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	<title>Kommentare zu: Notizen zu Thesen über Kommunismus von Roger Behrens</title>
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		<title>Von: Hans-Hermann Hirschelmann</title>
		<link>http://wadk.de/2011/notizen-zu-thesen-uber-kommunismus-von-roger-behrens/#comment-514</link>
		<dc:creator>Hans-Hermann Hirschelmann</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Mar 2013 14:23:53 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&lt;blockquote&gt;Leute aber, die erkennen, dass es reale Emanzipationsbewegungen gibt, die solche sozialen Formen und Produkte entwickeln, deren Verallgemeinerung die praktische Aufhebung der wertförmigen Vergesellschaftung bedeuten, die mögen sich bezeichnen wie sie wollen. Man kann sie – durch aus in marxscher Denkweise – weniger in marxistischer Tradition – auch Kommunisten nennen.&lt;/blockquote&gt;

Dass Kommunismus nur ohne Kommunisten ginge, ist zumindest eine interessante These, die antizipiert, dass eine &quot;im Schoß der alten Gesellschaft&quot; geschehene (voran zu treibende) ENTWICKLUNG und Verallgemeinerung der Fähigkeit, den Widerspruch zwischen der erreichten Gesellschaftlichkeit der Arbeit (nebst Voraussetzungen und Folgen) und deren privateigentümlichen Nutzung  (und damit sozialen Unbeherrschbarkeit) AUFZUHEBEN, nicht entlang eines vom Bestehenden (und überhaupt von falschen Vorstellungen) unbefleckten Ideals vonstatten gehen, d.h. auch nicht von &quot;kommunistischen&quot; Parteien bewältigt werden kann. Sondern NOTWENDIGERWEISE ein sehr widersprüchlicher, vom Ideal aus betrachtet notwendig &quot;unsauberer&quot;, sich ungleichzeitiger verbreitender Prozess ist, der zunehmend einer der ganzen Gesellschaft wird, die ganz und gar nicht ideal ist. Wobei stets herauszufinden ist, wie das eine (zum Beispiel Ökosteuern oder Green Economy) ins andere (große Transformation zum Miteinander auf Basis eines weltgemeinschaftlichen Nachhaltigkeitsmanagement) übergehen kann. Der Anspruch, als &quot;Kommunist&quot; anerkannt zu sein, trägt da in der Tat den Keim der Anmaßung in sich, schon einmal eine für die Zukunft erwartete (utopistisch vorgestellte) Heiligkeit (Reinheit) zu verkörpern.  Allerdings setzt dies die Heiligenschein-Bestimmung von K. auch voraus. 

Das ist m.E. auch schon angelegt, wenn man Entwicklung UND Verallgemeinerung des Vermögens zur (welt-)gemeinschaftlichen (Mit-) Bestimmung der Produktionszwecke, -mühen, -methoden, Umwelteinflüsse  usw. auseinander reist und da meint, erst könne entwickelt und dann das von einer Avantgarde fertig Entwickelte verallgemeinert werden.  

Gruß hhh]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Leute aber, die erkennen, dass es reale Emanzipationsbewegungen gibt, die solche sozialen Formen und Produkte entwickeln, deren Verallgemeinerung die praktische Aufhebung der wertförmigen Vergesellschaftung bedeuten, die mögen sich bezeichnen wie sie wollen. Man kann sie – durch aus in marxscher Denkweise – weniger in marxistischer Tradition – auch Kommunisten nennen.</p></blockquote>
<p>Dass Kommunismus nur ohne Kommunisten ginge, ist zumindest eine interessante These, die antizipiert, dass eine &#8220;im Schoß der alten Gesellschaft&#8221; geschehene (voran zu treibende) ENTWICKLUNG und Verallgemeinerung der Fähigkeit, den Widerspruch zwischen der erreichten Gesellschaftlichkeit der Arbeit (nebst Voraussetzungen und Folgen) und deren privateigentümlichen Nutzung  (und damit sozialen Unbeherrschbarkeit) AUFZUHEBEN, nicht entlang eines vom Bestehenden (und überhaupt von falschen Vorstellungen) unbefleckten Ideals vonstatten gehen, d.h. auch nicht von &#8220;kommunistischen&#8221; Parteien bewältigt werden kann. Sondern NOTWENDIGERWEISE ein sehr widersprüchlicher, vom Ideal aus betrachtet notwendig &#8220;unsauberer&#8221;, sich ungleichzeitiger verbreitender Prozess ist, der zunehmend einer der ganzen Gesellschaft wird, die ganz und gar nicht ideal ist. Wobei stets herauszufinden ist, wie das eine (zum Beispiel Ökosteuern oder Green Economy) ins andere (große Transformation zum Miteinander auf Basis eines weltgemeinschaftlichen Nachhaltigkeitsmanagement) übergehen kann. Der Anspruch, als &#8220;Kommunist&#8221; anerkannt zu sein, trägt da in der Tat den Keim der Anmaßung in sich, schon einmal eine für die Zukunft erwartete (utopistisch vorgestellte) Heiligkeit (Reinheit) zu verkörpern.  Allerdings setzt dies die Heiligenschein-Bestimmung von K. auch voraus. </p>
<p>Das ist m.E. auch schon angelegt, wenn man Entwicklung UND Verallgemeinerung des Vermögens zur (welt-)gemeinschaftlichen (Mit-) Bestimmung der Produktionszwecke, -mühen, -methoden, Umwelteinflüsse  usw. auseinander reist und da meint, erst könne entwickelt und dann das von einer Avantgarde fertig Entwickelte verallgemeinert werden.  </p>
<p>Gruß hhh</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Von: Hans-Hermann Hirschelmann</title>
		<link>http://wadk.de/2011/notizen-zu-thesen-uber-kommunismus-von-roger-behrens/#comment-512</link>
		<dc:creator>Hans-Hermann Hirschelmann</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Mar 2013 11:23:07 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ergänzung: Ein so an Marx anknüpfendes Verständnis von Kommunismus, widerspricht zwar dem gefährlichen Unsinn einer &quot;Diktatur des Proletariats&quot;, nicht aber dem Gedanken der Arbeiteremanzipation. Und es ist natürlich KEIN (ahistorischer) Anti-Kapitalismus, den ich im Übrigen für eine der Grundtorheiten derer sehe, die sich &quot;Kommunisten&quot; nennen.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ergänzung: Ein so an Marx anknüpfendes Verständnis von Kommunismus, widerspricht zwar dem gefährlichen Unsinn einer &#8220;Diktatur des Proletariats&#8221;, nicht aber dem Gedanken der Arbeiteremanzipation. Und es ist natürlich KEIN (ahistorischer) Anti-Kapitalismus, den ich im Übrigen für eine der Grundtorheiten derer sehe, die sich &#8220;Kommunisten&#8221; nennen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Von: Hans-Hermann Hirschelmann</title>
		<link>http://wadk.de/2011/notizen-zu-thesen-uber-kommunismus-von-roger-behrens/#comment-511</link>
		<dc:creator>Hans-Hermann Hirschelmann</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Mar 2013 11:11:40 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=416#comment-511</guid>
		<description><![CDATA[An Marx anknüpfend sollte unterschieden werden zwischen 1.) Kommunismus als sich INNERHALB kapitalistischer Verhältnisse abspielende Prozesse, die mehr oder weniger von den Antrieben, Hemmnissen und Gegensätzen bestimmt sind, wie sie kapitalistischen Formen der Vergesellschaftung von Arbeit eigen sind und diese NOTGEDRUNGEN auch stets aufs neue reproduzieren helfen) und 2.) der Fiktion einer weltgemeinschaftlichen Formation menschlicher Existenzsicherung und Bereicherung, wie sie allerdings erst am Ende einer geschichtlichen (&quot;sozialistischen&quot;) Übergangsperiode stehen könnte in der DIE ENTWICKLUNG (und Verallgemeinerung)  kommunistischer Vergesellschaftungsweisen der gesellschaftlich vorherrschende Prozess ist.      

Naturgemäß verlangt diese Sicht nach einer verallgemeinerbaren Bestimmung dessen, was Kommunismus sein soll, ob nun als sozialer Prozess, als Richtung oder als Gesellschaftsformation. Der Natur der Sache gemäß wäre diese Bestimmung anzweifelbar, immer wieder zu korrigieren und neusten Erkenntnissen anzupassen. Aber wenn eine rationale, d.h. zielführende Klärung ermöglicht werden soll, was eine kommunistische Aufhebung bestehender Zustände sein soll müssen minimale Vorstellungen von dem auf den Tisch liegen, was darunter verstanden werden soll und was mit Sicherheit nicht.  Die müssen so allgemein und so konkret sein, dass sie allgemein nachvollziehbare und hinreichend verlässliche Indikatoren des Vorhandenseins, Mangels oder Fehlens von &quot;Kommunismus&quot; liefern. (Was wann auch immer deren Gründe sein möge).   

Ich schlage folgende Bestimmung vor:

Als ein historischer Prozess ist Kommunismus Entwicklung und Verallgemeinerung der Möglichkeit, das menschliche (und vom Menschen beeinflussbare) Produktivvermögen in öffentlichen Abstimmungsprozessen entwickeln und anwenden zu können.

Kommunismus zielt auf ein gemeinschaftliches (am Ende weltgemeinschaftliches) Nachhaltigkeitsmanagement mit dem die Globalisierten dieser Erde ihre unterchiedlichen Bedürfnisse der Existenssicherung und Bereicherung (sowie deren Weiterentwicklung) mit den sozialen bzw. ökologischen Kosten ihrer Erfüllung ins Benehmen bringen - können. Die Realität solchartiger Prozesse misst sich an erkennbaren Fortschritten der Entwicklung und Verallgemeinerung des individuellen Vermögens, die Produktionszwecke und -methoden und dabei einzugehenden bzw. nicht in Kauf zu nehmenden Risiken oder Schäden mit bestimmen zu können.

Reale Existenz (öko-)sozialistischer Gesellschaftsformationen / Behauptungsordnungen des Übergangs zur weltkommunistischen Verantwortung der Produktionszwecke, -voraussetzungen und -wirkungen zeigt sich im Nachweis (!), dass diese Verallgemeinerung der Mitbestimmungskompetenz bzw. Mitverantwortung  tatsächlich – und zwar unabhängig von der dafür benutzten Begrifflichkeit – der weltweit vorherrschende gesellschaftliche Prozess ist. Ohne freien Diskurs, d.h. ohne Möglichkeit zur unabhängigen Untersuchung und Meinungsbildung kann weder ein solcher Nachweis geführt noch dieser Prozess überhaupt zum gesellschaftlich vorherrschenden werden.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>An Marx anknüpfend sollte unterschieden werden zwischen 1.) Kommunismus als sich INNERHALB kapitalistischer Verhältnisse abspielende Prozesse, die mehr oder weniger von den Antrieben, Hemmnissen und Gegensätzen bestimmt sind, wie sie kapitalistischen Formen der Vergesellschaftung von Arbeit eigen sind und diese NOTGEDRUNGEN auch stets aufs neue reproduzieren helfen) und 2.) der Fiktion einer weltgemeinschaftlichen Formation menschlicher Existenzsicherung und Bereicherung, wie sie allerdings erst am Ende einer geschichtlichen (&#8220;sozialistischen&#8221;) Übergangsperiode stehen könnte in der DIE ENTWICKLUNG (und Verallgemeinerung)  kommunistischer Vergesellschaftungsweisen der gesellschaftlich vorherrschende Prozess ist.      </p>
<p>Naturgemäß verlangt diese Sicht nach einer verallgemeinerbaren Bestimmung dessen, was Kommunismus sein soll, ob nun als sozialer Prozess, als Richtung oder als Gesellschaftsformation. Der Natur der Sache gemäß wäre diese Bestimmung anzweifelbar, immer wieder zu korrigieren und neusten Erkenntnissen anzupassen. Aber wenn eine rationale, d.h. zielführende Klärung ermöglicht werden soll, was eine kommunistische Aufhebung bestehender Zustände sein soll müssen minimale Vorstellungen von dem auf den Tisch liegen, was darunter verstanden werden soll und was mit Sicherheit nicht.  Die müssen so allgemein und so konkret sein, dass sie allgemein nachvollziehbare und hinreichend verlässliche Indikatoren des Vorhandenseins, Mangels oder Fehlens von &#8220;Kommunismus&#8221; liefern. (Was wann auch immer deren Gründe sein möge).   </p>
<p>Ich schlage folgende Bestimmung vor:</p>
<p>Als ein historischer Prozess ist Kommunismus Entwicklung und Verallgemeinerung der Möglichkeit, das menschliche (und vom Menschen beeinflussbare) Produktivvermögen in öffentlichen Abstimmungsprozessen entwickeln und anwenden zu können.</p>
<p>Kommunismus zielt auf ein gemeinschaftliches (am Ende weltgemeinschaftliches) Nachhaltigkeitsmanagement mit dem die Globalisierten dieser Erde ihre unterchiedlichen Bedürfnisse der Existenssicherung und Bereicherung (sowie deren Weiterentwicklung) mit den sozialen bzw. ökologischen Kosten ihrer Erfüllung ins Benehmen bringen &#8211; können. Die Realität solchartiger Prozesse misst sich an erkennbaren Fortschritten der Entwicklung und Verallgemeinerung des individuellen Vermögens, die Produktionszwecke und -methoden und dabei einzugehenden bzw. nicht in Kauf zu nehmenden Risiken oder Schäden mit bestimmen zu können.</p>
<p>Reale Existenz (öko-)sozialistischer Gesellschaftsformationen / Behauptungsordnungen des Übergangs zur weltkommunistischen Verantwortung der Produktionszwecke, -voraussetzungen und -wirkungen zeigt sich im Nachweis (!), dass diese Verallgemeinerung der Mitbestimmungskompetenz bzw. Mitverantwortung  tatsächlich – und zwar unabhängig von der dafür benutzten Begrifflichkeit – der weltweit vorherrschende gesellschaftliche Prozess ist. Ohne freien Diskurs, d.h. ohne Möglichkeit zur unabhängigen Untersuchung und Meinungsbildung kann weder ein solcher Nachweis geführt noch dieser Prozess überhaupt zum gesellschaftlich vorherrschenden werden.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Hans-Gert Gräbe</title>
		<link>http://wadk.de/2011/notizen-zu-thesen-uber-kommunismus-von-roger-behrens/#comment-325</link>
		<dc:creator>Hans-Gert Gräbe</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 May 2011 05:59:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Lieber Uli,

ich bin - ich nehme an wie du - seit 1990 unterwegs, um für mich besser zu verstehen, was falsch gelaufen ist. Unsere Wege der Suche kreuzten sich 1993, denke ich, das erste Mal. Mit der Identifizierung des Korngrößendilemmas hat sich mein Blick auf den Gesamtprozess und die Heraushebung des Kommunismus als selbstständige Formation geändert. Dies ist spätestens in den &quot;Chemnitzer Thesen&quot; aus dem Jahr 2005 klar nachzulesen. Ich gehe vielmehr davon aus, dass der Prozess, der vor über 300 Jahren mit der Aufklärung in Westeuropa seinen Anfang nahm, ein einheitlicher intensiver Transformationsprozess ist hin zu einer komplex strukturierten Welt, in der die Menschen auf der Erde eine ganz andere Rolle spielen werden als noch vorher. Dies schon allein mit Blick auf deren schiere Anzahl. Ich spreche aber lieber von Inflation statt Explosion, in Anlehnung an ähnliche Prozesse in der Geschichte des Universums, etwa im Standardmodell kurz nach dem &quot;Big Bang&quot;. Jeder solche Inflationsprozess war von einer ungeheuren Zunahme von Vielfalt begleitet. Und in diese Vielfalt muss die Menschheit hineinwachsen. Andere nennen das Noosphäre.

Kommunistische Theorien haben diese Vielfalt nie abbilden können. Marx schaut auf die utopischen Sozialisten ob ihrer Einfalt herab (ich verkürze grob), vielleicht ist es Zeit, aus heutiger Perspektive auch auf Marx ob seiner Einfalt in dieser Frage herabzuschauen. Vielleicht ist Kommunismus ja auch &quot;nur&quot; das je utopische Moment eines &quot;Noch-Nicht&quot; der aktuellen Zeit gewesen. Diesen Gedanken kann ich gern weiter explizieren, denn solche Transformationen sind Teil der technologie-induzierten Umbrüche dieser Gesellschaft. Commonismus als neuzeitlicher Kommunismus sozusagen. Die utopische Qualität ist jedenfalls für mich deutlich erkennbar, meine offenen und seit Jahren unberührten Fragen legen Zeugnis davon ab.

Den konsequentesten Ansatz in Richtung Vielfalt finde ich in der frühen Marx-Zeit bei Stirner (1846), später bei Bakunin (siehe Hanloser im ND vom 12.5., S. 17 unten) und im 20. Jahrhundert bei den Anarchisten. Heute wahrscheinlich im Ansatz des &quot;Wissenskommunismus&quot;. Mehr dazu in meinem Text &quot;Wie geht Fortschritt?&quot;

Leider seht ihr das anders - mit aller Konsequenz und Diskursmacht, die ich in Hütten 2006 zu spüren bekam. Und so ist es bis heute (&quot;Wer aber in dieser Sicht befangen bleibt ...&quot;), ein Zugang zu meinen Überlegungen ist schlicht nicht gewollt und es werden allerlei innere Barrikaden gegen meine &quot;Häresie&quot; aufgebaut. Psychoanalytisch gut verstanden. Die religiöse Qualität derartiger Muster liegt (für mich) inzwischen auf der Hand, insbesondere wenn man die Lebenserinnerungen anderer &quot;Häretiker&quot; wie Zwerenz oder Hoevels liest. Siehe auch Michael Wendl wie zitert. 

Zur &quot;These 0&quot;: Du solltest diese These also nicht missverstehen. Wenn Kommunismus für mich etwas Utopisches oder auch Transzendentes ist, dann ist sie keine Aussage über Kommunisten im Heute. Im Gegenteil. Sie sagt nur, dass auf dem Weg zum Kommunismus auch die Kommunisten ihr Kommunistendasein überwinden müssen. Das ist aber nichts anderes als eine Konsequenz der Blochschen Variante der 11. Feuerbachthese &quot;...es kömmt darauf an, SICH zu verändern.&quot;

Zum &quot;Pfaffen&quot;: Ich habe deinem Plädoyer vom Bilderverbot bis zum Kommunismus ein Bild entgegengesetzt - das der Pfaffen vor Galileis Fernrohr, der da sagte &quot;schaut doch einfach mal durch&quot; und die Antwort lautete &quot;Nein&quot;. In dem Bild eines äußerst privaten Diskurses sind die Pfaffen primär auf ihr Menschsein zurückgeworfen und nicht in ihrer ideologisch-gesellschaftlichen Rolle tätig (das sind sie später, wenn sie Galilei zu verbrennen drohen). Aber halte ich euch nicht auch seit Jahren ein solches Fernrohr hin, durch das ihr euch weigert zu schauen? Über die weiteren Analogien werde ich mich hier nicht ausbreiten, denn sie betreffen dich, lieber Uli, bestimmt nicht. Nach einer &quot;Marxistischen Studienwoche&quot; und diversen anderen Korrespondenzen der letzten Zeit verstehe ich aber besser, wie das Leben eines Häretikers funktioniert. Nun, zum Glück bin ich &quot;nebenbei&quot; noch Informatiker und Hochschullehrer, muss mir das alles also nicht wirklich zu Herzen nehmen.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Uli,</p>
<p>ich bin &#8211; ich nehme an wie du &#8211; seit 1990 unterwegs, um für mich besser zu verstehen, was falsch gelaufen ist. Unsere Wege der Suche kreuzten sich 1993, denke ich, das erste Mal. Mit der Identifizierung des Korngrößendilemmas hat sich mein Blick auf den Gesamtprozess und die Heraushebung des Kommunismus als selbstständige Formation geändert. Dies ist spätestens in den &#8220;Chemnitzer Thesen&#8221; aus dem Jahr 2005 klar nachzulesen. Ich gehe vielmehr davon aus, dass der Prozess, der vor über 300 Jahren mit der Aufklärung in Westeuropa seinen Anfang nahm, ein einheitlicher intensiver Transformationsprozess ist hin zu einer komplex strukturierten Welt, in der die Menschen auf der Erde eine ganz andere Rolle spielen werden als noch vorher. Dies schon allein mit Blick auf deren schiere Anzahl. Ich spreche aber lieber von Inflation statt Explosion, in Anlehnung an ähnliche Prozesse in der Geschichte des Universums, etwa im Standardmodell kurz nach dem &#8220;Big Bang&#8221;. Jeder solche Inflationsprozess war von einer ungeheuren Zunahme von Vielfalt begleitet. Und in diese Vielfalt muss die Menschheit hineinwachsen. Andere nennen das Noosphäre.</p>
<p>Kommunistische Theorien haben diese Vielfalt nie abbilden können. Marx schaut auf die utopischen Sozialisten ob ihrer Einfalt herab (ich verkürze grob), vielleicht ist es Zeit, aus heutiger Perspektive auch auf Marx ob seiner Einfalt in dieser Frage herabzuschauen. Vielleicht ist Kommunismus ja auch &#8220;nur&#8221; das je utopische Moment eines &#8220;Noch-Nicht&#8221; der aktuellen Zeit gewesen. Diesen Gedanken kann ich gern weiter explizieren, denn solche Transformationen sind Teil der technologie-induzierten Umbrüche dieser Gesellschaft. Commonismus als neuzeitlicher Kommunismus sozusagen. Die utopische Qualität ist jedenfalls für mich deutlich erkennbar, meine offenen und seit Jahren unberührten Fragen legen Zeugnis davon ab.</p>
<p>Den konsequentesten Ansatz in Richtung Vielfalt finde ich in der frühen Marx-Zeit bei Stirner (1846), später bei Bakunin (siehe Hanloser im ND vom 12.5., S. 17 unten) und im 20. Jahrhundert bei den Anarchisten. Heute wahrscheinlich im Ansatz des &#8220;Wissenskommunismus&#8221;. Mehr dazu in meinem Text &#8220;Wie geht Fortschritt?&#8221;</p>
<p>Leider seht ihr das anders &#8211; mit aller Konsequenz und Diskursmacht, die ich in Hütten 2006 zu spüren bekam. Und so ist es bis heute (&#8220;Wer aber in dieser Sicht befangen bleibt &#8230;&#8221;), ein Zugang zu meinen Überlegungen ist schlicht nicht gewollt und es werden allerlei innere Barrikaden gegen meine &#8220;Häresie&#8221; aufgebaut. Psychoanalytisch gut verstanden. Die religiöse Qualität derartiger Muster liegt (für mich) inzwischen auf der Hand, insbesondere wenn man die Lebenserinnerungen anderer &#8220;Häretiker&#8221; wie Zwerenz oder Hoevels liest. Siehe auch Michael Wendl wie zitert. </p>
<p>Zur &#8220;These 0&#8243;: Du solltest diese These also nicht missverstehen. Wenn Kommunismus für mich etwas Utopisches oder auch Transzendentes ist, dann ist sie keine Aussage über Kommunisten im Heute. Im Gegenteil. Sie sagt nur, dass auf dem Weg zum Kommunismus auch die Kommunisten ihr Kommunistendasein überwinden müssen. Das ist aber nichts anderes als eine Konsequenz der Blochschen Variante der 11. Feuerbachthese &#8220;&#8230;es kömmt darauf an, SICH zu verändern.&#8221;</p>
<p>Zum &#8220;Pfaffen&#8221;: Ich habe deinem Plädoyer vom Bilderverbot bis zum Kommunismus ein Bild entgegengesetzt &#8211; das der Pfaffen vor Galileis Fernrohr, der da sagte &#8220;schaut doch einfach mal durch&#8221; und die Antwort lautete &#8220;Nein&#8221;. In dem Bild eines äußerst privaten Diskurses sind die Pfaffen primär auf ihr Menschsein zurückgeworfen und nicht in ihrer ideologisch-gesellschaftlichen Rolle tätig (das sind sie später, wenn sie Galilei zu verbrennen drohen). Aber halte ich euch nicht auch seit Jahren ein solches Fernrohr hin, durch das ihr euch weigert zu schauen? Über die weiteren Analogien werde ich mich hier nicht ausbreiten, denn sie betreffen dich, lieber Uli, bestimmt nicht. Nach einer &#8220;Marxistischen Studienwoche&#8221; und diversen anderen Korrespondenzen der letzten Zeit verstehe ich aber besser, wie das Leben eines Häretikers funktioniert. Nun, zum Glück bin ich &#8220;nebenbei&#8221; noch Informatiker und Hochschullehrer, muss mir das alles also nicht wirklich zu Herzen nehmen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Blickensdörfer</title>
		<link>http://wadk.de/2011/notizen-zu-thesen-uber-kommunismus-von-roger-behrens/#comment-323</link>
		<dc:creator>Blickensdörfer</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 May 2011 17:03:31 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Zunächst, lieber Uli Weiß, zu Ihrer Anmerkung: „ . . . weil es tatsächlich schwierig ist, über qualitativ verschiedene soziale Formen von Vergesellschaftung zu reden, wenn der damit nicht viel anfangen kann.“ 				
Diese Schwierigkeit wird aber nicht nur durch einen solchen Diskussionspartner verursacht. Auch gleichgesinnten können in die Schwierigkeit geraten, wenn sie nur glauben, davon ausgehen zu können, die in der Diskussion verwendeten Bezeichnungen von Dingen und Sachverhalten sind auch von dem anderen  mit dem gleichen Verständnis besetzt. Das ist aber vor allem dann nicht gegeben, wenn Erscheinungen („Bilder“) bezeichnet werden oder das Verständnis von Bezeichnungen „Bilder“ sind. Als kleines Beispiel für einen Teil dieser Schwierigkeit mag das oben verwendete Wort „verschieden“ dienen. In der angelsächsischen Sprachkultur wird mit ihm ein Verständnis weder von gleich noch von ungleich ausgedrückt. Aber eben nur in dieser. 	Weil alles Bewusstgewordene Erscheinung ist, sich als Erscheinung ausdrückt, geht es nicht darum, ob  „Bilder“ verwendet werden („dürfen“) oder nicht, sondern dass bei ihrer Verwendung zu beachten ist, welche Abstraktionen des Seins mit ihnen zum Ausdruck kommen (verstanden werden). 										´
Ein weiterer Teil der genannten Schwierigkeit resultiert deshalb auch daraus, dass mit Worten, welche ungleiche Abstraktionen und -stufen bezeichnen, zu Zusammenhängen etwas ausgesagt wird. Als kleines Beispiel dafür mit der Gegenüberstellung der Frage von Hans-Gert: „Wärst du enttäuscht, wenn sich die anscheinend “wirklichen Bewegungen des Aufhebens kapitalistischer Zustände” ein weiteres Mal als Transformation innerhalb dieser “Gesellschaftsformation” (du scheinst mit dem Begriff noch sehr viel anfangen zu können) erweisen?“ mit der Aussage von M/E: „die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen  Zustand aufhebt“.											
Wichtig für diese „wirkliche Bewegung“ ist, dass öffentlich über eine Alternative zur jetzigen Entwicklung der Menschheit diskutiert wird, dass damit dem herrschenden Verständnis von ihrer angeblichen Alternativlosigkeit widersprochen wird (so auch R.B.). Wirkung dafür kann diese Diskussion also nur dann erreichen, wenn zu dieser Diskussion auch die Auseinandersetzung mit dem herrschenden Verständnis gehört, das das Verstehen der in der Diskussion verwendeten Worte (Bezeichnungen) beherrscht (manipuliert), als „frei“ oder, wenn es dessen Erkenntniswiderspruch aufdeckt, als „nicht legitim“, dieses herrschende Verständnis als „alternativlos“ erklärt. Von dieser Beherrschung gilt es, sich zu befreien. Dazu gehört nur etwas Mut – zum Weiterdenken, zum Andersdenken. Das Lesen meiner Denkschrift „Der Erkenntnis-Widerspruch“ kann diesen Mut befördern, ist aber keine Vorausset-zung dafür, ihn zu haben. 							
Nun noch etwas  zur Verwendung des Wortes „Kommunismus“. Freilich könnten die Aussagesätze „(Der) Kommunismus ist . . . die wirkliche Bewegung  . . .“ und  „Die wirkliche Bewegung . . . ist (der) Kommunismus.“ in ihrer Gegenüberstellung als Tautologie bezeichnet werden. Obwohl beide Sätze möglich wären, wenn kein Bezug zu M/E, ist das jeweils mit ihnen Ausgesagte trotzdem  nicht gleich. Der Gegenstand, über den ausgesagt wird, ist jeweils ein anderer. Im Satz „(Der) Kommunismus ist . . .“, ist „Kommunismus“ Satzgegenstand, zu dem zum Beispiel ausgesagt wird, dass er die wirkliche Bewegung . . . sei. „Kommunismus“ und „wirkliche Bewegung“ werden so hier gleichgesetzt. Durch M/E aber nicht gleichgesetzt, sondern, dass sie (M/E) eine bestimmte Bewegung als Kommunismus bezeichnen, diese Bewegung Kommunismus „nennen“. Diese bestimmte Bewegung  kann also von anderen auch anders genannt werden. Mit Bezug auf M/E muss also – um die oben genannten Schwierigkeiten zu vermeiden - in jeder Aussage, in jeder Diskussion, in der das Wort  „Kommunismus“ deren Gegenstand ist, zu dem ausgesagt wird, gleichermaßen verstanden werden, dass M/E mit diesem Wort eine bestimmte Bewegung bezeichnet haben. Dann geht es nicht darum, mit welchen „Bildern“ (die Bezeichnung) Kommunismus zu verstehen ist, sondern wie diese Bewegung, die von M/E als Kommunismus genannt wurde, zu verstehen ist. Weil aber das herrschende Verständnis bestimmt, mit welchen „Bildern“ (welchem BILD) Kommunismus zu verstehen sei, und das sind viele, wird damit das Verstehen von „Kommunismus“ auf diese „Bilder“, über die trefflich gestritten werden kann und gestritten werden darf, gelenkt und damit abgelenkt von dem Verstehen (-wollen) der wirklichen Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt (aufheben kann).]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zunächst, lieber Uli Weiß, zu Ihrer Anmerkung: „ . . . weil es tatsächlich schwierig ist, über qualitativ verschiedene soziale Formen von Vergesellschaftung zu reden, wenn der damit nicht viel anfangen kann.“<br />
Diese Schwierigkeit wird aber nicht nur durch einen solchen Diskussionspartner verursacht. Auch gleichgesinnten können in die Schwierigkeit geraten, wenn sie nur glauben, davon ausgehen zu können, die in der Diskussion verwendeten Bezeichnungen von Dingen und Sachverhalten sind auch von dem anderen  mit dem gleichen Verständnis besetzt. Das ist aber vor allem dann nicht gegeben, wenn Erscheinungen („Bilder“) bezeichnet werden oder das Verständnis von Bezeichnungen „Bilder“ sind. Als kleines Beispiel für einen Teil dieser Schwierigkeit mag das oben verwendete Wort „verschieden“ dienen. In der angelsächsischen Sprachkultur wird mit ihm ein Verständnis weder von gleich noch von ungleich ausgedrückt. Aber eben nur in dieser. 	Weil alles Bewusstgewordene Erscheinung ist, sich als Erscheinung ausdrückt, geht es nicht darum, ob  „Bilder“ verwendet werden („dürfen“) oder nicht, sondern dass bei ihrer Verwendung zu beachten ist, welche Abstraktionen des Seins mit ihnen zum Ausdruck kommen (verstanden werden). 										´<br />
Ein weiterer Teil der genannten Schwierigkeit resultiert deshalb auch daraus, dass mit Worten, welche ungleiche Abstraktionen und -stufen bezeichnen, zu Zusammenhängen etwas ausgesagt wird. Als kleines Beispiel dafür mit der Gegenüberstellung der Frage von Hans-Gert: „Wärst du enttäuscht, wenn sich die anscheinend “wirklichen Bewegungen des Aufhebens kapitalistischer Zustände” ein weiteres Mal als Transformation innerhalb dieser “Gesellschaftsformation” (du scheinst mit dem Begriff noch sehr viel anfangen zu können) erweisen?“ mit der Aussage von M/E: „die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen  Zustand aufhebt“.<br />
Wichtig für diese „wirkliche Bewegung“ ist, dass öffentlich über eine Alternative zur jetzigen Entwicklung der Menschheit diskutiert wird, dass damit dem herrschenden Verständnis von ihrer angeblichen Alternativlosigkeit widersprochen wird (so auch R.B.). Wirkung dafür kann diese Diskussion also nur dann erreichen, wenn zu dieser Diskussion auch die Auseinandersetzung mit dem herrschenden Verständnis gehört, das das Verstehen der in der Diskussion verwendeten Worte (Bezeichnungen) beherrscht (manipuliert), als „frei“ oder, wenn es dessen Erkenntniswiderspruch aufdeckt, als „nicht legitim“, dieses herrschende Verständnis als „alternativlos“ erklärt. Von dieser Beherrschung gilt es, sich zu befreien. Dazu gehört nur etwas Mut – zum Weiterdenken, zum Andersdenken. Das Lesen meiner Denkschrift „Der Erkenntnis-Widerspruch“ kann diesen Mut befördern, ist aber keine Vorausset-zung dafür, ihn zu haben.<br />
Nun noch etwas  zur Verwendung des Wortes „Kommunismus“. Freilich könnten die Aussagesätze „(Der) Kommunismus ist . . . die wirkliche Bewegung  . . .“ und  „Die wirkliche Bewegung . . . ist (der) Kommunismus.“ in ihrer Gegenüberstellung als Tautologie bezeichnet werden. Obwohl beide Sätze möglich wären, wenn kein Bezug zu M/E, ist das jeweils mit ihnen Ausgesagte trotzdem  nicht gleich. Der Gegenstand, über den ausgesagt wird, ist jeweils ein anderer. Im Satz „(Der) Kommunismus ist . . .“, ist „Kommunismus“ Satzgegenstand, zu dem zum Beispiel ausgesagt wird, dass er die wirkliche Bewegung . . . sei. „Kommunismus“ und „wirkliche Bewegung“ werden so hier gleichgesetzt. Durch M/E aber nicht gleichgesetzt, sondern, dass sie (M/E) eine bestimmte Bewegung als Kommunismus bezeichnen, diese Bewegung Kommunismus „nennen“. Diese bestimmte Bewegung  kann also von anderen auch anders genannt werden. Mit Bezug auf M/E muss also – um die oben genannten Schwierigkeiten zu vermeiden &#8211; in jeder Aussage, in jeder Diskussion, in der das Wort  „Kommunismus“ deren Gegenstand ist, zu dem ausgesagt wird, gleichermaßen verstanden werden, dass M/E mit diesem Wort eine bestimmte Bewegung bezeichnet haben. Dann geht es nicht darum, mit welchen „Bildern“ (die Bezeichnung) Kommunismus zu verstehen ist, sondern wie diese Bewegung, die von M/E als Kommunismus genannt wurde, zu verstehen ist. Weil aber das herrschende Verständnis bestimmt, mit welchen „Bildern“ (welchem BILD) Kommunismus zu verstehen sei, und das sind viele, wird damit das Verstehen von „Kommunismus“ auf diese „Bilder“, über die trefflich gestritten werden kann und gestritten werden darf, gelenkt und damit abgelenkt von dem Verstehen (-wollen) der wirklichen Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt (aufheben kann).</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Blickensdörfer</title>
		<link>http://wadk.de/2011/notizen-zu-thesen-uber-kommunismus-von-roger-behrens/#comment-322</link>
		<dc:creator>Blickensdörfer</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 May 2011 09:40:50 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=416#comment-322</guid>
		<description><![CDATA[Danke, Uli für Deine umfangrewichen Anmerkungen. Auf einige Deiner Fragen komme ich noch zurück. Hier nur so viel zur Frage des Buches &quot;Der Erkenntnis-Widerspruch&quot;. Es könnte dann hilfreich sein, wenn die Ableitungen daraus, was gegenwärtig &quot;Politik&quot; verändern muss und auch verändern kann, damit die selbstzerstörerische Entwicklung der Menschheit  hin zu ihrer Erhaltung verändert und geändert wird (s. Erkenntnis-Kritik in www.erkenntniswiderspruch.de), geprüft werden sollen.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Danke, Uli für Deine umfangrewichen Anmerkungen. Auf einige Deiner Fragen komme ich noch zurück. Hier nur so viel zur Frage des Buches &#8220;Der Erkenntnis-Widerspruch&#8221;. Es könnte dann hilfreich sein, wenn die Ableitungen daraus, was gegenwärtig &#8220;Politik&#8221; verändern muss und auch verändern kann, damit die selbstzerstörerische Entwicklung der Menschheit  hin zu ihrer Erhaltung verändert und geändert wird (s. Erkenntnis-Kritik in <a href="http://www.erkenntniswiderspruch.de" rel="nofollow">http://www.erkenntniswiderspruch.de</a>), geprüft werden sollen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Uli Weiss</title>
		<link>http://wadk.de/2011/notizen-zu-thesen-uber-kommunismus-von-roger-behrens/#comment-321</link>
		<dc:creator>Uli Weiss</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 May 2011 19:16:57 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=416#comment-321</guid>
		<description><![CDATA[Warum antwortet niemand auf die Fragen von Hans-Gert? 
Was mich betrifft:
Erstens – sorry – weil ich weder schnell denke noch schnell schreibe.
Zweitens, weil es tatsächlich schwierig ist, über qualitativ verschiedene soziale Formen von Vergesellschaftung zu reden, wenn der Diskussionspartner damit nicht viel anfangen kann.
Ich habe den Eindruck, dass Hans-Gert durchaus ein bestimmtes Moment meiner/unserer Überlegungen hinsichtlich von Wegen aus dem Kapitalismus ausdrückt – das der „Kontinuität“ im Bruch. 
Kontinuität setze ich hier in „...“ eben weil: 
1. (äußerlich) gleiche Erscheinungen von verschiedener sozialer Qualität sein können und dann auch wesentlich verschiedenes ausdrücken. Vrgl. Marx: das Kochen für den Eigenbedarf und Kochen als Lohnarbeit, tiefer noch: zunftmäßiges Handwerken im Feudalismus und (technisch/äußerlich) noch gleiches Handwerken unter der formellen Subsumtion unter das Kapital – also vergleichbare Tätigkeiten, die unterschiedliche Vergesellschaftungsformen ausdrücken und diese reproduzieren.
2. Hans-Gerts Akzeptanz von „Formation“ in dem Sinne, „dass der Kapitalismus die pubertäre Form der Freien Gesellschaft“ ist m.E. viel zu schwach, um eben die qualitative Gegensätzlichkeit von Kapitalismus und Kommunismus begreifen und sinnvoll von Keimformen einer kommunistischen Vergesellschaftung sprechen zu können.
Hans-Gerts Gedanken ist insofern etwas abzugewinnen,  als es bestimmte Tätigkeiten gibt, die sowohl als reales Moment der kapitalistischen Reproduktion und als auch seiner möglichen Aufhebung durch die Konstitution einer neuen Gesellschaft begriffen werden können. (Siehe Stefan Meretz zum Holzkampschen Fünfschritt der Ablösung einer Vergesellschaftungsform durch eine andere.) Das trifft auf die Formen freier Tätigkeiten gibt, wie sie sich etwa in den Projekten der freien Software zeigen. Diese Tätigkeiten sind heute Momente der innerkapitalistischen Reproduktion, für diese selbst immer bedeutsamer. Es ist sehr sinnvoll, die Zunahme solcher Tätigkeiten innerhalb (und neben) der kapitalistischen Produktionsweise zu verfolgen. Dazu leistet Hans-Gert vermutlich auch einen Beitrag. Wer aber in dieser Sicht befangen bleibt (den Formationsbruch zwischen Kapitalismus bzw. menschlicher Vorgeschichte und Kommunismus bzw. der eigentlichen menschlichen Geschichte nicht im marxschen Sinne denken kann), der kann die gleichzeitige (und für die WaK-Frage entscheidende) Potenz dieser Momente, eine neue Vergesellschaftungsform zu konstituieren – in unserem Falle der kommunistischen – nicht erfassen.
Peter B. verweist im Zusammenhang mit der Interpretation des marxschen Kommunismus „als Bewegung, die den jetzigen Zustand aufhebt“ auf ein erkenntnistheoretisches Problem, das uns (WaK) durchaus angeht. In unserem engeren Diskussionskreis taucht das Problem öfters in der Form auf, dass wir uns gegenseitig, je nach der Perspektive, die einer gerade vertritt, wiederholt versichern: Kommunismus ist nicht Kapitalismus. Und: Kapitalismus (wenigstens der vollendete) ist Kommunismus. Mit dem Blick auf die sogenannten Keimformen kann ich mit Peters Sicht auf die marxsche Aussage vom „Kommunismus als ...“ vielleicht doch etwas Weiterführendes anfangen. Du schreibst: „Diese Bewegung ist aber nicht als &gt;kommunistische BewegungKommunismus&lt;“. Den Prozesscharakter des Ganzen (das Noch-nicht, aber Doch-schon usw.) entsprechend dem Holzkampschen Fünfschritt-Denken (weiter gefasst mit hegelschen Kategorien) hier immer mitgedacht. Peter, vielleicht kannst Du noch etwas dazu sagen, inwiefern Dein Buch Der Erkenntnis-Widerspruch: Eine Denkschrift hier hilfreich ist, solches zu denken (wir kennen das Buch nicht, haben ohnehin einen Lektüre-Berg vor uns) .
Noch etwas zum von Hans-Gert zitierten Marx-Gedanken zum historischen Zeitpunkt, von dem an die kapitalistische Produktionsweise zur miserablen Grundlage der Gesellschaft wird. Auch wenn er ihn in den späteren Manuskripten (in der MEGA inzwischen veröffentlicht) so nicht wiederholt haben sollte – weiß das jemand genau? – es  ist m.E. gar kein lässlicher Gedanke des angeblich noch unreifen (40-jährigem) Marx. 
Wissenschaftliche, (arbeits-)organisatorisch-kommunikative, künstlerische und spielerische Tätigkeiten waren seit ihrem historischen Entstehen schon immer Momente der gesellschaftlichen Entwicklung. Marx sagt nun aber einen solchen Entwicklungsprozess der kapitalistischen Produktionsweise voraus, in dem gerade diese Tätigkeiten zum entscheidenden Moment der Reichtumsproduktion werden. Genau an diesem qualitativ bestimmbaren Punkt wird nach Marx eben die Produktion materieller Existenzbedingungen der Menschen in Form der Warenproduktion zur miserablen Grundlage. Was zu Marx&#039; Zeiten (sh. seine Vorstellungen vom Sozialismus als erster Phase des Kommunismus) und noch lange danach schief ging – von den gegebenen historischen Voraussetzungen aus Bilder für die kommunistische Form der Vergesellschaftung (wenigstens für die Übergangsgesellschaft) zu produzieren bzw. bestimmte Formen der Vergesellschaftung für sozialistisch oder gar kommunistisch zu halten („sozialistischer“ Staat, „sozialistisches“ Recht, „sozialistisches“ Eigentum, &quot;sozialistische&quot; Warenproduktion, der ganze Avantgardismus usw.) – das ist heute denkbar und in realen Praxen anschaulich zu machen. (Bin ich mit solcher Denkweise tatsächlich ein Pfaffe, der bestimmt, wann Menschen, um eine neue Gesellschaft denken zu können, Bildern nutzen dürfen oder nicht?) Die wertfömige Vergesellschaftung hat diese (widersprüchlichen) zivilisatorischen Errungenschaften hervorgebracht, die die Aufhebung des Kapitalismus unter Bezug auf bereits laufende Prozesse denkbar machen,  und bringt sie weiter hervor – Hans-Gert kann da verdienstvollerweise noch weitere Entwicklungen erkennen und voraussagen. 
Es geht nicht um die Anerkennung der Tatsache, dass der Kapitalismus immer schon die Grundlagen seiner Produktionsweise umwälzte, den kapitalistischen Charakter erhaltend und ausprägend. Das ist unbestritten. Die Frage ist: Geschieht genau dies inzwischen in einer Weise, die die ganze Grundlage der kapitalistischen Warenproduktion – den Zwang zur Verwertung von Wert – selbst aushöhlt und nicht nur logisch antizipierbare Voraussetzungen der kommunistischen Vergesellschaftung hervorbringt, sondern konkrete Bewegungen, die (im o.g. Sinne Peter folgend) bereits als Kommunismus zu verstehen sind. Haben wir es heute nur (was es selbstverständlich auch ist) nur mit einer neuen Stufe der Vergesellschaftung über die Wertform (bei H.-G. die Geldform) zu tun, oder bereits mit der Herausbildung der Voraussetzungen für deren Aufhebung und praktischen Bewegungen eben dessen.
Wenn unter Kommunisten Leute verstanden werden, die etwa über die Eroberung der Staatsmacht Kommunismus einführen wollen oder/und die solche Wege aus dem Kapitalismus antizipieren, die sie als Avantgarde den Leuten erklären müssten bzw. sie praktisch entsprechend zu organisieren (bitte: Wer von uns tut das?), dann hat Hans-Gert mit seiner These 0 völlig recht: „Kommunismus ist nur ohne Kommunisten möglich.“ 
Leute aber, die erkennen, dass es reale Emanzipationsbewegungen gibt, die solche sozialen Formen und Produkte entwickeln, deren Verallgemeinerung die praktische Aufhebung der wertförmigen Vergesellschaftung bedeuten, die mögen sich bezeichnen wie sie wollen. Man kann sie – durch aus in marxscher Denkweise – weniger in marxistischer Tradition – auch Kommunisten nennen.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Warum antwortet niemand auf die Fragen von Hans-Gert?<br />
Was mich betrifft:<br />
Erstens – sorry – weil ich weder schnell denke noch schnell schreibe.<br />
Zweitens, weil es tatsächlich schwierig ist, über qualitativ verschiedene soziale Formen von Vergesellschaftung zu reden, wenn der Diskussionspartner damit nicht viel anfangen kann.<br />
Ich habe den Eindruck, dass Hans-Gert durchaus ein bestimmtes Moment meiner/unserer Überlegungen hinsichtlich von Wegen aus dem Kapitalismus ausdrückt – das der „Kontinuität“ im Bruch.<br />
Kontinuität setze ich hier in „&#8230;“ eben weil:<br />
1. (äußerlich) gleiche Erscheinungen von verschiedener sozialer Qualität sein können und dann auch wesentlich verschiedenes ausdrücken. Vrgl. Marx: das Kochen für den Eigenbedarf und Kochen als Lohnarbeit, tiefer noch: zunftmäßiges Handwerken im Feudalismus und (technisch/äußerlich) noch gleiches Handwerken unter der formellen Subsumtion unter das Kapital – also vergleichbare Tätigkeiten, die unterschiedliche Vergesellschaftungsformen ausdrücken und diese reproduzieren.<br />
2. Hans-Gerts Akzeptanz von „Formation“ in dem Sinne, „dass der Kapitalismus die pubertäre Form der Freien Gesellschaft“ ist m.E. viel zu schwach, um eben die qualitative Gegensätzlichkeit von Kapitalismus und Kommunismus begreifen und sinnvoll von Keimformen einer kommunistischen Vergesellschaftung sprechen zu können.<br />
Hans-Gerts Gedanken ist insofern etwas abzugewinnen,  als es bestimmte Tätigkeiten gibt, die sowohl als reales Moment der kapitalistischen Reproduktion und als auch seiner möglichen Aufhebung durch die Konstitution einer neuen Gesellschaft begriffen werden können. (Siehe Stefan Meretz zum Holzkampschen Fünfschritt der Ablösung einer Vergesellschaftungsform durch eine andere.) Das trifft auf die Formen freier Tätigkeiten gibt, wie sie sich etwa in den Projekten der freien Software zeigen. Diese Tätigkeiten sind heute Momente der innerkapitalistischen Reproduktion, für diese selbst immer bedeutsamer. Es ist sehr sinnvoll, die Zunahme solcher Tätigkeiten innerhalb (und neben) der kapitalistischen Produktionsweise zu verfolgen. Dazu leistet Hans-Gert vermutlich auch einen Beitrag. Wer aber in dieser Sicht befangen bleibt (den Formationsbruch zwischen Kapitalismus bzw. menschlicher Vorgeschichte und Kommunismus bzw. der eigentlichen menschlichen Geschichte nicht im marxschen Sinne denken kann), der kann die gleichzeitige (und für die WaK-Frage entscheidende) Potenz dieser Momente, eine neue Vergesellschaftungsform zu konstituieren – in unserem Falle der kommunistischen – nicht erfassen.<br />
Peter B. verweist im Zusammenhang mit der Interpretation des marxschen Kommunismus „als Bewegung, die den jetzigen Zustand aufhebt“ auf ein erkenntnistheoretisches Problem, das uns (WaK) durchaus angeht. In unserem engeren Diskussionskreis taucht das Problem öfters in der Form auf, dass wir uns gegenseitig, je nach der Perspektive, die einer gerade vertritt, wiederholt versichern: Kommunismus ist nicht Kapitalismus. Und: Kapitalismus (wenigstens der vollendete) ist Kommunismus. Mit dem Blick auf die sogenannten Keimformen kann ich mit Peters Sicht auf die marxsche Aussage vom „Kommunismus als &#8230;“ vielleicht doch etwas Weiterführendes anfangen. Du schreibst: „Diese Bewegung ist aber nicht als &gt;kommunistische BewegungKommunismus&lt;“. Den Prozesscharakter des Ganzen (das Noch-nicht, aber Doch-schon usw.) entsprechend dem Holzkampschen Fünfschritt-Denken (weiter gefasst mit hegelschen Kategorien) hier immer mitgedacht. Peter, vielleicht kannst Du noch etwas dazu sagen, inwiefern Dein Buch Der Erkenntnis-Widerspruch: Eine Denkschrift hier hilfreich ist, solches zu denken (wir kennen das Buch nicht, haben ohnehin einen Lektüre-Berg vor uns) .<br />
Noch etwas zum von Hans-Gert zitierten Marx-Gedanken zum historischen Zeitpunkt, von dem an die kapitalistische Produktionsweise zur miserablen Grundlage der Gesellschaft wird. Auch wenn er ihn in den späteren Manuskripten (in der MEGA inzwischen veröffentlicht) so nicht wiederholt haben sollte – weiß das jemand genau? – es  ist m.E. gar kein lässlicher Gedanke des angeblich noch unreifen (40-jährigem) Marx.<br />
Wissenschaftliche, (arbeits-)organisatorisch-kommunikative, künstlerische und spielerische Tätigkeiten waren seit ihrem historischen Entstehen schon immer Momente der gesellschaftlichen Entwicklung. Marx sagt nun aber einen solchen Entwicklungsprozess der kapitalistischen Produktionsweise voraus, in dem gerade diese Tätigkeiten zum entscheidenden Moment der Reichtumsproduktion werden. Genau an diesem qualitativ bestimmbaren Punkt wird nach Marx eben die Produktion materieller Existenzbedingungen der Menschen in Form der Warenproduktion zur miserablen Grundlage. Was zu Marx&#039; Zeiten (sh. seine Vorstellungen vom Sozialismus als erster Phase des Kommunismus) und noch lange danach schief ging – von den gegebenen historischen Voraussetzungen aus Bilder für die kommunistische Form der Vergesellschaftung (wenigstens für die Übergangsgesellschaft) zu produzieren bzw. bestimmte Formen der Vergesellschaftung für sozialistisch oder gar kommunistisch zu halten („sozialistischer“ Staat, „sozialistisches“ Recht, „sozialistisches“ Eigentum, &quot;sozialistische&quot; Warenproduktion, der ganze Avantgardismus usw.) – das ist heute denkbar und in realen Praxen anschaulich zu machen. (Bin ich mit solcher Denkweise tatsächlich ein Pfaffe, der bestimmt, wann Menschen, um eine neue Gesellschaft denken zu können, Bildern nutzen dürfen oder nicht?) Die wertfömige Vergesellschaftung hat diese (widersprüchlichen) zivilisatorischen Errungenschaften hervorgebracht, die die Aufhebung des Kapitalismus unter Bezug auf bereits laufende Prozesse denkbar machen,  und bringt sie weiter hervor – Hans-Gert kann da verdienstvollerweise noch weitere Entwicklungen erkennen und voraussagen.<br />
Es geht nicht um die Anerkennung der Tatsache, dass der Kapitalismus immer schon die Grundlagen seiner Produktionsweise umwälzte, den kapitalistischen Charakter erhaltend und ausprägend. Das ist unbestritten. Die Frage ist: Geschieht genau dies inzwischen in einer Weise, die die ganze Grundlage der kapitalistischen Warenproduktion – den Zwang zur Verwertung von Wert – selbst aushöhlt und nicht nur logisch antizipierbare Voraussetzungen der kommunistischen Vergesellschaftung hervorbringt, sondern konkrete Bewegungen, die (im o.g. Sinne Peter folgend) bereits als Kommunismus zu verstehen sind. Haben wir es heute nur (was es selbstverständlich auch ist) nur mit einer neuen Stufe der Vergesellschaftung über die Wertform (bei H.-G. die Geldform) zu tun, oder bereits mit der Herausbildung der Voraussetzungen für deren Aufhebung und praktischen Bewegungen eben dessen.<br />
Wenn unter Kommunisten Leute verstanden werden, die etwa über die Eroberung der Staatsmacht Kommunismus einführen wollen oder/und die solche Wege aus dem Kapitalismus antizipieren, die sie als Avantgarde den Leuten erklären müssten bzw. sie praktisch entsprechend zu organisieren (bitte: Wer von uns tut das?), dann hat Hans-Gert mit seiner These 0 völlig recht: „Kommunismus ist nur ohne Kommunisten möglich.“<br />
Leute aber, die erkennen, dass es reale Emanzipationsbewegungen gibt, die solche sozialen Formen und Produkte entwickeln, deren Verallgemeinerung die praktische Aufhebung der wertförmigen Vergesellschaftung bedeuten, die mögen sich bezeichnen wie sie wollen. Man kann sie – durch aus in marxscher Denkweise – weniger in marxistischer Tradition – auch Kommunisten nennen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Blickensdörfer</title>
		<link>http://wadk.de/2011/notizen-zu-thesen-uber-kommunismus-von-roger-behrens/#comment-319</link>
		<dc:creator>Blickensdörfer</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 May 2011 16:15:55 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=416#comment-319</guid>
		<description><![CDATA[Warum antwortet niemand auf die Fragen von Hans-Gert? Soll das Schweigen auf diese Fragen als Bestätigung verstanden werden, diese Fragen seien nicht zu beantworten und seine „großen Zweifel an dieser These“ seien mit der Überzeugung begründet, die nicht nur Hans-Gert habe? Bedeutete das dann aber nicht, „Wege aus dem Kapitalismus“ finden zu wollen, um mit (oder auf) ihnen seine „pubertären Verwerfungen“ hinter sich lassen zu können, eine nichtpubertäre „Form der Freien Gesellschaft“ erreichen zu können, also  einen  „Kapitalismus, wie wir ihn noch nicht kennen“? Was hätte aber dann das alles mit dem zu tun, das Marx und Engels als Kommunismus verstehen? Und wird das Finden von  „Wegen aus dem Kapitalismus“ auch als möglich verstanden, obwohl  unklar ist, „zu welchen Transformationen die Geldform selbst innerhalb dieser historischen Formation fähig ist“? Oder bleibt auch das fragwürdig (nicht beantwortbar), wer die Fähigkeit der Geldform benennen kann oder womit sie feststellbar ist und ob diese Fähigkeit zu den „Wegen aus dem Kapitalismus“ gehört oder  für deren finden Voraussetzung ist? Gehören also diese Fragen nicht zu den „hier verhandelten Fragen“? Ja, um was geht es denn nun, wovon sprichst Du, „Väterchen“? Deshalb keine Antworten auf die Fragen von Hans-Gert?]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Warum antwortet niemand auf die Fragen von Hans-Gert? Soll das Schweigen auf diese Fragen als Bestätigung verstanden werden, diese Fragen seien nicht zu beantworten und seine „großen Zweifel an dieser These“ seien mit der Überzeugung begründet, die nicht nur Hans-Gert habe? Bedeutete das dann aber nicht, „Wege aus dem Kapitalismus“ finden zu wollen, um mit (oder auf) ihnen seine „pubertären Verwerfungen“ hinter sich lassen zu können, eine nichtpubertäre „Form der Freien Gesellschaft“ erreichen zu können, also  einen  „Kapitalismus, wie wir ihn noch nicht kennen“? Was hätte aber dann das alles mit dem zu tun, das Marx und Engels als Kommunismus verstehen? Und wird das Finden von  „Wegen aus dem Kapitalismus“ auch als möglich verstanden, obwohl  unklar ist, „zu welchen Transformationen die Geldform selbst innerhalb dieser historischen Formation fähig ist“? Oder bleibt auch das fragwürdig (nicht beantwortbar), wer die Fähigkeit der Geldform benennen kann oder womit sie feststellbar ist und ob diese Fähigkeit zu den „Wegen aus dem Kapitalismus“ gehört oder  für deren finden Voraussetzung ist? Gehören also diese Fragen nicht zu den „hier verhandelten Fragen“? Ja, um was geht es denn nun, wovon sprichst Du, „Väterchen“? Deshalb keine Antworten auf die Fragen von Hans-Gert?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Hans-Gert Gräbe</title>
		<link>http://wadk.de/2011/notizen-zu-thesen-uber-kommunismus-von-roger-behrens/#comment-304</link>
		<dc:creator>Hans-Gert Gräbe</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Apr 2011 16:26:13 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=416#comment-304</guid>
		<description><![CDATA[&lt;p&gt;Hallo Uli, du schreibst&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;Der junge Marx ging davon aus, dass die bürgerliche Gesellschaft etwa in England und Frankreich bereits in Fäulnis übergegangen und dass der Kommunismus das „für die nächste geschichtliche Entwicklung notwendige Moment der menschlichen Emanzipation …, die notwendige Gestalt und das energische Prinzip der nächsten Zukunft“ sei. Einen solchen historischen Standort vorausgesetzt sind folgende Annahmen logisch zwingend: Jedes Denken, das sich bemüht Gesellschaft zu verstehen, muss notwendig ein kommunistisches sein. Wissenschaft und Kommunismus als Theorie fielen zusammen. Auch jede Praxis, insofern sie des wissenschaftlichen Denkens bedürfte, wäre eine kommunistische oder sie wäre nichts.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Es scheint ja ein Spezifikum der kapitalistischen Gesellschaft zu sein, dauern &quot;faulend&quot; und zugleich voller neuer Potenzen zu sein. Die von Marx erkannte Notwendigkeit dieser Gesellschaft, ihre eigenen Bewegungsformen dauernd umzuwälzen, muss ich sicher nicht weiter erläutern. Wäre es aber an dieser Stelle dann nicht angezeigt, etwas mehr Dialektik beizumischen und auch das &quot;Denken, das sich bemüht Gesellschaft zu verstehen&quot; als Entfaltung eines solchen dialektischen Widerspruchs zu konzipieren? Wäre dann aber das kommunistische Element vielleicht nur die Denkform einer überschüssigen Utopie im Heute, eines noch nicht Entfalteten, eines Noch-Nicht im Blochschen Sinne? In einem solchen Denkmuster müsste Marx heute genauso als &quot;utopischer Sozialist&quot; wahrgenommen werden wie dieser seine Vorläufer wahrgenommen hat.
&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In diesem Sinne gibt es keine kommunistische Praxis, denn sie wäre immer einseitig. Und Behrends&#039; Thesen wären um eine These 0 zu ergänzen: Kommunismus ist nur ohne Kommunisten möglich.
&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Siehe dazu auch HDS im ND vom 7.4. und das dort abgedruckte Zwerenz-Zitat (verkürzt: &quot;Für Antikommunisten bin ich Kommunist und für Kommunisten Antikommunist – und habe meinen Bloch also verstanden&quot;) oder Michael Wendls &quot;Vom Elend des Traditionssozialismus&quot; im Sozialismus 2/2011.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;Die tiefe innere Zerrissenheit der spätbürgerlichen Individuen ist also in ihren realen sozialen Bezügen zu begreifen. Hinsichtlich des kapitalistisch bestimmten Denkens und Handelns, denen unvermeidbar alle Individuen der bürgerlichen Gesellschaft gerecht werden müssen, ist (oder scheint) es klar, worauf dies bezogen ist, woraus es erwächst: Es ist der absolute Zwang, sich als Ware zu bewähren, sich in Wert zu setzen, und alle damit verbundenen Existenznotwendigkeiten der Menschen innerhalb dieser Gesellschaft.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Nein, die tiefe innere Zerrissenheit rührt vom Zwang her, im Bedürfnis zugleich die nachhaltige Reproduktion der Bedingungen seiner Erfüllbarkeit in einer arbeitsteilig hochgradig fragmentierten Gesellschaft mitzudenken. Der &quot;Zwang, sich als Ware zu bewähren&quot; ist nur dessen Ausdruck, den die Geldform - und das ist deren kulturelle Leistung - wenigstens rudimentär leistet. Keiner der bisherigen Kommunismen, der theoretischen wie praktischen, hat hier auch nur ansatzweise logisch nachvollziehbar Konzeptionelles vorzuweisen. Die komplexe Eigendynamik der Geldform wird erst in deren genauerem Studium sichtbar, das kann ich nach mehreren Jahren eigener Lektüre in dieser Richtung mit Bestimmtheit sagen. Die traditionsmarxistischen Mantras werden dieser Komplexität nicht ansatzweise gerecht.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;Bilderverbot - In solcher historisch-konkreten Art kann das Bilderverbot aufgehoben werden.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Die religiöse Qualität der törichten Annahme, man könne unter Ausschaltung des Denkens in Bildern als einer der wichtigsten Kreativtechniken Zukunft besser denken, ist mit Händen zu greifen. Es wäre also eher spannend, nach den Quellen dieser Religiosität zu suchen, warum auch du hier den Pfaffen gibst und darüber mit anderen Pfaffen verhandelst, unter welchen Bedingungen du bereit bist, durch Galileos Fernrohr zu schauen (um es mal selbst in einem Bild auszudrücken). Marx hätte dafür sicher nur Hohn und Spott übrig gehabt. Verweis nicht zuletzt auf Michael Wendls Beitrag &quot;Das Elend des Traditionssozialismus&quot; mit immerhin einem ganzen Abschnitt &quot;Sozialismus als Religion?&quot; im Sozialismus 2/2011.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;Wo Bloch, Adorno und Brecht noch zu Recht nur konstatieren konnten, „Etwas fehlt“, ist heute Etwas da. Wir sind nicht (mehr) zu einem begriffs- und anschauungslosen Sollen verdammt. Auf der Grundlage der von der kapitalistischen Gesellschaft hervorgebrachten materiellen und geistigen Voraussetzungen entwickeln sich inzwischen potentiell kommunistische Praxen. Die Theorie des Kommunismus wird damit zu dem, was sie in Bezug auf die Arbeiterbewegung und den Real-“Sozialismus“ nicht sein konnte – zur Selbstkritik dieser Praxen als einer wirklichen Bewegungen des Aufhebens kapitalistischer Zustände. Deren Akteure – und in Bezug darauf eine zunehmende Öffentlichkeit – kämen damit zum Bewusstsein der in diesem Tun steckenden geschichtlichen Möglichkeiten. Ein Engagement in solchem „Etwas“ und für dessen Förderung wird damit zu bewussten positiv-gestaltenden Tat.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Was aber, wenn auch das nur einen &quot;Kapitalismus, wie wir ihn noch nicht kennen&quot; einläutet? Wärst du enttäuscht, wenn sich die anscheinend &quot;wirklichen Bewegungen des Aufhebens kapitalistischer Zustände&quot; ein weiteres Mal als Transformation innerhalb dieser &quot;Gesellschaftsformation&quot; (du scheinst mit dem Begriff noch sehr viel anfangen zu können) erweisen? Wenn wir &quot;nur&quot; dem Kommunismus (was das auch immer ist) eine Transformation näher gerückt wären?  Eine Transformation in einer vielleicht ja sogar potenziell unendlichen Kette von Transformationen?&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;In der Guttenberg-Affäre erscheint meines Erachtens eine innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft nicht mehr heilbare innere Spaltung von Persönlichkeiten in je einen praktisch-politisch bzw. ökonomisch (die Verwertung von Welt sichernden) zweckmäßig handelnden und in einen davon völlig getrennten Menschen mit dem Anspruch Wissenschaft zu fördern oder auch nur zu erhalten, vernünftig im Sinne der Allgemeinheit oder auch nur der nachhaltigen Existenz zu denken und zu handeln. Diese Schizophrenie, die zunehmend alle bürgerlichen Individuen durchzieht, findet, nicht nur was die Guttenberg-Geschichte betrifft, eine auch äußerliche Entsprechung: Spaltung der Bevölkerung in einen kleineren Teil, der die Ansprüche und damit die Existenz wissenschaftlichen Denkens und wissenschaftlicher Institutionen verteidigt, und einen größeren, der im Konfliktfalle bereit ist, die gesamte bürgerliche Aufklärung aufzugeben.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Diese Auseinandersetzung zwischen der &quot;Macht des Geldes&quot; und der &quot;Macht des Wissens&quot; habe ich seit vielen Jahren thematisiert. Die Diagnose &quot;Schizophrenie&quot; für gesellschaftliche Verhältnisse sollte einem Dialektiker eigentlich sofort Anlass geben, klare Denkmuster in Stellung zu bringen.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt; ... da über die Produktion des gesellschaftlichen Reichtums nicht mehr die Masse der verausgabten Arbeitszeit bestimmt, sondern die wissenschaftlichen, künstlerischen, unmittelbar kooperativen Fähigkeiten der unmittelbaren Produzenten, die aus dem unmittelbaren Fertigungsprozess heraustretend Funktionen des Planens, des Dirigierens, des Kontrollierens der Produktion übernehmen müssen. Von diesem Punkt an wird eine auf die Verwertung von Wert gegründete Produktion zur miserablen Grundlage der Gesellschaft. Damit erst – so weiß also Marx inzwischen – wird die kapitalistische Produktionsweise aufhebbar. Karl Marx, Grundrissen zur Kritik der Politischen Ökonomie. MEW 42/600ff.&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Diese auch von mir lange zitierte Textstelle ist natürlich eine reine Spekulation aus einem eher frühen ökonomischen Werk des Meisters. Ich überschaue nicht, ob er das später auch noch so deutlich behauptet hat (und das wird wohl auch erst mit dem Studium der Exzerpte und Entwürfe für Band 2 und 3 Kapital der gerade veröffentlichten MEGA-Bände fundiert zu beantworten sein). Allerdings habe ich inzwischen große Zweifel an dieser These, weil mir vollkommen unklar ist, zu welchen Transformationen die Geldform selbst innerhalb dieser historischen Formation fähig ist. Ich greife hier deinen Denkansatz der Formation auf, denn ich selbst bin seit vielen Jahren überzeugt, dass der Kapitalismus die pubertäre Form der Freien Gesellschaft ist und die Phänomene, die du im Auge hast, Ausdruck pubertärer Verwerfungen sind. Für die hier verhandelten Fragen ist diese Differenz aber unerheblich.&lt;/p&gt;
Dieser Text auch hier: http://leipzig-netz.de/index.php5/HGG.Kommunismusthesen]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Uli, du schreibst</p>
<blockquote><p>Der junge Marx ging davon aus, dass die bürgerliche Gesellschaft etwa in England und Frankreich bereits in Fäulnis übergegangen und dass der Kommunismus das „für die nächste geschichtliche Entwicklung notwendige Moment der menschlichen Emanzipation …, die notwendige Gestalt und das energische Prinzip der nächsten Zukunft“ sei. Einen solchen historischen Standort vorausgesetzt sind folgende Annahmen logisch zwingend: Jedes Denken, das sich bemüht Gesellschaft zu verstehen, muss notwendig ein kommunistisches sein. Wissenschaft und Kommunismus als Theorie fielen zusammen. Auch jede Praxis, insofern sie des wissenschaftlichen Denkens bedürfte, wäre eine kommunistische oder sie wäre nichts.</p></blockquote>
<p>Es scheint ja ein Spezifikum der kapitalistischen Gesellschaft zu sein, dauern &#8220;faulend&#8221; und zugleich voller neuer Potenzen zu sein. Die von Marx erkannte Notwendigkeit dieser Gesellschaft, ihre eigenen Bewegungsformen dauernd umzuwälzen, muss ich sicher nicht weiter erläutern. Wäre es aber an dieser Stelle dann nicht angezeigt, etwas mehr Dialektik beizumischen und auch das &#8220;Denken, das sich bemüht Gesellschaft zu verstehen&#8221; als Entfaltung eines solchen dialektischen Widerspruchs zu konzipieren? Wäre dann aber das kommunistische Element vielleicht nur die Denkform einer überschüssigen Utopie im Heute, eines noch nicht Entfalteten, eines Noch-Nicht im Blochschen Sinne? In einem solchen Denkmuster müsste Marx heute genauso als &#8220;utopischer Sozialist&#8221; wahrgenommen werden wie dieser seine Vorläufer wahrgenommen hat.
</p>
<p>In diesem Sinne gibt es keine kommunistische Praxis, denn sie wäre immer einseitig. Und Behrends&#8217; Thesen wären um eine These 0 zu ergänzen: Kommunismus ist nur ohne Kommunisten möglich.
</p>
<p>Siehe dazu auch HDS im ND vom 7.4. und das dort abgedruckte Zwerenz-Zitat (verkürzt: &#8220;Für Antikommunisten bin ich Kommunist und für Kommunisten Antikommunist – und habe meinen Bloch also verstanden&#8221;) oder Michael Wendls &#8220;Vom Elend des Traditionssozialismus&#8221; im Sozialismus 2/2011.</p>
<blockquote><p>Die tiefe innere Zerrissenheit der spätbürgerlichen Individuen ist also in ihren realen sozialen Bezügen zu begreifen. Hinsichtlich des kapitalistisch bestimmten Denkens und Handelns, denen unvermeidbar alle Individuen der bürgerlichen Gesellschaft gerecht werden müssen, ist (oder scheint) es klar, worauf dies bezogen ist, woraus es erwächst: Es ist der absolute Zwang, sich als Ware zu bewähren, sich in Wert zu setzen, und alle damit verbundenen Existenznotwendigkeiten der Menschen innerhalb dieser Gesellschaft.</p></blockquote>
<p>Nein, die tiefe innere Zerrissenheit rührt vom Zwang her, im Bedürfnis zugleich die nachhaltige Reproduktion der Bedingungen seiner Erfüllbarkeit in einer arbeitsteilig hochgradig fragmentierten Gesellschaft mitzudenken. Der &#8220;Zwang, sich als Ware zu bewähren&#8221; ist nur dessen Ausdruck, den die Geldform &#8211; und das ist deren kulturelle Leistung &#8211; wenigstens rudimentär leistet. Keiner der bisherigen Kommunismen, der theoretischen wie praktischen, hat hier auch nur ansatzweise logisch nachvollziehbar Konzeptionelles vorzuweisen. Die komplexe Eigendynamik der Geldform wird erst in deren genauerem Studium sichtbar, das kann ich nach mehreren Jahren eigener Lektüre in dieser Richtung mit Bestimmtheit sagen. Die traditionsmarxistischen Mantras werden dieser Komplexität nicht ansatzweise gerecht.</p>
<blockquote><p>Bilderverbot &#8211; In solcher historisch-konkreten Art kann das Bilderverbot aufgehoben werden.</p></blockquote>
<p>Die religiöse Qualität der törichten Annahme, man könne unter Ausschaltung des Denkens in Bildern als einer der wichtigsten Kreativtechniken Zukunft besser denken, ist mit Händen zu greifen. Es wäre also eher spannend, nach den Quellen dieser Religiosität zu suchen, warum auch du hier den Pfaffen gibst und darüber mit anderen Pfaffen verhandelst, unter welchen Bedingungen du bereit bist, durch Galileos Fernrohr zu schauen (um es mal selbst in einem Bild auszudrücken). Marx hätte dafür sicher nur Hohn und Spott übrig gehabt. Verweis nicht zuletzt auf Michael Wendls Beitrag &#8220;Das Elend des Traditionssozialismus&#8221; mit immerhin einem ganzen Abschnitt &#8220;Sozialismus als Religion?&#8221; im Sozialismus 2/2011.</p>
<blockquote><p>Wo Bloch, Adorno und Brecht noch zu Recht nur konstatieren konnten, „Etwas fehlt“, ist heute Etwas da. Wir sind nicht (mehr) zu einem begriffs- und anschauungslosen Sollen verdammt. Auf der Grundlage der von der kapitalistischen Gesellschaft hervorgebrachten materiellen und geistigen Voraussetzungen entwickeln sich inzwischen potentiell kommunistische Praxen. Die Theorie des Kommunismus wird damit zu dem, was sie in Bezug auf die Arbeiterbewegung und den Real-“Sozialismus“ nicht sein konnte – zur Selbstkritik dieser Praxen als einer wirklichen Bewegungen des Aufhebens kapitalistischer Zustände. Deren Akteure – und in Bezug darauf eine zunehmende Öffentlichkeit – kämen damit zum Bewusstsein der in diesem Tun steckenden geschichtlichen Möglichkeiten. Ein Engagement in solchem „Etwas“ und für dessen Förderung wird damit zu bewussten positiv-gestaltenden Tat.</p></blockquote>
<p>Was aber, wenn auch das nur einen &#8220;Kapitalismus, wie wir ihn noch nicht kennen&#8221; einläutet? Wärst du enttäuscht, wenn sich die anscheinend &#8220;wirklichen Bewegungen des Aufhebens kapitalistischer Zustände&#8221; ein weiteres Mal als Transformation innerhalb dieser &#8220;Gesellschaftsformation&#8221; (du scheinst mit dem Begriff noch sehr viel anfangen zu können) erweisen? Wenn wir &#8220;nur&#8221; dem Kommunismus (was das auch immer ist) eine Transformation näher gerückt wären?  Eine Transformation in einer vielleicht ja sogar potenziell unendlichen Kette von Transformationen?</p>
<blockquote><p>In der Guttenberg-Affäre erscheint meines Erachtens eine innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft nicht mehr heilbare innere Spaltung von Persönlichkeiten in je einen praktisch-politisch bzw. ökonomisch (die Verwertung von Welt sichernden) zweckmäßig handelnden und in einen davon völlig getrennten Menschen mit dem Anspruch Wissenschaft zu fördern oder auch nur zu erhalten, vernünftig im Sinne der Allgemeinheit oder auch nur der nachhaltigen Existenz zu denken und zu handeln. Diese Schizophrenie, die zunehmend alle bürgerlichen Individuen durchzieht, findet, nicht nur was die Guttenberg-Geschichte betrifft, eine auch äußerliche Entsprechung: Spaltung der Bevölkerung in einen kleineren Teil, der die Ansprüche und damit die Existenz wissenschaftlichen Denkens und wissenschaftlicher Institutionen verteidigt, und einen größeren, der im Konfliktfalle bereit ist, die gesamte bürgerliche Aufklärung aufzugeben.</p></blockquote>
<p>Diese Auseinandersetzung zwischen der &#8220;Macht des Geldes&#8221; und der &#8220;Macht des Wissens&#8221; habe ich seit vielen Jahren thematisiert. Die Diagnose &#8220;Schizophrenie&#8221; für gesellschaftliche Verhältnisse sollte einem Dialektiker eigentlich sofort Anlass geben, klare Denkmuster in Stellung zu bringen.</p>
<blockquote><p> &#8230; da über die Produktion des gesellschaftlichen Reichtums nicht mehr die Masse der verausgabten Arbeitszeit bestimmt, sondern die wissenschaftlichen, künstlerischen, unmittelbar kooperativen Fähigkeiten der unmittelbaren Produzenten, die aus dem unmittelbaren Fertigungsprozess heraustretend Funktionen des Planens, des Dirigierens, des Kontrollierens der Produktion übernehmen müssen. Von diesem Punkt an wird eine auf die Verwertung von Wert gegründete Produktion zur miserablen Grundlage der Gesellschaft. Damit erst – so weiß also Marx inzwischen – wird die kapitalistische Produktionsweise aufhebbar. Karl Marx, Grundrissen zur Kritik der Politischen Ökonomie. MEW 42/600ff.</p></blockquote>
<p>Diese auch von mir lange zitierte Textstelle ist natürlich eine reine Spekulation aus einem eher frühen ökonomischen Werk des Meisters. Ich überschaue nicht, ob er das später auch noch so deutlich behauptet hat (und das wird wohl auch erst mit dem Studium der Exzerpte und Entwürfe für Band 2 und 3 Kapital der gerade veröffentlichten MEGA-Bände fundiert zu beantworten sein). Allerdings habe ich inzwischen große Zweifel an dieser These, weil mir vollkommen unklar ist, zu welchen Transformationen die Geldform selbst innerhalb dieser historischen Formation fähig ist. Ich greife hier deinen Denkansatz der Formation auf, denn ich selbst bin seit vielen Jahren überzeugt, dass der Kapitalismus die pubertäre Form der Freien Gesellschaft ist und die Phänomene, die du im Auge hast, Ausdruck pubertärer Verwerfungen sind. Für die hier verhandelten Fragen ist diese Differenz aber unerheblich.</p>
<p>Dieser Text auch hier: <a href="http://leipzig-netz.de/index.php5/HGG.Kommunismusthesen" rel="nofollow">http://leipzig-netz.de/index.php5/HGG.Kommunismusthesen</a></p>
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		<title>Von: Kommunismus denken in Berlin &#171; Philosophenstübchen-Blog</title>
		<link>http://wadk.de/2011/notizen-zu-thesen-uber-kommunismus-von-roger-behrens/#comment-299</link>
		<dc:creator>Kommunismus denken in Berlin &#171; Philosophenstübchen-Blog</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Apr 2011 13:55:03 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[[...] Samstag vormittag trug Uli Weiß seine auch schriftlich vorliegenden etwas lang gewordenen „Notizen zu den Dreißig Thesen zum Kommunismus“ vor. Seine Hauptkritik an R. Behrens ist: „Die methodische Schwäche der Thesen bestehen darin, [...]]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Samstag vormittag trug Uli Weiß seine auch schriftlich vorliegenden etwas lang gewordenen „Notizen zu den Dreißig Thesen zum Kommunismus“ vor. Seine Hauptkritik an R. Behrens ist: „Die methodische Schwäche der Thesen bestehen darin, [...]</p>
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