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Marxistische Kommunismusvorstellungen

Im folgenden dokumentieren wir die beiden letzten Kapitel aus dem Text »Zur Zeitbezogenheit marxistischer Kommunismusvorstellungen« von Ulrich Weiß, der als Heft 139 in der Reihe »Pankower Vorträge« der Hellen Panke – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin, 2009 erschienen ist. Der komplette Text kann bei der Hellen Panke bestellt (60 S., 3,00 Euro plus Versand) oder hier als PDF heruntergeladen werden. Eine Kurzfassung des Textes ist hier verfügbar.

Inhalt

Zwischen allen Stühlen und ein Lichtblick
1. Ein bürgerlicher Demokrat – Würde und Logik
2. Der wahre Staat und die besonderen Interessen
3. Das besondere Interesse muss zum allgemeinen, das allgemeine wirklich werden
4. Die Entdeckung des Proletariats – Marx wird Kommunist
5. Die Beschränktheit des Kommunismus
6. Das Gothaer Programm oder die Auferstehung eines theoretisch Besiegten
7. Wer zu früh kommt …

6. Das Gothaer Programm oder die Auferstehung eines theoretisch Besiegten

Für Marx war die genannte theoretische Einsicht in das Niveau der kapitalistischen Produktionsweise, auf dem diese erst aufhebbar wird, kein Anlass, die proletarische Mission neu zu durchdenken. Er hielt auch an der Vorstellung der Diktatur des Proletariats als unumgänglichen Durchgang zum Kommunismus fest. Auch Engels zitiert zustimmend die Bezeichnung des Kapital als „Bibel der Arbeiterklasse“. In der „großen Bewegung der Arbeiterklasse“ erkenne diese in Marx‘ wissenschaftlichen Aussagen „täglich mehr und mehr … den angemessensten Ausdruck ihrer Lage und ihrer Bestrebungen“84.

Wenn meine Behauptung zutrifft, dass es zwischen entscheidenden theoretischen Aussagen des marxschen Werkes und seiner Annahme, das Proletariat könne den Kommunismus begründen, einen Widerspruch gibt, dann müsste entgegen dieser engelsschen Behauptung die Rezeption dieser Theorie in der Arbeiterbewegung sehr widersprüchlich sein. Insofern die Kritiken der politischen Ökonomie dem innerkapitalistischen proletarischen Kampf um die Verbesserung der Lage der Lohnarbeiter entsprechen – etwa mit dem Nachweis der kapitalistischen Ausbeutung, des Mehrwert als unbezahlte Arbeitszeit – kann das Kapital tatsächlich wie eine Bibel angenommen werden. Sobald es aber um das wirkliche Begreifen der Spezifik der kapitalistischen Produktionsweise geht, tatsächlich in die Werttheorie eingestiegen werden müsste, dann müsste es großes Unverständnis, ja massiven Widerstand geben. Dieses Begreifen bedeutet nämlich zu verstehen, dass im Verhältnis Kapital und Arbeit(skraft) Äquivalente ausgetauscht werden, dass es gerecht zu geht, dass also Ausbeutung nicht durch eine andere Verteilung aufhebbar ist, sondern nur durch die Überwindung der Lohnarbeit selbst. Und es bedeutet, diese Produktionsweise tatsächlich als eine historische anzusehen. Wenn es also – außer als quasi religiöse Fahne – um die wirkliche Aufhebung dieser Produktionsweise geht, um die angenommene proletarische Mission, wenn es um die besondere Funktion der Kommunisten geht, das Gesamtinteresse des Proletariats und das sogenannte Endziel der Bewegungen zur Geltung zu bringen85, dann müsste hier ein Konflikt aufreißen, der mit dem Fortschritt der Arbeiterbewegung immer größer wird.

Das auf dem sozialdemokratischen Vereinigungsparteitag 1875 angenommene Programm machte Marx fassungslos: „Verwerflich, demoralisierend“86, empörender Rückschritt, ein „ungeheuerliches Attentat auf vorhandene wissenschaftliche Einsicht in unsrer Partei“87, die mühevolle Aufklärung der Partei sei durch ideologische Flausen verdrängt.88 Es sei ein „die Partei demoralisierendes Programm“, das er „nicht durch diplomatisches Stillschweigen“ anerkennen könne.89 Vom demokratischen Wunderglauben und Untertanenglauben an den Staat verpestet, überschreite es nicht das bürgerliche Niveau.90 Die sozialistischen Ideen säßen nicht einmal hauttief.91

Das Programm war tatsächlich nicht bloß Ausdruck rein persönlicher Fehlleistung von Mitautor Wilhelm Liebknecht und anderer Führer der Eisenacher Partei. Seine grundlegenden Aussagen entsprachen vielmehr einem im Proletariat tief verwurzelten Bedürfnis der Arbeiterbewegung selbst. Das zeigte u.a. die Tatsache, dass Engels die bis dahin unveröffentlichte marxsche Kritik an diesem Programm als für den Erfurter (Programm-)Parteitag „vielleicht das wichtigste … Aktenstück“92 bezeichnete. Gegen den „Widerstand der Führer der deutschen Sozialdemokratie“, „der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion und der Redaktion des ‚Vorwärts’“93 setzte er 1891 die Veröffentlichung einer entschärften Variante der marxschen Kritik durch. Eduard Bernstein beschreibt, welche Wirkung dies hatte – keine.94 Grundaussagen dieses Programms sind nicht nur zum Grundbestandteil der späteren SPD geworden, sondern auch der SED. Sie finden sich auch gegenwärtig als geradezu selbstverständliche Voraussetzungen in sogenannten sozialistischen bzw. linken Parteien wieder.

Was kritisiert Marx? Zunächst allgemeine Redensarten über die Arbeit und die Gesellschaft. Das Programm vermeide konsequent klare Bestimmungen der „in der jetzigen kapitalistischen Gesellschaft [geschaffenen – UW] … Bedingungen …, welche die Arbeiter befähigen und zwingen, jenen geschichtlichen Fluch zu brechen.“95 Statt die kapitalistische Gesellschaft, die zu überwinden die revolutionäre Sozialdemokratie angetreten war, als Grundlage des bestehenden Staates zu begreifen, wird dieser als selbständiges Wesen mit eignen geistigen, sittlichen, freiheitlichen Grundlagen behandelt.96

Im Programm ist die Rede vom unverkürzten Arbeitsertrag, von gleichem Recht, gerechter Verteilung, progressiver Einkommensteuer, vom freien Staat, vom Volksstaat. Marx zeigt, welchen Unsinn die lassalleschen Stichworte in Bezug auf die kapitalistische Produktionsweise bzw. auf eine kommunistische Gesellschaft bedeuten. So sei das, was die Bourgeoisie unter gerechter Verteilung verstehe – Kauf, Verkauf von Waren nach ihrem Wert, die Ware Arbeitskraft eingeschlossen, – tatsächlich „die einzige ‚gerechte‘ Verteilung auf Grundlage der heutigen Produktionsweise“. Es würden eben nicht „die ökonomischen Verhältnisse durch Rechtsbegriffe geregelt“, sondern es entspringen „umgekehrt die Rechtsverhältnisse aus den ökonomischen“.97 In einer kommunistischen Produktionsweise ist die Gerechtigkeits- und Gleichheitsforderung ohnehin gegenstandslos, weil da gilt „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!“98 Marx verweist darauf, dass „die sozialistischen Sektierer die verschiedensten Vorstellungen über ‚gerechte‘ Verteilung“ entwickelten. Aber wieso geschieht das in der deutschen Partei, in der „die realistische Auffassung … Wurzeln in ihr geschlagen“ hatte? Sie verdrehe sich jetzt wieder „durch ideologische Rechts- und andre, den Demokraten und französischen Sozialisten so geläufige Flausen“99 den Kopf. Sie tue das, was „überhaupt fehlerhaft ist, von der sog. Verteilung Wesens zu machen und den Hauptakzent auf sie zu legen.“ Auch diese Partei folgt dem Vulgärsozialismus und den bürgerlichen Ökonomen, „die Distribution als von der Produktionsweise unabhängig zu betrachten und zu behandeln, daher den Sozialismus hauptsächlich als um die Distribution sich drehend darzustellen“100.

Die Beschränktheit bringt sich zur Geltung

Ist das wirklich ein Rückfall? Was ist der Hintergrund dieses Widerspruchs, der sich hier auftut zwischen den vulgärsozialistischen Zukunftsvorstellungen der Arbeiterbewegung und den marxschen Kritiken der politischen Ökonomie? Sind bürgerliche Ideologen und Opportunisten in den eigenen Reihen dafür verantwortlich? Mit Marx sind, wie die Religion, jegliche Ideologien nicht als Priesterbetrug, nicht als Opium für sondern als Opium des Volkes101 erklärbar. Sie gehen notwendig aus den jeweiligen Existenzbedingungen hervor. Und aufhebbar sind Ideologien nicht durch bürgerliche Aufklärung des Volkes, sondern nur durch Selbstaufklärung in Verbindung mit der praktischen Aufhebung derjenigen Zustände, die solcher Vorstellungen bedürfen.102

Ist so mit Marx auch der marxsche Irrtum begreifbar, die Wirklichkeit der proletarischen Existenz dränge zu einer Theorie, die über die kapitalistische Produktionsweise hinaus auf die allgemeinmenschliche Emanzipation weise? Doch anstatt dass das Proletariat „sich seiner geschichtlichen Aufgabe schon bewusst ist und beständig daran arbeitet, dies Bewusstsein zur vollständigen Klarheit herauszubilden“103, drängte es immer wieder in andere Richtung – zum Vulgärsozialismus. Die Theorie, so hatte Marx einst geschrieben, „wird zur materiellen Gewalt, sobald sie die Massen ergreift. Die Theorie ist fähig, die Massen zu ergreifen, sobald sie ad hominem demonstriert, und sie demonstriert ad hominem, sobald sie radikal wird. Radikal sein ist die Sache an der Wurzel fassen.104 Die Wurzel ihrer Existenz und ihrer eigenen politischen und gewerkschaftlichen Bewegung legte den Proletariern offenkundig etwa Anderes nahe als die Verwirklichung der ihr zugeschriebenen „weltgeschichtliche[n] Rolle.“105

Wenn zu Marx` Zeiten die Wirklichkeit, in der sich die Proletarier bewegen, die Praxis ihres Klassenkampfes eingeschlossen, sie eben nicht dem theoretisch begründeten marxschen Kommunismus entgegen drängte, könnte man sich ins Noch-nicht retten und auf eine fernere Zukunft verweisen. Doch wie wir bereits gesehen haben, bedeutet diejenige geschichtliche Entwicklung der kapitalistischen Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse, von der nach Marx die kapitalistische Produktionsweise überhaupt erst vakant wird, zugleich die Zersetzung der Arbeiterbewegung.

Meine These: Das Gothaer Programm und die weitere sozialdemokratische Arbeiterbewegung überhaupt sind Ausdruck dessen, was der frühe Marx mit seinen Einsichten in die Beschränktheit der proletarischen kommunistischen Bewegung bereits angesprochen hatte. Marx‘ Entsetzen drückt das Dilemma aus, in das man gerät, schreibt man der Arbeiterbewegung mehr zu als eine innerkapitalistische zivilisationsfördernde Funktion. Sie hat die Potenz, den Kapitalismus an die Grenze seiner Aufhebbarkeit zu treiben. Sie kann aber nicht die Schöpferin der kommunistischen Gesellschaft sein. Der Blick der Lohnarbeiter, auch der revolutionären, auf ihre Verhältnisse ist notwendig ein innerkapitalistischer.

Mehr noch: In seinen positiven Aussagen über den Übergang zum Kommunismus macht Marx in seiner Programmkritik selbst erhebliche theoretische Zugeständnisse an den Vulgärsozialismus. Man kann das als taktisch geboten verstehen, da anders auch keine geistige Brücke zwischen dem Horizont der Arbeiterbewegung und Marx‘ Kommunismusvorstellungen zu schlagen war. Doch es geht um mehr. Diese Aussagen sind eine fatale logische Konsequenz der marxschen Grundentscheidung, das Proletariat als Subjekt der kommunistischen Umwälzung anzusehen. Das ist näher zu begründen. Zunächst noch einen Blick auf die Geschichte dieses Konfliktes.

Der ewige Proudhon oder Kritik der Nationalökonomie in den Grenzen der Nationalökonomie

Mit dem Gothaer Programm bekam Marx es wieder mit jener Denkweise zu tun, die er 30 Jahre zuvor theoretisch aus dem Feld geschlagen hatte – mit der Proudhons. Diesen hatte er 1844 gegenüber Edgar Bauer zunächst verteidigt. Der Junghegelianer hatte behauptet: Was nicht a priori konstruiert werden könne – also in Marx‘ Lesart „alles Lebendige, alles Unmittelbare, alle sinnliche Erfahrung, alle wirkliche Erfahrung überhaupt, von der man nie vorher weiß, ‚woher‘ und ‚wohin’“106 – verdiene nicht das Interesse der kritischen Kritik. Als nicht a priori theoretisch konstituiert könne auch “der Arbeiter … nichts habe[n], weil er nichts mache“107. Dieser gegen Proudhon gerichteten Aussage stellten Marx und Engels gegenüber, dass die Arbeiter alles machten, auch die Existenz der kritischen Theoretiker sichern. Es sei gerade Proudhon, der „keine abstrakt wissenschaftlichen Zwecke verfolgt, sondern unmittelbar praktische Forderungen an die Gesellschaft stellt. Und die Forderung, die er stellt, ist nicht willkürlich. Sie ist motiviert und berechtigt durch die ganze Entwicklung, die er gibt, sie ist das Resumé dieser Entwicklung … `Gerechtigkeit, nichts als Gerechtigkeit; darin fasst sich meine Darlegung zusammen.`“108 Proudhon, „nachdem er sich die Frage aufgeworfen, ob und warum die Menschheit sich [in ihrem Streben nach Gerechtigkeit – UW] so allgemein und so lange habe irren können, nachdem er die Lösung gefunden, dass alle Irrtümer Stufen der Wissenschaft sind, dass unsre unvollständigsten Urteile eine Summe von Wahrheiten einschließen, die für eine gewisse Zahl von Induktionen wie für einen bestimmten Kreis des praktischen Lebens ausreichen … [Proudhon also – UW] kann sagen, dass selbst eine unvollkommne Erkenntnis der moralischen Gesetze für einige Zeit dem gesellschaftlichen Fortschritt genügen könne.“109 Marx nannte dies 1844 einen „historisch gerechtfertigten Standpunkt“.110

Könnte es sein, so frage ich hier dazwischen, dass auch die im Gothaer Programm ausgedrückten „unvollständigsten Urteile … Wahrheiten“ einschlossen, die noch über Generationen „für einen bestimmten Kreis des praktischen Lebens … dem gesellschaftlichen Fortschritt genügen“ konnten? „Das von Karl Marx in so schroffer Weise verurteilte Programm habe seine Aufgabe herrlich erfüllt“, gerade weil es „den realen Bedürfnissen der Arbeiterbewegung … genügenden Ausdruck lieh“ – so nach Bernstein die Aufnahme der Marxkritik in der Partei.111 Ist es nicht auch durch eine massenhafte reale Situation sozusagen gerechtfertigt, wenn auch im Diskussionskreis Wege aus dem Kapitalismus erklärt wird: „Es geht nicht darum, ob bestimmte Aussagen wahr oder falsch sind. Es geht darum, ob sie erträglich sind?“ Es ist freilich eine Zumutung, Menschen, die darum kämpfen, überhaupt eine existenzsichernde Erwerbsarbeit zu bekommen, einzuladen, über die Möglichkeit, die Lohnarbeit überhaupt aufzuheben, nachzudenken. Das galt zu Marx‘ Zeiten. Das gilt heute.

Wie Feuerbachs Abkehr von den Junghegelianern so hatte auch Proudhons radikale Zuwendung zum praktischen Leben, die auch noch mit grundsätzlicher Kritik am Privateigentum verbunden war, für Marx etwas Befreiendes. Wie die Schriften des Handwerkers Weitling so sah er in Proudhons Auffassungen einen authentischen Ausdruck der proletarischen Situation und des proletarischen Denkens.

Was er sofort an Proudhon und an den geläufigen Proletarier-Vorstellungen kritisierte, beunruhigte Marx zunächst nicht weiter. Er und Engels sahen darin nur den Ausdruck eines vorübergehenden bestimmten „historisch gerechtfertigten Standpunkt(es)“112. Die Annahme: Proudhon wie die Proletarier würden sich sehr schnell auf das ihnen eigentlich angemessene Niveau einer viel weitergehenden geschichtlichen Aufgabe erheben, da sie beständig daran arbeiteten, „dies Bewusstsein zur vollständigen Klarheit herauszubilden“.113 „Während langer, oft übernächtiger Debatten“ machte Marx den befreundeten Proudhon mit Hegels Philosophie bekannt.114 Dies sah er als eine geistige Voraussetzung dafür an, diese Grenze des proudhonschen Denkens zu überschreiten. Es geht um die Art und Weise der Kritik am Privateigentum. Dieses Eigentum, so Marx, ist eine unhinterfragte Voraussetzung der Nationalökonomie. „Proudhon nun hat dieser Bewusstlosigkeit ein für allemal ein Ende gemacht. Er hat den Schein der nationalökonomischen Verhältnisse ernst genommen und ihrer unmenschlichen Wirklichkeit schroff gegenübergestellt. … Er hat … das Privateigentum schlechthin auf universelle Weise als den Verfälscher der nationalökonomischen Verhältnisse dargestellt. Er hat alles geleistet, was die Kritik der Nationalökonomie von nationalökonomischem Standpunkte aus leisten kann.“115

Worin besteht nun das Problem? Proudhon fasst „Gestaltungen des Privateigentums, z.B. Arbeitslohn, Handel, Wert, Preis, Geld etc. nicht … selbst als Gestaltungen des Privateigentums.“116 Die proudhonsche Kritik der Nationalökonomie bleibt damit „wie die erste Kritik jeder Wissenschaft … in Voraussetzungen der Wissenschaft, die sie bekämpft, befangen“, im Privateigentum.117

Nach Proudhons Tod beschrieb Marx dessen Denkweise: Er versuchte das System der ökonomischen Kategorien dialektisch darzustellen, sei aber nur dahin gekommen, den hegelschen Widerspruch als alleiniges Entwicklungsmittel anzusehen. Er konnte das Ganze der kapitalistischen Produktionsweise und dessen Grundlage, den Tauschwert, nicht begreifen. „Jedes ökonomische Verhältnis“ hat bei ihm „eine gute und eine schlechte Seite“, die gute „sieht er von den Ökonomen hervorgehoben, die schlechte von den Sozialisten angeklagt“, die im „Elend nur das Elend“ erblicken.118 In „Verkennung … des Verhältnisses der Waren zum Geld119 betrachtete Proudhon „das zinstragende Kapital als die Hauptform des Kapitals“. Zugleich wollte er seine „Entdeckung“, den zinslosen Kredit und auf ihm basierend die Volksbank, also „besondere Anwendung des Kreditwesens, angebliche Abschaffung des Zinses, zur Basis der Gesellschaftsumgestaltung machen“. Marx nannte das eine „spießbürgerliche Phantasie“120. Proudhons „Himmelstürmerei“121 endete schließlich in seiner „Schrift über den ‚Coup d’état‘, worin er mit L. Bonaparte kokettiert, ihn … den französischen Arbeitern mundgerecht zu machen strebt“122.

Marx‘ Bemühungen um Proudhon als Person scheiterten. Trotzdem stimmte er dem Vorwurf nicht zu, Proudhon habe die Revolution verraten. „Es war nicht seine Schuld, wenn er … unberechtigte Hoffnungen nicht erfüllt hat“123, also auch nicht Marx‘ einstige Annahmen, er könnte seinen begrenzten, aber „historisch gerechtfertigten Standpunkt“124 überschreiten.

Und die proletarische Mission?

Marx hatte also den innerkapitalistischen Missionar Proudhon aufgegeben, nicht aber die Mission der Proletarier, die angeblich schon 30 Jahre zuvor dabei waren, das Bewusstsein ihrer „geschichtlichen Aufgabe … zur vollständigen Klarheit herauszubilden“125 Im Gothaer Programm finden sich die proudhonistischen Phrasen in lassallescher Form wieder. Die waren nun nicht ableitbar aus einem französischen Kleinbürgerstandpunkt. Im Proudhon-Nachruf machte Marx seinen Frieden mit dessen Beschränktheit. Und mit der sozialdemokratischen Kritik am Privateigentum vom Standpunkt des Privateigentums? Hier fragt er nicht, wie weit eigentlich der angeblich überwindbare „historisch gerechtfertigte Standpunkt“126, der des Vulgärsozialismus, reicht, ob er durch das Proletariat überhaupt überschreitbar ist. Zur Selbstaufklärung der Proletarier lag immerhin das marxsche Kapital I vor, auch Statuten, Programme der Internationalen Arbeiterassoziation und vieles andere. All das ging offenkundig nicht hauttief. Entsprachen also eher Lassalles und Proudhons Ideen als die von Marx denjenigen Bedürfnissen, die aus der wirklichen Bewegung erwachsen? Bebel etwa, getrieben von der politischen Praxis, hatte vergeblich versucht, Marx‘ Zur Kritik der politischen Ökonomie zu studieren. Dagegen war die erste marxsche Schrift, die er „mit Genuss las, … seine Inauguraladresse der Internationalen Arbeiter-Assoziation“127, keine wissenschaftliche, sondern eine propagandistische Schrift.

Marx wiederum war es „keineswegs ein ‚Genuss’“, mit einem „langen Wisch“ auf das Programm zu reagieren.128 Er sah sich gezwungen, nicht nur die verwaschenen Forderungen zu kritisieren, sondern der Arbeiterbewegung auch fassbarere Vorstellungen vom Weg in die kommunistische Gesellschaft zu bieten. Er entwickelt Bestimmungen einer Übergangsgesellschaft, der sogenannten ersten Phase des Kommunismus, Sozialismus genannt. Diese Texte wurden tatsächlich zu einer Art Bibel, und zwar der des Real-“Sozialismus“ und der sogenannten Politischen Ökonomie des Sozialismus. Das ist eine für Marx undenkbare Bezeichnung für eine nachkapitalistische Produktionsweise. Diese politische Ökonomie lehnte sich aber an die marxsche Programmkritik an und wendete zugleich wesentliche Kategorien der marxschen Kritiken der politischen Ökonomie positiv zu Kategorien der „sozialistische“ Warenproduktion.

Es geht nicht um nörgelnde Kritik an der sogenannten sozialistischen Warenproduktion als angeblichem Irrtum der Geschichte. Ich frage vielmehr: Ist diese sozusagen unkritische Wendung des marxschen Hauptwerkes auch als Ausdruck eines historisch gerechtfertigten Standpunktes zu begreifen, also eines Standpunkts, der den tatsächlichen Möglichkeiten des proletarischen Klassenkampfes entspricht und der einem solchen Bewusstsein und einer solchen Praxis entgegensteht, die die wirkliche Aufhebung des Kapitalismus bedeuteten?

Grundrisse – zweiter Exkurs zu Proudhon

In den Grundrissen stellte Marx die Ware mit ihrem Doppelcharakter als ökonomische Zellform des Kapitalismus dar und übertrug deren Bestimmung sogleich auf die Ware Arbeitskraft.129 10 Jahre später schrieb er über sein Kapital I: „Das Beste an meinem Buch ist 1. (darauf beruht alles Verständnis der facts) der gleich im ersten Kapitel hervorgehobene Doppelcharakter der Arbeit, je nachdem sie sich in Gebrauchswert oder Tauschwert ausdrückt; 2. die Behandlung des Mehrwerts unabhängig von seinen besondren Formen als Profit, Zins, Grundrente etc. Die Behandlung der besondren Formen in der klassischen Ökonomie, die sie beständig mit der allgemeinen Form zusammenwirft, ist eine Olla Potrida130.“131

Von solchem Mischmach-Denken ging Proudhons Vorschlag aus, die Übel der kapitalistischen Produktionsweise durch Geld- und Bankreformen zu überwinden. Marx dagegen: „Nicht die in den Produkten inkorporierte Arbeitszeit, sondern die gegenwärtig nötige Arbeitszeit ist das Wertbestimmende.“132 Diese schwankt beständig, sinkt im Maße der Ausbeutung durch Verlängerung der Arbeitszeit (bei gleichem Wert der Ware Arbeitskraft) bzw. durch Steigerung der Produktivität. Um ein sozusagen authentisches Geld zu erhalten, das Schwankungen der Preise, Spekulationen, Krisen, Ausbeutung ausschließen und Gerechtigkeit sichern soll, schlagen Weitling133 und Proudhon „Papiergeld, ein bloßes Wertzeichen“, quasi Stundenzettel, vor. Durch dieses würde der Arbeiter „der steigenden Produktivität seiner Arbeit froh werden, statt dass er jetzt im Verhältnis zu ihr fremden Reichtum, eigne Entwertung schafft.“134

Marx dagegen: „Goldgeld mit dem plebejischen Titel: x Arbeitsstunden“ steigt oder fällt gegenüber der „gegenwärtige(n) lebendige(n) Arbeitszeit“ in dem Maße wie „die in einem bestimmten Quantum Gold enthaltne vergangne Arbeitszeit beständig steigen oder fallen muss … Um es konvertibel zu erhalten, müsste die Produktivität der Arbeitsstunde stationär gehalten werden.“135 Papiernes Arbeitsgeld, Stundenzettel, folgen demselben Gesetz wie das goldene.136

Verschiedene Geldformen, „Metallgeld, Papiergeld, Kreditgeld“137, können nach Marx durchaus „der gesellschaftlichen Produktion auf verschiednen Stufen besser entsprechen, die eine Übelstände beseitigen, denen die andre nicht gewachsen ist; keine aber, solange sie Formen des Geldes bleiben und solange das Geld ein wesentliches Produktionsverhältnis bleibt, kann die dem Verhältnis des Geldes inhärenten Widersprüche aufheben, sondern sie nur in einer oder der andern Form repräsentieren. Keine Form der Lohnarbeit, obgleich die eine Missstände der andren überwältigen mag, kann die Missstände der Lohnarbeit selbst überwältigen.“138 Kein „sozialistisches“ Arbeitsgeld kann das Erwartete erreichen, „ohne das in der Kategorie Geld ausgedrückte Produktionsverhältnis selbst aufzuheben“.139 Proudhon will die bürgerliche Gesellschaft ökonomisch revolutionieren. Es zeigt sich aber, „dass dem Übel der bürgerlichen Gesellschaft nicht durch Bank’verwandlungen‘ oder Gründung eines rationellen ‚Geldsystems‘ abzuhelfen ist.“140 Proudhon vermag nicht zwischen Wert und Preis zu unterscheiden. Er kann die „allgemeine Frage über das Verhältnis der Zirkulation zu den übrigen Produktionsverhältnissen … nicht einmal in ihrer reinen Form aufstellen, sondern nur gelegentlich darüber deklamieren.“141

In den 70ern hatte Marx geglaubt, es habe sich „die wissenschaftliche Einsicht in unsrer Partei Bahn gebrochen, dass der Arbeitslohn nicht das ist, was er zu sein scheint, nämlich der Wert respektive Preis der Arbeit, sondern nur eine maskierte Form für den Wert resp. Preis der Arbeitskraft. Damit war die ganze bisherige bürgerliche Auffassung des Arbeitslohnes sowie die ganze bisher gegen selbe gerichtete Kritik ein für allemal über den Haufen geworfen … Und nachdem diese Einsicht unter unsrer Partei sich mehr und mehr Bahn gebrochen, kehrt man zu Lassalles Dogmen zurück, obgleich man nun wissen musste, dass Lassalle nicht wusste, was der Arbeitslohn war, sondern, im Gefolg der bürgerlichen Ökonomen, den Schein für das Wesen der Sache nahm.“142

Die Ideen Lassalles und Proudhons waren also weiter lebendig, eingegangen in populäre Vorstellungen davon, was denn die sozialistischen Ziele der Arbeiterbewegung seien. Auf Produktivgenossenschaften mit Staatshilfe wird gesetzt, also ob „man mit Staatsanlehn ebensogut eine neue Gesellschaft bauen kann wie eine neue Eisenbahn!“143Gefordert wird eine Steuerreform. Marx dagegen: Der Staat wird hier verstanden als „Regierungsmaschinerie und sonst nichts. … Einkommensteuer setzt die verschiednen Einkommenquellen der verschiednen gesellschaftlichen Klassen voraus, also die kapitalistische Gesellschaft.“144 Es wird das „ ‚bürgerliche‘ Niveau nicht überschritten“145.

Was im Programm wieder auftaucht, ist also genau das, was Marx am Proudhonismus theoretisch längst aus dem Felde geschlagen zu haben glaubte.146 Weder das Proletariat noch seine gebildeten Vertreter drängten denjenigen marxschen Einsichten entgegen, die begreifbar machen, was eine Aufhebung dieser Produktionsweise bedeutet und was nicht. Auch für das Proletariat gilt, was Marx über Proudhon sagte: Es ist „nicht seine Schuld, wenn … unberechtigte Hoffnungen nicht erfüllt“147 werden. Es kann nicht von Verrat der Revolution gesprochen werden, wenn es seinen begrenzten, aber „historisch gerechtfertigten Standpunkt“148 nicht überschreitet.

Nun ist erstens zu fragen, was Marx in der Programmkritik an eigenen positiven Zukunftsvorstellungen entwickelt, zweitens, wie sich der spätere Real-“Sozialismus“ zu diesen Vorstellungen verhält und drittens, was sowohl die marxschen Vorstellungen von der sogenannten Übergangsgesellschaft als auch der Real-“Sozialismus“ mit dem widerlegten Proudhon zu tun haben.

Bilder des Kommunismus

Marx nennt in der Programmkritik Grundbestimmungen der kommunistischen Produktionsweise:

  1. „Innerhalb der genossenschaftlichen, auf Gemeingut an den Produktionsmitteln gegründeten Gesellschaft tauschen die Produzenten ihre Produkte nicht aus.“149
  2. „Ebensowenig erscheint hier die auf Produkte verwandte Arbeit als Wert dieser Produkte, als eine von ihnen besessene sachliche Eigenschaft, da jetzt, im Gegensatz zur kapitalistischen Gesellschaft, die individuellen Arbeiten nicht mehr auf einem Umweg, sondern unmittelbar als Bestandteile der Gesamtarbeit existieren.“150 „Das Wort ‚Arbeitsertrag‘, auch heutzutage wegen seiner Zweideutigkeit verwerflich, verliert so allen Sinn.“151

Zunächst hätte es eine siegreiche Arbeiterklasse aber mit einer „Übergangsgesellschaft“ zu tun, von Marx hier „erste Phase der kommunistischen Gesellschaft“ genannt. Da diese sich noch nicht „auf ihrer eignen Grundlage entwickelt hat“, der kommunistischen, sondern „eben aus der kapitalistischen Gesellschaft hervorgeht, also in jeder Beziehung, ökonomisch, sittlich, geistig, noch behaftet ist mit den Muttermalen der alten Gesellschaft“152, gelten hier noch nicht die gerade genannten Bestimmungen.

In der ersten Phase des Kommunismus, später Sozialismus genannt, erhält „demgemäß“ – das soll wohl heißen: gemäß der genannten Nähe zum Kapitalismus – „der einzelne Produzent – nach den Abzügen – exakt zurück, was er ihr gibt. Was er ihr gegeben hat, ist sein individuelles Arbeitsquantum. … Er erhält von der Gesellschaft einen Schein, dass er soundso viel Arbeit geliefert (nach Abzug seiner Arbeit für die gemeinschaftlichen Fonds), und zieht mit diesem Schein aus dem gesellschaftlichen Vorrat von Konsumtionsmitteln soviel heraus, als gleich viel Arbeit kostet. Dasselbe Quantum Arbeit, das er der Gesellschaft in einer Form gegeben hat, erhält er in der andern zurück.“153

Nach all den Auseinandersetzungen mit Proudhon über die sogenannten Stundenzettel, kann einen diese Aussage schon verblüffen. Marx gibt dem Unbehagen auch gleich Ausdruck: „Es herrscht hier offenbar dasselbe Prinzip, das den Warenaustausch regelt, soweit er Austausch Gleichwertiger ist“154, also das bürgerliche. Was soll dem Ganzen aber einen ganz anderen Charakter geben als den einer Warenproduktion, die auf der erreichten Stufenleiter nur eine kapitalistische sein könnte? „Inhalt und Form“ dieses Prinzips seien gegenüber dem jener Warenproduktion „verändert, weil unter den veränderten Umständen niemand etwas geben kann außer seiner Arbeit und weil andrerseits nichts in das Eigentum der einzelnen übergehn kann außer individuellen Konsumtionsmitteln. Was aber die Verteilung der letzteren unter die einzelnen Produzenten betrifft, herrscht dasselbe Prinzip wie beim Austausch von Warenäquivalenten, es wird gleich viel Arbeit in einer Form gegen gleich viel Arbeit in einer andern ausgetauscht.“155

Das energische Prinzip der nächsten Zeit oder Missstände der proletarischen Diktatur

„Das gleiche Recht ist hier daher immer noch – dem Prinzip nach – das bürgerliche Recht, obgleich Prinzip und Praxis sich nicht mehr in den Haaren liegen, während der Austausch von Äquivalenten beim Warenaustausch nur im Durchschnitt, nicht für den einzelnen Fall existiert.“156 „Trotz dieses Fortschritts ist dieses gleiche Recht stets noch mit einer bürgerlichen Schranke behaftet. Das Recht der Produzenten ist ihren Arbeitslieferungen proportionell; die Gleichheit besteht darin, dass an gleichem Maßstab, der Arbeit, gemessen wird.“157 Die verschiedenen Individuen werden auch hier „von einer bestimmten Seite (ge-)fasst, … nur als Arbeiter betrachtet und weiter nichts“158

Und weiter nichts? Proudhon und Weitling könnten jubeln. Nicht nur dass ihr Stundenzettel wieder da ist, Geld, angeblich gereinigt von allen Missständen des Geldes. Und vom Arbeiter, der für den Zettel, den Lohn, für Geld arbeitet, vom Lohnarbeiter wird „weiter nichts“ angenommen, nur die vom Bösen gereinigte gute Seite! Proudhon taucht als Marx der ersten Phase des Kommunismus wieder auf.

Marx nennt dies „Missstände“. Diese könnten erst durch eine entschieden höhere „ökonomische Gestaltung und dadurch bedingte Kulturentwicklung der Gesellschaft“ überwunden werden. Dann sei „die knechtende Unterordnung der Individuen unter die Teilung der Arbeit, damit auch der Gegensatz geistiger und körperlicher Arbeit verschwunden.“159 Wenn es aber knechtende Arbeitsteilung noch gibt, muss es dann – nach dem Kritiker der politischen Ökonomie Marx – nicht auch Lohnarbeit und Geld, damit Warenproduktion, damit Kapital und Arbeit geben?

Wo noch knechtende Arbeitsteilung herrscht, da ist Arbeit „nur Mittel zum Leben“ und nicht „selbst das erste Lebensbedürfnis“. Da muss es wenigstens den stummen Zwang der Ökonomie geben, sollen die Arbeiter und die Produktionsmittel, die sie eben nicht besitzen, zusammengebracht werden. Nur das kann die Arbeiter zwingen, ihre Arbeitskraft der Verfügung eines fremden Kommandos zu unterwerfen: Scheine, Arbeitszettel, also Anspruch auf die in den von ihnen benötigten Produkten enthaltene Arbeitszeit anderer Arbeiter. Was kann der Maßstab für die Vergleichbarkeit der Produkte sonst sein als die in ihnen enthaltene Arbeit überhaupt, gesellschaftlich notwendige abstrakte Arbeit? Was sind die Produkte? Waren. Und der Arbeitsschein? Lohn. Und was sind die Arbeiter? Marx geht hier stillschweigend davon aus, dass nicht die Ware Arbeitskraft gekauft und verkauft wird, sondern dass – Abzüge abgerechnet – eine eindeutige Äquivalenzbeziehung zwischen geleisteter Arbeit und Anspruch auf Waren besteht, vermittelt durch die Arbeitsscheine.

Wenn man hier aufgreift, was Marx gegen Proudhon anführte, ist erkennbar, dass sich unter den genannten Voraussetzungen in der „ersten Phase“ sich die wesentlichen Verhältnisse der Warenproduktion reproduzieren. Die Arbeiter bleibt Lohnarbeiter. Es wird Wert und Mehrwert hergestellt. Ein Staat, die angebliche Diktatur des Proletariats, regelt und dirigiert eine Produktion, in der in nicht geliebter Tätigkeit Produkte hergestellt werden, die dem Produzenten äußerlich sind, die ihm nicht gehören, sondern dem, der darüber verfügt, dem Staat. Was ist dieser Staat anderes als der Ausdruck der Zerrissenheit dieser Gesellschaft, eine entfremdete Form der Gemeinschaftlichkeit, was sind die Staatsfunktionäre anderes als Manager des Staatskapitals?

Es bleibt ein einziges Argument, dass es sich hier nicht um eine besondere Variante der kapitalistischen Produktionsweise, sondern um eine Phase des Kommunismus handelt? Es könne „unter den veränderten Umständen niemand etwas geben … außer seiner Arbeit“ und es könne „nichts in das Eigentum der einzelnen übergehn … außer individuellen Konsumtionsmitteln“.160 Das soll wohl heißen, es kann keine Ausbeutung stattfinden.

Dem zu folgen, bedeutete Marx‘ sonstiges Denken zu verleugnen. Nicht nur der junge Marx wusste, dass knechtende „Teilung der Arbeit und Privateigentum identische Ausdrücke“ sind.161 Marx hatte die Annahme widerlegt, auf der gegebenen Stufe der Vergesellschaftung könne für den Austausch von Produkten arbeitsteilig agierenden Produzenten, die keine Tätigkeit leisten, die selbst Lebensbedürfnis ist (das ist hier ja ausdrücklich ausgeschlossen) ein Mittel geben, das sich auf die im Produkt verkörperte Arbeitszeit bezieht, aber nicht Geld ist. Wenn es aber Geld ist, dann werden alle die Übel einer Warenproduktion reproduziert, die der Stundenzettel verhindern sollte.

Man kann das bei Ingo Elbe vertiefen, Marx vs. Engels – Werttheorie und Sozialismuskonzeption.162 Hier nur das Resüme: „Die kurzen Ausführungen zum Vergesellschaftungsprinzip in der Übergangsgesellschaft zeigen, dass auch Marx also gelegentlich den ‚seichten Utopismus‘ eines ‚Arbeitsgelds’163“ propagiert. Im Anschluss an Engels’ prämonetäre Werttheorie und vor allem Lenins Doktrinarisierung der hier behandelten Textstelle der Gothaer Programmkritik geht dieses Konzept als legitime Sozialismusvorstellung in die marxistische Tradition ein. Behrens/Hafner konstatieren zu Recht: „Alle bisherigen Vorstellungen vom Übergang zum Sozialismus rekurrieren auf Modelle unmittelbarer Arbeitswert- und Nutzenrechnung, die Marx am Beispiel Proudhons als Unmöglichkeit erwiesen hat.“164

7. Wer zu früh kommt …

Dass Marx einen Kommunismus, dessen erste Phase, zu denken versucht, in dem Verteilung der Konsumgüter nach dem Prinzip „Jedem nach seiner Leistung“ erfolgt, hängt nach Ingo Elbe damit zusammen, dass „Marx die noch quasi-frühindustriellen Zustände des europäischen Kontinents seiner Zeit reflektiert“, also von einer für den Kommunismus „noch unzureichenden Produktivkraft-Entwicklung“ ausgeht165. Auf welchem Produktivkraftniveau Marx selbst den Kapitalismus überhaupt erst für aufhebbar hielt, das hatten wir schon dargestellt. Die Arbeiterbewegung aber verlangte – ein quasi unverzichtbares religiöses Moment des Klassenkampfes – ihr zugängliche Bilder des Reiches der Freiheit. Lassalle und Proudhon gaben sie ihr. Über entsprechenden Einfluss im Staat glaubten sie mittels Geld-, Bank-, Steuerreformen, Stundenzetteln usw., also nationalökonomischer Kategorien, die „Missstände“ der Nationalökonomie aufheben zu können. Genau dies entsprach und entspricht dem Erkenntnishorizont beider Hauptklassen der bürgerlichen Gesellschaft.

Marx‘ Verzweiflung angesichts der Rezeption seiner wissenschaftlichen Arbeiten bei den Führern der Arbeiterbewegung166 ist nur ein Ausdruck seines Anspruchs Folgendes zu verbinden: erstens als Theoretiker die Logik der kapitalistischen Produktionsweise aufzudecken, damit zweitens den Kommunismus wissenschaftlich zu begründen und drittens als Revolutionär an der Seite der Arbeiterbewegung zu stehen. Die Einsicht in die Beschränktheit der proletarischen Bewegung macht diese drei Ansprüche durchaus vereinbar. Der unauflösbare Widerspruch zwischen dem Theoretiker und dem Revolutionär ergibt sich erst, wenn als historischer Beruf des Proletariats nicht nur seine innerkapitalistische Rolle verstanden wird, sondern die, den Kapitalismus durch Begründung des Kommunismus aufzuheben. Zum schreienden Gegensatz wurde dies, als das im Real-“Sozialismus“ praktisch relevant wurde. Zur Implosion führte dies schließlich, als auch jener seine innerbürgerlichen zivilisatorischen Potenzen ausgeschöpft hatte.

Als die Arbeiterbewegung auf Proudhons und Lassalles Zukunftsvisionen „abfuhr“, war Marx gezwungen, selbst das tun, was er immer abgelehnt hatte:167 Er betrieb eine den Proletariern zugängliche Systemmacherei, in der er mit den nationalökonomischen Begriffen des 19. Jahrhunderts einen Übergang zum Kommunismus ausmalte. Damit wurde nicht nur „plötzlich Proudhon zum Paten des marxschen Sozialismus“168, sondern er avancierte auch zum Ahnherren der politischen Ökonomie des sogenannten Sozialismus, der „sozialistischen“ Warenproduktion. Beides zeigt die Dimension, in der der proudhonsche „Sozialismus“ ein „historisch gerechtfertigter Standpunkt“169 war und wie falsch es ist, es als „Schuld“ zu bezeichnen, wenn die Arbeiterbewegung und der Real-“Sozialismus“ „unberechtigte Hoffnungen nicht erfüllt“ haben.170

Nicht darin besteht der Fehler, dass Marx – damit die „sozialistische“ Warenproduktion antizipierend – eine Gesellschaft antizipierte, die er als erste Phase des Kommunismus bezeichnete. Es ist auch kein Irrtum der Geschichte, dass eine solche Produktionsweise entstand, die sich in ihrem marxistisch-leninistischen Selbstverständnis gerade auf diesen Marx-Text bezog. Der theoretische Fehler, der heute keinerlei historische Berechtigung mehr hat, besteht vielmehr darin, eine solche Gesellschaft als sozialistisch oder kommunistisch zu bezeichnen sowie die entsprechende Warenproduktion und den ihr entsprechenden Staat als sozialistisch.

… tut das Mögliche

Lenin hatte ein Bewusstsein davon, dass der russischen Gesellschaft wesentliche Voraussetzungen für eine sozialistische Entwicklung fehlten. Als die Revolution isoliert blieb, setzte er auf die Möglichkeit unter bolschewistischer Herrschaft diejenigen ökonomischen und kulturellen Entwicklungen nachzuholen, die in Westeuropa unter der Herrschaft des Kapitals entstanden waren. Dieses Problem schien etwa für die DDR nicht mehr zu stehen. „Es ist uns gelungen“, erklärte W. Ulbricht 1967 auf einer Konferenz zum 100. Jahrestag der Erscheinung des Kapital, „in einem Teil Deutschlands, also des Landes in Europa mit der weitesten Entwicklung des staatsmonopolistischen Kapitalismus, den Beweis … für die Lebenskraft des sozialistischen Systems in einem entwickelten Industriestaat zu erbringen.“171 Die SED ging damals davon aus, dass die Grundlagen des Sozialismus geschaffen und gesichert seien, die unmittelbare Übergangszeit abgeschlossen, die neue Gesellschaft sich also bereits auf ihrer eigenen Grundlage entwickle. Es war auch die Zeit einer euphorischen Erwartung, dass die beginnende wissenschaftlich-technische Revolution glänzend beherrscht werden könne und so die dem Sozialismus eigentlich angemessenen Produktivkräfte entstünden, solche, die die Individualitäten der Werktätigen zur vollen Entfaltung bringen würden. Im Westen wurde damals verdutzt festgestellt, dass sich in großen Teilen der Ostler ein DDR-Patriotismus entwickelte. Um 1965 herum wurde in ziemlicher Offenheit über die Strategien der weiteren Entwicklung diskutiert. Es wurde das ökonomische System erhebliche reformiert, um Produktionsverhältnisse zu schaffen, die einer enormen wirtschaftlichen Dynamik Raum boten. Auf der Basis des staatlichen Eigentums sollte den Kategorien der Warenproduktion mehr Geltung verschafft werden. Das hatte erhebliche Konsequenzen für den „Zusammenhang der Ökonomie mit der Politik und mit der gesamten Sphäre des geistigen Lebens und der ideologischen Beziehungen der Gesellschaft.“ Es warf grundsätzliche Fragen nach dem eigentlichen sozialökonomischen Charakter des „Sozialismus“ auf. In der DDR wurde nicht wie zuvor in der Sowjetunion auf einen schnellen Übergang zum Kommunismus gesetzt, zur sogenannten zweiten Phase, sondern auf das „strategische Ziel … das entwickelte gesellschaftliche System des Sozialismus zu gestalten und so den Sozialismus zu vollenden“.

Folgerichtig wurde gefragt „Welche Bedeutung hat die marxsche Lehre von der Gesellschaftsformation für die Vollendung des Sozialismus?172, worauf läuft das Ganze hinaus. Hierzu Ulbricht: „Früher war es üblich, besonders ausgehend von Marx‘ Bemerkungen zum Gothaer Programm, den Sozialismus nur als Übergangsphase anzusehen, in der sich die Gesellschaft von den „Muttermalen“ des Kapitalismus freimachen und die materiellen und geistigen Voraussetzungen für die zweite Phase des Kommunismus schaffen muss. Es wurde wenig beachtet, dass der Sozialismus sich auf seiner eigenen Grundlage entwickelt. Die Bürde der kapitalistischen Vergangenheit erschwerte diese Einsicht. Deshalb wurden häufig die Kategorien der sozialistischen Ökonomik, die formal den Kategorien der kapitalistischen Ökonomik ähnlich sind (Geld, Preis, Gewinn usw.), als unvermeidliches ‚Übel‘ betrachtet, deren Wirksamkeit überwunden werden muss.“173

Ulbricht sah diese Kategorien unter „dem positiven Blickwinkel des Wichtigsten, des Wesentlichen und Bestimmenden für die neue Gesellschaftsordnung“ – dem „Arbeiter-und-Bauern-Staat“. Da vom sozialistischen Staat angewandt, seien diese Kategorien keine der kapitalistischen Warenproduktion, sondern Momente „eines qualitativ neuen Typus der Produktionsverhältnisse“174. Konsequenzen zog Ulbricht aus einer Entwicklung, die zur Anwendung der Kategorien der politischen Ökonomie zwang, die Schlussfolgerung, „dass der Sozialismus nicht eine kurzfristige Übergangsphase in der Entwicklung der Gesellschaft ist, sondern eine relativ selbständige sozialökonomische Formation in der historischen Epoche des Übergangs vom Kapitalismus zum Kommunismus im Weltmaßstab.“175

In dem Maße aber, in dem diese Kategorien der politischen Ökonomie zur Geltung gebracht wurden, genau die so geförderten Produktionsverhältnisse danach, sich auch die adäquaten politischen Strukturen zu schaffen, Grundlage der „der kapitalistischen Ökonomik ähnlich(en)“ Kategorien, die Gesellschaft tatsächlich zum System zu entwickeln. Es geschah, was mit Marx‘ Theorie der Gesellschaftsformation voraussehbar war und was vorerst im sogenannten Prager Frühling politisch am weitesten gedieh – der „Arbeiter-und-Bauern-Staat“ als sich dazu bekennende Entwicklungsdiktatur selbst wurde infrage gestellt. Der „sozialistische“ Staat mit dem Staatseigentum an Produktionsmitteln hatte unter den Bedingungen des international dominierenden Monopolkapitalismus eine durchaus geeignete politische Form dargestellt, eine nachholende kapitalistische Entwicklung bis zum Niveau des Fordismus zu ermöglichen.

Mit der beginnenden wissenschaftlich-technischen Revolution wurde jedoch dieses Staatsunternehmen mit seiner straffen Regulierung der Produktion, der Erhebung ökonomischer Kennziffern zum Gesetz usw. selbst zum Hemmnis der Produktivkraftentwicklung. Die sich in den Kategorien einer weiterhin politischen Ökonomie bewegenden Menschen drängten zunehmend danach, ihre bisherigen Entwicklungsbedingungen, den „sozialistischen“ Staat zugunsten westlicher politischer Formen abzuwerfen.

Im „Prager Frühling“ kündete sich an, was in den Wenden 20 Jahre später voll zur Geltung kam und was der chinesische „Sozialismus“ auf seine Weise vollzieht: Das Geheimnis der Übergangsphase, die sich der Kategorien der Warenproduktion bedienen muss, ist nicht, dass sie ein notwendiger Durchgang vom Kapitalismus zum Kommunismus ist, auch kein relativ selbständiger, sondern eine Variante der kapitalistischen Entwicklung selbst, des globalen Hauptstroms, in dessen westliche Variante inzwischen mehr oder minder alle „sozialistischen“ Gesellschaften eingeschwenkt sind.

Die kapitalistische Produktionsweise allerdings verliert überall ihre einstigen emanzipatorischen Potenzen und bedroht die Zivilisation insgesamt. Sie hat durch die Schaffung von ökonomischen Voraussetzungen für die Aufhebbarkeit des Kapitalismus der Suche nach kommunistischen Formen der Produktion eine reale Grundlage gegeben. Praktisch widerlegt sind die früheren Hoffnungen, über die Arbeiterbewegung und durch einen „sozialistischen“ Staat als Übergangsinstrument sowie eine „sozialistische“ Warenproduktion den Weg in den Kommunismus zu finden. Sich dies bewusst zu machen, ist eine unverzichtbare geistige Voraussetzung für die Entwicklung realistischer Kommunismusvorstellungen. Es sind heute jenseits von Arbeiterbewegung, Politik und Warenproduktion diejenigen sozialen Räume zu erkennen und zu stärken, in denen Menschen im Verfolgen ihrer jeweils individuellen Interessen neue Formen von Vergesellschaftung schaffen.

Welche das sein können, ist ein Thema, das an die hier betriebene Kritik früherer Kommunismusvorstellungen anschließt, zu führen unter anderem unter dem Stichwort Keimformen einer neuen Vergesellschaftung.

Anmerkungen

84 Friedrich Engels, Vorwort zur englischen Ausgabe „Das Kapital“, Bd. I, MEW 23/39.

85 Die Kommunisten heben „in den verschiedenen nationalen Kämpfen der Proletarier die gemeinsamen, von der Nationalität unabhängigen Interessen des gesamten Proletariats hervor“, vertreten „in den verschiedenen Entwicklungsstufen, welche der Kampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie durchläuft, stets das Interesse der Gesamtbewegung … haben theoretisch vor der übrigen Masse des Proletariats die Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung voraus.“ Karl Marx, Friedrich Engels, Manifest der kommunistischen Partei. MEW 4/474.

86 Karl Marx, Kritik des Gothaer Programms, MEW 19/21 f.

87 Ebd., 19/25 f.

88 Ebd., 19/21 f.

89 Ebd., 19/13.

90 Ebd., 19/31.

91 Ebd., 19/28. Für August Bebel waren „die lassalleschen Schriften tatsächlich … die Grundlage der sozialistischen Anschauung der Massen“. Er erklärt dies durch deren populäre Sprache. Doch „dank dem gesunden Gefühl der Massen und unserer eigenen Tätigkeit“ nähmen diese Popularität falscher Auffassungen „täglich mehr ab“. August Bebel, Aus meinem Leben. Bd. 2. Dietz Verlag Berlin 1946, S. 243 f. So ganz vertraute er auf das gesunde Gefühl doch nicht. Aufklärung sollte es richten. Wenn Marx, dessen „wissenschaftliche Autorität auf ökonomischem Gebiet … unbestritten“ sei in einigen „Artikeln im `Volksstaat` wissenschaftlich die Fehler und Mängel der lassalleschen Theorien“ nachwiese, sei das ein „vernichtender Schlag für den Lassallekultus.“, ebd., 244. „Das Ganze ist eine Erziehungsfrage.“ ebd., 276. Auch im Nachhinein zeigte sich Bebel nur genervt: „Man sieht, es war kein leichtes Stück, mit den beiden Alten in London sich zu verständigen. Was bei uns kluge Berechnung, geschickte Taktik war, das sahen sie als Schwäche und unverantwortliche Nachgiebigkeit an, schließlich war doch die Tatsache der Einigung die Hauptsache. Diese trug logisch die Weiterentwicklung in sich selbst, dafür sorgten auch nach wie vor unsere Freunde, die Feinde.“ Ebd., 279. Die Logik des Klassenkampfes also sollte es richten.

92 Friedrich Engels, Vorwort zu Karl Marx‘ „Kritik des Gothaer Programms“, MEW 22/90.

93 Redaktionelle Anmerkungen zu Friedrich Engels, Vorwort zu Karl Marx‘ „Kritik des Gothaer Programms“, MEW 22/582 f.

94 „Erinnern Sie sich, welcher Sturm 1891 durch die sozialistische Presse lief, als Friedrich, Engels den Brief von Karl Marx über das Gothaer Programm veröffentlichte.. Es fielen damals sehr bittere Worte, und sie würden noch viel herber ausgefallen sein, wenn nicht eben Friedrich Engels der Veröffentlicher und Karl Marx der Verfasser gewesen wäre. Aber energisch betont wurde, das von Karl Marx in so schroffer Weise verurtheilte Programm habe seine Aufgabe herrlich erfüllt. Und bis zu einem gewissen Grade war das auch richtig. Warum? Weil das Gothaer Programm mit all seinen Fehlern auf der einen Seite doch den realen Bedürfnissen der Arbeiterbewegung in bestimmten Forderungen genügenden Ausdruck lieh und auf der anderen ihr Prinzip deutlich und energisch betonte. Hätte man damals beschlossen, mit der Programmänderung noch etwas zu warten, so würde die sozialistische Bewegung, heute schwerlich weniger stark sein, als sie thatsächlich ist.“ Eduard Bernstein, Noch etwas Endziel und Bewegung. Ein Brief an Otto Lang. (Oktober 1899), In: Socialistische Monatshefte, Jg. 1899, Nr. 10, S. 504.

95 Karl Marx, Kritik des Gothaer Programms, MEW 19/17.

96 Ebd., 19/28.

97 Ebd., 19/18.

98 Ebd., 19/21.

99 Ebd., 19/21 f.

100 Ebd., 19/22.

101 Karl Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung. MEW 1/378.

102 “Die Forderung, die Illusionen über einen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf.“ Ebd., 379.

103 Karl Marx/Friedrich Engels, Die heilige Familie. MEW 2/38.

104 Karl Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung. MEW 1/385.

105 Karl Marx/Friedrich Engels, Die heilige Familie. MEW 2/38.

106 Ebd., MEW 2/23.

107 „Um alles schaffen zu können, dazu gehört ein stärkeres als ein Arbeiterbewusstsein. Nur umgekehrt wäre der Satz wahr: Der Arbeiter macht nichts, darum hat er nichts, er macht eher nichts, weil seine Arbeit stets eine einzeln bleibende, auf sein eigenstes Bedürfnis berechnete, tägliche ist.“Edgar Bauer, Rezension über Flora Tistans l’Union ouvriere [Arbeitervereinigung], Paris 1843. Zitiert in Karl Marx/Friedrich Engels, Die heilige Familie. MEW 2/19.

108 Ebd., 2/24 f.

109 Ebd., 2/27.

110 Ebd., 2/33.

111 Eduard Bernstein, Noch etwas Endziel und Bewegung. Ein Brief an Otto Lang. (Oktober 1899), In: Socialistische Monatshefte, Jg. 1899, Nr.10, S. 504. http://www.marxists.org/deutsch/referenz/bernstein/1899/10/ziel-bewegung.htm

112 Karl Marx/Friedrich Engels, Die heilige Familie. MEW 2/33.

113 Ebd., 2/38.

114 Karl Marx, Über P. J. Proudhon [Brief an J. B. v. Schweitzer], MEW 16/27.

115 Karl Marx/Friedrich Engels, Die heilige Familie. MEW 2/34.

116 Ebd., 2/33.

117 Ebd., 2/32.

118 Karl Marx, Das Elend der Philosophie, MEW 4/143.

119 Karl Marx, Über P. J. Proudhon [Brief an J. B. v. Schweitzer], MEW 16/30.

120 Ebd., 16/30 f.

121 Ebd., 16/26.

122 Ebd., 16/31.

123 Ebd., 16/29.

124 Karl Marx/Friedrich Engels, Die heilige Familie. MEW 2/33.

125 Ebd., 1/38.

126 Ebd., 2/33.

127 August Bebel, Aus meinem Leben. Bd. 1. Dietz Verlag Berlin 1946, S. 118.

128 Karl Marx, Kritik des Gothaer Programms, MEW 19/13.

129 „Im Verlauf der Kritik an den proudhonistischen Auffassungen arbeitete Marx in den Grundrissen die Grundlagen seiner Werttheorie aus, einschließlich des Doppelcharakters der Arbeit und der Ware in der bürgerlichen Gesellschaft und der Notwendigkeit der Verwandlung der Ware in Geld.“Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED, Vorwort zu Karl Marx, Grundrisse der Kritik der Politischen Ökonomie, MEW 42/S. XII.

130 Ein Mischmasch.

131 Karl Marx, Brief an Engels vom 24. August 1867, MEW 31/326.

132 Karl Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, MEW 42/70.

133 Wilhelm Weitling, „Garantien der Harmonie und Freiheit“ Vivis 1842, S. 153–175.

134 Karl Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, MEW 42/71.

135 Ebd., 42/70.

136 Ebd., 42/71.

137 Ebd., 42/58.

138 Ebd., 42/59.

139 Ebd., 42/58.

140 Ebd., 42/69.

141 Ebd., 42/59.

142 Karl Marx, Kritik des Gothaer Programms, MEW 19/25 f.

143 Ebd., 19/26.

144 Ebd., 19/29 f.

145 Ebd., 19/31.

146 Marx an Engels: „Im Falle Du etwas schreibst“, eine Rezension über die Zur Kritik der Politischen Ökonomie von 1859, „wäre nicht zu vergessen, 1. dass der Proudhonismus in der Wurzel vernichtet ist.“ Karl Marx, Brief an Engels. 22. Juli 1859, MEW 29/462.

147 Karl Marx, Über P. J. Proudhon [Brief an J. B. v. Schweitzer] , MEW 16/29.

148 Karl Marx/Friedrich Engels, Die heilige Familie. MEW 2/33.

149 Karl Marx, Kritik des Gothaer Programms, MEW 19/19.

150 Ebd., 19/19 f.

151 Ebd., 19/20.

152 Ebd.

153 Ebd.

154 Ebd.

155 Ebd.

156 Ebd.

157 Ebd.

158 Ebd., 19/21.

159 Ebd.

160 Ebd., 19/20.

161 „… in dem Einen wird in Beziehung auf die Tätigkeit dasselbe ausgesagt, was in dem Andern in bezug auf das Produkt der Tätigkeit ausgesagt wird.“ Karl Marx, Friedrich Engels, Deutsche Ideologie, MEW 3/32.

162 Ingo Elbe, Marx vs. Engels – Werttheorie und Sozialismuskonzeption, November 2001, zit. am 9.10.2009 nach: www.rote-ruhr-uni.com/cms/Marx-vs-Engels-Werttheorie-und.html

163 Karl Marx, Das Kapital I, MEW 23/109 (FN 50).

164 Behrens, Diethard/ Hafner, Kornelia (1991): Auf der Suche nach dem „wahren Sozialismus“. Von der Kritik des Proudhonismus über die russische Modernisierungsdiktatur zum realsozialistischen Etikettenschwindel. In: A. Pannekoek/ u.a.: Marxistischer Antileninismus, Freiburg, S. 226.

165 Ingo Elbe, Marx vs. Engels – Werttheorie und Sozialismuskonzeption, November 2001, zit. am 9.10.2009 nach: www.rote-ruhr-uni.com/cms/Marx-vs-Engels-Werttheorie-und.html

166 „Liebknecht hat dem Biskamp erklärt, das ’noch nie ein Buch ihn so enttäuscht hat‘ und Biskamp selbst hat mir gesagt, er sehe nicht ‚a cui bono‘ ´den Nutzen´.“ (Es ging um Marx‘ Zur Kritik der politischen Ökonomie) Karl Marx, Brief an Engels. 22. Juli 1859, MEW 29/462. „Es ist heiter, dass Du bei Herrn Liebknecht auch solch ein hübsches Urteil erzielt hast. … Die Herren sind so daran gewöhnt, dass wir für sie denken, dass die auch immer und überall die Sachen nicht nur auf dem Präsentierteller, sondern auch fertig gekäut … haben wollen, Wunder soll man tun … Was verlangt denn solch ein Esel eigentlich? … Natürlich sind die Lösungen der kitzligen Geldfragen etc. reiner Dreck für Liebknecht, da diese Fragen gar nicht für ihn existieren. Friedrich Engels, Brief an Marx. 25. Juli 1859, MEW 29/465.

167 Ich habe „niemals ein ‚sozialistisches System‘ aufgestellt.“ Karl Marx, Randglossen zu Adolph Wagners „Lehrbuch der politischen Ökonomie”, MEW 19/357.

168 Ingo Elbe, Marx vs. Engels – Werttheorie und Sozialismuskonzeption, November 2001, zit. am 9.10.2009 nach: www.rote-ruhr-uni.com/cms/Marx-vs-Engels-Werttheorie-und.html

169 Karl Marx/Friedrich Engels, Die heilige Familie. MEW 2/33.

170 Karl Marx, Über P. J. Proudhon [Brief an J. B. v. Schweitzer] , MEW 16/29.

171 Walter Ulbricht, Die Bedeutung des Werkes „Das Kapital“ von Karl Marx für die Schaffung des entwickelten gesellschaftlichen Systems des Sozialismus in der DDR und den Kampf gegen das staatsmonopolistische Herrschaftssystem in Westdeutschland. In: Walter Ulbricht, Zum ökonomischen System des Sozialismus in der DDR. Bd. 2. Dietz Verlag Berlin 1968, S. 529.

172 Ebd., S. 530.

173 Ebd., S. 530 f.

174 Ebd.

175 Ebd., S. 530.

3 Comments

  • Hans-Gert Gräbe sagt:

    Lieber Uli,

    ein großer Text, mit dem du vieles auf den Punkt bringst, was auch mich seit vielen Jahren bewegt.
    Was sind die Konsequenzen für die Fortentwicklung einer kommunistischen Theorie (denn darum müsste es ja nun letztlich gehen)?
    Aus meiner Sicht wären wenigstens die folgenden Punkte zu diskutieren:
    1. Wenn diese Gesellschaft in der Vergangenheit so viele Entwicklungspotenziale freizusetzen vermochte, wie kann diese Potenz _innerkapitalistischer Entwicklung_ in Worte gefasst werden? Meine Hilfskonstruktion ist „Kapitalismen“ im Plural und ein genauerer Rekurs auf technologische Wellen als erster Zugriff auf die Thematik. Der Traditionssozialismus hat hier, so weit ich das sehe, eine Leerstelle, die Exkommunikation entsprechenden Gedankenguts in den letzten Jahren aus der „Linken“ steht nach meinem Verständnis voll in der Tradition des „ewigen Proudhon“ deiner Lesart.
    2. Wie wäre auf dem Hintergrund derartiger „Kapitalismen“ die Realabstraktion „Kapitalismus“ als Globalsingular zu fassen und wie stünde sie begrifflich zu etablierten Begriffen wie „die Verhältnisse“, „bürgerliche Gesellschaft“ (der 10. Feuerbachthese), „praktische Tätigkeit des Menschen als Gattungswesen“ und „Begreifen dieser Praxis“?
    3. Wo ist der geschichtliche Ort, an dem „Selbstaufklärung in Verbindung mit der praktischen Aufhebung derjenigen Zustände, die solcher Vorstellungen bedürfen“ geschieht? Wäre es, in deiner Logik, nicht konsequent, _jeden_ der bisherigen Versuche, auch das real existente „Gothaer Programm“, auch den Sozialismusversuch auf deutschem Boden, als Versuch zu werten, den „neuen Standpunkt der menschlichen Gesellschaft“ zu gewinnen, auch wenn wir letztlich wieder „in der ganzen alten Scheiße“ gelandet sind? Und ist das wirklich so, wenn die Erinnerung und der Kampf um diese Erinnerungen bleibt? Ist dann aber nicht der Kapitalismus als Gesellschaft, die immer wieder solche Versuche gebiert und diese immer wieder in den eigenen Schoß zurücknimmt (so alle bisherige Erfahrung) selbst die Übergangsgesellschaft? Was sind 500 Jahre für einen Prozess von derartiger Bedeutung in der menschlichen Entwicklung? Ich habe diesen Gedanken seit vielen Jahren in der These vom „Kapitalismus als pubertärer Form der Freien Gesellschaft“ komprimiert und müsste diese mit Blick auf die 10. Feuerbachthese wohl in „Kapitalismus als pubertäre Form der menschlichen Gesellschaft“ präzisieren.

  • H-G G fragte?

    Ist dann aber nicht der Kapitalismus als Gesellschaft, die immer wieder solche Versuche gebiert und diese immer wieder in den eigenen Schoß zurücknimmt (so alle bisherige Erfahrung) selbst die Übergangsgesellschaft?

    Inklusive der „Diktatur des Proletariats“? Ein interssanter Gedanke.

    Um aber sinnvoll über den Charakter einer Übergangsgesellschaft in Richtung eines (welt-) kommunistischen Füreinanders streiten zu können, müssten natürlich einigermaßen klar sein, was die Streitenden unter Kommunismus verstehen.

    Ich sehe das so:

    Als ein historischer Prozess ist (Öko-)Kommunismus Entwicklung und (Verallgemeinerung der Möglichkeit, das menschliche (und vom Menschen beeinflussbare) Produktivvermögen in (weltweiten) öffentlichen Abstimmungsprozessen entwickeln und anwenden zu können.

    Kommunismus zielt auf ein am Ende weltgemeinschaftliches Nachhaltigkeitsmanagement mit dem sich die Globalisierten dieser Erde in die Lage versetzen, die unterchiedlichen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Wirkungsräume ihrer Existenssicherung und Bereicherung mit den dabei zu erwartenden Kosten sozialer bzw. ökologischer Natur ins Benehmen zu bringen.

    Die Realität solcherart „kommunistischer“ Prozesse misst sich an erkennbaren Fortschritten in der Entwicklung und (weltweiten) Verallgemeinerung des individuellen Vermögens, die Produktionszwecke und -methoden, -bedingungen usw. inklusive der dabei einzugehenden oder nicht einzugehenden Risiken oder Schäden mit bestimmen zu können.

    Die reale Existenz (öko-)sozialistischer Gesellschaftsformationen / Behauptungsordnungen des Übergangs zur weltkommunistischen Verantwortung der Produktionszwecke, -voraussetzungen und -wirkungen zeigt sich im Nachweis (!), dass diese Verallgemeinerung der Mitbestimmungskompetenz bzw. Mitverantwortung tatsächlich – und zwar unabhängig von der dafür benutzten Begrifflichkeit – der weltweit vorherrschende gesellschaftliche Prozess ist.

    Ohne Möglichkeit zum freien Diskurs, d.h. zur unabhängigen und öffentlichen Untersuchung und Meinungsbildung kann weder ein solcher Nachweis geführt noch dieser Prozess überhaupt zum gesellschaftlich vorherrschenden werden.

    Nach dieser Bestimmung ist Ökokommunismus/-sozialismus Ansammlung/ Verallgemeinerung und Anwendung von Wissen, Fertigkeiten und Regeln, die in Richtung einer (welt-)kommunistischen Arbeitsteilung oder genauer einer kommunistischen Teilung von Arbeit, Aneignung/Genuss und Mitgestaltungskompetenz/ -verantwortung weisen, die ein (umwelt-)bewusstes Zusammenspiel von Produktion, Konsum und Entwicklung (wie von Wissenschaft Entscheidungsfindung und Alltag) ermöglicht, d.h. den Menschen erlaubt, die aus den gegenwärtigen Formen der Arbeitsteilung unwillkürlich hervor gehende Fremdheit gegenüber den Voraussetzungen, Zwecken und Nebenwirkungen der (Wieder-)Herstellung und Mehrung menschlicher Reichtümer aufzuheben.

    Alle bisherigen Sozialismusversuche (als definierte Übergangsgeselschaften zum kommunistischen Füreinander) sind nicht am Überfluss sondern am Mangel an Bewegung in Richtung eines so verstandenen (Öko-) Kommunismus gescheitert, d.h. an Möglichkeiten zur gemeinsamen (!) (und ökologisch reflektierten) Bestimmung der Produktionszwecke, -mittel, -orte, -methoden oder -mengen und die dafür in Kauf oder nicht in Kauf zu nehmenden Risiken oder Schäden.

    (Öko-)Sozialismus /Kommunismus ist keine politische Ware, die bereits auf dem Weltmarkt der historischen Möglichkeiten vorliegt und nur guter Werbung (oder Negativpropaganda des Konkurrenzproduktes) bedarf, damit die überwältigende Mehrheit der Menschen sie begehrt und beherzt zugreift.

    Sie können nur als soziale Prozesse “der Völker selber” wachsen und gedeihen. Was (wo und wer) auch immer zur Entwicklung und Verallgemeinerung des Bedürfnisses, des Willens und der Möglichkeiten beiträgt, Produktionszwecke und deren soziale bzw. ökologische Voraussetzungen und Wirkungen miteinander abzustimmen und somit zur ökologisch reflektierten Zukunftsbewältigung befähigt, muss immer wieder aufs Neue heraus gefunden und nach Kräften voran gebracht werden – ohne dabei das ganze Ausmaß der vorgefundenen Problemlagen und die Suche nach adäquaten Bedingungen ihrer Bewältigung aus dem Auge zu verlieren.

    Was von der Erkenntnis des Notwendigen aus betrachtet mühelos als zu kurz greifende Halbheiten identifiziert werden kann (wie etwa Ökosteuern, der ökologische Fußabdruck, Ökoaudit strategischen Konsum, Tarifauseinandersetzungen, Nachhaltigkeitsstrategien, Green New Deal oder Commons-Nischen) dürfen nicht eines billigen Delegitimierungseffektes Willen verdammt und bekämpft werden.

    Es gilt vor allem, deren Emanzipationspotenzial zu ergründen und heraus zu finden, was sie bewegen könnte, sich in Richtung eines weltgemeinschaftlichen Nachhaltigkeitsmanagements weiter zu entwickeln.

    Dies setzt die Erkenntnis voraus, dass historische Prozesse nicht als ein Wetteifern fertiger Konzepte funktionieren, die nach Belieben oder infolge entsprechender Belehrungen gegeneiander ausgetauscht werden können. Das Neue kann sich nur aus bestehenden Ansätzen wirklicher sozialer Emanzipationsbewegung herausbilden.

    (Öko-)Sozialismus / Kommunismus kann nur in dem Maße zum (welt-)gesellschaftlich vorherrschenden Prozess werden, wie die globalisierten Menschen und deren Institutionen die gemeinsame Wahrnehmung und Bewältigung der großen Menschheitsprobleme zu ihrer persönlichen Angelegenheit, d.h. zu ihrem ureigen Problem machen können und wollen. Das zeigt sich am praktischen Bemühen, unter allen Umständen das Menschenmögliche zu tun – und sei es durch Veränderung der Umstände.

    Nur in steter Wechselwirkung einer entsprechenden sozialen Praxis und der Reflexion ihrer (möglichen) Bedeutung in Hinblick auf eine darüber hinausgehende Perspektive eines am Ende weltgemeinschaftlichen Nachhaltigkeitsmanagement kommen wir über ein idealistisch die Bedingungen des Handelns (und Wollens) ausblendenden Kulturalismus mit seinen hilflosen Umdenk-Appellen hinaus und können tatsächlich zu einem Miteinander kommen, das auf eine wirklich Weltkultur der nachhaltigen Entwicklung aufbaut.

    Nachhaltigkeit als eine Leitidee zu bestimmen ist gewiss eine kulturelle Leistung. Aber Nachhaltigkeit als (welt-) gesellschaftliche Praxis geht letztlich nicht ohne eine für diesen Zweck ausreichende Möglichkeit zur (welt-) gemeinschaftlichen Kontrolle der Entwicklung und des Einsatzes menschlicher Schaffenskräfte, d.h. nicht ohne eine gemeineigentümliche Struktur des Weltwirtschaftens, die die (uns) Menschen nötigt, die Bedürfnisse ganz unterschiedlicher Menschengruppen in den unterschiedlichen Regionen und Sparten ins Benehmen mit den für deren Befriedigung aufzubringenden Mühen, Risiken oder Schäden zu setzen – also gegebenenfalls auch die Bedingungen der Bedürfnisbefriedigung oder auch die verschiedenen Bedürfnisse selbst zu verändern.

    ZU diesem etzten Aspekt siehe auch: http://oekohumanismus.wordpress.com/2013/05/13/es-kommt-darauf-an/

  • Hans-Gert Gräbe sagt:

    @HHH: Auch wenn ich noch Bringeschuld bzgl. „Wortschritt“ habe (nicht vergessen, allein es fehlt die Zeit), ein kurzer Kommentar hierzu. In letzter Zeit rückt diesbezüglich die 10. Feuerbachthese stärker in unseren Fokus, die Frage, was es heißt „den Standpunkt der menschlichen Gesellschaft“ zu gewinnen. Siehe hierzu meine Anmerkungen zu einem Sammelband von Frieder Otto Wolf http://hg-graebe.de/EigeneTexte/FOW-13.pdf sowie die Aufzeichnungen http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?HansGertGraebe/SeminarWissen/WS12 zu unseren Debatten über „Mensch als Gattungssubjekt“ vs. „Menschen als Individualsubjekte“ im vergangenen Wintersemester.

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