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Bye, bye, Helle Panke

Die Helle Panke war seit über einem Jahrzehnt unser Begleiter. Wir trafen uns in den Räumen des Vereins und organisierten Veranstaltungen, die im Rahmen der Reihe »Wege aus dem Kapitalismus« liefen. Wir beide — Gruppe WAK und Helle Panke — haben uns nicht geliebt, aber akzeptiert, wir hatten beide was voneinander: Wir, die Gruppe WAK, konnten Fahrgeld und Honorare für Referent_innen bezahlen, die Helle Panke konnte interessante Veranstaltungen in einer Reihe aufführen, die von der Bildungseinrichtung einer etablierten Partei meist nicht erwartet werden: Wege aus dem Kapitalismus.

Das ist nun zu Ende: Wir wurden rausgeschmissen.

Dabei darf man sich nicht vorstellen, dass der Rausschmiss mit Pauken und Trompeten erfolgte, etwa als Resulat eines der üblichen unerbittlichen Streitereien unter »Linken«. Nein, da war eigentlich — gar nichts. Uns wurde mitgeteilt: »Das war’s für euch«. Punkt. Ohne inhaltliche Begründung, ohne einen Brief oder eine E-Mail, ohne vorhergehende Kritik oder ein Gespräch. Nein, mehr so im Vorübergehen: Die Jugend solle gefördert werden, nicht mehr die Gruppe WAK. Die Mehrheiten im Vorstand des Vereins hatten sich geändert, und der neue Vorstand sagte einfach: »Ihr nicht mehr«. Teile, herrsche, exkludiere.

Wirklich gewundert hat es uns nicht. Wir hatten einen Bruch eher schon früher erwartet, aber eigentlich dann auch als richtigen Bruch. Im besten Fall — warum soll es friedliche Forks nicht auch außerhalb der Freien Software geben — als gemeinsame Feststellung, dass man nichts mehr gemeinsam habe. Das hätte ja noch eingeleuchtet, auch wenn wir sicher diskutiert und unseren Standpunkt als sinnvollen und berechtigten in der Hellen Panke begründet hätten. Na ja. Wer die Ressourcen hat, entscheidet und muss sich nicht erklären. Ordinäre Herrschaftsverhältnisse.

Lassen wir nochmal kurz die Publikums-Veranstaltungen der letzten zehn Jahre Revue passieren (länger reichen unsere Aufzeichnungen nicht zurück, d.h. alle Veranstaltungen des Demokratischen Presseclub, aus dem die Gruppe »Wege aus dem Kapitalismus« hervorging, fehlen hier):

Das sind nur die wichtigsten Veranstaltungen, die in der Regel auch im Programm der Hellen Panke aufgeführt wurden. Damit ist nun Schluss, auch von unserer Seite. Wir spielen nicht mehr schmückendes Beiwerk.

Der Rahmen Helle Panke hatte uns auch einige Begrenzungen auferlegt. Veranstaltungen mussten eine bestimmte Form haben, in einer gewissen Frequenz erfolgen etc. Das haben wir zwar nicht immer eingehalten, doch manchmal war es auch lästig. Wir verlieren bestimmte Möglichkeiten und gewinnen andere. Wir werden unsere Suche nach »Wegen aus dem Kapitalismus« weiter vorantreiben. Wer dabei mitdenken will, ist willkommen!

Unser neuer Treffpunkt sind die Räume der Stiftung Nord-Süd-Brücken — danke für diese Möglichkeit!

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