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	<title>Wege aus dem Kapitalismus &#187; arbeiterbewegung</title>
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		<title>Audio-Dokumentation der Kommunismus-Veranstaltung</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Sep 2009 13:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wak</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Audio-Dokumentation der Verstaltung »Philosophische Spekulation – Wissenschaft – konkrete Utopie?« der Gruppe »Wege aus dem Kapitalismus« vom 11./12. September 2009 liegt vor. Sie besteht aus sechs Teilen (direkte Download-Links auf die OGG-Dateien): Freitag, 11.9.: Vortrag, erster Teil (Dauer 1:45 Std., Größe 47,0 MB) Diskussion (Dauer 0:55 Std., Größe 24,3, MB) Samstag, 12.9.: Vortrag, zweiter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Audio-Dokumentation der Verstaltung <a href="http://wadk.de/2009/philosophische-spekulation-wissenschaft-konkrete-utopie/">»Philosophische Spekulation – Wissenschaft – konkrete Utopie?«</a> der Gruppe »Wege aus dem Kapitalismus« vom 11./12. September 2009 liegt vor. Sie besteht aus sechs Teilen (direkte Download-Links auf die OGG-Dateien):</p>
<p>Freitag, 11.9.:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.archive.org/download/kommunismen-in-der-zeit/wak_kommunismus-1.ogg">Vortrag, erster Teil (Dauer 1:45 Std., Größe 47,0 MB)</a></li>
<li><a href="http://www.archive.org/download/kommunismen-in-der-zeit/wak_kommunismus-2.ogg">Diskussion (Dauer 0:55 Std., Größe 24,3, MB)</a></li>
</ul>
<p>Samstag, 12.9.:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.archive.org/download/kommunismen-in-der-zeit/wak_kommunismus-3.ogg">Vortrag, zweiter Teil, mit Diskussion dazwischen (Dauer 2:01 Std., Größe 54,5 MB)</a></li>
<li><a href="http://www.archive.org/download/kommunismen-in-der-zeit/wak_kommunismus-4.ogg">Diskussion mittags (Dauer 0:25 Std., Größe 11,5 MB)</a></li>
<li><a href="http://www.archive.org/download/kommunismen-in-der-zeit/wak_kommunismus-5.ogg">Diskussion nachmittags (Dauer 1:37 Std., Größe 43,3 MB)</a></li>
<li><a href="http://www.archive.org/download/kommunismen-in-der-zeit/wak_kommunismus-6.ogg">Abschluss (Dauer 0:21 Std., Größe 9,5 MB)</a></li>
</ul>
<p>Die Dateien liegen auf einer <a href="http://www.archive.org/details/kommunismen-in-der-zeit">eigenen Seite bei archive.org</a>. <span style="text-decoration: line-through;">Dort stehen die Daten auch im MP3-Format und als Streaming zum direkten Anhören zur Verfügung.</span></p>
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		<title>Philosophische Spekulation – Wissenschaft – konkrete Utopie?</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Jul 2009 08:59:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wak</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Politische Ökonomie]]></category>
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		<description><![CDATA[Zur Zeitbezogenheit marxistischer Kommunismusvorstellungen Veranstaltung der Gruppe »Wege aus dem Kapitalismus« Datum: Freitag, 11. September 2009, 19:00 Uhr, und Seminar am Samstag, 12. September 2009, 10:00 Uhr in Berlin Ort: Helle Panke, Kopenhagener Str. 76, 10437 Berlin Der allseits siegende Kapitalismus rüttelt die Gesellschaften in einer Weise durch, dass nicht nur herrschende Neoliberale zu quasi [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Zur Zeitbezogenheit marxistischer Kommunismusvorstellungen</h3>
<p>Veranstaltung der Gruppe »Wege aus dem Kapitalismus«</p>
<p>Datum: Freitag, 11. September 2009, 19:00 Uhr, und Seminar am Samstag, 12. September 2009, 10:00 Uhr in Berlin</p>
<p>Ort: Helle Panke, Kopenhagener Str. 76, 10437 Berlin</p>
<p>Der allseits siegende Kapitalismus rüttelt die Gesellschaften in einer Weise durch, dass nicht nur herrschende Neoliberale zu quasi staatssozialistischen Maßnahmen greifen. Auch dem Alltagsbewusstsein und selbst dem gehobenen Feuilleton kommen Zweifel an der Menschenverträglichkeit der herrschenden Produktionsweise. Das Schicksal der sich auf Marx beziehenden antikapitalistischen Bewegungen, die aus Katastrophen heraus zur Weltgeltung aufgestiegen waren, verbietet es nach solchen kommunistischer Alternativen zu streben, die früher vielen Menschen plausibel erschienen.</p>
<p>Im <strong>Vortrag </strong>und im <strong>Seminar </strong>geht es um das Eingebundensein kommunistischer Ideen in den jeweiligen Entwicklungsstand der kapitalistischen Produktionsweise, in die praktischen Anforderungen der entsprechenden sozialen Bewegungen und in die vorgefundenen Theorien. Daraus ist zwar unmittelbar keine Antwort auf das „Was tun?“ abzuleiten. Aber eine Diskussion über die frühere Zeitbezogenheiten der Vorstellungen von Wegen aus dem Kapitalismus kann für eine heutige Suche nach Alternativen sehr hilfreich sein.</p>
<p><span id="more-288"></span><strong>Freitag, 11. September 2009, 19.00 Uhr, Vortrag von Ulrich Weiß</strong></p>
<p>Zu einigen Zusammenhängen zwischen Entwicklungsphasen der kapitalistischen Produktionsweise, den Existenzbedingungen marxistisch-sozialistischer Bewegungen und historischen Kommunismusvorstellungen</p>
<p>Moderation: <strong>Stefan Meretz</strong></p>
<p><strong>Sonnabend, 12. September 2009, 10.00 bis 17.00 Uhr Seminar</strong></p>
<p>Bezogen auf die jeweils historischen Bedingungen und die vorgefundenen theoretischen Voraussetzungen werden Kontinuitäten und Brüche in den Sozialismus- und Kommunismusvorstellungen untersucht.</p>
<p>Seminarleitung: <strong>Annette Schlemm</strong> und <strong>Mathias Spiller</strong></p>
<p>Die Vorstellungen des jungen Marx von einer Gesellschaft der allgemeinmenschlichen Emanzipation blieben in der ganzen Geschichte der sozialistisch-kommunistischen Bewegung Gegenstand der Auseinandersetzung. Im Seminar werden einige seiner frühen Auffassungen und Methoden als Ausgangspunkte herausgearbeitet um dann ihr weiteres Schicksal zu verfolgen und zwar vor dem Hintergrund der realen Existenzbedingungen der auf Marx bezogenen Arbeiterbewegung und seiner späteren Kritiken der Politischen Ökonomie.</p>
<p><strong>Es werden folgende Hypothesen zur Diskussion gestellt:</strong></p>
<p>1. Die tatsächliche Entwicklung des Kapitalismus, der Arbeiterbewegung und des Real-“Sozialismus“ entzog der Bestimmung des Kommunismus als einer schon vorhandenen „wirklichen Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt&#8221; die reale Basis.</p>
<p>2. Im heutigen Spätkapitalismus und in neuen sozialen Räumen jedoch sind einige der frühen Marxschen Annahmen tatsächlich auf real Mögliches beziehbar, werden sie zur „konkreten Utopie&#8221; (Bloch).</p>
<h3>Karl Marx</h3>
<p><strong>1842 – 45</strong></p>
<p>Vom ambitionierten bürgerlichen Demokraten zum Kommunisten – ein spekulatives Hinausdenken über eine noch nicht entfaltete Gesellschaft</p>
<p><strong>1857/58</strong></p>
<p>Ein Revolutionär widerlegt sich selbst. Die Annahme, der ökonomischen Krise folge notwendig die proletarische Revolution, treibt Marx zur Arbeit an den „Grundrissen der Kritik der Politischen Ökonomie“. Die dabei gewonnene Erkenntnis, wann eine auf Verwertung gegründete Produktionsweise überhaupt aufhebbar wird, attestiert dagegen dem Kapitalismus noch eine große Zukunft.</p>
<p><strong>1875</strong></p>
<p>Die tatsächlich erstarkende Arbeiterbewegung und die Fassungslosigkeit des Theoretikers. Marx&#8217; Kritik am Gothaer Programm der Sozialdemokratie – oder der Zwang, der Bewegung Bilder zu bieten.</p>
<p><strong>1892/98</strong></p>
<p>Die Arbeiterbewegung schreitet voran, das (End-)Ziel geht verloren. Kommunismus als Theorie der „Befreiung der gesamten Gesellschaft &#8230; ist in abstraktem Sinn richtig, aber in der Praxis meist schlimmer als nutzlos&#8221; (Engels 1892, Bernstein 1898). &#8220;Dieses Ziel, &#8230; ist mir gar nichts, die Bewegung alles.“</p>
<p><strong>1918/23</strong></p>
<p>Die Praxis der Revolution verschiebt das Ideal. Mangelnde Produktivität, mangelnde Kultur – Lenin weiß um das Dilemma und ändert die „ganze Auffassung vom Sozialismus grundlegend“. Mittel des sozialistischen Fortschritts?: „Die raffinierte Bestialität der bürgerlichen Ausbeutung“ (Taylorsystem) und die „&#8217;Fabrik&#8217;disziplin &#8230; auf die gesamte Gesellschaft“ erstreckt.</p>
<p><strong>1967 ff</strong></p>
<p>Relativ selbstständige Gesellschaftsformation und Real-“Sozialismus“. Die Gültigkeit der Kategorien der (kapitalistischen) Warenproduktion und die Mobilisierung des bürgerlichen Individuums – eine Abkehr vom Kommunismus mit System.<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Gegenwart</strong>: Die ökonomische Grundlage des Spätkapitalismus wird miserabel – die Möglichkeit des Kommunismus?</p>
<p><strong>Literatur:</strong></p>
<p>Ulrich Weiß, Marx und der mögliche Sozialismus, Utopie kreativ, 17/2000, S.958 – 971 oder <a href="http://www.trend.infopartisan.net/trd0499/t090499.html">http://www.trend.infopartisan.net/trd0499/t090499.html</a>,</p>
<p>Stefan Meretz, Beiträge zur Keimformdiskussion auf <a href="http://www.keimform.de/">http://www.keimform.de/</a></p>
<p>Weitere Thesen/Texte zum Thema bitte anfordern bei Ulrich Weiß: uli ÄT weiss-und-freunde PUNKT de</p>
<p>Eintritt: 1,50 Euro (Freitag), 5 Euro (incl. Mittag, Samstag)</p>
<p>Anmeldung bitte bei der <a href="http://www.helle-panke.de/topic/3.html?id=175&amp;action=register">Hellen Panke</a></p>
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		<title>Der frühe Marx zu Weltbildung des Kapitals – Logisches und Historisches</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Jul 2009 21:49:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>UliW</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeit / Arbeitskritik]]></category>
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		<description><![CDATA[In den Ökonomisch-philosophischen Manuskripten von Marx habe ich folgende Darstellung der logischen Entwicklung des Verhältnisses Kapital und Arbeit gefunden und daran einige Überlegungen geknüpft. Die berühren direkt sowohl unser letztes Hegel-Seminar (Begriffslogik) als auch das Kommunismus-Seminar und das folgende zu den Logiken von Hegel und Marx und eben die letzte Diskussion zu „Keimform wovon?“ Beste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den Ökonomisch-philosophischen Manuskripten von Marx habe ich folgende Darstellung der logischen Entwicklung des Verhältnisses Kapital und Arbeit gefunden und daran einige Überlegungen geknüpft. Die berühren direkt sowohl unser letztes Hegel-Seminar (Begriffslogik) als auch das <a href="http://wadk.de/2009/philosophische-spekulation-wissenschaft-konkrete-utopie/">Kommunismus-Seminar</a> und das folgende zu den Logiken von Hegel und Marx und eben die letzte Diskussion zu <a href="http://wadk.de/2009/keimform-wovon/">„Keimform wovon?“</a></p>
<p>Beste Grüße Uli</p>
<p><span id="more-274"></span>Marx:</p>
<blockquote><p>„ &#8230; das noch unvollendete Kapital &#8230; muß im Laufe seiner Weltbildung zu seinem abstrakten, d.h. reinen Ausdruck gelangen. -<br />
Das Verhältnis des Privateigentums ist Arbeit, Kapital und die Beziehung beider. Die Bewegung, die diese Glieder zu durchlaufen haben, sind:<br />
Erstens – unmittelbare oder vermittelte Einheit beider.<br />
Kapital und Arbeit erst noch vereint; dann zwar getrennt und entfremdet, aber sich wechselseitig als positive Bedingungen hebend und fordernd.<br />
[Zweitens -]Gegensatz beider. Schließen sich wechselseitig aus; der Arbeiter weiß den Kapitalisten und umgekehrt als sein Nichtdasein; jeder sucht dem andren sein Dasein zu entreißen.<br />
[Drittens -]Gegensatz jedes gegen sich selbst. Kapital = aufgehäufter Arbeit = Arbeit. Als solche zerfallend in sich und seine Zinsen, wie diese wieder in Zinsen und Gewinn. Restlose Aufopferung des Kapitalisten. Er fällt in die Arbeiterklasse, wie der Arbeiter &#8211; aber nur ausnahmsweise &#8211; Kapitalist wird. Arbeit als Moment des Kapitals, seine Kosten. Also der Arbeitslohn ein Opfer des Kapitals.<br />
Arbeit zerfallen in sich und den Arbeitslohn. Arbeiter selbst ein Kapital, eine Ware.<br />
Feindlicher wechselseitiger Gegensatz.“ [1]</p></blockquote>
<p><strong>Logische Entwicklung des Verhältnisses Kapital und Arbeit</strong></p>
<p>Marx stellt hier eine logische Entwicklung des Verhältnisses Kapital – Arbeit dar. Leider führt er diesen Entwurf nicht weiter aus. Dem mit der Hegelschen Logik Vertrauten ist aber klar, dass es hier nicht um die Darstellung einer historischen Entwicklung geht, sondern um eine kategoriale Rekonstruktion der Beziehungen zwischen Kapital und Arbeit. Es ist in der kapitalistischen Wirklichkeit auch nicht so, dass etwa eine der drei genannten Bestimmungen des Verhältnisses Kapital-Arbeit die anderen beiden ausschließt. Schon aus diesem Grunde kann die tatsächliche historische Entwicklung des Grundgegensatzes der kapitalistischen Produktionsweise nicht im direkten Zugriff entlang einer solchen logischen Entwicklung Hegel-/Marxscher Kategorien dargestellt werden. Wir finden vielmehr auf jeder Stufe ihrer historischen Entwicklung sowohl die unmittelbare oder vermittelte Einheit von Kapital und Arbeit (o.g. erste Entwicklung) als auch deren wechselseitiges Ausschließen (tödlicher Gegensatz) sowie die Tatsache, dass jede Seite den Gegensatz zur anderen in sich selbst entwickelt (drittens).</p>
<p>Die einstige revolutionäre Sozialdemokratie und später die Parteien der kommunistischen Internationale bzw. der reale Sozialismus sind in ihrem Selbstverständnis von der sogenannten antagonistische Beziehung zwischen Arbeiterklasse und Bourgeoisie ausgegangen. Sie haben sich also eher auf den zweiten Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit als auf die anderen beiden bezogen und für sich – zumindest in der Theorie – die beiden anderen Bestimmungen ausgeschlossen. Beide Seiten verstanden sie sozusagen als ein festgeronnenes Ausschließen des anderen. „Feuer oder Wasser“. Entweder-Oder. So fasste etwa E. Honecker den sogenannten Klassenstandpunkt. [2] So schilderte es J. Reed in seinem Revolutionsbericht von 1917. [3] Ein Ineinanderübergehen beider Seiten konnte von diesem Standpunkt aus höchstens verstanden werden als etwas der eigenen Klasse bloß Äußerliches, ihre inneren Bestimmungen überhaupt nicht Berührendes, als Deklassierung oder Verrat einzelner Individuen. So standen sich in der Logik der zweiten Bestimmung und unter Ausschließung der anderen tatsächlich in einer ausschließenden und fast tödlichen  Weise zwei Weltsysteme gegenüber.</p>
<p>Und doch bestand auch in diesen schärfsten Konfrontationen die „Einheit beider“ im Sinne der ersten wie der dritten Bestimmung („Gegensatz jedes gegen sich selbst“). Auch die letztere Bestimmung war in jener Zeit eine treffende Beschreibung des Verhältnisses Kapitalismus/Sozialismus, Kapital/Arbeit und der jeweiligen inneren Entwicklung beider Seiten. Es gab nicht nur Handels-, wissenschaftliche, politische und persönliche Beziehungen zwischen den „Systemen“ sondern auch kalte oder sogar heiße Kriege, die diese Einheit der Gegensätze „vermittelten“. Die Konvergenztheorie [4] der 1960er Jahre drückte auf ihre Weise eine Anerkennung dieser Einheit beider aus. Der Marxismus-Leninismus reagierte mit ideologischen Kampagnen gegen diese Theorie, die in keiner Weise in die Feuer-Wasser-Bestimmungen passte. Sie behauptete ein zukünftig unumgängliches Ineinanderaufgehen der beiden Systeme und brachte damit eine tatsächliche Entwicklung zum Ausdruck. Dies geschah allerdings unbegriffen, da diese Entwicklung ohne Verständnis für die sozialökonomischen Formen als Wirkung einer technischen Entwicklung an sich angesehen wurde, der damals beginnenden wissenschaftlich-technischen Revolution. [5]</p>
<p>Der heutige historische Standort macht die Gleichzeitigkeiten der drei o.g. Bestimmungen im Verhältnis Kapital/Arbeit leichter erkennbar, damit eben auch die (wachsende) Gültigkeit der o.g. dritten Bestimmung. Die schärfste Systemkonfrontation ist inzwischen aufgehoben und zwar auf eine friedliche Weise, die weder Freund noch Feind für möglich gehalten hatten. Der historisch-zivilisatorische Sinn der besonderen östlichen (nachholenden) Variante der bürgerlich-kapitalistischen Form von Vergesellschaftung, die fast allgemein als der totale Gegensatz zum Westen (miss-)verstanden wurde, hatte sich im letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts erfüllt. Der Zusammenbruch des Ostens ist Ausdruck und Katalysator einer tiefen Krise, in die die kapitalistische Formation insgesamt geraten ist. Es ist heute auch in der Utopie nicht mehr vorstellbar, dass eine Alternative zum Ganzen dadurch etabliert werden könnte, dass einer der Seiten des Verhältnisses Kapital und Arbeit „dem andren sein Dasein zu entreißen“ sucht, das Proletariat der Bourgeoisie etwa die Produktionsmittel.</p>
<p>Die großen proletarischen Klassenkampforganisationen können immer weniger eine relativ eigenständige Lebenswelt konstituieren, die in weitgehend ausschließender Gegensätzlichkeit zu der der Unternehmerschaft steht und die sich als ein potentieller gesellschaftlicher Gegenentwurf verstehen kann. In den Metropolen sind sie immer mehr gezwungen, in defensiven Kämpfen um die Bewahrung von Interessen ihrer schwindenden Mitgliedschaft Co-Management zu betreiben, also in ihrem Klientel selbst die traditionellen Funktionen des Kapitals zur Geltung zu bringen. Diese Kämpfe können auch immer weniger für sich in Anspruch nehmen, dem allgemeinen zivilisatorischen Fortschritt zu dienen. Das Ringen etwa um die Bewahrung von gewaltigen Überkapazitäten im Automobilbau, um die Weiterführung von ökologisch verheerenden Produktionen, um den Erhalt von Lohnarbeit überhaupt, all das ist wie die kapitalistische Produktionsweise insgesamt inzwischen als Bedrohung der menschlichen Zivilisation zu begreifen. Die proletarischen Organisationen, sofern sie noch eine gesellschaftliche Macht darstellen, werden so zu Instrumenten zur Durchsetzung oder Bewahrung von solchen Sonderinteressen, die einer allgemeinmenschlichen Emanzipation zunehmend entgegenstehen. Damit wächst der Zwang aber auch die Möglichkeit jenseits der Hoffnung auf die proletarische Revolution nach Alternativen sowohl zum (westlichen) Kapitalismus als auch zum einstigen „Sozialismus“ zu suchen.</p>
<p>Es ist heute leichter als in den Zeiten der schärfsten Klassen- und Systemkonfrontationen zu verstehen, dass immer schon in der Geschichte der kapitalistischen (und real-“sozialistischen“) Produktionsweise jede Seite nicht nur der ausschließende Gegensatz des anderen war, sondern auch die Bestimmungen das anderen in sich reproduzierte – das was im anderen bekämpft wurde. So reproduzierten sich – hier auf staatskapitalistische Art – im Osten Klassen- und Monopolverhältnisse, eine so genannte „sozialistische“ Warenproduktion gemäß den Kategorien der Marxschen Kritik der (kapitalistischen) Politischen Ökonomie, die in enger Anlehnung daran in der positiv gemeinsten sogenannten Politischen Ökonomie des Sozialismus Anwendung fand (in der Volks- und Betriebswirtschaftslehre und im allgemeinen ML-Unterricht). Obgleich die Reproduktion von Verhältnissen stattfand, die zu überschreiten der „Sozialismus“ im ursprünglichen Selbstverständnis eigentlich angetreten war, obwohl damit kein Schritt auf die angenommene kommunistische Zukunft hin unternommen wurde, ist diese „Abweichung“ nicht primär zu begreifen als Ausdruck einer fehlerhaften Politik der führenden Parteien, falscher Theorien usw., sondern als eine, den gegebenen Möglichkeiten durchaus adäquate Form einer gesellschaftlichen Entwicklung, die notwendigerweise innerhalb der Grenzen der industriellen Warenproduktion verbleiben musste. Der Fehler vielmehr bestand in der Selbstbezeichnung „Sozialismus“ bzw. „Kommunismus“.</p>
<p>Der Westen entwickelte seinerseits etwa mit dem New Deal, dessen Akteure wiederholt der Einführung des Kommunismus bezichtigt wurden, sowie mit der späteren sogenannten sozialen Marktwirtschaft eine enorme und lange Zeit unverzichtbare Ausweitung der sozialen Funktionen des Staates, planwirtschaftliche Elemente, die ansonsten zur Denunziation des Ostens genutzt wurden.</p>
<p>Das muss hier als Einwand genügen gegen eine umstandslose Lesart der Marxschen logischen Entwicklung des Verhältnisses Kapital und Arbeit als eine Beschreibung eines realen Geschichtsprozesses.</p>
<p><strong>Historische Entwicklung des Verhältnisses Kapital – Arbeit</strong></p>
<p>Dies vorausgesetzt kann man mit dem Blick etwa auf Marx&#8217; spätere Arbeiten [6], auf die sehr unterschiedlichen Rezeptionen der Marxschen Theorie etwa bei Bernstein und Lenin [7], und vor allem auf die tatsächliche historische Entwicklung des innerkapitalistischen Klassenkampfes Kapital – Arbeit auch sagen:<br />
In der logischen Entfaltung des Verhältnisses von Kapital und Arbeit, in der kategorialen Entwicklung des „unvollendeten Kapitals“ zu „seiner Weltbildung“, kann man im globalen Sinne auch eine Antizipation zeitlich aufeinander folgende Entwicklungsphasen des Verhältnisses Kapital-Arbeit erkennen und zwar im Sinne einer Dominanz über die jeweils anderen, ebenfalls gültigen Bestimmungen.</p>
<p>So wurde von den Generationen seit Marx&#8217; Zeiten bis in jüngere Geschichte hinein der „Gegensatz beider“, Kapital und Arbeit schließen sich wechselseitig aus &#8230; jeder sucht dem andren sein Dasein zu entreißen“, also die zweite Bestimmung der oben zitierter Marxscher Entwicklung, als dominierende Wirklichkeit erlebt. Diese Bestimmung kann gelesen werden eben als eine konzentrierte Zusammenfassung des Selbstverständnisses und der versuchten Praxis der einst revolutionären Sozialdemokratie und der kommunistischen Internationale bzw. des realen „Sozialismus“. Diese Vorstellungen waren in  dieser Zeit unverzichtbare Voraussetzungen für die große Wirksamkeit der proletarischen Bewegung und dieser Institutionen. „Übersetzt“ man diese logische Entwicklung von Marx im Sinne der Hervorhebung der historisch jeweils dominierenden Tendenz so kann man heute auch die dritte Bestimmung als eine theoretische Vorwegnahme sich immer mehr zur Geltung bringender Entwicklungen innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise verstehen: „Feindlicher wechselseitiger Gegensatz“, allerdings ein „Gegensatz jedes gegen sich selbst.“ „Arbeit als Moment des Kapitals, &#8230; Arbeiter selbst ein Kapital.“ [8]</p>
<p>Die soganannten Ich-AGs, die Unmengen von Menschen in prekären Selbständigkeiten aber auch durchaus besser situierte freischaffende Projektentwickler, die ihre gesamte Existenz im Sinne der Verwertbarkeit ihres gesamten Lebens beständig neu entwerfen müssen, aber auch die neuen Anforderungen an Teams innerhalb der kapitalistischen Großproduktion, die sich innerhalb der Abeitsteilung selbst als Profitcenter, als quasi eigenständige Unternehmen, zu behaupten haben – all das soll hier symbolisch stehen für diesen heute immer wirklicher werdenden Prozess, in dem die unmittelbaren Produzenten massenhaft auch solche Funktionen in sich hineinnehmen, die früher entschieden mehr an Unternehmer selbst bzw. an ihre Manager gebundene waren bzw. die in Form der großen Maschinerie eben als Maschine das Kapitalverhältnis direkt gegenüber etwa den Fließbandarbeitern zur Geltung brachte (Marx handelt dies später ab unter der Kategorie reelle Subsumtion). In diesen neueren Entwicklungsformen des Verhältnisses Kapital/Arbeit „wandert“ der Gegensatz noch entschieden mehr als in den früheren Formen und direkt in die agierenden Individuen hinein: „jedes gegen sich selbst“. In der Ich-AG rebelliert der Proletarier in mir gegen mich selbst, der ich in eigener Verantwortung mich als mich selbst verwertender Wert dressieren muss. Meine menschlichen Bedürfnisse rebellieren gegen beide, gegen den kapitalistischen Entwerfer, Dirigenten, Kontrolleur, Antreiber, zu dem ich mir selbst gegenüber geworden bin, und gegen den proletarischen Arbeiter in mir, der im Interesse seiner Existenz gegen jene Zumutungen Widerstand leistet, die meine Existenz als eine sich selbst unternehmende Ware Arbeitskraft sichert. Ein Dilemma, das nicht im Widerstand gegen andere Menschengruppen, die Bourgeoisie etwa, oder noch begriffloser eng gefasst, gegen die sogenannten Heuschrecken, aufgelöst oder in den Folgen gedämpft werden kann, nicht einmal mehr vorübergehend. Dies ist eine  Gegensätzlichkeit, eine innere Zerrissenheit, aus der keine noch so große Klassenorganisation heraus helfen kann, kein Sozialstaat, auch kein proletarischer, sondern nur eines: die völlige Aufhebung von Kapital und Arbeit selbst, von Warenproduktion, und zwar durch eine solche soziale Form von Produktions- und Lebensweise, die nicht über Wert und Staat vermittelt ist.</p>
<p>Seitdem sich die kapitalistischen Produktionsweise auf ihrer eigenen Grundlage entwickelt war diese o.g. Marxsche dritte Bestimmung immer schon vorhanden. Aber in der heutigen postfordistischen Phase wird sie zur dominierenden Erscheinung des Verhältnisses Kapital-Arbeit. Dies legt ganz andere Vorstellungen von einer nichtkapitalistischen Gesellschaft nahe als dies möglich war in den Zeiten der großen Klassen- und Systemkämpfe, in denen sich die Gegensätzlichkeit von Kapital und Arbeit als tödliche Feindschaft sich äußerlich gegenüberstehenden großer Menschengruppen und Staaten darstellte. Die Konstitution der neuen Gesellschaft war da massenhaft nur vorstellbar als Sieg der einen Seite über die angeblich ganz andere, mit der man nichts gemein hatte, der man etwa die Produktionsmittel, den Staat, die Herrschaft über die ideologischen Institutionen, also „sein Dasein zu entreißen“ hatte.</p>
<p>In der dritten Bestimmung der Marxschen logischen Entwicklung des Verhältnisses Kapital-Arbeit und eben angesichts heutiger realer Entwicklungen eröffnen sich theoretisch und praktisch ganz andere Wege aus dem Kapitalismus als dem früher geschichtsmächtigen Arbeiterbewegungsmarxismus der zweiten und dritten Internationalen oder aus der Sicht großer gewerkschaftlicher Kämpfe.</p>
<p>Die möglichen Momente einer solchen neuen Vergesellschaftung, deren Voraussetzungen in der jetzigen entstehen, können nur in solchen sozialen Räumen und Bewegungen ihre eigene neue Logik entwickeln, die von vornherein jenseits der Grundstrukturen der kapitalistischen Produktions- und Lebensweise agieren, jenseits der Vermittlung durch Wert, Staat, Ideologie, durch solche, die in ihren keimförmigen Existenzen bereits die Auflösung genau dieser Grundstrukturen sind.</p>
<p>Der frühe Marx suchte nach einer sozialen Kraft, die die kapitalistische Gesellschaft aufheben könnte, und nach sozialen Formen, in denen das geschehen konnte. Irrtümlicher Weise – dies machte ihm kommunistisches Denken überhaupt erst möglich – glaubte  er, dies im Proletariat gefunden zu haben: Er bestimmte das Proletariat als eine „Klasse der bürgerlichen Gesellschaft, welche keine Klasse der bürgerlichen Gesellschaft ist“ sondern deren Auflösung [9]. Das Geniale an diesem Irrtum von Marx war, dass er in einer Zeit, in der die tatsächlichen Subjekte der Aufhebung des Kapitalismus durch eine neue Gesellschaft noch nicht erkennbar sein konnten, u.a. eine solche Charakteristik eines potentiellen Subjektes der Aufhebung gab: keine Klasse der bürgerlichen Gesellschaft sondern ihre Auflösung. Es ist zu fragen, inwiefern dies auf heute sich entwickelnde Praxen, auf sozialen Räume zutrifft, die sich jenseits von Verwertungs- und Herrschaftslogiken konstituieren und in denen die Akteure für sich selbst und für andere Menschen jenseits von Wert- und Herrschaftsvermittlung allgemein zugänglichen Reichtum produzieren. Es ist zu fragen, inwiefern solcherart tatsächlich Keimformen, also verallgemeinerbar sein können. Mittels der Marxschen Bestimmungen könnten sich heute entsprechende Assoziationen in ihrer historischen Potenz selbst begreifen.</p>
<p>Ulrich Weiß</p>
<p><strong>Fußnoten</strong></p>
<p>[1]  Karl Marx, Ökonomisch-philosophische Manuskripte, MEW EB I/529.</p>
<p>[2] Erhard Eppler zitiert im Sozialdemokratischen Pressedienst vom 17. Februar 1988 Erich Honecker: „Kapitalismus und Sozialismus verhalten sich zueinander wie Feuer und Wasser.“ Er fügt hinzu: Dieser „könnte der Zustimmung Reagans für seinen eingängigen Satz sicher sein.“</p>
<p>[3]  „Am Stationseingang standen zwei Soldaten mit Gewehren und aufgepflanzten Bajonetten, umringt von zirka hundert hitzig auf sie einredenden Geschäftsleuten, Regierungsbeamten und Studenten. Die Soldaten waren unzugänglich &#8230; . Ein großer junger Mann &#8230;. in der Uniform eines Studenten, führte das Wort. „Ihr werdet doch wohl begreifen, daß ihr euch zu Werkzeugen von Mördern und Verrätern macht, wenn ihr die Waffen gegen eure Brüder erhebt&#8221;, sagte er in unverschämtem Ton. „Ach, Bruder&#8221;, antwortete der Soldat ernsthaft, „du verstehst nicht. Es gibt zwei Klassen. Kannst du das nicht sehen? Das Proletariat und die Bourgeoisie. Wir&#8230;.&#8221; Oh, ich kenne dieses dumme Gerede &#8230; Ich bin selbst Marxist! &#8230; Du scheinst zu glauben, Lenin ist ein aufrichtiger Freund des Proletariats &#8230; weißt du dann auch, daß Lenin in einem geschlossenen Zuge durch Deutschland gefahren ist und daß er von den Deutschen Geld genommen hat?&#8221; „Davon weiß ich nichts&#8221;, antwortete der Soldat. „Aber mir scheint, daß er gerade das sagt, was ich und meinesgleichen hören wollen. Es gibt zwei Klassen, die Bourgeoisie und das Proletariat.&#8221; Du bist ein Narr, mein Freund. Ich habe zwei Jahre lang in der Schlüsselburg gesessen, als du noch Revolutionäre niederschossest &#8230; Und ich bin ein Gegner der Bolschewiki, die unser Rußland und die Revolution zugrunde richten. Wie erklärst du dir das?&#8221; Der Soldat kratzte sich am Kopf. „Das kann ich mir nicht erklären. Mir erscheint die Sache ganz einfach; aber ich bin ja kein gebildeter Mann. Es gibt nur zwei Klassen, die Bourgeoisie und das Proletariat&#8230;&#8221; Da kommst du schon wieder mit deinen dummen Phrasen&#8221;, schrie der Student. „Nur zwei Klassen&#8221;, fuhr der Soldat hartnäckig fort, und wer nicht auf der einen Seite ist, der ist auf der anderen.&#8221; John Reed, 10 Tage, die die Welt erschütterten. <a href="http://www.ml-werke.de/andere/reed.htm">www.ml-werke.de/andere/reed.htm</a>, 17. Juli 2009</p>
<p>[4]  „Sozialwissenschaftliche und politisch-ökonomische These der 1950er/1960er Jahre, die von einer strukturell bedingten Annäherung zwischen kapitalistischen und sozialistischen Systemen ausging: Da beide Ideologien und Wirtschaftsformen mit den gleichen innergesellschaftlichen Anforderungen der modernen Industrieproduktion konfrontiert sind (z.B. Arbeitskräftekonzentration, hochgradige Arbeitsteilung, zunehmender Kapitalbedarf, Abkehr vom Familieneigentum, zunehmende Effizienzsteigerung), werden sie sich organisatorisch, technisch und wirtschaftlich angleichen.“ &#8212; Lexikon der Bundeszentrale der Politischen Bildung, Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 4., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2006. <a href="http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=9WCT23">www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=9WCT23</a>, 21.07. 2009</p>
<p>[5]  Die dementsprechende Kritik von Marxisten, dass die technische Entwicklung und deren Konsequenzen ohne Verständnis der sozialen Formen der Produktionsweise in Ost und West betrachtet werden, war zutreffend. Problematisch ist der Standpunkt, von dem aus diese berechtigte Kritik geleistet wird, die Annahme, die sogeannte sozialistische Warenproduktion und der westliche industrielle Warenproduktion und die mit beiden verbundenen Klassen- und Herrschaftsstrukturen seinen von gegensätzlicher, einander ausschließender sozialökonomischer Qualität. Siehe Stichwort „Konvergenztheorie“, Philosophisches Wörterbuch“, Leipzig 1996, Hg. Georg Klaus und Manfred Buhr, Bd. 2, S. 599ff.</p>
<p>[6]   In den Grundrissen der Kritik der Politischen Ökonomie kam Marx zu Aussagen über einen Entwicklungsstand der kapitalistischen Produktionsweise, der Produktivität menschlicher Arbeit, der technischen Entwicklung und der Entwicklung des Charakters der Arbeit noch innerhalb des Kapitalismus, die die sachlichen und menschlichen Voraussetzungen dafür hervorbringen, dass die kapitalistische Form der Reichtumsproduktion zu miserablen Grundlage und die wertvermittelte Produktionsweise aufhebbar wird. Dies Aussagen sind logische Entwicklung und Antizipation eines zukünftigen Zustandes in einem. MEW 24/592ff.6  In den Grundrissen der Kritik der Politischen Ökonomie kam Marx zu Aussagen über einen Entwicklungsstand der kapitalistischen Produktionsweise, der Produktivität menschlicher Arbeit, der technischen Entwicklung und der Entwicklung des Charakters der Arbeit noch innerhalb des Kapitalismus, die die sachlichen und menschlichen Voraussetzungen dafür hervorbringen, dass die kapitalistische Form der Reichtumsproduktion zu miserablen Grundlage und die wertvermittelte Produktionsweise aufhebbar wird. Dies Aussagen sind logische Entwicklung und Antizipation eines zukünftigen Zustandes in einem. MEW 24/592ff.</p>
<p>[7]  Von einem jeweils unterschiedlichem Entwicklungsniveau der kapitalistischen Produktionsweise ausgehend, sahen sie sozusagen einzelne der o.g. Marxschen Bestimmungen das Verhältnisses Kapital/Arbeit als die entscheidenden an. Bernstein sah die proletarische Bewegung für eine noch unbestimmte Zeit mehr als ein relativ selbständiges Moment des organischen Ganzen bürgerliche Gesellschaft. Konsequenterweise sah er die Vorstellung vom sogenannten Endziel der proletarischen Bewegung, dass als Ergebnis einer letzten (Vernichtuns-)Schlacht begriffen und besungen wurde, als eine für die tatsächlich anstehenden Kämpfe des (deutschen) Proletariats lässliche propagandistische Floskel an. Lenin dagegen bewegte sich viel mehr in den Kategorien der Marxschen zweiten Bestimmung. Er agierte bezogen auf einen Weltteil, der in voller Konkurrenz zum westlichen entwickelten Kapitalismus stehend selbst eher an einem Mangel an bürgerlich-kapitalistischer Entwicklung litt als an solchen Krisen, die bereits deren zivilisatorische Überlebtheit anzeigten. Was die schwache russische Bourgeoisie nicht vermochte, schaffte der russische Staatskapitalismus unter bolschewistischer Führung: Die ursprüngliche Akkumulation, die weitgehende Proletarisierung der Bevölkerung. Dies geschah in einer solch forcierten Weise, dass tatsächlich eine solche industrielle Warenproduktion zustande kam, die sich (bis an die Grenzen, die der Fordismus setzte) in der internationalen Konkurrenz behaupten konnte. Dies erschien als ein Daseinskrieg gegen die Weltbourgeoisie und auf diese Auseinandersetzung wurden auch die inneren Konflikte projiziert, die sich notwendig mit der industriellen Warenproduktions und der entsprechenden Klassenspaltung ergab.</p>
<p>[8]  Karl Marx, Ökonomisch-philosophische Manuskripte, MEW EB I/529.</p>
<p>[9]  Karl Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung. MEW 1/390.</p>
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		<title>Keimform &#8212; wovon?</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 17:36:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>UliW</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von Uli Weiß 1. Ich gehe von einem unverzichtbaren Zusammenhang zwischen der Praxis der Lohnarbeit, der Individualitäten der darin agierenden Menschen und der möglichen Aufhebung des Kapitalismus aus. Siehe meine Argumente gegen Robert Kurz: »Sintlut ohne Arche«. In dessen Schwarzbuch wird der ganze Kapitalismus als ein lässlicher Irrtum der Geschichte angesehen, an dem vorbei etwa [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Uli Weiß</em></p>
<p><strong>1.</strong> Ich gehe von einem unverzichtbaren Zusammenhang zwischen der Praxis der Lohnarbeit, der Individualitäten der darin agierenden Menschen und der möglichen Aufhebung des Kapitalismus aus. Siehe meine Argumente gegen Robert Kurz: <a href="http://opentheory.org/sintflut/text.phtml">»Sintlut ohne Arche«</a>. In dessen Schwarzbuch wird der ganze Kapitalismus als ein lässlicher Irrtum der Geschichte angesehen, an dem vorbei etwa die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Luddismus">Ludditen</a> direkt in den Kommunismus hätten marschieren können, wenn nicht die bürgerlichen Ideologen &#8230; Ohne bestimmte gesellschaftliche (sachliche und menschliche) Voraussetzungen, die erst im Kapitalismus entstehen, also wesentlich durch die Lohnarbeit geschaffen werden, ist Kommunismus undenkbar.</p>
<p><span id="more-268"></span><strong>2.</strong> Meines Erachtens geht das zusammen mit meiner Annahme, dass die Lohnarbeiter in ihrer Bestimmung <em>als Lohnarbeiter nicht</em> die Potenz haben, den Kapitalismus durch die Konstitution der kommunistischen Gesellschaft aufzuheben.</p>
<p>Ich stimme der Marxschen Aussage zu (Dt. Ideologie; MEW 3/77), dass der Proletarier „innerhalb seiner Klasse“, innerhalb seiner „Lebensbedingungen, der [Lohn-]Arbeit“ keine Chance hat &#8230; persönlich zur Geltung zu kommen“, dass um dies zu ermögliche, diese Lebensbedingungen, die Lohnarbeit und damit der Staat, die „Form, in der die Individuen der Gesellschaft sich bisher einen Gesamtausdruck gaben“ aufgehoben werden müssen.</p>
<p>Ich meine aber nicht mehr, dass diese Bedingungen durch irgendeinen Klassenkampf aufgehoben werden können, nicht durch „die Erhebung des Proletariats zur herrschenden Klasse“, nicht durch die Diktatur des Proletariats.</p>
<p>Ich schließe überhaupt eine solche Übergangsgesellschaft zwischen Kapitalismus und Kommunismus aus, die durch irgendeine politische Macht (auch nicht durch eine proletarische) konstituiert werden könnte.</p>
<p>Ich habe mich auch von der Annahme einer solchen ersten Phase des Kommunismus verabschiedet, wie sie Marx in der Kritik am Gothaer Programm beschreibt (auf die sich der frühere Osten nicht zu unrecht bezog), in der „dasselbe Prinzip wie beim Austausch von Warenäquivalenten“ herrscht, sozusagen sozialistische Warenproduktion in einem sozialistischen Staat. Die Vorstellungen, in einer Übergangszeit Prinzipien und Formen der bürgerlichen Gesellschaft nutzen zu können und zu müssen, um eine neue Gesellschaft zu konstituieren, hatten – obwohl irrige – eine erhebliche gesellschaftliche Wirksamkeit. (Siehe Lenin: NÖP, DDR: NÖS, Sozialismus als relativ selbständige Gesellschaftsformation). Sie gehören einer vergangenen Zeit an. Sie sind Ausdruck des – was das behauptete Ziel betrifft, unrealisierbaren – Versuchs, einen Weg in den Kommunismus zur eröffnen unter Bedingungen, da dessen Voraussetzungen noch nicht gegeben waren.</p>
<p><strong>3.</strong> Hier muss etwas gesagt werden zum Unterschied zwischen <em>Voraussetzungen</em> und <em>Bedingungen</em> des Kommunismus. Wird das nicht klar getrennt, entstehen erhebliche Missverständnisse.</p>
<p>Die im Kapitalismus entstehenden Voraussetzungen des Kommunismus sind solche, auf deren Grundlage es überhaupt erst möglich wird, dass das Schaffen der materiellen Voraussetzungen menschlicher Existenz nicht mehr (oder minder) des äußeren Zwang der Ökonomie bedarf. Es geht um solche zivilisatorischen Errungenschaften, auf deren Basis die schöpferischen Tätigkeiten nicht mehr wie die Lohnarbeit „nur Mittel zum Leben, sondern selbst das erste Lebensbedürfnis“ werden können und damit auch der „bürgerliche Rechtshorizont &#8230; überschritten werden“ kann.“</p>
<p>Ich halte diese Charakteristik kommunistischer schöpferischer Tätigkeit nicht für eine lässliche Floskel von Marx und die Frage danach, inwiefern solches innerhalb der heutigen kapitalistischen Gesellschaft entsteht nicht als Ausdruck weltfremden Spekulierens. Es ist ein wichtiger (nicht der einzige) Maßstab, um überhaupt die Voraussetzungen einer Gesellschaft für eine kommunistische Entwicklung einschätzen zu können, sich selbst mit der Frage nach Wegen aus dem Kapitalismus ernst zu nehmen. Ich will darüber reden – und halte das nicht als einen verzichtbaren alten ML-Ballast (Benni) – ob die fortgeschrittenste kapitalistische Produktionsweise heute solche Voraussetzungen geschaffen hat, an die Marx die Aufhebbarkeit einer auf Verwertung gegründeten Produktionsweise und der entsprechenden bürgerlichen Gesellschaft knüpfte. Besonders geht es dabei um die sich noch innerhalb des Kapitalismus vollziehenden Veränderungen im Arbeitsprozess. (sh. meinen diese Diskussion auslösenden Text, ausführlicher u.a. in <a href="http://www.trend.infopartisan.net/trd0499/t090499.html">„Marx und der mögliche Sozialismus“</a>). Es ist nicht nur so, dass ohne solche Voraussetzungen ist Warenproduktion nicht aufhebbar, kann keine kommunistische Bewegung erfolgreich sein, landen entsprechende Versuche immer wieder in der „alte Scheiße“. Wenn ich richtig lese, dann hält Ingolf dies („Arbeit“ oder Arbeit als Lebensbedürfnis) überhaupt für völlig illusorisch und zwar für ewig. Und Hubert sieht solche Voraussetzungen noch nicht gegeben. Was ist an meinen Annahmen betreffs der Voraussetzungen nicht zutreffend? Das zu diskutieren wäre sinnvoll. Es gibt hier keine Selbstverständlichkeiten. Dies vor allem nicht, weil das, was mensch als Voraussetzungen ansieht, wesentlich davon abhängt, was er sich unter einer kommunistischen Form der Vergesellschaftung vorstellt. Deshalb eben die Frage: Keimform – <em>wovon</em>?</p>
<p><strong>4.</strong> Wenn ich solchen Wert auf die Diskussion von geschichtlichen Voraussetzungen des Kommunismus leben, dann heißt das <em>nicht</em>, dass dieser aus den inneren Logiken der kapitalistischen Produktionsweise ableitbar ist, auch nicht, wenn die entfaltetsten Voraussetzungen gegeben wären. Es sind Voraus-Setzungen einer möglichen Entwicklung. Die Voraussetzungen selbst <em>bedingen</em> aber den Kommunismus <em>nicht</em>. Kapitalismus ist nicht unentfalteter Kommunismus – wie Matti in Hegelscher Konsequenz wohl sagen würde? Und dieser ist nicht ein vollendeter Kapitalismus.</p>
<p>Wenn ich das so sehe und zugleich eine Übergangsgesellschaft ausschließe, in der etwa ein vernünftig (im proletarischen oder allgemeinen Sinne) agierender Staat oder ein Automatismus (wie bei Christian) die Waren-/Produktproduktion und -zuteilung entsprechend irgendwie erfasster Bedürfnisse und gebunden an die Arbeitsleistungen regelt, kann es aber dann überhaupt Wege aus dem Kapitalismus geben? Lässt sich das überhaupt denken?</p>
<p>Es müssen eben nicht nur <em>Voraussetzungen</em>, sondern zugleich die <em>Bedingungen</em> des Kommunismus benannt werden. Was sind solche Bedingungen im Unterschied zu Voraussetzungen? Es müssten solche jenseits der kapitalistischen Produktionsweise und jenseits ihren Logiken entstehende Praxen sein, die solche sozialen <em>Formen</em> auszeichnen, deren Verallgemeinerung die Konstitution einer kommunistischen Gesellschaft bedeuten würde – eben <em>Keim-Formen</em> einer kommunistischen Vergesellschaftung. Die sachlichen und menschlichen Voraussetzungen solcher Praxen und der Möglichkeit, dass sie zur gesellschaftskonstituierenden Kraft werden können (erst wenn auch dies zweite gegeben, können diese Praxen als Keimformen begriffen werden) entstehen innerhalb des kapitalistischen Produktionsweise. Die Praxen selbst und ihre Formen sind jedoch eine Neuschöpfung, eine geschichtliche Tat.</p>
<p>Konstituiert werden solche Praxen von den beteiligten Individuen <em>nicht als Klassenindividuen</em>. Insofern diese Menschen zugleich Lohnarbeiter oder als Wissenschaftler erwerbstätig sind, ergibt sich ihre freie Tätigkeit, die ihnen selbst Lebensbedürfnis ist, gerade nicht aus der Logik ihrer (Lohn-)Arbeit.</p>
<p><strong>5.</strong> Ein solcher Gedankengang ist für Menschen, die in ihrer Engagement auf die Beförderung der Arbeiterbewegung mit ihren zivilisatorischen Potenzen orientiert waren oder sind, offenkundig eine Zumutung. Als Analogie verweise ich auf die Entstehung der kapitalistischen Produktionsweise. (Das ist kein Beweis, aber vielleicht hilft es, sich dem Keimformdenken zu öffnen.) Deren Voraussetzungen waren</p>
<ul>
<li>akkumuliertes Handels- und Raub-“Kapital“,</li>
<li>von Sklaverei oder feudaler Abhängigkeit freie Menschen,</li>
<li>kulturelle und technische Voraussetzungen,</li>
<li>&#8216;Konsumbedürfnisse, die nur beschränkt oder gar nicht in der gegebenen Produktionsweise befriedigt werden konnten. (Marx verweist darauf, dass es wesentliche derartiger Voraussetzungen schon im alten Rom gegeben habe: Proletarier, freies „Kapital“, Bedürfnisse, auch in Handelszentralen des Mittelalters.)</li>
</ul>
<p>Die Konstitution der kapitalistischen Produktionsweise selbst ging nicht etwa aus dem mittelalterlichen Zunftwesen hervor, nicht aus dem Kampf der feudalen Klassen gegeneinander. Es war in keiner Weise eine Fortsetzung der Bewegungslogiken feudaler Institutionen.</p>
<p>Was die Ökonomie betrifft, so hat die Verbindung der genannten Voraussetzungen in den <em>Manufakturen</em>, also etwa <em>jenseits</em> der <em>Zunftverhältnisse</em>, diejenigen Praxisformen konstituiert, die in ihrer Verallgemeinerung die kapitalistische Produktionsweise <em>bedingten</em>. Keimformen einer neuen Vergesellschaftung.</p>
<p><strong>6.</strong> Unter anderem sind die Marxschen Kategorien „Arbeitsteilung“ sowie „formelle und reelle Subsumtion der Arbeit unter das Kapital“ geeignet, sowohl das Entstehen unverzichtbarer Voraussetzungen für den Kommunismus zu erfassen als auch zu verstehen, dass sie selbst den Kommunismus nicht bedingen.</p>
<p>Marx beschreibt wie es mit der Entwicklung der Maschinerie dazu kommt, dass die ursprünglich (etwa in den frühkapitalistischen Manufakturen) nur bestehende formelle Subsumtion (hier wurde die Arbeit noch in der alten Weise handwerklicher Produktions geleistet aber eben formell als Verwertungsprozess) zugleich zur reellen wird. Mit der mechanisierten Produktion, in der die unmittelbaren Produzenten dann zum Anhängsel der Maschine werden, sie werden sozusagen von der Maschinerie angewendet, entstehen die dem Kapital eigentlich erst angemessenen Produktionsmittel und Arbeitsweisen. Darin kommt die kapitalistische Produktionsweise sozusagen erst zu sich selbst. Diese Entwicklung findet ihren Höhepunkt in Fließbandproduktion der tayloristischen-fordistischen Produktionsweise, in der die Lücken in der Maschinerie in einer solchen Weise durch Lohnarbeiter ausgefüllt werden, dass die Arbeiten idealerweise auch von einem intelligenten Gorilla ausgeführt werden könnten (Taylor). In dieser reellen Subsumtion der Arbeit unter das Kapital ist die formelle Subsumtion auf die Spitze getrieben.</p>
<p>Mit den postfordistischen Änderungen des Charakters der Arbeit werden beide Unterordnungen immer problematischer.</p>
<p>Marx hatte in Verbindung mit der Automatisierung erwartet, dass die wissenschaftliche, künstlerische und spielerische Fähigkeiten sowie die der sozialen Kompetenzen für die Reichtumsproduktion eine solche Bedeutung gewinnen, dass die Einbindung dieser Tätigkeiten in den Verwertungsprozess zur miserablen Grundlage der Reichtumsproduktion überhaupt wird. In den entscheidenden Kernbereichen kapitalistischer Produktion vollzieht sich heute tatsächlich dieses Heraustreten von Produzenten aus dem unmittelbaren Fertigungsprozess. Aber angesichts der weiterhin bestehenden formellen Subsumtion der Arbeit unter das Kapital kommt es nicht dahin, wofür mit diesem Prozess wesentliche Voraussetzungen gegeben werden: zur Aufhebung der reellen Subsumtion. Im Gegenteil. Die postfordistischen Produktionsformen sind mit einer weiteren Vertiefung der menschlichen Unterwerfung unter die Kapitalverhältnisse verbunden. Nicht nur dass viele Akteure die Kontrollfunktionen im kapitalistischen Produktionsprozess in ihre eigene Tätigkeit hineinnehmen. Sie sind gezwungen, ihren gesamten Lebensprozess gemäß der Anforderung der Kapitalverwertung zu unterwerfen. Die so genannte Ich-AG kann als Symbol hierfür gelten.</p>
<p>Das heißt die Voraussetzungen einer möglichen Aufhebung der Kapitalverhältnisse konstituieren mitnichten aus ihren eigenen Logiken heraus eine Vergesellschaftungsform jenseits des Es/Ich-muss-sich/mich-rechnen. Selbst die größte Möglichkeit individueller Selbstständigkeit, solange der Akteur innerhalb der Kapitalverhältnisse agiert, bleibt eine rein abstrakte Möglichkeit, verkehrt sich real und vom Akteur selbst exekutiert beständig in Unterwerfungen unter den nun nun auch noch selbst exekutierten stummen Zwang der Ökonomie.</p>
<p><strong>7.</strong> Aber genau hier rebelliert auf eine neue Weise die menschliche Produktivkraft gegen ihre Unterordnung unter die Zwänge der Kapitalverwertung. Als Reaktion auf entsprechende Beleidigung menschlicher Schöpferkraft geht es nunmehr nicht mehr wie im proletarischen ökonomischen und politischen Klassenkampf vorrangig darum, die Reproduktionsbedingungen der Arbeitskraft innerhalb der gegebenen Grundstruktur zu sichern und zu verbessern. Dieser Kampf wird freilich weitergeführt. Für unsere Frage bedeutsam ist vielmehr, dass auf der Grundlage der inzwischen geschaffenen Voraussetzungen freier Tätigkeiten außerhalb der kapitalistischen Produktion auch Praxen entstehen, in denen dieses Schöpfertum seine Befriedigung findet. Es sind Praxen, in denen das Schaffen nützlicher Dinge als Selbstgenuss der Akteure sich freier entfalten kann. Im Unterschied etwa zu Kleingartenvereinen, in der dieser Selbstgenuss auch eine Rolle spielt – insofern auch eine Gegenstück zur Unterordnung unter das Kapital in der Lohnarbeit – geht es hier um Praxen mit der inneren Potenz geschichtsmächtig zu werden, eine neue Produktionsweise zu bedingen. Der ganze Bereich freier Software ist eine solche Praxis, eine solche Reaktion auf die im high-tech-Bereich geknechtete menschliche Schöpferkraft. Es ist eine arbeitsteilig tief gestaffelte, international vernetzte Praxis, in der die Wert- und Herrschaftsförmigkeit und damit die Kapitalverhältnisse aufgehoben sind. Hier ist der Genuss an schöpferischer Tätigkeit und am selbst geschaffenen Produkt die entscheidende Triebkraft das Entstehens von nützlichen Dingen, die auch noch allgemein ohne äquivalente Gegenleistung zugänglich sind. Kein äußerliche Zwang treibt hier die Akteure, keine Notwendigkeit, Ansprüche auf die Leistungen anderer zu akkumulieren (etwa durch Lohnarbeit), keine Verpflichtung, Äquivalente zu bieten, keine Askese, keine Uneigennützigkeit treibt hier an, kein Klassenkampf konstituiert dies, keine staatliche oder sonstige Herrschaft – und doch werden hier in den entsprechenden Assoziationen mit der Erfüllung der je eigenen Bedürfnisse der Akteure gesellschaftliche Bedürfnisse erfüllt und zwar zuverlässig.</p>
<p><strong>8.</strong> Ein entscheidendes Wak-Problem ist die Konstitution solcher Praxisformen auch in solchen Bereichen deren (nichtvirtuelle) Produkte sich (anders als etwa bei Software) in der Konsumtion vernutzen. Je nachdem, ob man dies für möglich hält und zwar in einer Weise, dass in diese Form von schöpferischer Tätigkeit auch die gesamten materiellen Lebensbedingungen geschaffen werden können, begreift man solche Praxen wie die der freien Software-Szene als Keimform einer neuen Vergesellschaftung oder eben nicht.</p>
<p><strong>9.</strong> Das Entstehen dieser Praxen jenseits der Logiken der kapitalistischen Produktionsweise ist eine Neukonstitution. Diese entwickelt von vornherein ihre eigenen Logiken. Sie stellen nicht (wie Marx etwa in der Kritik am Gothaer Programm annahm, eine solche Phase einer neuen Vergesellschaftung in der für ihre Konstitution bzw. ihren Fortschritt Fortschritt wenigstens vorübergehend noch solche Instrumente und Strukturen zu nutzen wären, die für die kapitalistische Produktionsweise charakteristisch sind. Diese Praxen konstituieren in diesem Sinne nicht eine erste Phase (die etwa noch der Warenproduktion und des bürgerlichen Rechts bedarf), nach der dann die zweite, die eigentliche käme. Diese Praxen sind nicht das Ergebnis irgendeines Klassenkampfes. Sie folgen keinerlei Klassen- und Herrschaftslogik. Sie bedeuten von vornherein die praktische Auflösungen der Grundinstitutionen der bürgerlichen Gesellschaft (Warenproduktion, Lohnarbeit, Wertvermittlung, Äquivalenzverhältnisse überhaupt, Staatlichkeit). Eine Gesellschaftlichkeit, die solchen Praxen adäquate ist, ist die kommunistische. Was die inneren sozialen Formen betrifft, ist entsteht damit etwas, wozu kein Real-“Sozialismus“ in der Lage sein konnte: Es konstituieren sich vornherein Keime einer Gesellschaftlichkeit, die in ihrer Existenz und in ihrer möglichen Verallgemeinerung nicht derjenigen Mittel der alten Gesellschaft bedürfen, die einst eben auch Marx als Übergangsnotwendigkeit angesehen hatte.</p>
<p><strong>10.</strong> Ist das die Idylle eines Hineinwachsens in den Kommunismus?</p>
<p>Die Individuen, die solche Praxisformen konstituieren, deren Verallgemeinerung einen Kommunismus konstituieren würde, leben, was ihren materiellen Lebensunterhalt betrifft, vorerst zugleich von einem mehr oder minder funktionierenden Kapitalismus.</p>
<p>Wie alle Menschen der bürgerlichen Gesellschaft sind sie gezwungen, sich innerhalb der knechtenden Erwerbsarbeit oder als durch solche alimentiert, kontrolliert und erniedrigt zu behaupten. Dem gegenüber steht deren parallele Praxis einer freien Assoziation, in der die Individualitäten als solche zur Geltung kommen. Diese Zerrissenheit ihrer Existenz, ist alles andere als eine Idylle. Die Zwänge der einen, sich verwerten, sich verwursten zu müssen und die menschlichen Möglichkeiten der anderen stellen sich beständig gegenseitig in Frage. Was die Akteure, die solche Keimform-Praxen tragen, ist diese Geschichte auch immer eine der beständigen elenden Kompromisse und menschlicher Niederlagen. Doch genau entlang dieser Widersprüche findet das Ringen um eine neue Vergesellschaftung statt.</p>
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		<title>Vom Ritual zur Revolte &#8212; Nachbereitung</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Feb 2007 09:44:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wak</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Nachbereitung der Veranstaltung »Vom Ritual zur Revolte« vom 10. Januar 2007 Donnerstag, 15. Februar 2007, 18:00 Uhr, Helle Panke (Achtung: Verschiebung vom Mittwoch, 14. Februar 2007) Uli Weiß: Notizen zur Veranstaltung vom 10. Januar 2007 Johannes: Wole Soyinkas drei Schaffensphasen. Modernistische (auf nachholende Entwicklung nach westeuropäischen Muster orientiert) Negritude (Mobilisierung der eigenen afrikanischen Traditionen/Möglichkeiten) 1. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachbereitung der Veranstaltung <a href="http://wadk.de/2007/vom-ritual-zur-revolte/">»Vom Ritual zur Revolte«</a> vom 10. Januar 2007</p>
<p>Donnerstag, 15. Februar 2007, 18:00 Uhr, <a href="http://wadk.de/helle-panke/">Helle Panke</a> (Achtung: Verschiebung vom Mittwoch, 14. Februar 2007)</p>
<h3>Uli Weiß: Notizen zur Veranstaltung vom 10. Januar 2007</h3>
<p><span id="more-159"></span><strong>Johannes: Wole Soyinkas drei Schaffensphasen.</strong></p>
<ol>
<li>Modernistische (auf nachholende Entwicklung nach westeuropäischen Muster orientiert)</li>
<li>Negritude (Mobilisierung der eigenen afrikanischen Traditionen/Möglichkeiten) 1. und 2.: S. argumentiert hier weniger ökonomisch als politisch. Dies immer angesichts der Notwendigkeiten, ungeheuer Interessenkonflikte auszugleichen.</li>
<li>Phase, in der die (auch von S. nachgefragten, also vorläufigen) Gewissheiten von 1. und 2. abhanden gekommen sind. In dieser werden verstärkt Alternativen auf der mehr ästhetischen Ebene gesucht. Obwohl auf diesem Feld keine Zukunftsperspektiven sichtbar werden, engagiert sich S. zur Sicherung unmittelbarer Existenz politisch.</li>
</ol>
<p>Ist die Diskussion dieser Entwicklung Soyinkas für unsere Suche nach Wegen aus dem Kapitalismus relevant?</p>
<p>Was bedeutet stärker Orientierung auf Ästhetik bei S.?</p>
<p><strong>Johannes:</strong></p>
<ol>
<li>S. vertraut auf die Autonomie von Menschen. Er greift auf alte Rituale zurück (als Formen von Gesellschaftlichkeit).</li>
<li>Diese Autonomie wie die Präsenz der Rituale(?) sind sowohl von der modernistischen Entwicklung als auch von der negrituden Politik (?) bedroht. Sie werden von Parteien, den entsprechenden politischen Strukturen sowie wirtschaftlichen Entwicklungen (Warenproduktion) unterhöhlt, jedoch nicht vollständig von diesen &#8220;aufgefressen&#8221;. Zu beachten ist, dass die teils unter- bzw. abgebrochene modernistische Entwicklung den Nigerianern nur höchst begrenzt den Zugang zu den zivilisatorischen Leistungen der westeuropäisch-bürgerlichen Epoche eröffnet.</li>
<li>S. entwickelt keine Theorie der gesellschaftlichen Konstitution im westeuropäischen Sinne von Wissenschaft eine. Er beschwört vielmehr angesichts der mangelnden Möglichkeiten, im Sinne der Hoffnungen der ersten und zweite Phase auf menschliche Weise voranzuschreiten, sozusagen die weiterhin wirksamen Rituale als mögliche Grundlagen der Konstitution von Gemeinschaften bzw. Gesellschaft. Bezogen auf die sehr widersprüchliche chaotische Realität in Nigeria mobilisiert er entsprechende Symbole, Bilder, Geschichten.</li>
</ol>
<p>Eine Zentralfigur ist Ogun. Es ist ein fragender Gott, einer der Suche nach Übergängen. Die gesuchte Entwicklung ist in der entsprechenden Mythologie das Wiederherstellen der Verbindung des Göttlichen (des Ganzen?) mit den Menschen. Das schließt bei Ogun den Durchgang durch das Chaos ein.</p>
<p><strong>Uli:</strong></p>
<p>Soyinkas Fortschreiten(?), sein &#8220;Rückzug&#8221; von den größeren Gesellschaftsentwürfen (Phase 1 und 2) ins Ästhetische will ich begreifen. Die ästhetische ist eine bestimmte Aneignungsform von Welt. Die anderen: die praktische Aneignung (wirtschaftliche, politische), die theoretische Aneignung,</p>
<p>Was ist die Besonderheit des Ästhetischen? Es gibt die Möglichkeit, den Menschen in seiner Existenz im Bild, Ton, Bewegung &#8230; als ein den Sinnen unmittelbar zugängliches Ganzes zu erfassen? Soyinka wendet sich zugleich nicht vom praktischen (politischen) ab. Wie ist die Wechselwirkung zwischen dem Ästhetischen und Ökonomie, Politik, Theorie &#8230;? Bei Soyinka, bei anderen, bei uns?</p>
<p><strong>Eine Analogie?: Hölderlin – Schiller</strong></p>
<p>Nach Hölderlins Meinung wendet sich sein geistiger Vater Schiller von seinem frühen revolutionären Anspruch ab. Er ziehe sich sozusagen in den ästhetischen Bereich zurück. In Schillers Selbstverständnis: Das Bild einer anderen Welt an die Kerkerwand projizieren (nicht mehr den Kerker selbst angreifen). Hölderlin hält dagegen an seinem ursprünglichen Anspruch fest, findet aber in der Welt keine Resonanz (nicht in Deutschland, nicht in Frankreich, auf das er mit Hegel und Schelling besondere Hoffnungen gesetzt hatte). Um seinem menschlichen Streben überhaupt noch Ausdruck geben zu können, flüchtet er ins idealisierte klassische Griechenland sowie in eine unerfüllbare Liebe – und wird verrückt.</p>
<p>Heise (ein DDR-Kulturwissenschaftler) interpretierte das so: Schiller als Älterer war mit dem gleichen Problem wie Hölderlin konfrontiert. Er erfasste gleich diesem die Unerfüllbarkeit seiner Ideale innerhalb der damals überschaubaren Welt. Er ließ sich aber auf jene entstehende bürgerliche Gesellschaft ein, deren Widersprüchlichkeit er wohl kannte, deren Aufhebung ihm aber noch nicht denkbar war. Er suchte Wege, in ihr im Sinne seiner frühen Freiheitsideale zu wirken. Im Gegensatz zu Hölderlin ließ er sich auf diese historisch noch nicht überschreitbare Situation ein und versuchte entsprechend seinem Menschheitsideal eben über das ästhetische Bild zu wirken. In diesem Sinne – in der geschichtsmaterialistischen Sicht, nach der die materiellen und geistigen Bedingungen für das spätere &#8220;Reich der Freiheit&#8221; erst in der bürgerlich-kapitalistischen Formation entstehen können – wurde Sch. den realen historischen Möglichkeiten gerecht.</p>
<p>Diese Einschätzung teile ich. Zugleich setzt das Hölderlin nicht zurück. Im Gegenteil, er ist sozusagen ein durch und durch Heutiger. Er hielt an seinen Idealen der allgemeinmenschlichen Emanzipation fest. Dies im Sinne der Marxschen Formulierung des kategorischen Imperativs, alle &#8220;Verhältnisse umzuschmeißen, in denen der Mensch ein erniedrigtes &#8230;Wesen ist.&#8221; Auch als er klar erfahren musste, dass dies die Möglichkeiten der bürgerlichen Gesellschaft weit übersteigen, richtete sich nicht im Gegebenen ein. Während Schiller vom Bürgertum (das &#8220;sozialistische&#8221; der DDR eingeschlossen) zum Nationaldichter erhoben wird, fand und findet Hölderlin in der bürgerlichen Welt keine Bilder und kaum Adressaten.</p>
<p>Auf andere Weise geschieht dies später Dostojewski wieder. Um – in ihrer beider Not – die Hoffnungen doch aussprechen zu können, &#8220;rettet&#8221;, sich der eine in die griechische Mythologie, der andere in die russische Orthodoxie/Seele. (Dies auch mit der üblen Konsequenz, dass sich reaktionärste Leute sich auf diese bezogen/beziehen.)</p>
<p>Ist Soyinkas Situation eine ähnliche? Er stellt sich praktisch der katastrophalen (unmittelbar aber alternativlosen) Moderisierung, beschwört zugleich mit Bildern einer anderen Welt Alternativen.</p>
<p>Wie sieht es mit der Rolle des Ästhetischen in unseren Versuchen aus, die gegebene bürgerliche Gesellschaft geistig und praktisch zu überschreiten?</p>
<h3>Lieder – ästhetische Formen und sozialer Gehalt</h3>
<p><strong>Johannes: Beispiel Lieder der Arbeiterbewegung</strong></p>
<p>Es gibt Lieder bzw. deren Arrangements, die sowohl in der linken Arbeiterbewegung, in platter Volkstümlichkeit sowie auch unter den Faschisten verbreitet waren. Bei anderen ist das undenkbar. So etwa in den Arrangements von H. Eisler.</p>
<p><strong>Uli:</strong> Gibt es einen klar definierbaren Zusammenhang zwischen der ästhetischen Formen und sozialen Gehalten?</p>
<p><strong>Johannes:</strong> Einen eindeutigen sicher nicht. An Hand der Lieder etwa von Eisler werde ich das untersuchen.</p>
<p><strong>Uli:</strong> Kann es sein, dass so wie nur mit bestimmten Praxisformen über den Kapitalismus hinausgegangen werden kann, auch nur mit bestimmten Formen von Diskussionen und Texten, bestimmten Theorieformen, in bestimmten künstlerischen Formen über ihn hinausgedacht werden kann? Wenn das stimmt, dann müssen diese Formen benennbar sein. Interessant ist doch, dass Marx die Möglichkeit der tatsächlichen Aufhebung des Kapitalismus und damit die Wirklichkeit des Kommunismus erst dann gegeben sah, wenn für die Produktion von materiellem Reichtum bestimmte schöpferische Formen der Tätigkeiten der Menschen entscheidend werden. Das wäre nicht mehr die in knechtender Arbeitsteilung verausgabte Arbeit (etwa die unter fremden Befehl auszuführende Handarbeit), sondern die Formen von Tätigkeiten, die unvermeidbar mit großem Schöpfertum, mit Selbstgenuss des Menschen verbunden sind: wissenschaftliche, künstlerische und spielerische Tätigkeiten. (siehe Marx’ Grundrisse).</p>
<p>Hier sehe ich einen Zusammenhang mit den Hölderlinschen Bildern (sh. Hyperion; &#8220;Handwerker fand ich, keine Menschen&#8221;), auch mit der Suche Dostojewskis (sh. seine Erkenntnisse über einander entgegengesetzte menschlichen und die knechtenden Tätigkeiten; Aufzeichnungen aus einem Totenhaus).</p>
<p>Aufhebung knechtender Formen von Arbeitsteilung bedeutete wohl auch, dass die Getrenntheiten, Gegensätzlichkeiten von Theorie und Praxis (hier mehr ausführende Tätigkeiten gemeint) aufgehoben wird sowie die der ästhetischen/spielerischen und wissenschaftlichen Formen der Aneignung von Wirklichkeit (der Zuordnungen dieser zu relativ getrennten Personenkreisen). Diese Annahme bzw. Suche steht auch hinter meinem Text, unsere Theorieformen betreffend (sh. Weiß, nicht nur Theorie, open theory)</p>
<p><strong>Stefan:</strong> Mit diesem Test schüttest das Kind mit dem Bade aus. Greifst mit der bürgerlichen Form von Wissenschaft die Wissenschaft, die Aufklärung überhaupt an.</p>
<p><strong>Johannes:</strong> Auch wenn der Begriff belastet ist, ich will so etwas wie einen wissenschaftlichen Sozialismus. Eigentlich ist doch der bürgerliche Wissenschaftsbetrieb dabei, wissenschaftliche Ansprüche aufzugeben zugunsten einer kurzatmigenVerwertungs- und Eventkultur. Ich dagegen will Wissenschaft retten.</p>
<p><strong>Uli:</strong> Wie geht das zusammen mit dem, was dich bei Soyinka so anspricht, was gerade nicht auf der Linie des abendländischen Wissenschaftsbegriffs liegt?</p>
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