem andren sein Dasein zu entrei&#223;en“ sucht, das Proletariat der Bourgeoisie etwa die Produktionsmittel.</p>
<p>Die gro&#223;en proletarischen Klassenkampforganisationen k&#246;nnen immer weniger eine relativ eigenst&#228;ndige Lebenswelt konstituieren, die in weitgehend ausschlie&#223;ender Gegens&#228;tzlichkeit zu der der Unternehmerschaft steht und die sich als ein potentieller gesellschaftlicher Gegenentwurf verstehen kann. In den Metropolen sind sie immer mehr gezwungen, in defensiven K&#228;mpfen um die Bewahrung von Interessen ihrer schwindenden Mitgliedschaft Co-Management zu betreiben, also in ihrem Klientel selbst die traditionellen Funktionen des Kapitals zur Geltung zu bringen. Diese K&#228;mpfe k&#246;nnen auch immer weniger f&#252;r sich in Anspruch nehmen, dem allgemeinen zivilisatorischen Fortschritt zu dienen. Das Ringen etwa um die Bewahrung von gewaltigen &#220;berkapazit&#228;ten im Automobilbau, um die Weiterf&#252;hrung von &#246;kologisch verheerenden Produktionen, um den Erhalt von Lohnarbeit &#252;berhaupt, all das ist wie die kapitalistische Produktionsweise insgesamt inzwischen als Bedrohung der menschlichen Zivilisation zu begreifen. Die proletarischen Organisationen, sofern sie noch eine gesellschaftliche Macht darstellen, werden so zu Instrumenten zur Durchsetzung oder Bewahrung von solchen Sonderinteressen, die einer allgemeinmenschlichen Emanzipation zunehmend entgegenstehen. Damit w&#228;chst der Zwang aber auch die M&#246;glichkeit jenseits der Hoffnung auf die proletarische Revolution nach Alternativen sowohl zum (westlichen) Kapitalismus als auch zum einstigen „Sozialismus“ zu suchen.</p>
<p>Es ist heute leichter als in den Zeiten der sch&#228;rfsten Klassen- und Systemkonfrontationen zu verstehen, dass immer schon in der Geschichte der kapitalistischen (und real-“sozialistischen“) Produktionsweise jede Seite nicht nur der ausschlie&#223;ende Gegensatz des anderen war, sondern auch die Bestimmungen das anderen in sich reproduzierte – das was im anderen bek&#228;mpft wurde. So reproduzierten sich – hier auf staatskapitalistische Art – im Osten Klassen- und Monopolverh&#228;ltnisse, eine so genannte „sozialistische“ Warenproduktion gem&#228;&#223; den Kategorien der Marxschen Kritik der (kapitalistischen) Politischen &#214;konomie, die in enger Anlehnung daran in der positiv gemeinsten sogenannten Politischen &#214;konomie des Sozialismus Anwendung fand (in der Volks- und Betriebswirtschaftslehre und im allgemeinen ML-Unterricht). Obgleich die Reproduktion von Verh&#228;ltnissen stattfand, die zu &#252;berschreiten der „Sozialismus“ im urspr&#252;nglichen Selbstverst&#228;ndnis eigentlich angetreten war, obwohl damit kein Schritt auf die angenommene kommunistische Zukunft hin unternommen wurde, ist diese „Abweichung“ nicht prim&#228;r zu begreifen als Ausdruck einer fehlerhaften Politik der f&#252;hrenden Parteien, falscher Theorien usw., sondern als eine, den gegebenen M&#246;glichkeiten durchaus ad&#228;quate Form einer gesellschaftlichen Entwicklung, die notwendigerweise innerhalb der Grenzen der industriellen Warenproduktion verbleiben musste. Der Fehler vielmehr bestand in der Selbstbezeichnung „Sozialismus“ bzw. „Kommunismus“.</p>
<p>Der Westen entwickelte seinerseits etwa mit dem New Deal, dessen Akteure wiederholt der Einf&#252;hrung des Kommunismus bezichtigt wurden, sowie mit der sp&#228;teren sogenannten sozialen Marktwirtschaft eine enorme und lange Zeit unverzichtbare Ausweitung der sozialen Funktionen des Staates, planwirtschaftliche Elemente, die ansonsten zur Denunziation des Ostens genutzt wurden.</p>
<p>Das muss hier als Einwand gen&#252;gen gegen eine umstandslose Lesart der Marxschen logischen Entwicklung des Verh&#228;ltnisses Kapital und Arbeit als eine Beschreibung eines realen Geschichtsprozesses.</p>
<p><strong>Historische Entwicklung des Verh&#228;ltnisses Kapital – Arbeit</strong></p>
<p>Dies vorausgesetzt kann man mit dem Blick etwa auf Marx&#8217; sp&#228;tere Arbeiten [6], auf die sehr unterschiedlichen Rezeptionen der Marxschen Theorie etwa bei Bernstein und Lenin [7], und vor allem auf die tats&#228;chliche historische Entwicklung des innerkapitalistischen Klassenkampfes Kapital – Arbeit auch sagen:<br />
In der logischen Entfaltung des Verh&#228;ltnisses von Kapital und Arbeit, in der kategorialen Entwicklung des „unvollendeten Kapitals“ zu „seiner Weltbildung“, kann man im globalen Sinne auch eine Antizipation zeitlich aufeinander folgende Entwicklungsphasen des Verh&#228;ltnisses Kapital-Arbeit erkennen und zwar im Sinne einer Dominanz &#252;ber die jeweils anderen, ebenfalls g&#252;ltigen Bestimmungen.</p>
<p>So wurde von den Generationen seit Marx&#8217; Zeiten bis in j&#252;ngere Geschichte hinein der „Gegensatz beider“, Kapital und Arbeit schlie&#223;en sich wechselseitig aus &#8230; jeder sucht dem andren sein Dasein zu entrei&#223;en“, also die zweite Bestimmung der oben zitierter Marxscher Entwicklung, als dominierende Wirklichkeit erlebt. Diese Bestimmung kann gelesen werden eben als eine konzentrierte Zusammenfassung des Selbstverst&#228;ndnisses und der versuchten Praxis der einst revolution&#228;ren Sozialdemokratie und der kommunistischen Internationale bzw. des realen „Sozialismus“. Diese Vorstellungen waren in  dieser Zeit unverzichtbare Voraussetzungen f&#252;r die gro&#223;e Wirksamkeit der proletarischen Bewegung und dieser Institutionen. „&#220;bersetzt“ man diese logische Entwicklung von Marx im Sinne der Hervorhebung der historisch jeweils dominierenden Tendenz so kann man heute auch die dritte Bestimmung als eine theoretische Vorwegnahme sich immer mehr zur Geltung bringender Entwicklungen innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise verstehen: „Feindlicher wechselseitiger Gegensatz“, allerdings ein „Gegensatz jedes gegen sich selbst.“ „Arbeit als Moment des Kapitals, &#8230; Arbeiter selbst ein Kapital.“ [8]</p>
<p>Die soganannten Ich-AGs, die Unmengen von Menschen in prek&#228;ren Selbst&#228;ndigkeiten aber auch durchaus besser situierte freischaffende Projektentwickler, die ihre gesamte Existenz im Sinne der Verwertbarkeit ihres gesamten Lebens best&#228;ndig neu entwerfen m&#252;ssen, aber auch die neuen Anforderungen an Teams innerhalb der kapitalistischen Gro&#223;produktion, die sich innerhalb der Abeitsteilung selbst als Profitcenter, als quasi eigenst&#228;ndige Unternehmen, zu behaupten haben – all das soll hier symbolisch stehen f&#252;r diesen heute immer wirklicher werdenden Prozess, in dem die unmittelbaren Produzenten massenhaft auch solche Funktionen in sich hineinnehmen, die fr&#252;her entschieden mehr an Unternehmer selbst bzw. an ihre Manager gebundene waren bzw. die in Form der gro&#223;en Maschinerie eben als Maschine das Kapitalverh&#228;ltnis direkt gegen&#252;ber etwa den Flie&#223;bandarbeitern zur Geltung brachte (Marx handelt dies sp&#228;ter ab unter der Kategorie reelle Subsumtion). In diesen neueren Entwicklungsformen des Verh&#228;ltnisses Kapital/Arbeit „wandert“ der Gegensatz noch entschieden mehr als in den fr&#252;heren Formen und direkt in die agierenden Individuen hinein: „jedes gegen sich selbst“. In der Ich-AG rebelliert der Proletarier in mir gegen mich selbst, der ich in eigener Verantwortung mich als mich selbst verwertender Wert dressieren muss. Meine menschlichen Bed&#252;rfnisse rebellieren gegen beide, gegen den kapitalistischen Entwerfer, Dirigenten, Kontrolleur, Antreiber, zu dem ich mir selbst gegen&#252;ber geworden bin, und gegen den proletarischen Arbeiter in mir, der im Interesse seiner Existenz gegen jene Zumutungen Widerstand leistet, die meine Existenz als eine sich selbst unternehmende Ware Arbeitskraft sichert. Ein Dilemma, das nicht im Widerstand gegen andere Menschengruppen, die Bourgeoisie etwa, oder noch begriffloser eng gefasst, gegen die sogenannten Heuschrecken, aufgel&#246;st oder in den Folgen ged&#228;mpft werden kann, nicht einmal mehr vor&#252;bergehend. Dies ist eine  Gegens&#228;tzlichkeit, eine innere Zerrissenheit, aus der keine noch so gro&#223;e Klassenorganisation heraus helfen kann, kein Sozialstaat, auch kein proletarischer, sondern nur eines: die v&#246;llige Aufhebung von Kapital und Arbeit selbst, von Warenproduktion, und zwar durch eine solche soziale Form von Produktions- und Lebensweise, die nicht &#252;ber Wert und Staat vermittelt ist.</p>
<p>Seitdem sich die kapitalistischen Produktionsweise auf ihrer eigenen Grundlage entwickelt war diese o.g. Marxsche dritte Bestimmung immer schon vorhanden. Aber in der heutigen postfordistischen Phase wird sie zur dominierenden Erscheinung des Verh&#228;ltnisses Kapital-Arbeit. Dies legt ganz andere Vorstellungen von einer nichtkapitalistischen Gesellschaft nahe als dies m&#246;glich war in den Zeiten der gro&#223;en Klassen- und Systemk&#228;mpfe, in denen sich die Gegens&#228;tzlichkeit von Kapital und Arbeit als t&#246;dliche Feindschaft sich &#228;u&#223;erlich gegen&#252;berstehenden gro&#223;er Menschengruppen und Staaten darstellte. Die Konstitution der neuen Gesellschaft war da massenhaft nur vorstellbar als Sieg der einen Seite &#252;ber die angeblich ganz andere, mit der man nichts gemein hatte, der man etwa die Produktionsmittel, den Staat, die Herrschaft &#252;ber die ideologischen Institutionen, also „sein Dasein zu entrei&#223;en“ hatte.</p>
<p>In der dritten Bestimmung der Marxschen logischen Entwicklung des Verh&#228;ltnisses Kapital-Arbeit und eben angesichts heutiger realer Entwicklungen er&#246;ffnen sich theoretisch und praktisch ganz andere Wege aus dem Kapitalismus als dem fr&#252;her geschichtsm&#228;chtigen Arbeiterbewegungsmarxismus der zweiten und dritten Internationalen oder aus der Sicht gro&#223;er gewerkschaftlicher K&#228;mpfe.</p>
<p>Die m&#246;glichen Momente einer solchen neuen Vergesellschaftung, deren Voraussetzungen in der jetzigen entstehen, k&#246;nnen nur in solchen sozialen R&#228;umen und Bewegungen ihre eigene neue Logik entwickeln, die von vornherein jenseits der Grundstrukturen der kapitalistischen Produktions- und Lebensweise agieren, jenseits der Vermittlung durch Wert, Staat, Ideologie, durch solche, die in ihren keimf&#246;rmigen Existenzen bereits die Aufl&#246;sung genau dieser Grundstrukturen sind.</p>
<p>Der fr&#252;he Marx suchte nach einer sozialen Kraft, die die kapitalistische Gesellschaft aufheben k&#246;nnte, und nach sozialen Formen, in denen das geschehen konnte. Irrt&#252;mlicher Weise – dies machte ihm kommunistisches Denken &#252;berhaupt erst m&#246;glich – glaubte  er, dies im Proletariat gefunden zu haben: Er bestimmte das Proletariat als eine „Klasse der b&#252;rgerlichen Gesellschaft, welche keine Klasse der b&#252;rgerlichen Gesellschaft ist“ sondern deren Aufl&#246;sung [9]. Das Geniale an diesem Irrtum von Marx war, dass er in einer Zeit, in der die tats&#228;chlichen Subjekte der Aufhebung des Kapitalismus durch eine neue Gesellschaft noch nicht erkennbar sein konnten, u.a. eine solche Charakteristik eines potentiellen Subjektes der Aufhebung gab: keine Klasse der b&#252;rgerlichen Gesellschaft sondern ihre Aufl&#246;sung. Es ist zu fragen, inwiefern dies auf heute sich entwickelnde Praxen, auf sozialen R&#228;ume zutrifft, die sich jenseits von Verwertungs- und Herrschaftslogiken konstituieren und in denen die Akteure f&#252;r sich selbst und f&#252;r andere Menschen jenseits von Wert- und Herrschaftsvermittlung allgemein zug&#228;nglichen Reichtum produzieren. Es ist zu fragen, inwiefern solcherart tats&#228;chlich Keimformen, also verallgemeinerbar sein k&#246;nnen. Mittels der Marxschen Bestimmungen k&#246;nnten sich heute entsprechende Assoziationen in ihrer historischen Potenz selbst begreifen.</p>
<p>Ulrich Wei&#223;</p>
<p><strong>Fu&#223;noten</strong></p>
<p>[1]  Karl Marx, &#214;konomisch-philosophische Manuskripte, MEW EB I/529.</p>
<p>[2] Erhard Eppler zitiert im Sozialdemokratischen Pressedienst vom 17. Februar 1988 Erich Honecker: „Kapitalismus und Sozialismus verhalten sich zueinander wie Feuer und Wasser.“ Er f&#252;gt hinzu: Dieser „k&#246;nnte der Zustimmung Reagans f&#252;r seinen eing&#228;ngigen Satz sicher sein.“</p>
<p>[3]  „Am Stationseingang standen zwei Soldaten mit Gewehren und aufgepflanzten Bajonetten, umringt von zirka hundert hitzig auf sie einredenden Gesch&#228;ftsleuten, Regierungsbeamten und Studenten. Die Soldaten waren unzug&#228;nglich &#8230; . Ein gro&#223;er junger Mann &#8230;. in der Uniform eines Studenten, f&#252;hrte das Wort. „Ihr werdet doch wohl begreifen, da&#223; ihr euch zu Werkzeugen von M&#246;rdern und Verr&#228;tern macht, wenn ihr die Waffen gegen eure Br&#252;der erhebt&#8221;, sagte er in unversch&#228;mtem Ton. „Ach, Bruder&#8221;, antwortete der Soldat ernsthaft, „du verstehst nicht. Es gibt zwei Klassen. Kannst du das nicht sehen? Das Proletariat und die Bourgeoisie. Wir&#8230;.&#8221; Oh, ich kenne dieses dumme Gerede &#8230; Ich bin selbst Marxist! &#8230; Du scheinst zu glauben, Lenin ist ein aufrichtiger Freund des Proletariats &#8230; wei&#223;t du dann auch, da&#223; Lenin in einem geschlossenen Zuge durch Deutschland gefahren ist und da&#223; er von den Deutschen Geld genommen hat?&#8221; „Davon wei&#223; ich nichts&#8221;, antwortete der Soldat. „Aber mir scheint, da&#223; er gerade das sagt, was ich und meinesgleichen h&#246;ren wollen. Es gibt zwei Klassen, die Bourgeoisie und das Proletariat.&#8221; Du bist ein Narr, mein Freund. Ich habe zwei Jahre lang in der Schl&#252;sselburg gesessen, als du noch Revolution&#228;re niederschossest &#8230; Und ich bin ein Gegner der Bolschewiki, die unser Ru&#223;land und die Revolution zugrunde richten. Wie erkl&#228;rst du dir das?&#8221; Der Soldat kratzte sich am Kopf. „Das kann ich mir nicht erkl&#228;ren. Mir erscheint die Sache ganz einfach; aber ich bin ja kein gebildeter Mann. Es gibt nur zwei Klassen, die Bourgeoisie und das Proletariat&#8230;&#8221; Da kommst du schon wieder mit deinen dummen Phrasen&#8221;, schrie der Student. „Nur zwei Klassen&#8221;, fuhr der Soldat hartn&#228;ckig fort, und wer nicht auf der einen Seite ist, der ist auf der anderen.&#8221; John Reed, 10 Tage, die die Welt ersch&#252;tterten. <a href="http://www.ml-werke.de/andere/reed.htm">www.ml-werke.de/andere/reed.htm</a>, 17. Juli 2009</p>
<p>[4]  „Sozialwissenschaftliche und politisch-&#246;konomische These der 1950er/1960er Jahre, die von einer strukturell bedingten Ann&#228;herung zwischen kapitalistischen und sozialistischen Systemen ausging: Da beide Ideologien und Wirtschaftsformen mit den gleichen innergesellschaftlichen Anforderungen der modernen Industrieproduktion konfrontiert sind (z.B. Arbeitskr&#228;ftekonzentration, hochgradige Arbeitsteilung, zunehmender Kapitalbedarf, Abkehr vom Familieneigentum, zunehmende Effizienzsteigerung), werden sie sich organisatorisch, technisch und wirtschaftlich angleichen.“ &#8212; Lexikon der Bundeszentrale der Politischen Bildung, Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 4., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2006. <a href="http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=9WCT23">www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=9WCT23</a>, 21.07. 2009</p>
<p>[5]  Die dementsprechende Kritik von Marxisten, dass die technische Entwicklung und deren Konsequenzen ohne Verst&#228;ndnis der sozialen Formen der Produktionsweise in Ost und West betrachtet werden, war zutreffend. Problematisch ist der Standpunkt, von dem aus diese berechtigte Kritik geleistet wird, die Annahme, die sogeannte sozialistische Warenproduktion und der westliche industrielle Warenproduktion und die mit beiden verbundenen Klassen- und Herrschaftsstrukturen seinen von gegens&#228;tzlicher, einander ausschlie&#223;ender sozial&#246;konomischer Qualit&#228;t. Siehe Stichwort „Konvergenztheorie“, Philosophisches W&#246;rterbuch“, Leipzig 1996, Hg. Georg Klaus und Manfred Buhr, Bd. 2, S. 599ff.</p>
<p>[6]   In den Grundrissen der Kritik der Politischen &#214;konomie kam Marx zu Aussagen &#252;ber einen Entwicklungsstand der kapitalistischen Produktionsweise, der Produktivit&#228;t menschlicher Arbeit, der technischen Entwicklung und der Entwicklung des Charakters der Arbeit noch innerhalb des Kapitalismus, die die sachlichen und menschlichen Voraussetzungen daf&#252;r hervorbringen, dass die kapitalistische Form der Reichtumsproduktion zu miserablen Grundlage und die wertvermittelte Produktionsweise aufhebbar wird. Dies Aussagen sind logische Entwicklung und Antizipation eines zuk&#252;nftigen Zustandes in einem. MEW 24/592ff.6  In den Grundrissen der Kritik der Politischen &#214;konomie kam Marx zu Aussagen &#252;ber einen Entwicklungsstand der kapitalistischen Produktionsweise, der Produktivit&#228;t menschlicher Arbeit, der technischen Entwicklung und der Entwicklung des Charakters der Arbeit noch innerhalb des Kapitalismus, die die sachlichen und menschlichen Voraussetzungen daf&#252;r hervorbringen, dass die kapitalistische Form der Reichtumsproduktion zu miserablen Grundlage und die wertvermittelte Produktionsweise aufhebbar wird. Dies Aussagen sind logische Entwicklung und Antizipation eines zuk&#252;nftigen Zustandes in einem. MEW 24/592ff.</p>
<p>[7]  Von einem jeweils unterschiedlichem Entwicklungsniveau der kapitalistischen Produktionsweise ausgehend, sahen sie sozusagen einzelne der o.g. Marxschen Bestimmungen das Verh&#228;ltnisses Kapital/Arbeit als die entscheidenden an. Bernstein sah die proletarische Bewegung f&#252;r eine noch unbestimmte Zeit mehr als ein relativ selbst&#228;ndiges Moment des organischen Ganzen b&#252;rgerliche Gesellschaft. Konsequenterweise sah er die Vorstellung vom sogenannten Endziel der proletarischen Bewegung, dass als Ergebnis einer letzten (Vernichtuns-)Schlacht begriffen und besungen wurde, als eine f&#252;r die tats&#228;chlich anstehenden K&#228;mpfe des (deutschen) Proletariats l&#228;ssliche propagandistische Floskel an. Lenin dagegen bewegte sich viel mehr in den Kategorien der Marxschen zweiten Bestimmung. Er agierte bezogen auf einen Weltteil, der in voller Konkurrenz zum westlichen entwickelten Kapitalismus stehend selbst eher an einem Mangel an b&#252;rgerlich-kapitalistischer Entwicklung litt als an solchen Krisen, die bereits deren zivilisatorische &#220;berlebtheit anzeigten. Was die schwache russische Bourgeoisie nicht vermochte, schaffte der russische Staatskapitalismus unter bolschewistischer F&#252;hrung: Die urspr&#252;ngliche Akkumulation, die weitgehende Proletarisierung der Bev&#246;lkerung. Dies geschah in einer solch forcierten Weise, dass tats&#228;chlich eine solche industrielle Warenproduktion zustande kam, die sich (bis an die Grenzen, die der Fordismus setzte) in der internationalen Konkurrenz behaupten konnte. Dies erschien als ein Daseinskrieg gegen die Weltbourgeoisie und auf diese Auseinandersetzung wurden auch die inneren Konflikte projiziert, die sich notwendig mit der industriellen Warenproduktions und der entsprechenden Klassenspaltung ergab.</p>
<p>[8]  Karl Marx, &#214;konomisch-philosophische Manuskripte, MEW EB I/529.</p>
<p>[9]  Karl Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung. MEW 1/390.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wadk.de/2009/der-fruehe-marx-zu-weltbildung-des-kapitals-logisches-und-historisches/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Hubert Herfurth: Zur WAK- und Peer-&#214;konomie Diskussion</title>
		<link>http://wadk.de/2009/hubert-herfurth-zur-wak-und-peer-oekonomie-diskussion/</link>
		<comments>http://wadk.de/2009/hubert-herfurth-zur-wak-und-peer-oekonomie-diskussion/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 21 Jun 2009 15:39:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wak</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunismus]]></category>
		<category><![CDATA[Transformation]]></category>
		<category><![CDATA[gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[peer-ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[proletariat]]></category>
		<category><![CDATA[uli weiss]]></category>
		<category><![CDATA[vergesellschaftung]]></category>
		<category><![CDATA[wertform]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=260</guid>
		<description><![CDATA[Ein paar &#220;berlegungen zum Gesellschaftsverst&#228;ndnis der radikalen Linken am Beispiel neuester &#196;u&#223;erungen Uli Wei&#223; (Quelle) R&#252;ckblickend l&#228;sst sich ja sehen, dass die fr&#252;hzeitliche Nichtexistenz der Wertformen in den menschlichen Ur-Gemeinschaften gebunden war an sehr, sehr enge Lebensverh&#228;ltnisse (der Begriff Kommunismus macht hier wenn &#252;berhaupt nur ebenso eng gefasst einen Sinn). Die Erweiterung dieser Lebensverh&#228;ltnisse machte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Ein paar &#220;berlegungen zum Gesellschaftsverst&#228;ndnis der radikalen Linken am Beispiel neuester &#196;u&#223;erungen Uli Wei&#223; (<a href="http://docs.google.com/View?docid=dfr5rqhg_1jdpvgrf5">Quelle</a>)</h3>
<p>R&#252;ckblickend l&#228;sst sich ja sehen, dass die fr&#252;hzeitliche Nichtexistenz der Wertformen in den menschlichen Ur-Gemeinschaften gebunden war an sehr, sehr enge Lebensverh&#228;ltnisse (der Begriff Kommunismus macht hier wenn &#252;berhaupt nur ebenso eng gefasst einen Sinn). Die Erweiterung dieser Lebensverh&#228;ltnisse machte das Aufkommen der Wertformen notwendig, weil die vorhandene Gesellschaftlichkeit dieser voneinander getrennten aber sich einander &#8216;n&#228;hernden&#8217; Gemeinschaften diese Trennung in G&#228;nze nicht &#252;berwinden konnte.<span id="more-260"></span> Inzwischen leben wir einige tausend Jahre sp&#228;ter nun in Zeiten, in denen die historische Be­grenztheit dieser Formen praktisch erfahrbar wird und daher zumindest das Nachden­ken &#252;ber die M&#246;glichkeiten zur Aufhebung einen Sinn macht, insbesondere wenn der Fundus des hinter uns liegenden realen Ge­schichtsprozesses in dieses Nach­denken einflie&#223;t. Damit sollte uns heute freilich aber vor allem klar sein, dass das &#252;bereilte Herbei­sehnen und Herbeireden der Aufhebung der Wertformen die dazuge­h&#246;rigen Ver&#228;n­derungen im Ver­halten der Menschen, in ihrem Verh&#228;ltnis zueinander nicht automa­tisch mit bedin­gen. Diese For­men sind ja nicht an sich &#252;berfl&#252;ssig und sie stellen auch keinen S&#252;n­denfall in der menschlichen Entwicklung dar. Die Ver&#228;nderung der Verh&#228;ltnisse braucht offenbar einfach mehr Zeit als erhofft oder ge­dacht. Auch Marx interpretierte in diesem Zusammen­hang die Zeichen seiner Zeit zumindest teil­weise geschichtsperpektivisch so falsch wie die russi­schen Okto­berrevolution&#228;re sp&#228;­ter praktisch – aber auch daraus l&#228;sst sich nur lernen oder das totale Scheitern wird andauern. So traurig das f&#252;r un­sere individuellen Lebensspannen sein mag, weil sich ganz praktisch zeigt, dass dieser Aufhebungs-Traum im Rahmen der uns zur Verf&#252;gung stehenden Zeit­spannen erstmal eben immer noch nur ein Traum bleiben wird (ich bin Jahrgang 56). Was aber zu­gleich &#252;berhaupt nicht ausschlie&#223;t, das sich dies zuk&#252;nftig &#228;ndert. Doch die genauere Einsch&#228;t­zung dieser Problematik, die Kl&#228;rung der Bedin­gungen also, die f&#252;r diese Ver&#228;nderung aller Wahr­scheinlichkeit nach notwendig sind, gelingt nicht ohne ein Einlassen auf die konkreten Zusammen­h&#228;nge. Die Leichtfertigkeit mit der Uli hier zu Ur­teilen kommt, die seinen eigenen, inhaltlichen Ein­sch&#228;tzungen an anderer Stelle diametral entgegen stehen (Stichwort Sassulitsch) bereitet mir regel­recht Schmerzen beim Lesen.</p>
<blockquote><p><em>„Dass das Proletariat (und dessen Diktatur) der Sch&#246;pfer eines neuen Ganzen sein k&#246;nn­te, das ist geschichtlich (und inzwischen auch logisch) widerlegt“ </em>(aus Ulis WAK mail).</p></blockquote>
<p>&#8220;Proletariat&#8221; ist hier immer noch nur ein Mythos und nicht einfach die &#8216;ganze&#8217; Gesellschaft (die es allerdings im Singular noch gar nicht gibt) der lohnabh&#228;ngigen &#8220;ArbeiterInnen&#8221;, die sich ihres objek­tiven Zusammenhangs und der daran h&#228;ngenden M&#246;glichkeiten in der kapitalistischen Warenpro­duktion aber nat&#252;rlich auch erstmal subjektiv bewusst werden m&#252;ssen. Wobei ich hier unter &#8220;bewusst werden&#8221; vor allem einen praktischen Prozess verstehe, in dem aus dem Neben-, Durch- und Gegeneinander von ge­sellschaftlichen und (!) ungesellschaftlichen Ambitionen der gesellschaftlichen Akteure sich erst die wirklich gesellschaftlichen Zusammenh&#228;nge als die st&#228;rkeren durch setzen (m&#252;ssen). Allerdings, ohne die ber&#252;hmte, im Augenblick wie nie wirkende &#8220;Notwendigkeit&#8221; (z. B. &#246;konomische [Jahrhundert]-Kri­se und drohende Klimakatastrophe) ist dies f&#252;r mich so wenig vorstellbar wie ohne die (selbst)kritische Betrachtung und Aufarbeitung der bisherigen (Bewegungs)geschichte.</p>
<p>Ulis angeblicher Beweis be­steht ja praktisch nur darin, dass eine bestimmte Vorstellung (!) vom Ergebnis des Geschichtspro­zesses bisher in der Tat nicht eingetreten ist. Abgerundet wird diese &#8220;Einsicht&#8221; mit dem inzwischen schon klassischen Lamento, das Proletariat ringe</p>
<blockquote><p><em>„gem&#228;&#223; seiner Interessenlage um den Erhalt der Ausbeutungsverh&#228;ltnisse“</em> (ebenda),</p></blockquote>
<p>anstatt seiner eigentlichen Mission entsprechend, dem Kapital eben diese Ausbeutungsverh&#228;ltnisse um die Ohren zu schlagen. Uli diskutiert hier so abstrakt wie ungenau. Schon sein Versuch in <a id="ml9l" title="http://www.keimform.de/2009/02/20/peer-oekonomie-in-der-diskussion-ii/#more-1276" href="http://www.keimform.de/2009/02/20/peer-oekonomie-in-der-diskussion-ii/#more-1276" target="_blank">&#8220;Kein Weg aus dem Kapitalismus!&#8221;</a> Christi­an Siefkes&#8217; Peer-&#214;konomie Konzept von meiner Kritik <a id="zqhn" title="http://www.keimform.de/2008/12/11/hubert-herfurth-gesellschaftlichkeitsdefizit-in-der-peer-oekonomie/" href="http://www.keimform.de/2008/12/11/hubert-herfurth-gesellschaftlichkeitsdefizit-in-der-peer-oekonomie/" target="_blank">&#8220;Gesellschaftlichkeitsdefizite der Peer-&#214;konomie&#8221;</a> freizustellen, basiert auf dem grunds&#228;tzli­chen Fehlverst&#228;ndnis der Gesellschaftlichkeitsproblematik, die letztlich durch keinen Modellvorbe­halt au&#223;er Kraft gesetzt werden kann. Im Gegenteil, das Modell muss zeigen, dass es diese Anforde­rungen in der Lage ist abzudecken oder die Grenzen m&#252;ssen abgesteckt werden, bis wohin das Mo­dell aussagekr&#228;ftig sein kann oder soll. Was Christian auch bei gutwilligster Interpretation aller­dings genau nicht macht, denn so hat er nach meiner Beobachtung (Treffen in Hattingen, Diskussion im Blog und Vortrag in Berlin) die M&#246;glichkeit, je nach Publikum, zwischen Modell&#252;berlegungen und der Definition von Produk­tionsweisen mit Realit&#228;ts-Charakter ziemlich beliebig hin und her zu springen. Methodisch ist das m. E. ein eher katastropha­ler Ansatz. Er zeigt aber, auf welch einem wissenschaftlichen Niveau sich viele linke Auseinan­dersetzungen bewegen. Uli wehrt die Kritik hier nicht ab, weil sie inhaltlich nicht passt, sondern weil sie ihm selbst nicht passt. Stattdessen formuliert er dann eine Kritik die auf einem Zirkel­schluss basiert, weil er die Freiheit vom Zwang zur Arbeit im Ziel („Kommunismus“) zur absoluten Voraussetzung schon f&#252;r den Weg zum Ziel selbst macht.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Die PRODUKTIONST&#196;TIGKEIT, f&#252;r die Christian ausdr&#252;cklich einen &#196;USSEREN ANTRIEB f&#252;r notwendig h&#228;lt, ist die UNGELIEBTE ARBEIT. Es ist eine Arbeit, die als OPFER angesehen wird. Man verrichtet sie nicht als Bed&#252;rfnis um ihrer selbst und um des konkreten Produktes Willen. Man leistet sie, um sich Anspr&#252;che auf solche G&#252;ter zu erwerben, die von anderen Menschen hergestellt werden&#8221; in </em><a id="ml9l" title="http://www.keimform.de/2009/02/20/peer-oekonomie-in-der-diskussion-ii/#more-1276" href="http://www.keimform.de/2009/02/20/peer-oekonomie-in-der-diskussion-ii/#more-1276" target="_blank">&#8220;Kein Weg aus dem Kapitalismus!&#8221;</a></p></blockquote>
<p>Wenn er eine solche Voraussetzung wirklich ernst meinte, m&#252;ssten die Ver&#228;nderungsbestrebungen eigentlich als sinnlose eingestellt werden, denn wenn &#252;berhaupt, k&#228;me der Kapitalismus dann automatisch irgendwann dorthin oder nie. Er ist hier noch idealistischer als Christian, weil sein Ausgangspunkt noch weniger der Realit&#228;t verhaftet ist.</p>
<p>Aber dar&#252;ber hinaus verfehlt er selbst in diesem Ziel den eigentlichen Charakter dieser Arbeit – gesellschaftliche Arbeit zu sein &#8211; sehr weit­gehend, womit sich dann auch deutlich zeigt, dass es meine Gesellschaftlichkeitsvorstellungen selbst sind, die er f&#252;r falsch h&#228;lt bzw. halten muss.</p>
<p>Er schlie&#223;t hier an Christians selbstbez&#252;glichen Anfang an und l&#228;sst die gesellschaftlichen Bestimmungen, wie die dazugeh&#246;rigen inhaltlichen Implikationen unbeachtet au&#223;en vor. Nega­tiv erw&#228;hnt er die Zwangsarbeit und positiv geht es um die sch&#246;pferische Selbstbet&#228;ti­gung (der Ar­beitenden), als Selbstzweck dieser Arbeit. Doch das dies nur funktioniert im Verh&#228;ltnis &#8211; und dieses Verh&#228;ltnis einer der Springpunkte ist, um den sich die Problematik hier dreht &#8211; zum Empf&#228;n­ger der erarbeiteten Dinge und Leistungen entf&#228;llt. Aber:  Arbeit ist  erst gesellschaftliche Arbeit, wenn sie n&#252;tzli­che Arbeit f&#252;r Andere ist. Sie dient deren Bed&#252;rfnisbefriedigung und damit deren Selbstentfaltung. Das eigene Selbst kann sich nur entfalten, entwickeln in der Anerkennung, Bejahung und Unterst&#252;tzung aller anderen und ihrer Selbstentfaltung. Schon in der gerade wiedergegebenen Textstelle tauchten 2 Bedingungen auf, an denen Uli &#8220;kommunistische Arbeit&#8221; zu erkennen glaubt:</p>
<blockquote><p><em>Man muss sie verrichten um ihrer selbst willen und um des Produkts willen.</em></p></blockquote>
<p>Die Empf&#228;nger dieser Arbeiten, die Anderen, die Gesellschaft tauchen hier als direkter Grund jedoch &#252;berhaupt nicht auf. Die kommunistische Gesellschaftlichkeit erweist sich damit auch bei ihm als eine einzige Fehlstelle, weil er sie mit ihrer Spezifik nicht an einer Stelle ber&#252;hrt, benennt oder gar problematisiert.</p>
<p>Uli sieht in der Lohnarbeit nur den Zwang, nicht auch das Positive der Warenproduktion, das durch deren Aufhebung zu bewahren und auf eine h&#246;here Stufe zu heben w&#228;re. In der Gesellschaft der voneinander unabh&#228;ngigen Privateigent&#252;mer wird die zugrunde lie­gend­e gesellschaftliche Abh&#228;ngigkeit voneinander als Verh&#228;ngnis erlebt <strong>und genau so spiegelt sich dies auch noch in den Ver&#228;nderungsbestrebungen</strong>:</p>
<p><strong>Denn im Prinzip wird die Gesellschaft bei Uli wie bei Christian ebenfalls gebildet von einander unabh&#228;ngigen Individuen, die jeweils nur ihrer Selbst­entfaltung verpflichtet sind</strong></p>
<p>und irgendwie gemeinsam und nat&#252;rlich kooperativ ihre jeweiligen Be­d&#252;rfnisse befriedigen (als wenn in der kapitalistischen Produktion irgendetwas ohne Kooperation zustande k&#228;me). Das diese Gesellschaft zusammen haltende Band ist dem Handeln der Menschen damit schon vorausgesetzt und somit diesem Handeln v&#246;llig &#228;u&#223;erlich &#8211; so lange das Eigeninteresse der Dreh- und An­gelpunkt bleibt und eine andere &#252;berpr&#252;fbare Definition ausbleibt.</p>
<p>Sein zun&#228;chst verst&#228;ndliches Bestreben, jeden Zwang auszuschlie&#223;en, &#252;bersieht allerdings, das auch dieser Zwang kein der Gesellschaft &#228;u&#223;erer ist. Er entspringt aus diesen gesellschaftlichen Verh&#228;ltnissen. Aufzuheben ist er nur, wenn die Menschen in ge&#228;nderten Verh&#228;ltnissen zueinander ihrer Gesellschaftlichkeit einen anderen Ausdruck geben, so dass der &#228;u&#223;ere Zwang seine Notwendigkeit verliert, eben weil er nicht mehr gebraucht wird, wenn die Menschen sich zueinander anders verhalten.</p>
<p>Die Probleme welche das Proletariat hat, wenn es sich als EIN SUBJEKT, mit EINEM gemeinsamen Interesse kon­stituieren muss auf der Basis ei­ner gr&#246;&#223;eren, immerhin mehrere Milliarden Individuen fassende An­sammlung unterschiedlicher Menschen, aus unterschiedlichen sozialen Lagen, aus unterschiedlichen Betrieben, aus unterschiedlichen Pro­duktions- und Arbeitssph&#228;­ren, aus unterschiedlichen L&#228;ndern, mit unterschiedlichen Sprachen sieht Uli nicht, noch interessiert er sich daf&#252;r. ER setzt dieses SUBJEKT und die dazugeh&#246;rigen INTERESSEN einfach BEGRIFFLICH ein, und wenn diese BEGRIFFE nicht so funktionieren, wie ER es braucht, KONSTRUIERT er sich neue &#8211; als wenn die begrifflichen Fest­legungen automatisch identisch mit dem realen Geschichtsprozess sein k&#246;nnten oder gar identisch sein m&#252;ssten. Christian Siefkes etwa beschreibt den so realen wie gegenw&#228;rtigen Ausgangspunkt der Warenproduktion – Produktion f&#252;r andere zu sein – v&#246;llig richtig und glaubt dann doch, mit seiner begrifflichen Abkehr von dieser Realit&#228;t und dem Wechsel zu einem &#252;berschau­bareren, faktisch jedoch genauso idealistischen &#8216;Subjektes&#8217; (WIR) eines ebenso idealistischen Gemeinschaftsinteres­ses w&#228;re seine neue Produktionsweise schon begr&#252;n­det oder eine neue Produktionsweise so begr&#252;ndbar (siehe meine Kritik an Robert Kurz die &#252;brigens nicht ! wg Kurz in die Kritik am Christian aufgenommen wurde), obwohl die Peer-Produk­tion nach seiner eigenen Argumentation ge­nau dies weitgehend schuldig bleibt, Produktion f&#252;r andere zu sein. Denn genau da kommt sie nach Christians eigener Einsch&#228;tzung an die durch die Warenproduktion angesto&#223;ene Bed&#252;rfnisbefriedi­gung nicht ran (er outet die bekannten OS Vor­zeigebeispiele firefox und thunder­bird als durch den Markt angesto&#223;ene, au&#223;ergew&#246;hnlich nutzer­freundliche Programme), eben weil sonst der Selbstbe­zug dominiert und daher &#8211; als dessen Kehr­seite – f&#252;r eine Ver&#228;nderung &#252;ber den Kapitalismus hinaus der absolut notwendige Gesellschafts­bezug eigentlich fehlt. Diese Ungesellschaftlichkeit der Peer-Produktion best&#228;tigt <a id="v:uz" title="http://www.keimform.de/2008/12/11/hubert-herfurth-gesellschaftlichkeitsdefizit-in-der-peer-oekonomie/#comment-15550" href="http://www.keimform.de/2008/12/11/hubert-herfurth-gesellschaftlichkeitsdefizit-in-der-peer-oekonomie/#comment-15550" target="_blank">Christian</a> sogar in einer Anwort an mich, denn auch f&#252;r ihn</p>
<blockquote><p><em> &#8220;(vertreten) die heutigen Peer-Produzent/innen und ihre Theoretiker, () eher ungesellschaftliche Vorstellungen&#8221; </em>(Diskussion im Keimform-Blog)</p></blockquote>
<p>und doch versteht er &#252;berhaupt nicht, dass genau daraus sein Erkl&#228;rungsdefizit resultiert, weil seine Prophezeiung so vollkommen in der Luft h&#228;ngt und eben kein realer, praktischer Ausgangspunkt sondern reines Wunschdenken ist.</p>
<p>Das Proletariat ist so f&#252;r Uli nicht mehr als das Objekt seiner politischen Begierde (ob anhimmelnd oder niedermachend ist dabei aus meiner Sicht ziemlich gleichg&#252;ltig). Die Diskrepanz zwischen Ulis In­teressenlage auf das Objekt Proletariat und der Interessenlage der Menschen die dieses Proletariat bilden (denen er sich im &#252;brigen offenbar auch nicht zugeh&#246;rig f&#252;hlt) ist so eklatant wie interessant. Da Uli jede M&#252;he dabei vermissen l&#228;sst, die Interessenlage der Menschen die das Proletariat bilden nachzuvollziehen und die Schwierigkeiten offen zu legen, die der Subjektwerdung hier zum &#8216;Prole­tariat f&#252;r sich&#8217; im Wege stehen, offenbart sein Eigeninteresse so eine v&#246;llige Gleichg&#252;ltigkeit gegen­&#252;ber den Menschen die das Proletariat bilden und damit faktisch zur gesamten Gesellschaft &#8211; so lan­ge diese nicht so funktioniert wie er meint, dass sie funktionieren m&#252;sste. Die Objektsetzung ist hier nicht weniger total als bei den Charaktermasken &#8216;der anderen Seite&#8217;, die das ganze Ungemach wel­ches diese Verh&#228;ltnisse einem Gro&#223;teil der Menschen antun, als in deren eigener Verantwortung be­gr&#252;ndet ansehen. Das Subjekt Uli mutiert hier zum Puppenspieler und wenn das Spiel mit der Pup­pe &#8216;Proletariat&#8217; keinen Spa&#223; mehr macht, wird sie ausrangiert. Das erg&#228;nzt sich &#252;brigens sehr gut mit der hier bei Uli anschlie&#223;enden, jedoch genau so oberfl&#228;chlichen &#8216;Klassenanalyse&#8217;</p>
<blockquote><p><em>„Die Geschichte hat allerdings neue soziale Ph&#228;nomene hervorgebracht, Menschen (aus ganz verschiedenen Klassen und Schichten) mit Interessen und F&#228;higkeiten, mit konkre­ten Praxisformen, die &#8211; anderes als bei Proletariat &#8211; inkompatibel zur kapitalistischen Produktionsweise sind (wenngleich sie bisher deren Funktion noch voraussetzen)“ </em>(WAK email).</p></blockquote>
<p>Wenn heute die Marxsche – ich sage ausdr&#252;cklich nicht marxistische &#8211; Proletariatsbestimmung auf die &#8220;&#252;bergro&#223;e Mehrzahl&#8221; (Marxscher Ausdruck aus dem K-Manifest mit dem er vor ca. 160 Jahren den Geschichtsprozess erstaunlich richtig antizipierte, wohingegen der elit&#228;re Minderheitenbezug der heutigen &#8216;revolution&#228;ren&#8217; Linken das ganze Gesellschaftlichkeitsdesaster hier offen vor fast aller Augen treten l&#228;sst) der Gesellschaft zutrifft, dann m&#252;ssen Ulis &#8220;neue soziale Ph&#228;nomene&#8221; auch hier einzu­ordnen sein. Damit ist allerdings der von ihm aufgemachte Gegensatz zwischen Proletariat und Menschen &#8211; der ja nichts ist als der Widerspruch zwischen einem Teil (oder verschiedenen Teilen) und dem Ganzen &#8211; von vornherein hinf&#228;llig und dient allein der Aufrechterhaltung seines Puppen­spiel­erstatus: das ausrangierte Spielzeug muss schlie&#223;lich ersetzt werden &#8211; seine „Menschen“ sind nur der so abstrakte wie leere Ersatz f&#252;r sein ganz und gar nicht stimmiges Bild von der Realit&#228;t. Dieses will und muss er nun anpassen, aber er benutzt daf&#252;r die gleichen Werkzeuge wie zuvor: leere Abstraktionen. Womit zugleich deutlich wird, das das Interesse an realen gesell­schaftlichen Ver&#228;nderungen und Ver&#228;nderungsm&#246;glichkeiten ersetzt wird von periodisch zu erneu­ernden, irrealen Tr&#228;umereien, denn auf den Nachweis, dass die von ihm erw&#228;hnte Inkompati­bilit&#228;t &#252;ber die subjektiven Befindlichkeiten der Tr&#228;ger dieser Praxisformen und damit &#252;ber deren Selbst­einsch&#228;tzung hinausreicht, wird man lange warten d&#252;rfen. Schon sein eigener Klammer­zusatz schr&#228;nkt die behauptete Inkompatibilit&#228;t weit mehr ein, als seine vollmundige Aussage ver­tr&#228;gt. Die Peer-Produktion (OS etc.) mag in einem gewissen Spannungsverh&#228;ltnis zur kapitalistischen Produkt­ionsweise stehen, doch diese ist durchaus kompatibel mit anderen, auch gegens&#228;tzlichen Pro­duktionsweisen wie etwa der Haus-und Familienarbeit, weil (oder so weit) sie von der kapitalistischen Pro­duktion abh&#228;ngig blei­ben und diese erg&#228;nzen. Doch so lange Uli sich im Schein seines &#220;berlegen­heitsge­f&#252;hls sonnt, wird er einen Teufel tun und nicht mit Hilfe auch sich selbst gegen&#252;ber schonungsloser Analyseverfah­ren den Vereinfachungen seiner eigenen, absolut abstrakten Sichtweise zu Laibe r&#252;cken, nur um dann am Ende zu sehen, dass seine &#220;berlegenheit nicht mehr war als eine so ju­gendlich wie spie&#223;i­g eitle Wunschvorstellung von den tollen Revolution&#228;ren als den gesellschaftli­chen Erneuerern und Er­rettern.</p>
<p>Aus meiner Sicht spiegelt gerade diese weitgehende Gleichg&#252;ltig­keit sol­cherart &#8216;revolutio­n&#228;rer F&#252;hrungskr&#228;fte&#8217; gegen die reale Anma&#223;ung der Fakten nur das immer noch vorhandene, ob­jektive Unverm&#246;gen der Gesellschaft selbst (freilich zynisch gewendet), in der feh­lenden R&#252;cksicht auf die Bed&#252;rfnisse der jeweils Anderen die Ursache f&#252;r die nichtvorhandene Be­r&#252;cksichtigung der jeweils eigenen Bed&#252;rfnisse zu sehen. Zugleich zeigt sich in diesem intel­lektuel­len Besser-Wisser-D&#252;nkel der noch nicht &#252;berwundene Verlust der Sonderstellung, der Frust dar­&#252;ber, dass die angestrebte und ertr&#228;umte F&#252;hrungsrolle in einer historischen &#8216;Niederlage&#8217; ko­lossalen Ausma&#223;es geendet ist, in dem dann auch noch die unbewusste Abwehr vor der nivellie­renden Wir­kung der Lohnarbeit aufscheinen mag.</p>
<p>Allerdings m&#252;sste schon der Blick auf die Gesamtszenerie bewusst revolution&#228;rer Bestrebungen deutlich machen, das hier etwas nicht stimmt, denn das von Uli so genannte Unverm&#246;gen des Prole­tariats steht dort neben der heillosen Zerstrittenheit und dem nicht vorhandenen Zugang auf die Gesellschaft als konkretes Ganzes. Die jeweiligen, sich einander feindselig oder gleichg&#252;ltig gegen­&#252;berstehenden Auffassungen von (aber immer) abstrakter Gesellschaft (Proletariat etc.) werden hier wie von Privatei­gent&#252;mern geh&#228;ndelt, unter denen allein die Konkurrenz ums beste Gesch&#228;ft alles beherrscht. Die scheinbar klare Differenz zwischen scheinbar versagendem Proletariat einerseits und scheinbar durchblickenden, revolu­tion&#228;ren Intellektuellen andererseits funktioniert ja nur so lange, wie die jeweiligen Intellektuellen es f&#252;r sich schaffen, diesen Streit (und alle damit verbunde­nen Probleme) auszuklammern und ihren jeweils eigenen Weg f&#252;r den einzig ma&#223;gebli­chen zu hal­ten, weil nur in dieser Perspektive das Versagen des Proletariats das scheinbare Zentrum ist, an dem die Revolution stockt. Die bereits erw&#228;hnte Gleichg&#252;ltigkeit der Gesell­schaft gegen&#252;ber findet auch in diesem Verhalten ihren Widerhall. Ulis angeblicher Beweis ist damit in der Tat der allerdings vollst&#228;ndig &#252;berfl&#252;ssige, nur eine Selbstverst&#228;ndlichkeit beschreibende Hinweis, das eine v&#246;llig selbstbez&#252;gliche Ausrichtung der Gesellschaft kei­nen Umschlagpunkt zu einer h&#246;heren Gesell­schaftlichkeit in sich finden kann.</p>
<p>Konkret kann das gemeinsame Interesse des Proletariats in der &#8216;Klasse f&#252;r sich&#8217; aber m. E. spezifisch gar nicht an­ders dargestellt werden als durch einen Ausdruck, in dem die Beziehungen und Verh&#228;ltnisse der Individuen zueinander explizit erfasst sind– n&#228;mlich <strong>in </strong><strong>dem Interesse an den In­teressen und Bed&#252;rfnissen der Anderen</strong>. Ein Zustand der sich ja bereits in der realen, allt&#228;glichen, praktischen T&#228;tigkeit (Produktion von Pro­dukten und Dienstleistungen) f&#252;r die Be­d&#252;rfnisbefriedigung der Anderen recht unspektakul&#228;r &#228;u­&#223;ern MUSS, dort aber (noch und solange) als Zwangsverh&#228;ltnis wirkt, wie die Gegenseitigkeit und reale Abh&#228;ngigkeit voneinander &#252;ber das Eigeninteresse vermittelt ist– schlie&#223;lich ist dies ja nichts weniger als eine ganz zentrale S&#228;ule der (kapitalistischen) Warenproduktion. Daher ist genau DAS die Klammer die die Gegenwart mit der Zukunft verkn&#252;pft, DAS ist der Keim des neuen im alten und nicht die fehlenden Preisschilder auf irgendwelchen Produkten. Die WERTVERH&#196;LTNISSE und damit die WERTFORMEN sind doch nichts als der objektivierte, gegenst&#228;ndliche Ausdruck des notwendigen Zusammenhangs der voneinander unabh&#228;ngigen Privatproduzenten. Ein Zustand den Marx im absurden Ausdruck <em>ungesellschaftliche Gesellschaftlichkei</em>t kennzeichnet, um die hier liegende Entwicklungsm&#246;glich- und Notwendigkeit heraus zu arbeiten. Die ganze notwendige, kom­munistische Gesellschaft­lichkeit ist in diesem Aus­druck auf ihren einfachsten und zugleich inhalt­lich auch ausreichend konkreten Punkt ge­bracht, denn der spezifische, inhaltliche Unterschied zu aller Gesellschaft(lichkeit) vor ihr ist darin so eingefangen wie die materialistische Angebundenheit an den real bestehenden Zustand.</p>
<p>Die blo&#223;e Verfolgung der jeweils eigenen Interessen ist doch geschichtlich nichts Neues und konstitu­iert auch f&#252;r sich keine Ge­sellschaft, sondern h&#246;chstens eine Gemeinschaft (der aber andere Gemeinschaften zur Seite stehen, mit denen die Auseinandersetzungen um die Gesellschaft wieder neu beginnen). Nochmal zur Erinne­rung der selbstbez&#252;gliche Kurzschluss von Robert Kurz der den Fortschritt &#252;ber den Kapitaltismus hinaus, ausgerechnet darin er­kennen will</p>
<blockquote><p><em>„dass Leute sich zusammenschlie&#223;en, um f&#252;r sich selbst, f&#252;r den eigenen Bedarf“</em></p></blockquote>
<p>zu pro­duzieren (krisis 19). Sieht man von der scheinbaren Negation in Richtung Kapitalverh&#228;ltnis ab, ent­h&#228;lt der Ausdruck nicht nur kein Gramm Fortschritt, sondern in der Definition der Gesellschaftlichkeit f&#228;llt er mit dem Selbstbezug sogar hinter das zur&#252;ck, was er zu kritisieren vorgibt.</p>
<p>&#220;berhaupt &#8216;entsteht&#8217; erst mit diesem spezifischen Blick auf das Proletariat ein Proletariat, in dem die einzelnen Individuen als selbstbewusst f&#252;reinander t&#228;ti­ge Individuen noch er­kennbar sind und nicht im abstrakten Meta-Subjekt namenlos verschwinden, um den mehr oder we­niger b&#252;rokratischen Vor­gaben &#8216;ihrer Organisationen&#8217; faktisch willenlos zu folgen, daf&#252;r aber im Einklang mit dem hehren, allgemeinen Ge­samtinteresse stehen (der ganze bisherige Realsozialismus von der fr&#252;hen KPD bis zur stalinistischen KPdSU ist hiermit glasklar beschrieben). Die kommunistische Ge­sellschaftlichkeit f&#228;llt doch nicht vom Himmel, in ihr kann ja nur das bewusst umgesetzt werden, wof&#252;r die Vorl&#228;uferge­sellschaft den &#228;u&#223;eren Zwang der (Wert)verh&#228;ltnisse brauchte. Die leere Ab­straktheit in der tradi­tionellen Sicht auf die In­teressen des Meta-Subjektes „Proletariat“ spricht da eine ganz klare Spra­che. F&#252;hrer und F&#252;hrung, Partei und Staat und nicht zu vergessen, der Plan, sind auch von dieser Seite aus historisch nicht mehr als die untauglichen Ersatzmittelchen und da­mit DER Zeiger auf eine noch nicht vorhandene (kommunistische) Gesellschaftlichkeit. Alle bishe­rigen Ver&#228;nderungs­bestrebungen basieren auf ab­strakten Kapitalismus-Negationen und Gesellschaftlichkeits-Vereinfa­chungen (da passt Ulis „Beweis“ so gut rein wie die Peer-&#214;konomie Diskussion). Die Gesellschaft verf&#252;gt somit noch &#252;ber keinerlei praktikable, positive Aufhebungsl&#246;sung. Diese einfache Tatsache spiegelt sich im massenhaften Desinteresse an den vorhandenen Scheinl&#246;sungen.  Und es wirft ein bezeichnendes Licht auf die selbsternannten F&#252;hrungskr&#228;fte, dass sie die hier zum Ausdruck kommende praktische Kritik nicht verstehen. In v&#246;lliger Verkennung der Tatsachen glauben sie gar gute Gr&#252;nde daf&#252;r zu haben, die Kritik hier in Richtung der gro&#223;en Mehrzahl der Menschen umzudrehen weil diese ihnen nicht folgt.</p>
<p>Ein weiteres aufschlussreiches Beispiel f&#252;r die zugrunde liegende Hilflosigkeit dieser Ans&#228;tze offenbart z. B. die Diskussion zwischen Karl Reitter und Michael Heinrich in den „grundrissen“ 11 von 2004. <a id="ia2l" title="http://www.grundrisse.net/grundrisse11/11karl_reitter.htm" href="http://www.grundrisse.net/grundrisse11/11karl_reitter.htm" target="_blank">Reitter</a> beginnt die­se mit dem Versuch einer „Bereicher­ung“ der Heinrichschen Kapi­tal Einf&#252;hrung &#252;ber den Begriff des Klassen­kampfs, welchen <a id="j_:n" title="http://www.grundrisse.net/grundrisse11/11michael_heinrich.htm" href="http://www.grundrisse.net/grundrisse11/11michael_heinrich.htm" target="_blank">Heinrich</a> aus meiner Sicht allerdings erfolgreich abwehrt, nur das auch diese Position letztlich v&#246;llig unbefriedigend bleibt.</p>
<p>Reitters Klassenkampfanspr&#252;­che sind so ab­strakt wie sein Subjekt-Bezug zum Prole­tariat und das dazugeh&#246;rige proletarische Klassenin­teresse. Michael Heinrich antwortet mit einer Aufz&#228;hlung von mehr oder weniger offenen Fragestellungen (Gemeinsamkeiten der heterogen zusammengesetzten Klassengemengelagen, Klassenzugeh&#246;rigkeiten etc.) und zeigt so die Problematik eines meist floskelhaften bzw. abstrakten Umgangs ganz gut auf. Ein Inhalt, &#252;ber die Verteidigung des Werts der Ware Arbeitskraft hinaus (der auf dieser Ebene die einzige und dazu eben zugleich sehr widerspr&#252;chliche Gemeinsamkeit ist, den die Klasse hat), ist hier au&#223;er in inhaltsleeren Parolen m. E. nicht zu entdecken. Aber so richtig Heinrichs Zur&#252;ckwei­sung auch ist, als Antwort offenbart sie doch zugleich die ganze Leere der Marxistischen Vor­stellungen, da f&#252;r ihn kein Inhalt, kein Grund in den Verh&#228;ltnissen existiert, durch welchen eine andere Ent­wicklung an­getrieben wird oder angetrieben werden kann – die kapita­listische Gesellschaft ist auch bei ihm im engen Sinn des Wortes kein wirklicher Forschungs­ge­gen­stand. Letztlich ist daher alles Zufall. Sein berechtigtes Misstrauen ge­gen&#252;ber den objektiv vorher bestimmten Geschichtsverl&#228;ufen steht neben einem weitgehend verlorenen, analyti­schen Blick auf die sich entwickelnde Realit&#228;t. Mit ihren Widerspr&#252;­chen und den darauf fu&#223;enden M&#246;glichkei­ten und Zw&#228;ngen kann Michael Heinrich nicht viel anfangen, eine Entwicklungslogik (die zu ber&#252;cksichtigen w&#228;re) ist f&#252;r ihn nicht zu erkennen.</p>
<p>Es muss also nicht verwundern, wenn der abstrakte Antikapita­lismus sich prinzipiell in 2 Beschw&#246;rungsformeln ersch&#246;pft. Die fehlenden Inhalte werden durch die moralische und meist martialische &#220;berbetonung der Formen kompensiert. Dies ist zum 1. der Kampf selbst und zum 2. die Solidarit&#228;t. Altvater etwa hat letztere als „soli­darische &#214;konomie“ im Buch „das Endes des Kapitalismus wie wir ihn kennen“ sogar in den Rang einer Produktionsweise erhoben, vom Anspruch her also durchaus vergleichbar mit Christians Produktionsweise Behauptungen bei der Peer&#246;konomie. Doch kann sie allenfalls als Zufallsl&#246;sung herhalten, weil hier kein materialistischer Gesellschaftszusam­menhang konstituiert wird, sie also nur moralisch wirkt in Abh&#228;ngigkeit von vielerlei, auch v&#246;llig ge­gens&#228;tzlichen Nebenumst&#228;n­den. Altvater &#8211; der die schwa­che Wirkung der Solidarit&#228;t f&#252;r das 20. Jahrhundert sehr wohl sieht – wei&#223; sich keinen anderen Rat als genau darauf zu setzen, wobei die eigentliche Begr&#252;ndung in der Negierung der Bed&#252;rfnisse der Menschen durch die liberalen Globalisierungsbestrebungen liegt. Dabei muss er sogar davon ausgehen, eine „solidarische &#214;konomie“ sei sogar auf Basis der Wertformen m&#246;glich, also auf der Basis einer unbewussten Gesellschaftlichkeit die sich bekanntlich dadurch auszeichnet, dass sie nur hinter dem R&#252;cken der Akteure funktioniert. Michael Heinrichs sehr vor­sichtigen, von der hier angesprochenen Schw&#228;che dominierten Versuch, die kapitalistische Warenproduktion selbst zu problematisieren (&#8220;Kritik der politischen &#214;konomie. Eine Einf&#252;hrung.&#8221; S. 216 ff), f&#252;hrt er sogar ein St&#252;ck weit ad absurdum, weil er keine innere Verbindung zwischen dieser Warenproduktion und ihrer m&#246;glichen Aufhebung sieht. Das eigentliche Problem l&#246;st er so nat&#252;rlich nicht und dokumentiert da­mit zugleich, dass bisher marxistisch noch nicht mal eine L&#246;sung angedacht werden konnte bei der nicht im Mittelpunkt irgendwelche abstrakten Annahmen standen:</p>
<blockquote><p><em>„Die Frage stellt sich aber, ob und inwiefern die &#246;konomische und politische Praxis &#252;ber kapitalistische Formen hinausweist. Was ist das transzendierende Potential von so­lidarischer &#214;konomie und nachhaltiger Gesellschaft?“ (Altvater, S. 203).</em></p></blockquote>
<p>Da er darauf keine Antwort hat, wird der R&#252;ckgriff auf die traditionellen Vorstellungen wieder in den Mittelpunkt ger&#252;ckt und etwa Holloways Machtkritik (als Kritik am Desaster des Realsozialismus) auf das sch&#228;rfste kritisiert, obwohl er die Schwierigkeiten der Machtaus&#252;bung &#8211; angesichts eines nicht greif­baren, also abstrakten Subjektes, welches diese Macht aus&#252;ben k&#246;nnte bzw. m&#252;sste &#8211; nicht aushebeln kann. So lange die notwendige Gesellschaftlichkeit nicht da existiert, wo sie hingeh&#246;rt, also bei der ungeheuren Mehrzahl der geselllschaftlichen Individuen, k&#246;nnen die L&#246;sungen nur sehr zweifelhafte sein, weil sie Ersatzsubjekte brauchen, um die fehlende Gesellschaftlichkeit der Individuen zu ersetzen.</p>
<p>Die Gesellschaftlichkeit der heutigen Gesellschaften ist einerseits nun zwar weitgehend diesem be­schr&#228;nkten historischen Stand entwachsen &#8211; was sich ja u. a. darin zeigt, dass die scheinradikalen Poli­tikformen etwa der KPD aus der Zwischenkriegszeit nicht wirklich wiederholbar sind &#8211; eben weil der Geschichtsverlauf praktisch klar gemacht hat, dass die den Anh&#228;ngern versprochene ! L&#246;sung aus der Beziehung zwischen F&#252;hrung und Gefolgschaft gar keine war. Was zugleich den Irrtum der K-Gruppen-Bewegung im Gefolge der so genannten Studentenbe­wegung markiert, die ahistorisch glaubte, den roten Faden scheinbar unterbrochener, in Wirklichkeit aber bereits vollst&#228;ndig gescheiterter „kommunistischer“ Politik wieder aufgreifen zu k&#246;nnen. Ulis „Beweis“ beweist daher vor allem, dass die Inhalte dieser vergangenen Arbeiterbewegungsverh&#228;ltnisse intellektuell noch nicht wirklich &#252;berwunden sind, in denen die Masse der Arbeiterinnen nur die Aufgabe hatte, den Parolen ihrer F&#252;hrer Folge zu leisten die das abstrakte Gesamtinteresse managten (zu den hier vorhandenen Widerspr&#252;chen; erf&#252;llten, hintergangenen und oder zur&#252;ckgewiesenen Anspr&#252;chen: Klaus-Michael Mallmann, &#8220;Kommunisten in der Weimarer Republik. Sozialgeschichte einer revolution&#228;ren Bewegung&#8221;). Dieser &#8216;Manager-Sozialismus&#8217; hat sich erledigt und auch das weinerlichste Selbstmitleid der verhinderten Manager kann die „Schreie“ (Holloway) der „&#252;bergro&#223;en Mehrzahl“ nicht &#252;bert&#246;nen &#8211; einer Mehrzahl die nat&#252;rlich mit diesen Verh&#228;ltnissen keinen wirklichen Frieden machen kann.</p>
<p>Andererseits ist freilich ebenso offensichtlich der notwendige, neue Gesellschaftlichkeitsgrad f&#252;r den n&#228;chsten qualitativen Sprung der „&#252;bergro&#223;en Mehrzahl“ nach vorn noch nicht erreicht, dazu m&#252;ssen deren „Schreie“ sich in ein bewusstes Handeln verwandeln, mit dem sie sich ihre Gesell­schaftlichkeit aneignen k&#246;nnen. Stefan Breuers Behauptung jedoch, die Revolution sei</p>
<blockquote><p><em>„nicht l&#228;nger aus der immanenten Dialektik des Kapitals zu begr&#252;nden“, weil „die Arbeiterbewegung in ihrem blinden Wechsel von reformistischer Inte­gration und verzweifeltem Voluntarismus demonstrierte, dass es durchaus keinen not­wendigen Zusammenhang zwischen Kritik der politischen &#214;konomie und Revolutions­theorie in dem von Marx unterstellten Sinne gab, dass &gt;in dem positiven Verst&#228;ndnis des Bestehenden&lt; &gt;zugleich auch das Verst&#228;ndnis seiner Negation, seines notwendigen Untergangs&lt; (MEW 23, S. 28) eingeschlossen sei, gab sie die h&#246;hnische Antwort des Kapitals auf die Hoffnung des revolution&#228;ren Sozialismus, dass die b&#252;rgerliche Gesell­schaft im Proletariat als einer gleichsam exterritorialen Instanz ihre absolute Grenze ge­funden habe“ (Die Krise der Revolutionstheorie, S. 63, Frankfurt a. M. 1977)</em></p></blockquote>
<p>ist allerdings zu revidieren. Denn „das Verst&#228;ndnis des Bestehenden“ hat das Bestehende in der Zeit nach Marx bisher genau nur v&#246;llig unzureichend erfasst, so dass die Ver&#228;nderungsans&#228;tze gar nicht da angesetzt haben, wo sie aber h&#228;tten ansetzen m&#252;ssen, um &#252;berhaupt erfolgreich sein zu k&#246;nnen (Gesellschaftlichkeitsentwicklung statt Macht&#252;bernahme, da Macht&#252;bernahme eine entsprechende Gesellschaftlichkeitsentwicklung voraussetzt).</p>
<p>Die absolut m&#246;gliche, praktische Erkenntnis, dass das in der gegenseitigen Abh&#228;ngigkeit aufscheinende Verh&#228;ngnis ein solches nicht sein muss, da die Pro­duktion f&#252;r die Bed&#252;rfnisse der Anderen ihres Zwangscharakters beraubt wird, wenn sie erst zum Gegenstand der pers&#246;nlichen Sorge und der pers&#246;nlichen Verantwortung „der &#252;bergro&#223;en Mehr­zahl“ gemacht werden kann und damit dann stattdessen auf Basis einer bewussten Handlung der Individuen stattfindet. Dieses bisherige &#8216;Versagen&#8217; l&#228;sst sich der „&#252;bergro&#223;en Mehrzahl“ daher &#252;berhaupt nicht ankrei­den, der Versuch allein zeigt schon, wie klein das Verst&#228;ndnis dieser Zusammenh&#228;nge bisher ist. Das bisherige Festsitzen in einer Sackgasse betrifft alle. Nur die selbst ernannten Durchblicker schwelgen in Selbstmitleid, hantieren lieber mit Schuldzuweisungen und f&#252;hlen sich den &#8220;Normalos&#8221; ja sooo &#252;berlegen, anstatt sich an vern&#252;nftigen Erkl&#228;rungsversuchen abzuarbeiten. Ein realistischeres und damit notwendigerweise kritischeres Selbstbewu&#223;tsein sieht anders aus.</p>
<p><em>Bochum im Juni 2009</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wadk.de/2009/hubert-herfurth-zur-wak-und-peer-oekonomie-diskussion/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>20</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Extra-Termin: Historisches und &#220;berhistorisches</title>
		<link>http://wadk.de/2007/extra-termin-historisches-und-ueberhistorisches/</link>
		<comments>http://wadk.de/2007/extra-termin-historisches-und-ueberhistorisches/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 23 Mar 2007 08:58:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wak</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunismus]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie / Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[» Treffen]]></category>
		<category><![CDATA[matthias schulz]]></category>
		<category><![CDATA[vergesellschaftung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=142</guid>
		<description><![CDATA[Zur Weiterf&#252;hrung der Diskussion des Textes von Matti »Das Verh&#228;ltnis des Historischen zum &#220;berhistorischen« haben wir uns eine kompetente Gespr&#228;chspartnerin eingeladen: Annette Schlemm aus Jena. Freitag, 30. M&#228;rz 2007, 17:00 Uhr (ja, eine Stunde fr&#252;her als sonst), Helle Panke]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zur Weiterf&#252;hrung der Diskussion des Textes von Matti <a href="http://wadk.de/2007/das-verhaeltnis-des-historischen-zum-ueberhistorischen/">»Das Verh&#228;ltnis des Historischen zum &#220;berhistorischen«</a> haben wir uns eine kompetente Gespr&#228;chspartnerin eingeladen: <a href="http://www.thur.de/philo/">Annette Schlemm</a> aus Jena.</p>
<p>Freitag, 30. M&#228;rz 2007, 17:00 Uhr (ja, eine Stunde fr&#252;her als sonst), <a href="http://wadk.de/helle-panke/">Helle Panke</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wadk.de/2007/extra-termin-historisches-und-ueberhistorisches/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Historisches und &#220;berhistorisches</title>
		<link>http://wadk.de/2007/historisches-und-ueberhistorisches/</link>
		<comments>http://wadk.de/2007/historisches-und-ueberhistorisches/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 21 Feb 2007 09:30:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wak</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunismus]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie / Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[» Treffen]]></category>
		<category><![CDATA[matthias schulz]]></category>
		<category><![CDATA[vergesellschaftung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=154</guid>
		<description><![CDATA[Wir diskutieren den Text von Matti: »Das Verh&#228;ltnis des Historischen zum &#220;berhistorischen« Mittwoch, 28. Februar 2007, 18:00 Uhr, Helle Panke]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir diskutieren den Text von Matti: <a href="http://wadk.de/2007/das-verhaeltnis-des-historischen-zum-ueberhistorischen/">»Das Verh&#228;ltnis des Historischen zum &#220;berhistorischen«</a></p>
<p>Mittwoch, 28. Februar 2007, 18:00 Uhr, <a href="http://wadk.de/helle-panke/">Helle Panke</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wadk.de/2007/historisches-und-ueberhistorisches/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Verh&#228;ltnis des Historischen zum &#220;berhistorischen</title>
		<link>http://wadk.de/2007/das-verhaeltnis-des-historischen-zum-ueberhistorischen/</link>
		<comments>http://wadk.de/2007/das-verhaeltnis-des-historischen-zum-ueberhistorischen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 01 Feb 2007 09:06:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wak</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunismus]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie / Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Transformation]]></category>
		<category><![CDATA[hegel]]></category>
		<category><![CDATA[matthias schulz]]></category>
		<category><![CDATA[objekt]]></category>
		<category><![CDATA[produktivkraft]]></category>
		<category><![CDATA[subjekt]]></category>
		<category><![CDATA[vergesellschaftung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=145</guid>
		<description><![CDATA[Von Matthias Schulz [Kopie aus opentheory.org inkl. der Diskussion] (1) Es geh&#246;rt schon sehr viel dazu, diese Gesellschaft als nur historisch , als vor&#252;bergehend und damit als ver&#228;nderlich zu erkennen. Leider gelangen nur sehr wenige zu dieser Einsicht. Dennoch soll es in diesem Text darum nicht gehen, sondern ich m&#246;chte das voraussetzen. (2) Wenn man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Matthias Schulz</em></p>
<p>[Kopie aus opentheory.org inkl. der Diskussion]</p>
<p>(1) Es geh&#246;rt schon sehr viel dazu, diese Gesellschaft als nur historisch , als vor&#252;bergehend und damit als ver&#228;nderlich zu erkennen. Leider gelangen nur sehr wenige zu dieser Einsicht. Dennoch soll es in diesem Text darum nicht gehen, sondern ich m&#246;chte das voraussetzen.</p>
<p><span id="more-145"></span>(2) Wenn man einmal so weit gekommen ist, passiert es leicht in ein anderes Extrem zu verfallen, n&#228;mlich nichts &#252;berhistorisches mehr gelten zu lassen. Alles soll nur noch verg&#228;nglich sein und nichts Bleibendes an sich haben. Es ist selbstverst&#228;ndlich ganz richtig, das alles was ist, immer historisch ist. Das hei&#223;t aber nicht, das daran nichts Bleibendes sein kann, denn dann k&#246;nnte es in nichts anderes &#252;bergehen. Das Neue in das es &#252;bergeht, muss dem Alten bereits immanent gewesen sein, sonst kann es nicht daraus hervorgehen. Damit ist es aber ein Bleibendes, welches nur seine Form &#228;ndert. Soll etwas also nur historisch sein, kann es in nichts anderes &#252;bergehen und ist so ewig, fest, starr, ohne Entwicklung. Es ist genau das, was man eigentlich &#252;berwinden wollte. Ganz abgesehen davon, das die Aussage, das alles historisch ist, immer zutrifft, also selbst &#252;berhistorisch ist.</p>
<p>(3) Alles was ist, ist also sowohl historisch als auch &#252;berhistorisch. Wie ist dieses Verh&#228;ltnis nun n&#228;her zu bestimmen? Das Bleibende an Etwas ist was es ist, das es ist, der Inhalt. Dieser Inhalt muss sich realisieren, muss auf bestimmte Art und Weise sein. Dieses wie er ist, ist die Besonderheit, die Bestimmtheit, ist die Form. Und er muss auf irgendeine Weise sein, sonst ist er gar nicht. So ist der Mensch immer ein gesellschaftlicher, wozu geh&#246;rt, das diese Gesellschaftlichkeit immer eine historisch besondere Form annimmt.</p>
<p style="padding-left: 30px;">(3.1) Ein Inhalt, viele Formen, 26.02.2007, 11:49, Stefan Meretz: Verstehe ich dich richtig, dass du von einem konstanten Inhalt und vielen sich &#228;ndernden Formen (Besonderheiten, Bestimmtheiten) ausgehst?</p>
<p style="padding-left: 60px;">(3.1.1) Re: Ein Inhalt, viele Formen, 29.03.2007, 11:00, Matthias Schulz: Ich wei&#223; nicht recht, was du unter &#8220;konstantem Inhalt&#8221; verstehst. Man darf sich hier nicht vorstellen, das der Inhalt f&#252;r sich schon etwas w&#228;re. F&#252;r sich genommen ist er ganz unbestimmt, ohne Realit&#228;t.<br />
Das konkrete Ganze ist aber immer ein Bestimmtes, eine bestimmte Weise der Realisierung. Diese Realisierung ist, wie etwas ist, die Form. Ver&#228;nderung ist immer Ver&#228;nderung in der Bestimmtheit, damit der Form.</p>
<p style="padding-left: 60px;">(3.1.2) Re: Ein Inhalt, viele Formen, 29.03.2007, 11:31, Matthias Schulz: Ich gehe im &#220;brigen auch nicht davon aus, in dem Sinne, dass es ein Vorrausgesetztes w&#228;re, sondern im Gegenteil, dieses Verst&#228;ndnis hat sich mir als Resultat meiner Auseinandersetzung mit den tats&#228;chlichen Verh&#228;ltnissen ergeben.</p>
<p style="padding-left: 30px;">(3.2) Was ist Inhalt, was die Form?, 26.02.2007, 12:00, Stefan Meretz: Ich denke, dass wir genau sagen m&#252;ssen, was der Inhalt und was seine Form ist. Hier vermischst du IHMO die gesellschaftstheoretische und individualtheoretische Ebene: Die &#8220;Gesellschaftsform&#8221; ist nicht die Form des Inhalts &#8220;Gesellschaftlichkeit des Menschen&#8221;. Gesellschaftsform ist eine gesellschaftstheoretische Kategorie und Gesellschaftlichkeit des Menschen eine individualtheoretische. Klar kannst du das nicht trennen, aber du musst es begrifflich unterscheiden.</p>
<p style="padding-left: 60px;">(3.2.1) Re: Was ist Inhalt, was die Form?, 29.03.2007, 11:12, Matthias Schulz: Ich verstehe sowohl die menschliche Gesellschaft, als auch den gesellschaftlichen Menschen als gesellschaftstheoretische Kategorien. (In dem Sinne, das die besondere Weise des gesellschaftlichen Menschen jetzt die Warenmonade ist.) Der Inhalt w&#228;re dann, dass sie nur zusammen ein Ganzes ausmachen, im Verh&#228;ltnis zueinander stehen. Die Form ist dann das jeweils bestimmte Verh&#228;ltnis.</p>
<p style="padding-left: 30px;">(3.3) Inhalt-Form-Paare, 26.02.2007, 12:03, Stefan Meretz: Die &#8220;richtigen&#8221; Inhalt-Form-Paare lauten: a) Gesellschaftlichkeit des Menschen und realisierte Gesellschaftlichkeit zum Beispiel durch Position in einer feudalen Hierarchie oder als Beruf in der b&#252;rgerlichen Gesellschaft; b) Produktivkraftentwicklung und Vergesellschaftungsform &#8211; vgl. dazu http://www.opentheory.org/vergesellschaftung/text.phtml</p>
<p>(4) Die Form ist nun allerdings keine beliebige. Der Inhalt realisiert sich nicht irgendwie und er kann auch nicht in seinem ganzen Umfang unmittelbar vorhanden sein. Er verwirklicht, entwickelt sich, seine Momente in notwendiger Weise, und nicht alles mit einem mal, sondern in notwendiger Abfolge. Entwicklung ist so im &#220;brigen als eine Ver&#228;nderung der Form anzusehen, nicht des Inhalts.</p>
<p style="padding-left: 30px;">(4.1) 06.02.2007, 17:06, Konrad Stoeber: Wenn das so ist, das sich am Inhalt nichts ver&#228;ndert, wieso sollte dann die Form sich ver&#228;ndern. Entwickelt sich die Form trotzdem, w&#228;re die Formentwicklung gleichg&#252;ltig gegen die Ver&#228;nderungen des Inhalts. Bleiben wir f&#252;r einen Moment nicht im Reich der philosophischen Kategorien, hie&#223;e das, dass die Produktivkr&#228;fte als Inhalt, gegen die gesellschaftliche Form gleichg&#252;ltig w&#228;ren ?</p>
<p style="padding-left: 60px;">(4.1.1) Inhalt &#8211; Form, 08.02.2007, 18:31, Konrad Stoeber: Korrigiere obiges wie folgt: &#8230; w&#228;re die Formentwicklung gleichg&#252;ltig gegen den sich selbst gleichbleibenden Inhalt.<br />
Der Inhalt &#8211; etwa Produktivkr&#228;fte &#8211; entwickelt sich nicht ?</p>
<p style="padding-left: 90px;">(4.1.1.1) Re: Inhalt &#8211; Form, 09.02.2007, 17:20, Matthias Schulz: Unser Unterschied ist hier wohl, das meinem Verst&#228;ndnis nach alles was ist, eine bestimmte Realisierung, Form seiner selbst ist, also sowohl Inhalt als auch Form. Einen Inhalt ohne Form, also ohne Realit&#228;t, gibt es nicht.<br />
Vielmehr ist das sich entwickeln, realisieren, also die Form, dem Inhalt ganz immanent. Trennt man beide voneinander, sind es nur noch abstrakte Kategorien.<br />
Das was sich entwickelt bleibt insofern trotz aller Ver&#228;nderung ganz bei sich.</p>
<p style="padding-left: 120px;">(4.1.1.1.1) Re: Inhalt &#8211; Form, 10.02.2007, 19:33, Konrad Stoeber: Was ich nicht nachvollziehen kann, ist, dass die Form dem Inhalt Realit&#228;t verleiht. Im Kommentar zum n&#228;chsten Abschnitt wird vielleicht deutlicher, warum.<br />
Den letzten Satz verstehe ich nicht.</p>
<p style="padding-left: 90px;">(4.1.1.2) Produktivkr&#228;fte, 09.02.2007, 17:28, Matthias Schulz: In dem Sinne w&#252;rde ich auch die Produktivkr&#228;fte nicht als nur ein Inhalt begreifen. Sie sind ja gerade das historisch bestimmte Niveau, inwiefern das objektiv Vorhandene, die &#228;u&#223;ere Natur und die des Menschen hervorgebracht, f&#252;r uns geworden ist. Auch hier ist es nur eine &#196;nderung der Form, n&#228;mlich ob es f&#252;r mich geworden ,oder erst nur an sich ist und mir damit nicht zur Verf&#252;gung steht.</p>
<p style="padding-left: 120px;">(4.1.1.2.1) Re: Produktivkr&#228;fte, 10.02.2007, 21:21, Konrad Stoeber: Wenn Du mit diesem Text meinst, dass die Menschen in Ihrem praktischen Lebensproze&#223; die Bestimmtheit der &#228;u&#223;eren Natur und ihre eigene Bestimmtheit hervorgebracht haben, stimme ich Dir zu.<br />
Der Proze&#223; der Auseinandersetzung mit der Natur ist selbst formiert, insofern nicht nur Inhalt. Deinen letzten Satz w&#252;rde ich folgenderma&#223;en lesen: In der Produktion erf&#228;hrt der Arbeitsgegenstand eine Formver&#228;nderung.</p>
<p style="padding-left: 120px;">(4.1.1.2.2) Re: Produktivkr&#228;fte, 10.02.2007, 21:27, Konrad Stoeber: Wozu dann aber die v&#246;llig unbestimmte Natur &#8220;an sich&#8221; will mir nicht einleuchten. Der Arbeitsgegenstand ist doch kein &#8220;an sich&#8221; seiender Gegenstand. Was willst Du damit erkl&#228;ren oder retten ?<br />
Die M&#246;glichkeiten, die sich im &#8220;An sich&#8221; verbergen? Da das &#8220;An sich&#8221; unbestimmt ist, kannst Du auch nichts sinnvolles &#252;ber dessen M&#246;glichkeiten aussagen.</p>
<p style="padding-left: 90px;">(4.1.1.3) Re: Inhalt &#8211; Form, 26.02.2007, 12:13, Stefan Meretz: Konrad: &#8220;Der Inhalt &#8211; etwa Produktivkr&#228;fte &#8211; entwickelt sich nicht?&#8221; &#8211; Hier ist wieder die Frage: Was ist Inhalt, was ist Form? Produktivkr&#228;fte ist ja schon selbst ein Formbegriff, er dr&#252;ckt das historisch spezifische Verh&#228;ltnis von Mensch, Mittel und (&#228;u&#223;erer) Natur als &#8220;Inhalt&#8221; aus. Der Inhalt (die Tatsache, dass sich der Mensch Mittel bedient, um seinen Naturstoffwechsel zu betreiben) ist demgegen&#252;ber immer gleich, nur in welcher Weise es sich historisch entwickelt, &#228;ndert sich.</p>
<p style="padding-left: 120px;">(4.1.1.3.1) Re: Inhalt &#8211; Form, 03.03.2007, 18:44, Konrad Stoeber: &#8220;Produktivkr&#228;fte&#8221; dr&#252;ckt in der Tat den Stoffwechselproze&#223; mit der Natur mit den genannten &#8220;Bestimmungsst&#252;cken&#8221; aus. Dein folgender Satz mit &#8220;in welcher Weise es sich historisch entwickelt&#8221; bleibt allerdings vage. Was bei Dir als Inhalt fungiert, ist abstrakt Allgemeines, ein Beispiel davon w&#228;re abstrakt Einzelnes, etwa Brot im Backofen backen.<br />
Der historische Unterschied erscheint dann im &#8220;Wie&#8221;, in der technologischen Produktionsweise von Brot: Im Gemeindebackofen oder in der Brotfabrik. Damit ist ausdr&#252;cklich nicht die unterschiedliche Formbestimmtheit nach der gesellschaftlichen Seite hin angesprochen.</p>
<p style="padding-left: 120px;">(4.1.1.3.2) Re: Inhalt &#8211; Form, 03.03.2007, 18:52, Konrad Stoeber: F&#252;r die verschiedenen Produkte l&#228;&#223;t sich das empirisch relativ leicht zeigen. F&#252;r den gesamten Komplex gesellschaftlicher Produktivkr&#228;fte liegt das allerdings nicht so offenkundig auf der Hand, zumal die technologischen Produktionsweisen in einer Gesellschaft selbst beim gleichen Produkt nicht homogen sind. (B&#228;cker an der Ecke und Backwarenfabrik im Gewerbegebiet nebenan).</p>
<h3>Geschichte</h3>
<p>(5) So ist die ganze bisherige Geschichte als eine schrittweise Realisierung, Verwirklichung dessen, was den gesellschaftlichen Menschen in seinem und die menschliche Gesellschaft in ihrem ganzen Umfange ausmacht. Eine historische Epoche entwickelt so ein Moment dieses ganzen Umfangs, wobei dieses eine Moment in dieser Epoche den ganzen Umfang ausmacht, es also nicht als Moment, sondern als das Ganze ist. Erst wenn dieses Moment vollst&#228;ndig entfaltet ist, kann die Entwicklung fortschreiten. Und das kann sie, weil dieses Moment, welches zuvor den gesamten Zusammenhang ausmachte, tats&#228;chlich nur ein Moment eines umfassenderen Zusammenhanges ist und so auf diesen verweist. Damit wird es nur zu dem gemacht, was es tats&#228;chlich ist, n&#228;mlich herabgesetzt zu nur noch einem Moment eines umfassenderen Ganzen.</p>
<p>(6) Es ist allerdings nicht so, das nur dieses eine Prinzip, welches einer Epoche zugrunde liegt, existieren w&#252;rde und der ganze Umfang der menschlichen Gesellschaft noch gar nicht w&#228;re. Denn es ist ja die menschliche Gesellschaft, die sich auf historisch besondere Weise realisiert, so ist sie auch immer in ihrem ganzen Umfange vorhanden. Aber dieser gesamte Umfang ist eben von nur einem Moment seiner selbst strukturiert, konstituiert und nicht von sich als Ganzes. Damit ist also das allgemein menschliche immer vorhanden, nur eben noch relativ unentwickelt.</p>
<p style="padding-left: 30px;">(6.1) Der ganze Umfang, 26.02.2007, 12:17, Stefan Meretz: Was ist denn der &#8220;ganze Umfang der menschlichen Gesellschaft&#8221;? Von welchem Moment des Ganzen ist dieser Umfang denn zur Zeit strukturiert?</p>
<p style="padding-left: 30px;">(6.2) Inhalt und Momente, 26.02.2007, 12:22, Stefan Meretz: Verstehe ich dich richtig, dass die historisch sich ver&#228;ndernden Formen des konstanten Inhalts die Momente dieses Inhalts sind?</p>
<p style="padding-left: 60px;">(6.2.1) Re: Inhalt und Momente, 29.03.2007, 11:51, Matthias Schulz: Ich denke schon.</p>
<h3>Menschliche Gesellschaft</h3>
<p>(7) Einerseits habe ich also diesen &#252;berhistorischen Inhalt des gesellschaftlichen Menschen und andererseits die historische Form seiner Realisierung, wobei diese Form immer nur ein Moment dieses ganzen Inhalts verwirklicht und nicht diesen in seinem ganzen Umfange. In diesem Sinne w&#252;rde ich von Vorgeschichte sprechen, denn diese Entwicklung ist keine Endlose, sondern hat ein Ziel n&#228;mlich, dass was den gesellschaftlichen Menschen und die menschliche Gesellschaft in ihrem Gesamt ausmacht auch zu realisieren. Das hei&#223;t, dass das Historische und das &#220;berhistorische zusammenfallen, also eine Epoche ist, der der vollst&#228;ndig entfaltete gesellschaftliche Mensch zugrunde liegt und die diesen in seinem ganzen Umfange und Besonderheit entwickelt. Das ist Kommunismus und der Beginn der eigentlichen Geschichte.</p>
<p style="padding-left: 30px;">(7.1) Re: 5-7, 06.02.2007, 17:08, Konrad Stoeber: Das riecht mir alles sehr Pr&#228;formation. Alles ist schon angelegt, da und mu&#223; „nur noch“ realisiert werden. Auf diese Weise entst&#252;nde nichts qualitativ Neues. Au&#223;erdem f&#252;rchte ich, dass sich hinter der Formulierung &#8220;allgemein Menschliches&#8221; &#8220;in seinem ganzen Umfang&#8221; wieder eine abstrakte Anthropologie versteckt, ganz abgesehen davon, dass ich keine Ahnung habe, was Du unter &#8220;allgemein Menschlich&#8221; verstehst.</p>
<p style="padding-left: 60px;">(7.1.1) Neues, 09.02.2007, 17:41, Matthias Schulz: Kann man sich denn Neues so vorstellen, das es aus dem nichts kommt? Es muss doch wenigstens als Potenz bereits vorhanden sein. So ist es erst noch ganz eingeschlossen, noch nicht realisiert, dann aber entwickelt und so &#252;berhaupt erst vorhanden. Das ist doch ein gigantischer, qualitativer Unterschied, oder?<br />
Das weitere ist, dass das, was sich entwickelt nicht realisiert wird, sondern sich realisiert, damit seiner Entwicklung vorausgesetzt ist.</p>
<p style="padding-left: 90px;">(7.1.1.1) Re: Neues, 10.02.2007, 21:39, Konrad Stoeber: Neues geht nat&#252;rlich nicht aus dem Nichts hervor, sondern aus dem Alten. Die Frage also genauer gestellt: Ist das Neue im Alten als Potenz vorhanden ? Wo war das Puddingpulver vor seiner Entstehung &#8220;noch ganz eingeschlossen&#8221; vorhanden ? Doch bestenfalls im Kopf von Herrn Oetker sen.</p>
<p style="padding-left: 60px;">(7.1.2) allgemein Menschliches, 09.02.2007, 17:51, Matthias Schulz: Es ist ja gerade der Clou, das ich das, was ich unter allgemein Menschliches verstehe, nicht von irgendwoher zu nehmen brauche, sondern die b&#252;rgerliche Gesellschaft ja eine besondere Realisierung der menschlichen Gesellschaft ist, ich also durch begreifendes aufschlie&#223;en der tats&#228;chlichen, vorhandenen Verh&#228;ltnisse dieses allgemeine Verst&#228;ndnis erhalte, welches ich aber nat&#252;rlich immer an der konkreten, tats&#228;chlichen Gesellschaft, und dem tats&#228;chlichen, vorhandenen Menschen aufzeigen k&#246;nnen mu&#223;.</p>
<p style="padding-left: 90px;">(7.1.2.1) Re: allgemein Menschliches, 10.02.2007, 21:43, Konrad Stoeber: &#8230;und was ist das allgemein Menschliche in der b&#252;rgerlichen Gesellschaft ?</p>
<p style="padding-left: 120px;">(7.1.2.1.1) Re: allgemein Menschliches, 12.02.2007, 22:18, Wolf G&#246;hring: Lustreisen</p>
<p style="padding-left: 150px;">(7.1.2.1.1.1) Re: allgemein Menschliches, 13.02.2007, 08:19, Konrad Stoeber: &#8230;ins allgemein Menschliche.</p>
<p style="padding-left: 150px;">(7.1.2.1.2) Re: allgemein Menschliches, 26.02.2007, 12:26, Stefan Meretz: Das kann man doch ziemlich gut sagen: Alle zivilisatorischen Errungenschaften (was im Einzelnen wir auch immer als solches auch werten wollen). Der Kapitalismus hat damit seine allgemein menschlichen Potenzen entfaltet, aber das ist over, sie sind ausgereizt.</p>
<p style="padding-left: 180px;">(7.1.2.1.2.1) Re: allgemein Menschliches, 01.03.2007, 15:29, Konrad Stoeber: Die Kehrseiten der zivilisatorischen Errungenschaften bleiben dann einfach ausgeblendet. Sind die nicht allgemein menschlich ?</p>
<p style="padding-left: 60px;">(7.1.3) Re: 5-7, 26.02.2007, 12:35, Stefan Meretz: Konrad: &#8220;Das riecht mir alles sehr Pr&#228;formation.&#8221; &#8211; Das ist Pr&#228;formation in dem Sinne, dass &#8211; nach der Logik des Textes gehend &#8211; die dem Inhalt ad&#228;quate Form noch nicht entwickelt ist, aber dabei ist, sich zu entwickeln. Es ist keine Pr&#228;formation in dem Sinne, dass die konkreten Realisationsformen vorgegeben sind. Das qualitativ Neue entsteht in der Tat nicht bzgl. des Inhalts &#8220;gesellschaftlicher Mensch&#8221; (etwa durch Entstehung einer neuen biologischen Gattung), sondern &#8220;nur&#8221; bzgl. seiner konkreten Realisierungsformen &#8211; also etwa der konkreten Lebensweise der globalen Menschheit.</p>
<p>(8) Aufgrund dieses Verh&#228;ltnisses kann ich die Geschichte erst im Nachhinein begreifen, wenn ich erkannt habe, was sich darin entwickelt. Da das Kommunistische der vollst&#228;ndig realisierte Inhalt ist, so ist es eben dieses, was sich in der Geschichte realisiert. Es ist also Kommunistisches in aller Geschichte und es ist nur das Kommunistische, allgemein Menschliche was in aller Geschichte ist und sich in dieser entwickelt.</p>
<p>(9) Was f&#252;r den Kommunismus gilt, gelten soll, muss so f&#252;r die ganze Geschichte gelten, und nur was f&#252;r die ganze Geschichte gilt, ist kommunistisch. Ich habe so auch das kommunistische in der b&#252;rgerlichen Gesellschaft aufzuzeigen, denn nur so kann ich verstehen, wie sie dazu &#252;bergehen kann.</p>
<p style="padding-left: 30px;">(9.1) Kommunistisches in aller Geschichte, 26.02.2007, 12:42, Stefan Meretz: Verstehe ich dich richtig, dass die Argumentation so geht: Wenn das unentfaltete Ganze die Entfaltung von Momenten des Ganzen ist, dann muss Kommunistisches auch in den Momenten sein &#8211; weil sie eben Momente des Ganzen sind. &#8211; Damit best&#228;tigt sich allerdings nur die angegebene Voraussetzung.</p>
<p>(10) Es ist sich allerdings nicht so vorzustellen, als w&#228;re das Kommunistische, das allgemein Menschliche in irgend einer besonderen Form, oder einer bestimmten Praxis im Kapitalismus vorhanden. Denn das allgemein Menschliche ist als allgemein Menschliches noch nicht realisiert, damit in keiner Form. Das ist es erst im Kommunismus, und dieser ist eben noch nicht. Vielmehr ist das, was den Kapitalismus konstituiert, eine bestimmte Form der Realisierung des allgemein Menschlichen, in der oben beschriebenen Weise und als solche zu begreifen. So ist nach dem Neuen im Alten nicht zu suchen, als w&#228;re es schon irgendwo vorhanden, sondern es ist hervorzubringen und in die Realit&#228;t zu setzen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">(10.1) Realisiert oder nicht?, 26.02.2007, 13:47, Stefan Meretz: &#8220;Denn das allgemein Menschliche ist als allgemein Menschliches noch nicht realisiert, damit in keiner Form. Das ist es erst im Kommunismus, und dieser ist eben noch nicht. Vielmehr ist das, was den Kapitalismus konstituiert, eine bestimmte Form der Realisierung des allgemein Menschlichen&#8221; &#8211; &#8220;in keiner Form&#8221; und &#8220;eine bestimmte Form&#8221; widersprechen sich. M&#252;sste es nicht vielmehr hei&#223;en: &#8220;Vielmehr ist das, was den Kapitalismus konstituiert, ein Moment der Realisierung des allgemein Menschlichen&#8221;? Oder: &#8220;Vielmehr ist das, was den Kapitalismus konstituiert, die Form der Realisierung eines bestimmten Moments des allgemein Menschlichen&#8221;?</p>
<p style="padding-left: 60px;">(10.1.1) Re: Realisiert oder nicht?, 29.03.2007, 16:38, Matthias Schulz: &#8220;&#8230; das allgemein Menschliche ist als allgemein Menschliches noch nicht &#8230;&#8221;, was ja hei&#223;en soll, es ist noch nicht in der Form des allgemein Menschlichen, sondern erst in der Form der b&#252;rgerlichen Gesellschaft.</p>
<p style="padding-left: 60px;">(10.1.2) Re: Realisiert oder nicht?, 29.03.2007, 16:53, Matthias Schulz: Ein Moment des allgemein Menschlichen liegt einer Epoche als Prinzip zugrunde und strukturiert, konstituiert es. Das bedeutet aber nicht, das nur dieses Prinzip existieren w&#252;rde. Denn das was strukturiert, formiert wird, ist immer das allgemein Menschliche in seiner Gesamtheit.</p>
<p>(11) Au&#223;erdem kann das allgemein Menschliche nicht in einer nur beschr&#228;nkten Weise, also in nur unmittelbaren, kooperativen Verh&#228;ltnissen auftreten, denn als allumfassend kann es, wenn es sich denn realisiert, nur sogleich auf allgemeinem, gesellschaftlichem Niveau sich verwirklichen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">(11.1) 26.02.2007, 13:50, Stefan Meretz: Mit diesem &#8220;Au&#223;erdem&#8221; bringst du eine neue Dimension ins Spiel, n&#228;mlich die der unmittelbar-kooperativen Beziehungen (inter-individuelle Ebene). Bisher ging es um gesellschaftlich-kooperative Beziehungen (gesellschaftliche Ebene). Was meinst du hier genau? Familienbeziehungen?</p>
<h3>Theorie und Praxis</h3>
<p>(12) Aus dem oben gesagten erhellt auch das Verh&#228;ltnis von Theorie und Praxis, von Denken und Wollen. Denken ist nicht einfach das Aufnehmen des schon Vorhandenen, Realisierten, sondern das Hervorbringen dessen, was noch nicht ist, was erst nur an sich, als Potenz ist. Da das &#252;ber sich Hinausgehen der Sache selbst immanent ist, kann ich, durch begreifendes aufschlie&#223;en eben dieser, &#252;ber sie hinausgehen. Ich &#252;berschreite so die Grenzen des Gegebenen. Das was zuvor nur erst an sich, als Potenzial war, ist jetzt durch die Theorie f&#252;r mich geworden und kann so Gegenstand meiner Praxis werden.</p>
<p style="padding-left: 30px;">(12.1) Re: Theorie und Praxis, 26.02.2007, 13:54, Stefan Meretz: Wie willst du etwas denkend hervorbringen, was nur Potenz ist? Die &#220;berlegung, dass das &#8220;&#252;ber sich Hinausgehen der Sache selbst immanent&#8221; ist, gilt ja von Anbeginn an. Doch das denkende &#220;berschreiten braucht Voraussetzungen, sonst w&#228;re es ebenfalls seit Anbeginn an &#8220;da&#8221;. Welche Voraussetzunge sind das? Warum sind diese heute gegeben? Sind sie?</p>
<p style="padding-left: 60px;">(12.1.1) Re: Theorie und Praxis, 29.03.2007, 12:20, Matthias Schulz: Ja, das ist mir auch aufgefallen.<br />
Ich kann dazu erstmal nur sagen, dass dieses hervorbringen beinhaltet, das Hervorgebrachte zu einer neuen Voraussetzung zu machen. Das bedeutet jedoch, es zum Stand der Bildung zu machen und sogar die Verh&#228;ltnisse danach zu strukturieren. Die ganze Umgestaltung der Welt ist n&#246;tig, damit dieses ehemals neu Hervorgebrachte eine Voraussetzung f&#252;r mich sein kann, von der ich dann ausgehe.</p>
<p>(13) Da dieses f&#252;r mich gewordene mir ein neues Potenzial zug&#228;nglich macht, damit erweiterte M&#246;glichkeiten f&#252;r mich darstellt, will ich es auch realisieren. Das hei&#223;t, ich will das theoretisch Hervorgebrachte auch praktisch verwirklichen. Damit nehme ich mein Wollen nicht aus mir heraus, es ist nichts nur subjektives, sondern die Dinge sollen zu dem werden was sie sind. Ich kann nur Etwas wollen, von dem ich wei&#223;. Und ich kann nur von Etwas wissen, was objektiv vorhanden ist.</p>
<p style="padding-left: 30px;">(13.1) &#8230;von etwas wissen, 08.02.2007, 18:36, Konrad Stoeber: Woher weisst Du von einer Subjekt-Objekt-Spaltung, wenn Du nur von etwas weisst, was objektiv vorhanden ist ? Du m&#246;chtest schon vom Subjekt was wissen, um eine solche Spaltung (wie weiter unten eine Einheit) konstatieren zu k&#246;nnen.</p>
<p style="padding-left: 60px;">(13.1.1) Re: &#8230;von etwas wissen, 14.02.2007, 23:18, Wolf G&#246;hring: &#8220;Ich esse schweinebraten&#8221;: Subjekt-objekt-spaltung par excellence. Wenn nicht schon meine altvordern um diese spaltung gewu&#223;t h&#228;tten, h&#228;tten sie mir nicht eine sprache hinterlassen, in der die einfachsten s&#228;tze diese spaltung bereits wiedergeben.<br />
Schweinebraten essend bin ich objektiv vorhanden (ergo sum!), und ich wei&#223; es, es sei denn, eine in den hirnkatalogen verzeichnete bestimmte ecke in meiner grauen masse ist kaputt.<br />
Aber: schweinebraten essend vernichtet das subjekt das objekt, macht einen teil davon zu einem teil des subjekts und mit dem rest verunreinigt dieses subjekt objektiv objekte.</p>
<p style="padding-left: 90px;">(13.1.1.1) Re: &#8230;von etwas wissen, 17.02.2007, 19:22, Konrad Stoeber: Offensichtlich bringen wir’s nur und ausschlie&#223;lich zuwege, &#252;ber Objekte zu sprechen. Und wenn das Objekt zuf&#228;llig mal ein Subjekt ist, macht’s auch nichts, da rette ich die Objektivit&#228;t &#8211; alles mu&#223; objektiv sein &#8211; indem ich die Redeweise vom „objektiv vorhandenen Subjekt“ pflege. Weniger verklausuliert ist also auch in Ansehung eines Subjekts die Rede von einem Objekt, Wir sitzen offensichtlich in der Falle der Sprache unserer Altvorderen und unserer eigenen Sprache. Deswegen bin ich immer ein wenig erstaunt, wie jemand, dem alles objektiv sein mu&#223;, &#252;ber Subjekte reden kann. Denn in dieser Trennung ist ja gerade das Objektive das „nicht Subjektive“.<br />
„Schweinebraten essend“ bist Du objektiv vorhanden. Da Du es wei&#223;t, bist Du selbst das wissende Subjekt. dem das Schweinebraten essende Objekt gegen&#252;bersteht. Ist es jemand anderes dem Du also Schweinebraten konsumierend als Objekt gegen&#252;berstehst, ist dieser das beobachtende resp. wissende Subjekt. In dieser Konstruktion ist das Subjekt ein Abstraktum.<br />
Mit Deinem „Aber“ vollziehst Du (mindestens) einen Bedeutungswechsel von „Subjekt“. Bis dahin war das Subjekt selbst Objekt oder ein nur erkenndes, beobachtendes, wissendes Subjekt. Jetzt sprichst Du nicht mehr von einem beobachtenden resp. wissenden Subjekt, sondern von der Praxis des Schweinebratenessens. Das Mittel Deiner T&#228;tigkeit (nicht das Objekt) ist der Schweinebraten, den Du ohne jeden Skrupel vernichtest. In Deinem „Aber“ ist also die Rede von einem konkreten und bestimmten Subjekt.<br />
Vom Objekt w&#228;re dann die Rede, wenn Du ein ordentliches St&#252;ck Lende gekauft hast, das Du noch braten mu&#223;t, damit es Dir Mittel der Konsumtion sein kann. Mittel zur Aneignung des Lendenst&#252;cks w&#228;re dann unter anderem Deine Bratpfanne.<br />
Die angemerkte objektive Verunreinigung von Objekten machen sich wom&#246;glich andere zum Mittel der Herstellung von Biogas, wo nicht, ist das Resultat unerfreulich.</p>
<p style="padding-left: 90px;">(13.1.1.2) Re: &#8230;von etwas wissen, 17.02.2007, 19:23, Konrad Stoeber: Damit ich wegen Unterschlagung der spezifisch kapitalistischen Verfa&#223;theit unseres praktischen Handelns nicht exkommuniziert werde, noch eine Erg&#228;nzung: Bevor Du schweinebratenessend Dein Konsumtionsmittel vernichten kannst, tritt Dir zun&#228;chst Dein Objekt als Objekt der Begierde im Fleischregal im Supermarkt gegen&#252;ber. Da isses tats&#228;chlich als Ware Objekt. Um es Dir Mittel werden zu lassen, mu&#223;t Du ein Quantum Geldes (als Mittel) an der Kasse lassen.<br />
Dem objektivierenden Verstand ist der Schweinebraten vor und hinter der Kasse derselbe. Das Bezahlen st&#246;rt zwar ein wenig, &#228;ndert aber f&#252;r den Verstand nichts am Gebrauchswert. So gesehen ist dann aber der Gebrauchswert „nur“ ein Wesen der Vorstellung, ein Gedachtes. An die Realisierung des Gebrauchswertes kannst Du Dich erst nach besagtem Tauschakt machen. Vor der Kasse ist der Schweinebraten Dir deshalb Objekt, hinter der Kasse Mittel.<br />
Unter dem Blickwinkel der politischen &#214;konomie des Kapitalismus betrachtet, ist damit die Sache (soweit sie den sog. Endkunden betrifft) abgeschlossen. Marx: „Der Gebrauchswert in dieser Gleichg&#252;ltigkeit gegen die &#246;konomische Formbestimmung, d.h. der Gebrauchswert als Gebrauchswert, liegt jenseits des Betrachtungskreises der politischen &#214;konomie. In ihren Kreis f&#228;llt er nur, wo er selbst Formbestimmung. Unmittelbar ist er die stoffliche Basis, woran sich ein bestimmtes &#246;konomisches Verh&#228;ltnis darstellt, der Tauschwert.“ (MEW 13, S. 15-16)<br />
Summa: Die jeweiligen Bestimmungsst&#252;cke Subjekt, Mittel und Objekt erhalten offenbar ihre Bestimmtheit (Besonderheit) durch den jeweiligen praktischen Kontext. In dem in dieser Gesellschaft unhintergehbaren Tauschakt, realisierst Du die gesellschaftliche Formbestimmtheit eines Prozesses, dessen stofflichen Hintergrund Du ja unter dem Titel „Tasse Kaffee“ ja mal diskutiert hast.</p>
<h3>Subjekt-Objekt-Spaltung</h3>
<p>(14) Um das Ganze vielleicht etwas verst&#228;ndlicher zu machen, m&#246;chte ich es am Beispiel der Subjekt-Objekt-Spaltung n&#228;her erl&#228;utern.</p>
<p>(15) Die Trennung von Subjekt und Objekt ist konstitutiv f&#252;r die b&#252;rgerliche Gesellschaft in dem Sinne, dass die objektiven Verh&#228;ltnisse als f&#252;r sich stehend, sich selbst reproduzierend erscheinen und das Subjekt nur darunter steht, das Gegebene nur ausf&#252;hrt.</p>
<p>(16) Um die b&#252;rgerliche Gesellschaft zu &#252;berwinden, muss also diese Trennung aufgehoben werden. Subjekt und Objekt sollen nicht mehr einander gegen&#252;berstehen, sondern die objektiven Verh&#228;ltnisse sollen nur noch eine Realisierung der subjektiven Zwecke sein, welche damit Objektiv sind. Das Subjekt kann sich so darin finden und indem es durch die objektiven Verh&#228;ltnisse bestimmt ist, diese realisiert, ist es nur durch sich selbst bestimmt, realisiert sich selbst.</p>
<p>(17) Subjekt und Objekt sollen also eine Einheit ausmachen. Aber wie kann ich denn &#252;berhaupt etwas von dieser Einheit wissen, wenn doch deren Trennung diese Epoche konstituiert, und deren Einheit noch gar nicht existiert? Wie ist es denn miteinander vereinbar, wenn ich behaupte, dass das was f&#252;r die menschliche Gesellschaft gelten soll, immer gilt?</p>
<p>(18) Nun, indem ich von einer Trennung zwischen Subjekt und Objekt spreche, beziehe ich sie aufeinander. Das Subjekt ist so in dieser Getrenntheit durch das Objekt bestimmt und umgekehrt. Die Subjekt-Objekt-Spaltung ist eine bestimmte Form der Einheit beider.</p>
<p>(19) Die Einheit ist also vorhanden, ist immer vorhanden. Das ist es was Subjekt und Objekt sind, in Beziehung zueinander zu stehen. Nur die Art dieser Beziehung, die Form ihrer Einheit ist historisch besonders.</p>
<p>(20) Die Einheit beider ist genau das, was sein soll, ist was ich will. Nur ist diese Einheit erst eine nur &#228;u&#223;erliche. Subjekt und Objekt erscheinen als jeweils selbstst&#228;ndige, sind bis ins extrem auseinander, sie differenzieren, besondern sich. Diese bestimmte Einheit ist konstituiert durch die Differenz, welche ein notwendiges Moment der Einheit ausmacht und sich hier entwickelt.</p>
<p>(21) In der menschlichen Gesellschaft soll das Verh&#228;ltnis zwischen Subjekt und Objekt konstituiert sein durch die in sich differenzierte Einheit beider, so das diese sich in ihrer Besonderheit gegenseitig durchdringen.</p>
<p>(22) Blicke ich nun wieder zur&#252;ck, auf die gegenw&#228;rtigen Verh&#228;ltnisse, so muss ich deren besondere Einheit auch hier darstellen. Da Subjekt und Objekt immer durch einander bestimmt sind, bringt das eine das andere in seiner besonderen Weise hervor. Die objektiven Verh&#228;ltnisse sind so nicht selbstst&#228;ndig, sondern durch mich konstituiert, aber in einer Weise, das ich mich darin nicht finden kann, obwohl ich darin bin. Und weil ich mich darin nicht finden kann, realisiere ich die darin liegenden Zwecke, Bedeutungen, als mir fremde, obwohl es meine sind. Und weil sie mir fremd sind, konstituiere ich die objektiven Verh&#228;ltnisse als mir gegen&#252;berstehend. So ist das, was mir dort als fremdes gegen&#252;bersteht, nur ich selbst.</p>
<p>(23) So befinde ich mich auf beiden Seiten dieses Gegensatzes, greife dar&#252;ber hinaus, umschlie&#223;e sie. Die Trennung verl&#228;uft so durch mich hindurch.</p>
<p>(24) Hier ist Platz f&#252;r Kommentare, die den ganzen Text betreffen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">(24.1) Fazit, 08.02.2007, 18:42, Konrad Stoeber: Die ganze Konstruktion scheint mir arg hegelsche Manier und verbleibt so im Reich abstrakter Bestimmungen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">(24.2) Fazit, 26.02.2007, 14:06, Stefan Meretz: Vielen Dank f&#252;r den Text, ich finde ihn sehr anregend! Mir ist die Argumentation jedoch nicht immer klar, ich hoffe, meine Fragen zeigen das. Der Text k&#246;nnte gewinnen, wenn du ihn durch weitere konkrete Argumente unterf&#252;tterst dort, wo er jetzt noch notwendig abstrakt ist. Aber das ist vielleicht auch ein gemeinsame Entwicklungsaufgabe. Meine Abschlussfrage ist: Zeichnest du nach deiner eigenen Meinung mit dem Text ein teleologisches Bild der gesellschaftlichen Entwicklung? Wenn ja/nein, warum (nicht)?</p>
<p style="padding-left: 60px;">(24.2.1) Re: Fazit, 29.03.2007, 12:44, Matthias Schulz: Ich wei&#223; nicht, ob Teleologie es trifft. Aber es ist n&#246;tig, um Entwicklung und das sich Entwickelnde nicht zu trennen. Ist das Resultat einer Entwicklung nur erst dieses Resultat und nicht in seiner Entwicklung schon pr&#228;sent, dann hat es sich nicht selbst hervorgebracht, sondern wurde gemacht und hat damit seinen Grund nicht in sich selbst, sondern in einem anderen.<br />
F&#252;r die gesellschaftliche Entwicklung kann das nicht sein. Es gibt kein Au&#223;erhalb. Wenn diese sich jedoch selbst entwickelt, das wirkende, verwirklichende in ihrer Entwicklung ist, so ist sie dieser st&#228;ndig gegenw&#228;rtig.</p>
<p style="padding-left: 30px;">(24.3) Langer Kommentar zum ganzen Text, 14.05.2007, 14:34, Annette Schlemm: Hallo, ich habe jetzt einen ziemlich langen Text zum Thema &#8220;Inhalt-Form-Dialektik&#8221; im Zusammenhang mit Mattis (und unserer) Fragestellung gemacht. Er steht online unter: <a href="http://www.thur.de/philo/Inhalt_Form.htm">http://www.thur.de/philo/Inhalt_Form.htm</a></p>
<p style="padding-left: 60px;">(24.3.1) Re: Langer Kommentar zum ganzen Text, 30.05.2007, 10:14, Stefan Meretz: Sehr interessanter Text! Bin gespannt auf den zweiten Teil&#8230; H&#228;ttest du etwas dagegen, den Text zus&#228;tzlich trotzdem bei opentheory einzustellen? Dort w&#228;re er direkt kommentierbar. Ich w&#252;rde gerne den Begriff &#8220;Grund&#8221; besser verstehen und dazu Fragen stellen. Bilder k&#246;nnten bei thur.de/philo referenziert werden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wadk.de/2007/das-verhaeltnis-des-historischen-zum-ueberhistorischen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Nachgeholtes Planungstreffen</title>
		<link>http://wadk.de/2007/nachgeholtes-planungstreffen/</link>
		<comments>http://wadk.de/2007/nachgeholtes-planungstreffen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 24 Jan 2007 09:57:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wak</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie / Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Transformation]]></category>
		<category><![CDATA[» Treffen]]></category>
		<category><![CDATA[vorhaben]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=165</guid>
		<description><![CDATA[Was w&#252;nschen wir uns f&#252;r 2007? Welche Themen wollen angehen oder weiterverfolgen? Welche Veranstaltungen wollen wir planen? Mittwoch, 31. Januar 2007, 18:00 Uhr, in »Pertisau« Stichpunkte zu Vorhaben 2007 (vom o.g. Treffen): Liselotte Welskopf-Henrich: &#8220;Das Blut des Adlers&#8221; (5 B&#228;nde) Marianne Fredriksson: &#8220;Marcus und Eneides&#8221; Max Weber Eske Bockelmann: &#8220;Im Takt des Geldes&#8221; (Einladen f&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Was w&#252;nschen wir uns f&#252;r 2007?</h3>
<p>Welche Themen wollen angehen oder weiterverfolgen? Welche Veranstaltungen wollen wir planen?</p>
<p>Mittwoch, 31. Januar 2007, 18:00 Uhr, in »Pertisau«</p>
<p>Stichpunkte zu Vorhaben 2007 (vom o.g. Treffen):</p>
<ul>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liselotte_Welskopf-Henrich">Liselotte Welskopf-Henrich</a>: &#8220;Das Blut des Adlers&#8221; (5 B&#228;nde)</li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marianne_Fredriksson">Marianne Fredriksson</a>: &#8220;Marcus und Eneides&#8221;</li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Weber">Max Weber</a></li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eske_Bockelmann">Eske Bockelmann</a>: &#8220;Im Takt des Geldes&#8221; (Einladen f&#252;r Juni? ⇒Uli fragt an)</li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Weiss">Peter Weiss</a>: &#8220;&#196;sthetik des Widerstands&#8221; (&#8220;Kommunismus, eine Frage der Wahrnehmung?&#8221;)</li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant">Immanuel Kant</a> &#8211; Konstitution des Subjekts</li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wole_Soyinka">Wole Soyinka</a> &#8211; Nachbereitung der Veranstaltung vom 10. Januar 2007</li>
<li>Konkrete Utopie: Am Beispiel Arbeitsteilung &#8211; Herr-Knecht-Dialektik bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Wilhelm_Friedrich_Hegel">Hegel</a> &#8211; Historisch M&#246;gliches und Gewolltes</li>
<li>Lieder der Arbeiterbewegung &#8211; &#8220;Kann nicht mehr gesungen werden?&#8221;</li>
<li>Theorie &amp; Praxis</li>
<li>Neues zur Theorie des Informationskapitalismus (mit Sabine Nuss und Ernst Lohoff)</li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_H%C3%B6lderlin">Friedrich H&#246;lderlin</a> &#8211; Die Wirklichkeit des M&#246;glichen</li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wadk.de/2007/nachgeholtes-planungstreffen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mentale Modelle &#8212; ein zweiter Beitrag</title>
		<link>http://wadk.de/2006/mentale-modelle-ein-zweiter-beitrag/</link>
		<comments>http://wadk.de/2006/mentale-modelle-ein-zweiter-beitrag/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 24 Nov 2006 11:26:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wak</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[mentales modell]]></category>
		<category><![CDATA[nichtmonotone logik]]></category>
		<category><![CDATA[paradigma]]></category>
		<category><![CDATA[physik]]></category>
		<category><![CDATA[psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[thomas kuhn]]></category>
		<category><![CDATA[wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[wissenschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=175</guid>
		<description><![CDATA[Von Annette Schlemm [Kopie aus opentheory.org inkl. der Diskussion] (1) Das Konzept der mentalen Modelle erh&#228;lt seine Bedeutung nicht zuletzt von seiner Herkunft und seiner Beziehung zu anderen Konzepten. Die Verwendung des Konzepts in anderen Bereichen muss darauf R&#252;cksicht nehmen. Bis jetzt ist das Konzept der mentalen Modelle noch nicht einmal in der Wissenschaftstheorie f&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Annette Schlemm</em></p>
<p>[Kopie aus opentheory.org inkl. der Diskussion]</p>
<p>(1) Das Konzept der mentalen Modelle erh&#228;lt seine Bedeutung nicht zuletzt von seiner Herkunft und seiner Beziehung zu anderen Konzepten. Die Verwendung des Konzepts in anderen Bereichen muss darauf R&#252;cksicht nehmen. Bis jetzt ist das Konzept der mentalen Modelle noch nicht einmal in der Wissenschaftstheorie f&#252;r die Naturwissenschaften ein allgemein anerkanntes Konzept. Bei der &#220;bertragung in den Bereich der Gesellschaftswissenschaft ist genau auszuarbeiten, wie deren Spezifik sich f&#252;r das Konzept auswirkt.</p>
<p><span id="more-175"></span>(2) Das Konzept der mentalen Modelle ist nicht nur irgend ein Modell, sondern es ist vor allem wichtig f&#252;r die Diskussion der &#220;berg&#228;nge zwischen Theorien. Es ist deshalb eng verwandt mit dem Konzept der Paradigmen nach Thomas S. Kuhn.</p>
<h3>Paradigmen</h3>
<p>(3) Unter Paradigmen versteht Kuhn &#8220;anerkannte wissenschaftliche Leistungen, die f&#252;r eine gewisse Zeit einer Gemeinschaft von Fachleuten ma&#223;gebende Probleme und L&#246;sungen liefern.&#8221; (Kuhn 1999: 10). Der Begriff tr&#228;gt in sich nicht nur die Feststellung, dass es vorbildhafte Konzepte gibt, sondern ist vor allem deshalb bedeutend, weil er sich gegen jene Auffassungen richtet, die in der Wissenschaftsgeschichte eine fortschreitende Kumulation von immer angemessenerem Wissen &#252;ber die Welt sehen. Kuhn dagegen betont das &#8220;offenbar willk&#252;rliche Element, das sich aus zuf&#228;lligen pers&#246;nlichen und historischen Umst&#228;nden zusammensetzt&#8221; als &#8220;ein formgebender Bestandteil der &#220;berzeugungen, die von einer bestimmten wissenschaftlichen Gemeinschaft in einer bestimmten Zeit angenommen wird.&#8221; (ebd.: 19) Die Wissenschaftsgeschichte ist nach Kuhn durch die Aufeinanderfolge von Phasen sog. &#8220;normaler Wissenschaft&#8221;, in der vor allem Fakten innerhalb des gerade gegebenen Paradigmas gesammelt werden und neue Ph&#228;nomene eher systematisch &#252;bersehen werden, und Phasen von revolution&#228;ren Umbr&#252;chen, in denen vor allem die Paradigmen ausgewechselt werden und dadurch ganz neue Fakten in den Blick geraten bzw. geschaffen werden. In das Paradigma gehen die &#8220;Erfahrungen des Menschengeschlechtes, der &#8230; betreffenden Kultur und schlie&#223;lich der Fachwissenschaft&#8221; (ebd.: 139) ein.</p>
<p>(4) Kuhn spricht von der &#8220;Inkommensurabilit&#228;t konkurrierender Paradigma&#8221; (ebd.: 161) und gibt zu bedenken, dass eine veraltete Theorie zwar als Spezialfall der moderneren Nachfolgerin angesehen werden kann, aber er verweist darauf, dass sich dabei fundamentale Strukturelemente ver&#228;ndern. Wissenschaftliche Revolutionen im Sinne eines Paradigmenwechsels wandeln auch das Weltbild, denn Paradigmen bestimmen auch, &#8220;welche Entit&#228;ten es in der Natur gibt und welche nicht, und wie sie sich verhalten&#8221; (ebd.: 121). Das betrifft nat&#252;rlich nicht die objektiv-reale Welt, aber &#8220;wenn auch die Welt mit dem Wechsel eines Paradigmas nicht wechselt, so arbeitet doch der Wissenschaftler danach in einer anderen Welt&#8221; (ebd.: 133). Wenn die Theorien nicht in einer korrespondenzartigen Beziehung stehen, sondern inkommensurabel sind, steht der Fortschritt der Wissenschaftsentwicklung in Frage. Kuhn selbst meint: &#8220;Bei wissenschaftlichen Revolutionen gibt es Verlust und Gewinn, und Wissenschaftler neigen dazu, gegen&#252;ber dem Verlust besonders blind zu sein.&#8221; (ebd.: 178) Einen roten Faden haben die einander abwechselnden Paradigmen aber doch: sie bewahren &#8220;eine gro&#223;e Zahl der konkretesten Bestandteile vergangener Leistungen&#8221; und gestatten &#8220;immer zus&#228;tzliche Probleml&#246;sungen&#8221; (ebd.: 181). Was Kuhn auf jeden Fall vermeiden m&#246;chte, ist aber eine Bezugnahme auf die &#8220;reale&#8221; Natur. Fortschritt in der Wissenschaft kann Verbesserungen in Probleml&#246;sungen bedeuten &#8211; aber es l&#228;sst sich nach Kuhn nicht behaupten, dass Wissenschaft &#8220;eine bessere Darstellung dessen sei, was die Natur wirklich ist&#8221; (ebd.: 217).</p>
<p>(5) F&#252;r die reale Wissenschaftsentwicklung betont J&#252;rgen Renn, dass unter den vielen Versuchen, die Spezielle Relativit&#228;tstheorie weiter zu entwickeln, sich der Einsteins Versuch gerade deshalb als erfolgreich erwies, weil er auf die Weitergeltung des Galileischen Tr&#228;gheitsgesetzes (auch als 1. Newtonsches Axiom bekannt) &#8211; also eine ganz deutliche Korrespondenz zur klassischen Mechanik &#8211; setzte. Dass er sich gegen andere Versuche durchsetzte, l&#228;sst sich nicht durch au&#223;erwissenschaftliche Machtk&#228;mpfe begr&#252;nden, sondern nach wie vor kann wissenschaftlich keine der damals konkurrierenden Ans&#228;tze erfolgreich in eine g&#252;ltige Theorie umgesetzt werden. Es muss also doch etwas dran sein, dass es nicht nur beliebige Paradigmen und beliebige Ans&#228;tze gibt, unter denen dann durch Konkurrenzkampf der Wissenschaftsgemeinden irgendwann machtgest&#252;tzte Entscheidungen fallen, sondern dass die G&#252;ltigkeit oder Ung&#252;ltigkeit von Theorien (und ihren Beziehungen zu den Vorl&#228;ufern) etwas mit den Aussagen zu tun haben, die ihre Anwendung auf die Wirklichkeit hervorbringen.</p>
<h3>Mentale Modelle und Paradigmen</h3>
<p>(6) In Form von mentalen Modellen werden Momente der Wissenschaft erfasst, die in gewissem Sinne paradigmatisch sind. Mentale Modelle unterscheiden sich aber auch von Paradigmen:</p>
<p>* Mentale Modelle sind eher &#8220;kleinteiliger&#8221; als die Paradigmen nach Kuhn. Es sind konkrete Vorstellungen im Rahmen der jeweiligen Theorien, nicht ganze Weltbilder.<br />
* W&#228;hrend das Paradigmen-Konzept die Diskontinuit&#228;t in der Wissenschaftsentwicklung (&#252;ber-)betont, bem&#252;ht sich das Konzept der mentalen Modelle um ein genaueres Verst&#228;ndnis der &#220;berg&#228;nge selbst.<br />
* Das Konzept der mentalen Modelle versucht das Moment der Willk&#252;r zu negieren. Wenn ein mentales Modell durch ein anderes ersetzt wird, so hat das mit langen Erfahrungen der Menschen mit der Wirklichkeit zu tun. Dies wird f&#252;r entscheidende Phasen der Wissenschaftsentwicklung auch aufgezeigt.</p>
<p style="padding-left: 30px;">(6.1) Re: Mentale Modelle und Paradigmen, 05.12.2006, 20:52, Wolf G&#246;hring: Ist das konzept der mentalen modelle ein paradigma oder ein mentales modell &#8211; oder was?</p>
<p style="padding-left: 60px;">(6.1.1) Re: Mentale Modelle und Paradigmen, 07.12.2006, 17:13, Annette Schlemm: Es ist ein &#8220;wissenschaftliche Erkenntnismoment&#8221; wie auch weitere aufgez&#228;hlt sind im Text http://www.opentheory.org/kf_wissensch_theorie/text.phtml unter Punkt 6ff.</p>
<h3>Mentale Modelle in der Wahrnehmungspsychologie</h3>
<p>(7) Der Begriff &#8220;mentales Modell&#8221; erkl&#228;rt in der Wahrnehmungspsychologie die &#8220;Umsetzung des Reizes in einen Zusammenhang&#8221;. Es entstehen dabei &#8220;logische Verkn&#252;pfungen, kurze Bilder und Filme aus Erinnerungen und Erfahrungen die vor dem geistigen Auge des Wahrnehmenden aufgebaut werden, um so eine Repr&#228;sentation der f&#252;r die Realit&#228;t relevanten Aspekte und ihrer dynamischen Wechselwirkungen im Gehirn zu schaffen.&#8221; (Wikipedia) Wichtige Merkmale derartiger Modelle sind:</p>
<p>* Kontextabh&#228;ngigkeit,<br />
* Einfluss der Erfahrung,<br />
* Filtereffekte und<br />
* Bewertung.</p>
<p>Dieses Konzept wurde von Kenneth Craik aufgenommen und in eine umfassende Theorie des Denkens umgewandelt (vgl. Johnson-Laird, Byrne 2000).</p>
<h3>Mentale Modelle in der Naturwissenschaftsgeschichte</h3>
<p>(8) J&#252;rgen Renn fand, dass derartige zusammenh&#228;ngende vorstellungsartige Momente in der Wissenschaftsgeschichte ebenfalls eine gro&#223;e Rolle spielen. Ein mentales Modell ist demnach &#8220;eine bestimmte Form der Repr&#228;sentation von Wissen [...], die besonders geeignet ist, Schlussfolgerungen und deren Ver&#228;nderungen zu erfassen, die auf unvollst&#228;ndigen Informationen beruhen&#8221; (Renn 2006: 43). Mit ihnen lassen sich &#8220;auch implizite Schlu&#223;folgerungen erfassen, die in der Handlungslogik von Praktiken verk&#246;rpert sind und keine explizite Darstellung in sprachlicher oder schriftlicher Form besitzen&#8221; (ebd.). Innerhalb einer Wissenschaftstheorie k&#246;nnen mentale Modelle also Bindeglieder zwischen der Alltagserfahrung und dem wissenschaftlichen Arbeiten, bei dem wissenschaftliche Erfahrung auf spezifische Weise organisiert wird, darstellen.</p>
<p>(9) Insgesamt nennt Renn folgende Charakteristika von mentalen Modellen (ebd.: 43):</p>
<p>* Sie sind eine Form der Repr&#228;sentation von Wissen, die besonders geeignet ist, Schlussfolgerungen und deren Ver&#228;nderungen zu erfassen, die auf unvollst&#228;ndigen Informationen beruhen.<br />
* Sie sind kontext-spezifisch und nicht universell g&#252;ltig.<br />
* Sie sind an neue Erfahrungen adaptierbar.<br />
* Sie verkn&#252;pfen gegenw&#228;rtige mit vergangenen Erfahrungen.<br />
* Sie sind ein Bindeglied zwischen praktischem Handlungswissen und theoretischem Wissen.<br />
* Sie erm&#246;glichen implizite Schlussfolgerungen aus praktischem Handlungswissen, die keine explizite Darstellung besitzen.<br />
* Sie sind eine Anwendung nichtmonotoner Logik (mit zus&#228;tzlichen Informationen k&#246;nnen sich die Schl&#252;sse ver&#228;ndern, siehe dazu unten).</p>
<p>(10) F&#252;r die aristotelische Physik k&#246;nnen folgende mentalen Modelle genannt werden:</p>
<p>* &#8220;Bewegung-impliziert-Kraft-Modell&#8221; erkl&#228;rt die &#8220;erzwungenen Bewegungen&#8221;<br />
* &#8220;Schwere-erzeugt-Fall-Modell&#8221; erkl&#228;rt die &#8220;nat&#252;rlichen Bewegungen&#8221; (ebd.: 320)</p>
<p>(11) Als Beispiele f&#252;r mentale Modelle k&#246;nnen wohl auch bildliche Vorstellungen &#252;ber die Welt und ihre Teile gelten (Quelle: Hawking 2001, S. 229):</p>
<p>* Schildkr&#246;tenuniversum<br />
* Rutherfords Atom<br />
* Wurmloch-Modell</p>
<p>(12) Mentale Modelle stabilisieren zwar einerseits eine bestimmte Weise der Wissenschaft, gleichzeitig gilt es als Zeichen der Entwicklungskrise f&#252;r eine wissenschaftliche Theorie, wenn immer mehr neue Erfahrungen bzw. &#220;berlegungen mit dem bisher vorausgesetzten mentalen Modell in Konflikte geraten. So &#252;berschreitet beispielsweise die Bewegung eines Geschoss die Trennung der bei Aristoteles vorausgesetzten Trennung der beiden Modelle. &#8220;Probleme wie das der Gescho&#223;bewegung waren Gegenstand kritischer Diskussionen und Revisionen der aristotelischen Naturphilosophie und f&#252;hrten schlie&#223;lich in der fr&#252;hen Neuzeit zum Aufstieg der Mechanik, allerdings erst, nachdem solche Probleme eine entschiedene Herausforderung f&#252;r die zeitgen&#246;ssischen Praktiker und Theoretiker geworden waren.&#8221; (ebd.)</p>
<p>(13) Als weiteres mentales Modell in der Physik wird der Atombegriff genannt (ebd.: 144), das Feldmodell nach Lorentz, das f&#252;r Einsteins Suche nach den Feldgleichungen der Allgemeinen Relativit&#228;tstheorie heuristisch richtungsleitend war (ebd.: 189, 232) sowie das &#8220;Eimermodell&#8221;, das von Newton ausgehend von Ernst Mach verwendet wurde, um Newtons absoluten Raum in Frage zu stellen (ebd.: 215).</p>
<p>(14) Interessanterweise ist es oft die Verkn&#252;pfung vorher getrennter mentaler Modelle, die das wissenschaftliche Denken voranbringt. Das &#196;quivalenzprinzip der Allgemeinen Relativit&#228;tstheorie vereinigt das mentale Modell &#8220;Im frei fallenden Aufzug wirken Tr&#228;gheitskr&#228;fte&#8221; und das mentale Modell &#8220;Im ruhenden Aufzug wirken Schwerkr&#228;fte&#8221;. Aufgrund der Nichtunterscheidbarkeit der Bewegungsweise der Bezugssysteme werden Tr&#228;gheitskr&#228;fte und Schwerkr&#228;fte &#228;quivalent, was auch der bereits bekannten numerischen Gleichheit von tr&#228;ger und schwerer Masse entspricht. Mentale Modelle erfassen in modellhaft-intuitiver Weise wesentliche Z&#252;ge bestimmter Gegenstandsbereiche und in der Entwicklung der Physik werden vorher g&#252;ltige Wesensunterschiede zusammen gef&#252;hrt (ebd.: 208).</p>
<p>(15) Am Beispiel der Einsteinschen Allgemeinen Relativit&#228;tstheorie zeigte Renn, inwieweit mentale Modelle quasi als Barrieren wirken, die erst grundlegend ver&#228;ndert werden m&#252;ssen, ehe heuristische Prinzipien, neue Erfahrungen und mathematische Methoden zu neuen Theorien f&#252;hren k&#246;nnen.</p>
<h3>Nichtmonotone Logik und mentale Modelle</h3>
<p>(16) Die Bedeutung der mentalen Modelle erkl&#228;rt sich vor allem durch ihre Rolle in der nichtmonotonen Schlie&#223;weise in der wissenschaftlichen Erkenntnis. Es geht darum, neue Informationen in das Schlussfolgern einzubeziehen, nicht lediglich vorhandenes Wissen in verschiedenster Weise umzuformulieren. Eine klassische, monotone Schlussweise w&#228;re z.B. folgende:</p>
<p>* Aussage 1: &#8220;Tux ist ein Vogel&#8221;<br />
* Aussage 2: &#8220;Die meisten V&#246;gel k&#246;nnen fliegen&#8221;<br />
* Schluss: &#8220;Tux kann fliegen.&#8221;</p>
<p>Das stimmt zwar &#8211; wenn wir jetzt aber zus&#228;tzlich erfahren, dass Tux ein Pinguin ist, erweist sich unser Schluss als falsch, denn Pinguine k&#246;nnen nicht fliegen. Was nun? Die nichtmonotone Logik hat einen Ausweg. Die Aussage 2 wird nun als &#8220;Default-&#8221;Annahme betrachtet, die den &#220;berlegungen zwar zugrunde gelegt wird, die unter dem Eindruck neuer Informationen aber au&#223;er Kraft gesetzt werden kann &#8211; wir ersetzen sie durch die Aussage &#8220;Pinguine wie Tux k&#246;nnen nicht fliegen.&#8221; (Wikipedia (nichtmonotone Logik), vgl. auch Renn 2006: 44f.).</p>
<p>(17) In der Wissenschaftsgeschichte zeigte sich, dass der &#220;bergang von einem Theoriensystem zu einem anderen i.a. mit dem Wechsel der Defaultannahmen verbunden war, und um diese n&#228;her zu bestimmen, spricht Renn von &#8220;mentalen Modellen&#8221;. Die Aristotelische Physik funktioniert, solange ihre Defaultannahme (ihr mentales Modell): &#8220;Bewegung wird durch Kr&#228;fte erzeugt&#8221; als geltend angenommen werden kann. Die Erfahrung zeigt aber, dass die Bewegung von Wurfgeschossen damit nicht ausreichend erkl&#228;rt werden kann. &#220;ber mehrere Jahrhunderte hinweg wird diese Frage diskutiert, bis bei Galilei schlie&#223;lich diese Defaultannahme ver&#228;ndert: Kraft ist nicht die Bewegungsursache, sondern sie ver&#228;ndert lediglich den Bewegungszustand, d.h. Kraft ist nicht verbunden mit der Erzeugung einer Geschwindigkeit, sondern einer Beschleunigung. Mit dieser neuen Annahme kann dann schlie&#223;lich die klassische Mechanik durch Newton geschaffen werden. Wir sehen, dass gerade diese Annahme, also dass Bewegung nicht durch Kraft erzeugt wird, sondern sozusagen als der &#8220;Normalzustand&#8221; vorausgesetzt (und nach einer Ursache von geradlinig-gleichf&#246;rmiger Bewegung nicht mehr gefragt wird), nicht gerade unserer ersten Intuition entspricht. Wir nehmen st&#228;ndig wahr, dass ein sich mit konstanter Geschwindigkeit bewegender K&#246;rper abbremst, dass seine weitere Bewegung einer Kraftzuf&#252;hrung bedarf. Aber wenn wir eine gute Physiklehrkraft hatten, wir haben gelernt, dass hier die eine bremsende Krafteinwirkung durch die Reibung zu ber&#252;cksichtigen ist. Ohne diese Krafteinwirkung gilt Galileis Satz: Der K&#246;rper bewegt sich geradlinig-gleichf&#246;rmig weiter. Die Vorstellungen &#252;ber die Verursachung verschiedener Bewegungszust&#228;nde sind derartige mentale Modelle, deren Rolle in der Wissenschaftsentwicklung fast immer nicht ausreichend genug betrachtet wird.</p>
<h3>Wahrheitsanspruch der mentalen Modelle</h3>
<p>(18) W&#228;hrend in der Diskussion der Paradigmen oft verschiedene Paradigmen als gleicherma&#223;en gerechtfertigt neben einander gestellt werden, wird bei der Untersuchung mentaler Modelle der &#220;bergang von vorherigen zu neueren mentalen Modellen durchaus eher als Fortschritt gesehen. (Vorausgesetzt ist hier das mentale Modell von dialektischer Entwicklung).</p>
<p>(19) Es wird betont, dass auf Grundlage des jeweils vorherigen mentalen Modells Probleme und Widerspr&#252;che (Problemantinomien nach Narski 1973 und R&#246;seberg 1984) entstehen, die erst nach dem &#220;bergang zu neuen Theorien auf Grundlage neuer mentaler Modelle gel&#246;st werden konnten. Dass dies so ist, wird nicht durch die Behauptung einer &#8220;unverr&#252;ckbaren Wahrheit&#8221; (B&#228;rmann 2006) gerechtfertigt, sondern damit, dass unserem Erkenntnisbem&#252;hen durchaus eine &#228;u&#223;ere Welt, die relativ zu unseren Erkenntnisbewegungen stabiler und in sich konsistent ist, entgegen steht und zumindest Widerstand gegen beliebige Erkenntnisbilder, die sich als nicht angemessen erweisen, aus&#252;bt.</p>
<p style="padding-left: 30px;">(19.1) 25.11.2006, 13:25, Benni B&#228;rmann: Ich zitiere mal den kompletten Absatz auf den Du Dich beziehst:<br />
&#8220;Mentale Modelle&#8221; halten daran fest, dass es eine unverr&#252;ckbare &#8220;Wahrheit&#8221; gibt, die wir zwar nur unzureichend oder garnicht erfassen k&#246;nnen, die aber trotzdem der Bezugs- und &#220;berpr&#252;fbarkeitspunkt ist auf den man sich immer zur&#252;ckziehen kann. Demgegen&#252;ber betonen &#8220;Bedeutungswirbel&#8221; die Konstruiertheit des Sozialen.<br />
Ich sehe da (noch?) nicht den Widerspruch zu Deiner Formulierung.</p>
<p style="padding-left: 60px;">(19.1.1) Kein Widerspruch?, 26.11.2006, 19:21, Annette Schlemm: Ich wollte klar stellen, dass das Konzept der Wahrheitsmodelle NICHT behauptet, dass es eine &#8220;unverr&#252;ckbare &#8220;Wahrheit&#8221;" gibt und gleich gar nicht &#8220;daran festh&#228;lt&#8221;. Wenn jemand diesen Satz bei Dir liest, bekommt er eine nicht zutreffende Vorstellung von dem, was das Konzept der &#8220;mentale Modelle&#8221; von sich behauptet.<br />
Tats&#228;chlich allerdings vertritt das Konzept der &#8220;mentalen Modelle&#8221; nicht die Vorstellung, jedes Modell w&#228;re gleicherma&#223;en sinnvoll und beliebig nebeneinander zu stellen.<br />
Ich denke, es ist deshalb schon wichtig, sich auch immer konkret anzuschauen, wie die &#8220;mentalen Modelle&#8221; (zumindest bei dem Autor, auf den ich mich beziehe, siehe Renn) konkret eingesetzt werden. Siehe z.B. Punkt (10). An diesem Beispiel wird dann auch klar, welchen Rolle mentale Modelle spielen auch im Zusammenhang mit dem Wahrheitsanspruch f&#252;r wissenschaftliche Erkenntnisse, die mentale Modelle verwenden (ein Modell alleine kann eh nicht als &#8220;wahr&#8221; oder &#8220;unwahr&#8221; bestimmt werden).<br />
Dieses kleine Unterkapitel ist quasi der Vermerk, dass wir genau diese Frage noch genauer kl&#228;ren m&#252;ssen.<br />
Deutlich wird aber, dass eine Entgegensetzung: &#8220;Entweder &#8220;unverr&#252;ckbare Wahrheit&#8221; &#8211; oder Verzicht auf Wahrheitsanspruch&#8221; eine unfruchtbare Extremisierung w&#228;re. Es gibt noch andere Wahrheitsvorstellungen au&#223;er der von Dir genannten &#8220;unverr&#252;ckbaren Wahrheit&#8221;.<br />
Die Wahrheit selbst w&#228;re sowieso kein &#8220;Bezugs- und &#220;berpr&#252;fbarkeitspunkt&#8221;, sondern Wahrheit hat was mit Bezug und &#220;berpr&#252;fung zu tun &#8211; aber der Bezug und die &#220;berpr&#252;fung bezieht sich auf die Wirklichkeit, in die unsere Erkennen und unser Tun eingebettet ist und auf die unser Ver&#228;nderungswille hinzielt.</p>
<p style="padding-left: 90px;">(19.1.1.1) Re: Kein Widerspruch?, 27.11.2006, 08:59, Benni B&#228;rmann: Ok. Ich meinte was ganz &#228;hnliches, wie Du. Hab es aber nicht so formuliert, das versteh ich jetzt. H&#228;ttest Du Lust an Ort und Stelle die Formulierung des Absatzes so umzubasteln, dass sie in Deinem Sinn richtig ist? Schlie&#223;lich sind ja die &#8220;mentalen Modelle&#8221; euer Ding und ich werd da immer nur rummurksen, weil ich ja grade erst versuche zu verstehen was ihr &#252;berhaupt meint.</p>
<p style="padding-left: 120px;">(19.1.1.1.1) Mehr zur Wahrheit, 02.12.2006, 17:55, Annette Schlemm: Weil das auf die Schnelle nicht so recht geht hab ich mich hingesetzt und meine Erfahrungen und meine Position dazu extra aufgeschrieben: http://www.opentheory.org/kf_wahrheit/text.phtml</p>
<p style="padding-left: 150px;">(19.1.1.1.1.1) Re: Mehr zur Wahrheit, 03.12.2006, 22:48, Benni B&#228;rmann: Uff. Einen ganzen Text zu schreiben ist einfacher, als einen Satz umzuformulieren? Du &#252;berraschst mich immer wieder, Annette <img src='http://wadk.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /><br />
Ich hab jetzt einfach mal beides an Ort und Stelle verlinkt, damit das nicht verloren geht. Vielleicht kommen wir dann irgendwann auch zu einer Formulierung. Danke auf jeden Fall f&#252;r die M&#252;he!</p>
<p style="padding-left: 180px;">(19.1.1.1.1.1.1) Re: Mehr zur Wahrheit, 05.12.2006, 14:48, Annette Schlemm: Einfacher ist es wohl nicht. Aber es hilft anderen besser, meine Grundlagen zu verstehen, von denen meine Formulierung ausgeht. Im &#8220;DorfTratsch&#8221; war die Konsequenz zu sp&#252;ren, was passiert, wenn man ganz viel in einen Satz quetscht. Das Ergebnis klingt dann tats&#228;chlich &#8220;schw&#252;lstig&#8221; f&#252;r jene, die nicht wissen, was f&#252;r mich welcher verwendete Begriff bedeutet.<br />
Und die ganze Wahrheitsfrage ist es tats&#228;chlich wert, ausf&#252;hrlicher betrachtet zu werden, die Literaturstellen sind ein Hinweiszeichen darauf, dass wir da nicht von Null anfangen (f&#252;r mich war es ja auch ein Lernprozess, nach der Wende das was fr&#252;her einfach unter &#8220;b&#252;rgerlich&#8221; abgetan worden war, mir anzueignen und selbst bewerten zu lernen).</p>
<p>(20) Auch unter Ber&#252;cksichtigung der &#220;berlegungen aus den Science Studies, die den &#8220;Zusammenhang des epistemischen Status von Wissenschaft und ihrer institutionellen Stellung in der Gesellschaft&#8221; (Scharping 2001:9) untersuchen und davon ausgehen, dass auch das wahre Wissen sozial konstruiert ist, l&#228;uft die soziale Konstruktion nicht im luftleeren Raum ab, sondern gerade aus der Art und Weise der Konstitution von Wissen l&#228;sst sich auf die Konstituenten selbst &#8211; und damit auch die Wirklichkeit &#8211; zur&#252;ck schlie&#223;en (wenn auch tats&#228;chlich keine Erkenntnis der Welt, &#8220;so wie sie ohne unsere Erkenntnis w&#228;re&#8221; zu erreichen ist).</p>
<h3>Mentale Modelle in der Gesellschaftstheorie</h3>
<p>(21) Es ist tats&#228;chlich nicht einfach komplikationslos m&#246;glich, einen Begriff aus der Wissenschaftstheorie f&#252;r Naturwissenschaften auf die Gesellschaftswissenschaften zu &#252;bertragen. Trotzdem besteht auch in der Gesellschaft das berechtigte Ziel, die objektive Ver&#228;nderbarkeit zu erkunden. Das darauf orientierte Erkenntnisinteresse ist Moment der gesellschaftlichen Praxis und ihr nicht entgegen zu stellen. Gesellschaftliche Strukturen und Bewegungen sind besondere Formen, die sich nicht in reduktionistischer Weise mit rein naturwissenschaftlichen (oder allgemeinwissenschaftlichen, z.B. systemtheoretischen) Mitteln angemessen begreifen lassen.</p>
<p>(22) Die Besonderheit der Gesellschaftstheorie ist vor allem darin zu sehen, dass es eine Theorie &#252;ber die Praxis der Menschen ist, zu denen die Erkenntnissubjekte selbst auch geh&#246;ren. Eigentlich ist auch in der Naturwissenschaft der Naturwissenschaftler zugleich immer auch praktisch T&#228;tiger (wissenschaftliche Erfahrung bedarf des praktischen Eingreifens), und sein Gegenstand ist nicht etwa ein nat&#252;rliches Ding, so wie es ohne seine Einwirkung w&#228;re sondern ist seine Praxis. Aber trotzdem ist er dann nur ein Moment des Prozesses, w&#228;hrend in der Gesellschaftswissenschaft seine Erkenntnis unmittelbar auch selbstreflexiv auf ihn als gesellschaftliches Wesen gerichtet ist. Die Kernchemie eines Sterns kann ich als Wissenschaftlerin untersuchen, ohne meine eigene K&#246;rperchemie ber&#252;cksichtigen zu m&#252;ssen (ich kann die Entstehung meiner K&#246;rperatome in einer Supernova durchaus ausblenden). Die Gesellschaftlichkeit steckt jedoch immer in mir drin. Dies ist in jeder Gesellschaftsform so.</p>
<h3>Denkformen und Mentale Modelle im Kapitalismus</h3>
<p>(23) Zus&#228;tzlich erschwert ist die Situation in der kapitalistisch-b&#252;rgerlichen Gesellschaftsform. Hier begegnet den Menschen ihre Gesellschaftlichkeit als scheinbar &#228;u&#223;ere Macht. Menschen m&#252;ssen ihr Leben als vereinzelte Individuen im Konkurrenzkampf gegen andere (und als Kapitalabh&#228;ngige insgesamt noch gegen die Kapitalinteressen) f&#252;hren, so dass ihnen ihre gesellschaftlichen Beziehungen als von au&#223;en auferlegte erscheinen. Diese Erscheinung ist einerseits so gegeben (anders als innerhalb dieser vereinzelnden Verh&#228;ltnisse kann niemand leben) &#8211; andererseits verdeckt diese Erscheinung des individuellen Vereinzeltseins und der &#196;u&#223;erlichkeit gesellschaftlicher Beziehungen die tats&#228;chlichen gesellschaftlichen Zwangs- und Machtverh&#228;ltnisse. Es entsteht ein &#8220;notwendig falsches&#8221; Bewusstsein. Es ist notwendig, weil es in dieser Gesellschaft angelegt ist, und jede Person sich im Verhalten anderen gegen&#252;ber danach richtet und sie tendenziell auch so denkt und &#8220;falsch&#8221; im Sinne von &#8220;verkehrt&#8221;, weil es so nicht stimmt: Wir sind nicht wirklich Vereinzelte, denen die Gesellschaftlichkeit von au&#223;en zukommt, sondern wir bleiben auch als Individuen gesellschaftliche Wesen. Als ein Begriff f&#252;r solche in sich widerspr&#252;chlichen Denkformen gibt es das Wort &#8220;Ideologien&#8221;. Diese sind dann Auffassungen, die</p>
<p>* eine strukturierende, grundlegende Rolle in der Gesellschaft darstellen (nicht nur &#8220;&#220;berbau&#8221; sind),<br />
* das Handeln von Menschen trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer Widerspr&#252;chlichkeit erm&#246;glichen (sie erm&#246;glichen entsprechend den entfremdeten Verh&#228;ltnisse ein Verhalten, das sich den Gegebenheiten anpasst und sie f&#252;r das handelnde Individuum auch rechtfertigt).</p>
<p style="padding-left: 30px;">(23.1) Re: Denkformen und Mentale Modelle im Kapitalismus, 26.11.2006, 19:46, Annette Schlemm: Ich denke, dass es einerseits m&#246;glich w&#228;re, &#8220;mentale Modelle&#8221; nur als anderes Wort f&#252;r &#8220;Denkformen&#8221; zu verwenden, vielleicht noch mit der Unterscheidung, dass mentale Modelle auch eher emotionale Momente enthalten als das reine Denken<br />
Nachdem ich schon l&#228;nger dr&#252;ber nachdenke, ziehe ich etwas anderes vor: Ich w&#252;rde &#8220;Denkformen&#8221; mit Marx als allgemeinere Bezeichnung f&#252;r &#8220;gesellschaftlich g&#252;ltige, also objektive Gedankenformen f&#252;r die Produktionsverh&#228;ltnisse&#8230;&#8221; (Marx MEW 23: 89f.) (w&#228;re noch genauer weiter zu entwickeln&#8230;) ansehen. Diese Denkformen gelten f&#252;r alle Denk- und Wissenstypen, also auch das unreflektierte Alltagsdenken.<br />
Mentale Modelle haben zwar mit diesen Alltagsauffassungen viel zu tun, haben aber eine konkretere, pr&#228;zisere Bestimmung: Sie sind jeweils die &#8220;Default-Annahmen&#8221; innerhalb wissenschaftlicher Theorien (wie in den Naturwissenschaften jetzt auch f&#252;r die Gesellschaftstheorien).<br />
Eine der Defaultannahmen der b&#252;rgerlichen Gesellschaftstheorien ist: &#8220;Der Mensch ist eigentlich isoliert und die Gesellschaftlichkeit wird durch den Individuen &#228;u&#223;erliche Beziehungen hergestellt.&#8221; Unter dieser Voraussetzung kommt dann die &#8220;unsichtbare Hand&#8221; usw. ins Spiel und die Notwendigkeit der &#228;u&#223;erliche Regulierung &#252;ber Pl&#228;ne oder Kapitalinvestitionsressourcenallokationen (sch&#246;nes langes Wort <img src='http://wadk.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  ). Wenn wir mit dieser Art Gesellschaftstheorien zu tun haben, sind solche Defaultannahmen nicht auf den ersten Blick entschl&#252;sselbar, und es ist bedeutsam, sie wenigstens erst mal transparent zu machen um zu schauen, ob sie wirklich so stimmen, wie angenommen.<br />
Auf diese Weise zeigt sich noch mal, dass die mentalen Modelle in pr&#228;ziserer Weise bei der konkreten Analyse (von gesellschaftswissenschaftlichen Theorien und anderen Denkformen) helfen k&#246;nnen als das Sprechen &#252;ber Paradigmen aus der Kuhnschen Paradigmenlehre (mit Paradigmen k&#246;nnen wir trotzdem auch arbeiten, aber die mentalen Modelle sind ein zus&#228;tzliches Erkenntnismittel).</p>
<p style="padding-left: 60px;">(23.1.1) Re: Denkformen und Mentale Modelle im Kapitalismus, 27.11.2006, 09:04, Benni B&#228;rmann: Versteh ich das richtig, dass Du &#8220;mentale Modelle&#8221; also eher auf der Wissenschaftsseite angesiedelt siehst und weniger im Alltag? Das f&#228;nde ich schade, weil ich glaube, dass was wirksam ist sind ja weniger die Wissenschaftstheorien, sondern eben mehr das Alltagsverst&#228;ndnis. Bei unserem Thema ist es glaube ich also dann nicht so sehr eine abstrakte Vorstellung vom isolierten Individuum, sondern mehr so ein &#8220;jeder sieht wo er bleibt&#8221;, was Ausnahmen (Familie, Freunde, &#8230;) immer mit meint.<br />
Die Theorie vom isolierten Homo oeconomicus ist ja eben gerade nicht alltagskonform. Das durchwursteln und dabei auf den eigenen Vorteil gucken aber schon. Sich nur auf wissenschaftlicher Ebene auseinanderzusetzen ist viel zu einfach, f&#252;rchte ich.</p>
<p style="padding-left: 90px;">(23.1.1.1) Re: Denkformen und Mentale Modelle im Kapitalismus, 28.11.2006, 06:40, Annette Schlemm: Ich denke, irgendwo sollte aber schon ein Unterschied zwischen Alltagsdenken und wissenschaftlichem Denken bestehen und man muss ihn auch irgendwo fest machen.<br />
Man sollte einen Begriff, der schon eine Bedeutung hat, nicht st&#228;ndig neu erfinden. Das, was &#8220;mentale Modelle&#8221; bei Renn in der Untersuchung der Entwicklung der Wissenschaft bedeuten, k&#246;nnte auch in der Entwicklung von Gesellschaftstheorie fruchtbar werden. Als Bezeichnung f&#252;r &#8220;irgendwas, was die Leute im Kopf haben&#8221;, gibts vielleicht andere Worte.<br />
Auf der Berechtigung auch einer wissenschaftlichen Ebene der Betrachtung w&#252;rde ich bestehen. Um die Verbindung zwischen diesen Ebenen (Alltag-, Wissenschaft-) n&#228;her zu bestimmen, muss ich auch die Ebenen selbst in sich weiter entwickeln und nicht immer nur bis ins Ununterscheidbare zusammenmauscheln.<br />
Wir k&#246;nnen das auch mit der Naturwissenschaft vergleichen: Einerseits haben wir eher immer noch ein &#8220;aristotelisches Gef&#252;hl&#8221; f&#252;r fallende Gegenst&#228;nde (Steine fallen eben schneller als Federn), andererseits haben viele von uns sich auch schon dran gew&#246;hnt, sich die Luft wegzudenken und sich vorstellen zu k&#246;nnen, dass im Vakuum die Feder genau so schnell f&#228;llt wie ein Stein. Das Alltagsgef&#252;hl f&#252;r Bewegung und die jeweilige wissenschaftliche Theorie daf&#252;r muss jedoch erst mal f&#252;r sich untersucht werden um dann zu schauen, welche Beziehungen beides haben. Bzw. aus dem Durcheinander muss zuerst unterschieden werden und nach einer Bestimmung jeder Ebene kann dann deren Verh&#228;ltnis genauer erkannt werden, was vorher zusammengemauschelt unfassbar war.</p>
<p style="padding-left: 120px;">(23.1.1.1.1) Re: Denkformen und Mentale Modelle im Kapitalismus, 29.11.2006, 11:05, Benni B&#228;rmann: Naja, die Diskussion hatte ich letztens erst mit Stefan. Ihr scheint beide immer davon auszugehen, das man erst die Dinge unterscheiden muss um sie benennen zu k&#246;nnen. Dumm nur, wenn die Dinge sich erst durch ihre Relationen definieren. Ich denke statt dessen: Man mu&#223; immer bei beidem anfangen, bei den Verbindungen und bei den Spezifika. Steckt da bei euch nicht noch der alte Reduktionismus drinnen, der immer nach einem Anfang des Denkens sucht? Diesen Anfang gibt es nicht und kann es nicht geben. Ok, aber das ist jetzt vielleicht eine sehr abstrakte Ebene.<br />
Ein bisschen konkreter geht es doch also gerade darum das allt&#228;gliche Wirken der Wissenschaft und die Wissenschaft des Alltags zu durchleuchten. Und das geht gerade nicht, wenn ich beides voneinander trenne und erst hinterher wieder zusammentue. Vielmehr liegt in dieser Trennung immer schon auch ein St&#252;ck Herrschaftsanspruch (so wie in jeder Trennung). Das hat doch deswegen noch nix mit (scheinbar abwertend gemeintem) &#8220;zusammenmauscheln&#8221; zu tun.</p>
<p style="padding-left: 150px;">(23.1.1.1.1.1) Re: Denkformen und Mentale Modelle im Kapitalismus, 02.12.2006, 15:28, Annette Schlemm: Es ist ja, als h&#228;ttest Du inzwischen Hegel gelesen: &#8220;Man mu&#223; immer bei beidem anfangen, bei den Verbindungen und bei den Spezifika.&#8221;<br />
Das Problem ist aber, dass wir keine &#8220;Wissenschaft des Alltags&#8221; mehr haben und der &#8220;Alltag der Wissenschaft&#8221; hat nichts mit dem Alltag einer Hausfrau beim Essenkochen zu tun. Wir leben nicht in einer unbestimmten Welt, in der wir durch Unterscheidungen erst die Unterscheidung, bzw. Trennung ersch&#252;fen. So etwas wie &#8220;Wissenschaft des Alltags&#8221; ist ein spekulatives Konstrukt, das mich nicht weiter bringt.<br />
Eine sinnvollere Einheit von Alltag und Wissenschaft k&#246;nnte im &#8220;konkrete Leben von Menschen auf einer bestimmten gesellschaftlichen Entwicklungsstufe&#8221; gesehen werden und wir k&#246;nnen dann fragen, wie sich ihr Alltagsleben und ihre wissenschaftliche Arbeit zueinander verh&#228;lt. Und tats&#228;chlich, ich setze bei der Fragestellung bereits voraus, dass es da eine Unterscheidung gibt und &#252;ber die sage ich dann auch etwas. Eine Unterscheidung ist aber nicht gleich eine Trennung. Wenn Du das immer gleich in einen Topf wirfst und dann auch noch einen Herrschaftsanspruch unterstellst, geht wirklich zu viel durcheinander.</p>
<p style="padding-left: 180px;">(23.1.1.1.1.1.1) Re: Denkformen und Mentale Modelle im Kapitalismus, 03.12.2006, 22:49, Benni B&#228;rmann: Ok, Du nennst &#8220;Wissenschaft des Alltags&#8221; ein &#8220;spekulatives Konstrukt&#8221;, ich finde das &#252;berall. &#8220;Massenintelektualit&#228;t&#8221; w&#228;re ein vielleicht gel&#228;ufigeres Schlagwort, das in die selbe Richtung geht.<br />
Ich hab im &#252;brigen von &#8220;allt&#228;glichem Wirken der Wissenschaft&#8221; geschrieben und nicht von &#8220;Alltag der Wissenschaft&#8221;, das ist doch was ganz anderes.<br />
In einem von den Texten, die Du gerade verlinkt hast (im Wahrheits-Projekt: http://www.thur.de/philo/as237.htm ) hast Du &#252;brigens ziemlich offen dar&#252;ber gesprochen, dass f&#252;r Dich Wissenschaft fr&#252;her ein Mittel war den Alltag hinter Dir zu lassen. Mal ganz vorsichtig angefragt: K&#246;nnte es damit zu tun haben, dass Du jetzt so sehr auf dieser Trennung beharrst? Das w&#252;rde ich verstehen.</p>
<p style="padding-left: 210px;">(23.1.1.1.1.1.1.1) Re: Denkformen und Mentale Modelle im Kapitalismus, 05.12.2006, 14:52, Annette Schlemm: Ich meine: Wir leben nicht in einem Null-Raum. Wir leben in einer Welt, in der sich das, was im Alltag so gedacht wird und das, was Wissenschaft ist, bereits geschieden haben. Siehe in der Physik: Alltagsphysik: Eine Feder f&#228;llt langsamer als ein Stein. Wissenschaftliche Physik: Galileisches Fallgesetz: Unter der Bedingung, dass st&#246;rende Luft- und Medieneinfl&#252;sse ausgeschaltet sind, fallen alle K&#246;rper unabh&#228;ngig von ihrer Masse gleich schnell. Ich kann das auch nicht einfach wieder zusammenkleben, sondern ich kann es zusammen denken, wenn ich zus&#228;tzlich die unterschiedlichen Bedingungen dieser Weltauffassungsformen mit denke. Diese Einheit ist aber nicht einfach die Summe von beiden Aussagen.<br />
&#8220;Wissenschaft um Alltag hinter mir zu lassen&#8221; &#8211; nein: meinen Alltag zu bereichern. Und nur einen solchen Alltag zu leben, erschien und erscheint mir f&#252;r mich lebenswert.<br />
Und noch einmal: Eine UNTERSCHEIDUNG ist KEINE TRENNUNG !!</p>
<p style="padding-left: 240px;">(23.1.1.1.1.1.1.1.1) Wissenschaftliche physik, 05.12.2006, 21:10, Wolf G&#246;hring: Oh je, die wissenschaftliche physik waere keine, wenn sie nicht die alltagsprobleme untersuchen und somit auf alltaegliche erfahrungen und erkenntnisse zurueckgreifen wuerde. Als ein solches alltagsproblem hat sich mittlerweile auch der luftwiderstand entpuppt, der eine feder langsamer als einen stein fallen und ein wenig windschnittiges auto viel sprit saufen laesst.<br />
Bedauerlicherweise ist so, dass man im alltag ein auto nicht im luftleeren raum rumduesen lassen kann, um &#8220;stoerende lufteinfluesse&#8221; auszuschalten.</p>
<p style="padding-left: 270px;">(23.1.1.1.1.1.1.1.1.1) Re: Wissenschaftliche physik, 07.12.2006, 17:38, Annette Schlemm: Der Bezug von Wissenschaft auf Alltag ist ja damit nicht abgerissen. Nur wird der Wissenschaftler/Ingenieur sich damit systematisch in anderer Weise besch&#228;ftigen, als beispielsweise ein Kind, das einfach mal auf allen Kn&#246;pfen herumdr&#252;ckt, ohne &#252;ber tieferliegende Zusammenh&#228;nge nachzudenken, und zu &#252;berpr&#252;fen, wann welche Faktoren wichtig werden und wie sie zu beeinflussen sind.<br />
Das Beispiel mit dem Fallgesetz ist ein typischer Fall um zu zeigen, dass Wissenschaft nicht einfach nur Erscheinungen sprachlich verdoppelt, bzw. beschreibt, sondern jeweils wesentlichen und unwesentlichen Einflussfaktoren unterscheidet. Was wann wesentlich und unwesentlich ist, bestimmt sich an der konkreten Aufgabe aus dem Alltag.</p>
<p style="padding-left: 240px;">(23.1.1.1.1.1.1.1.2) Weltauffassungsformen, 05.12.2006, 21:28, Wolf G&#246;hring: Sind es wirklich unterschiedliche weltauffassungsformen, deren sich &#8211; beispielsweise &#8211; ein ingenieur befleissigt, wenn er ueber einen sparsamen automotor nachdenkt und wenn er &#8211; zehn minuten zuvor &#8211; darueber geschimpft hat, dass er mal wieder so schlecht einen parkplatz in der naehe seines wissenschaftlichen arbeitsplatzes gefunden hat?<br />
Oder: Ist die weltaufassungsform eines sozialwissenschaftlers ueber die produktion seines laptops, der in einer fernoestlichen schwitzbude zur welt kam und an dem er ein soziologisches traktat verfasst, von der weltauffassungsform in seinem traktat wesentlich verschieden?</p>
<p style="padding-left: 270px;">(23.1.1.1.1.1.1.1.2.1) Re: Weltauffassungsformen, 07.12.2006, 17:41, Annette Schlemm: Ja, es ist so, dass diese Weltauffassungsformen unterschieden (nicht getrennt) sind. Ohne Unterscheidung bliebe alles grau-in-grau, unbestimmt, ohne die M&#246;glichkeit einer reflektierenden Distanz, die uns erst die M&#246;glichkeit gibt, bewu&#223;t &#252;ber Ver&#228;nderungen nachzudenken und nicht nur im Strom des Gegebenen mitschwimmen zu m&#252;ssen.<br />
Ich unterst&#252;tze jeden Gedanken, Weltauffassungsformen &#8211; wo sie sich getrennt und zu stark unterschieden haben &#8211; auch wieder zueinander zu bringen. Aber nicht in ein ununterscheidbares Einerlei, sondern in eine h&#246;herer Komplexit&#228;t, in der die Vorteile jeder Weise genutzt werden k&#246;nnen.</p>
<p style="padding-left: 240px;">(23.1.1.1.1.1.1.1.3) Unterscheidung und Trennung, 06.12.2006, 10:06, Benni B&#228;rmann: Nat&#252;rlich ist das nicht das Selbe. Aber es gibt nat&#252;rlich auch keine Trennung ohne nicht vorher unterschieden zu haben. Wenn dann auch noch eine Hierarchie zur Unterscheidung hinzukommt, ist man schon ziemlich nah bei der Trennung. Das ist hier glaube ich der Fall. Eure Argumentation geht doch mehr oder weniger so: Keimformdenken ist wichtig f&#252;r Keimformen, mentale Modelle sind wichtig f&#252;r Keimformdenken. Wenn dann mentale Modelle als was Exklusives aus der Wissenschaftssph&#228;re behandelt werden, ist doch schon klar, dass die Wissenschaftssph&#228;re irgendwie wichtiger zu sein scheint f&#252;r Keimformen als die Alltagssph&#228;re. Und schon ist da eine Hierarchie und damit auch eine Trennung. Oder wo ist da mein Denkfehler?</p>
<p style="padding-left: 270px;">(23.1.1.1.1.1.1.1.3.1) Hierarchie und Wissenschaft, 07.12.2006, 17:34, Annette Schlemm: Okay, dann hier zum Mitmei&#223;eln: Ich habe den Anspruch, HIER in Opentheory, in DIESEM Projekt wissenschaftlich an die Fragestellung heranzugehen und nicht nur meinen diesbez&#252;glichen Alltag zu leben. Ob das besser ist oder schlechter, wird damit nicht behauptet. Es ist MEIN Versuch, auch mit dem Alltagsleben besser zurecht zu kommen, weil ich mich dann besser darin zurecht finden kann. Insofern folge ich noch der altmodischen Anschauung, dass Wissenschaft nicht nur ein Macht- und Herrschaftsmittel ist, sondern ein Orientierungsmittel gerade f&#252;r Menschen, die das Gegebene bewu&#223;t ver&#228;ndern wollen. Diese Ansicht musst Du nicht teilen.<br />
Problematisch wird es nur, wenn daraus eine Situation wird, in der die braven Nicht-Hierarchisierer allen wissenschaftlich Denkenden Hierarchie und Machtgeilheit vorzuwerfen beginnen und Wissenschafts- und Denkverbote eingef&#252;hrt werden.</p>
<p style="padding-left: 300px;">(23.1.1.1.1.1.1.1.3.1.1) Re: Hierarchie und Wissenschaft, 08.12.2006, 17:03, Benni B&#228;rmann: Wieso glaubst Du, ich wollte Dir Deine Wissenschaft wegnehmen? Du reagierst grad ziemlich angefressen, so kenn ich Dich sonst nicht. Vielleicht belassen wir es einfach mal dabei anstatt uns weiter im Eckenboxen zu &#252;ben. Vielleicht noch zum Abschlu&#223;: Dass ich hier so viel nachfrage tue ich ja gerade, weil ich euer Projekt spannend finde. Und nat&#252;rlich hast Du oder habt Ihr alles Recht der Welt da so ranzugehen, wie ihr es f&#252;r sinnvoll haltet. Wenn ihr das hier semi-&#246;ffentlich tut, dann denke ich halt ihr seid interessiert dran andere Perspektiven zu h&#246;ren und &#228;u&#223;ere die dann auch.</p>
<p style="padding-left: 330px;">(23.1.1.1.1.1.1.1.3.1.1.1) Re: Hierarchie und Wissenschaft, 11.12.2006, 21:37, Annette Schlemm: Ich hab mir vorgenommen, nicht mehr immer soooo sehr kompromisslerisch zu sein wie so oft. Manchmal macht ein immer-wieder-Zur&#252;ckweichen die Position auch nicht klarer. Deshalb hab ich auf der Metaebene das mit dem Ecken-Boxen angesprochen, um es wenigstens auf einer sachlichen Ebene kl&#228;ren zu k&#246;nnen und nicht in pers&#246;nliche Vorw&#252;rfe zu kommen. Deine Interventionen sind sehr oft auch sehr hilfreich, aber in diesem Fall wei&#223; ich auch nicht mehr, wie ich inhaltlich reagieren k&#246;nnte, weil die Differenzen auf einer tieferen inhaltlichen Ebene liegen, als auf der wir uns grad befinden&#8230;</p>
<p style="padding-left: 120px;">(23.1.1.1.2) Alltagsdenken und wissenschaftliches Denken, 16.12.2006, 15:57, Ronny Hirsch: Der Begriff des Alltagsdenkens trifft meiner Ansicht nach nicht das, was in diesen Fall gemeint wird. Der Alltag wird nat&#252;rlich in wesentlichen Teilen vom nicht wissenschaftliches Denken dominiert, es geht einfach schneller und ist auch effektiver. Alte Erfahungen die funktuionieren, funktionieren auch weiterhin &#8211; auch ohne sich dar&#252;ber wissenschaftliche Gedanken machen zu m&#252;&#223;en. Aber trotzdem ist das wissenschaftliche Denken im Alltag nat&#252;rlich nicht ausgeschlo&#223;en, im Gegenteil, z.B. die Hausfrau, die ihre Arbeiten effektivieren will kann durchaus wissenschaftlich an die Sache herran gehen! (der wissenschaftliche Denkproze&#223; w&#228;re &#252;brigens auch ein eigenes Thema wert) Auch wenn sich im Laufe der Zeit die Wissenschaft zur Institution entwickelte, sich die Methoden der Wissenschaft spezialisiert haben und Alltagsuntauglich geworden sind &#8211; die wissenschaftliche Herrangehensweise, an welche Probleme auch immer, ist im Alltag durchaus m&#246;glich. &#8211;&gt; Die Unterscheidung der beiden Denkweisen an sich halte ich also f&#252;r richtig aber an den Begriffen m&#252;&#223;te gefeilt werden.</p>
<p>(24) Die Widerspr&#252;chlichkeit dieser &#8220;ideologischen&#8221; Denkformen zeigt sich vor allem darin, dass</p>
<p>* sie einerseits Oberfl&#228;chenerscheinungen vom Wesen trennen und als das Wahre nehmen &#8211; und andererseits auch in diesen Erscheinungen das Wesen &#8211; allerdings nicht in trivialer Weise ersichtlich &#8211; erscheint;<br />
* die Menschen gleichzeitig Subjekte sind (indem sie es sind, die die Gesellschaft reproduzieren) und es gleichzeitig nicht sind (indem sich das von ihnen Geschaffene gegen sie verselbst&#228;ndigt) und<br />
* diese Denkformen einerseits durch die gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse vorherbestimmt sind aber andererseits aktiv reproduziert werden m&#252;ssen, um wirksam zu werden. (sie sind nicht lediglich aufgezwungen).</p>
<p style="padding-left: 30px;">(24.1) 26.11.2006, 19:54, Annette Schlemm: Her bricht mein Text ab, weil ich einfach noch nicht weiter bin&#8230; Diese letzten Punkte sind im Prinzip nur &#8220;Merkzettel&#8221; f&#252;r jene Probleme, die hier an dieser Stelle auf uns zukommen&#8230;</p>
<h3>Literatur</h3>
<p>(25)<br />
B&#228;rmann, Benni (2006): Wirbel und mentale Modelle. Internet http://www.aymargeddon.de/laboratorium/index.php/Bedeutungswirbel#Wirbel_und_mentale_Modelle. (2006-11-19)<br />
Hawking, Stephen (2001): Die illustrierte kurze Geschichte der Zeit. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag.<br />
Johnson-Laird, Phil; Byrne, Ruth (2000): Mental Models Website: http://www.tcd.ie/Psychology/Ruth_Byrne/mental_models/<br />
Kuhn, Thomas S. (1999): Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Frankfurt am Main: Suhrkamp. (Erstauflage 1962)<br />
Narski, Igor S. (1973): Dialektischer Widerspruch und Erkenntnislogik. Berlin: Deutscher Verlag der Wissenschaften.<br />
Renn, J&#252;rgen (2006): Auf den Schultern von Riesen und Zwergen. Einsteins unvollendete Revolution. Weinheim: Wiley-VCH-Verlag. Kapitel 1 online (PDF): http://www.wiley-vch.de/templates/pdf/352740595X_c01.pdf<br />
R&#246;seberg, Ulrich (1984): Szenarium einer Revolution. Nichtrelativistische Quantenmechanik und philosophische Widerspruchsproblematik. Berlin: Akademieverlag.<br />
Scharping, Michael (Hrsg.) (2001): Wissenschaftsfeinde? &#8220;Science Wars&#8221; und die Provokation der Wissenschaftsforschung. M&#252;nster: Westf&#228;lisches Dampfboot.<br />
Wikipedia (Mentales Modell): http://de.wikipedia.org/wiki/Mentales_Modell#Das_Mentale_Modell. (2006-11-19)<br />
Wikipedia (nichtmonotone Logiken): http://de.wikipedia.org/wiki/Logik#Nichtmonotone_Logiken. (2006-11-19)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wadk.de/2006/mentale-modelle-ein-zweiter-beitrag/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der jugoslawische Selbstverwaltungs-Sozialismus in Theorie und Praxis</title>
		<link>http://wadk.de/2005/der-jugoslawische-selbstverwaltungs-sozialismus-in-theorie-und-praxis/</link>
		<comments>http://wadk.de/2005/der-jugoslawische-selbstverwaltungs-sozialismus-in-theorie-und-praxis/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 May 2005 12:12:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wak</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik / Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie / Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[» Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[jugoslawien]]></category>
		<category><![CDATA[selbstverwaltung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=195</guid>
		<description><![CDATA[Freitag/Sonnabend 27./28. Mai 2005, Helle Panke. Inhaltliche Vorbereitung: W. R&#246;sler (ausf&#252;hrliches Programm bei ihm erh&#228;ltlich) Referentin und Seminarleiterin: Dr. Gabriele Herbert, Institut f&#252;r Selbstorganisation ( ISO ) Ffm. Moderation: MA Lena Tietgen Freitag, 18-21 Uhr: Vortrag und Gespr&#228;ch: Die neue Gesellschaftskonzeption des BdK vom Selbstverwaltungs-Sozialismus. Auf welchen praktischen und theoretischen Grundlagen beruhte das Konzept? Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Freitag/Sonnabend 27./28. Mai 2005, <a href="http://wadk.de/helle-panke/">Helle Panke</a>.</p>
<p>Inhaltliche Vorbereitung: W. R&#246;sler (ausf&#252;hrliches Programm bei ihm erh&#228;ltlich)</p>
<p>Referentin und Seminarleiterin: Dr. Gabriele Herbert, Institut f&#252;r Selbstorganisation ( <a href="http://coforum.de/?427">ISO</a> ) Ffm.</p>
<p>Moderation: MA Lena Tietgen</p>
<p><span id="more-195"></span>Freitag, 18-21 Uhr: Vortrag und Gespr&#228;ch:</p>
<ol>
<li>Die neue Gesellschaftskonzeption des BdK vom Selbstverwaltungs-Sozialismus. Auf welchen praktischen und theoretischen Grundlagen beruhte das Konzept?</li>
<li>Die Hauptergebnisse des Versuchs, Betriebe an Arbeiterr&#228;te zu &#252;bertragen und eine Selbstverwaltungsgesellschaft zu errichten.</li>
</ol>
<p>Samstag, 10-17 Uhr: Seminar:</p>
<ol>
<li>Die Bedeutung der Selbstbefreiung Jugoslawiens f&#252;r seinen sp&#228;teren Weg.</li>
<li>Selbstverwaltete Betriebe</li>
<li>Sozialistische Marktwirtschaft</li>
<li>Selbstverwaltungsgesellschaft</li>
<li>Die jugoslawische Selbstverwaltungsgesellschaft im Kampf der Systeme</li>
<li>Gegenwart: Was bleibt vom Selbstverwaltungsmodell? Weshalb ist es weitgehend gescheitert?</li>
</ol>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wadk.de/2005/der-jugoslawische-selbstverwaltungs-sozialismus-in-theorie-und-praxis/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
