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	<title>Kommentare zu: Hubert Herfurth: Zur WAK- und Peer-&#214;konomie Diskussion</title>
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		<title>Von: Hubert Herfurth</title>
		<link>http://wadk.de/2009/hubert-herfurth-zur-wak-und-peer-oekonomie-diskussion/#comment-28</link>
		<dc:creator>Hubert Herfurth</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jul 2009 06:54:26 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo Hans-Gert,

noch mal kurz zu Kurz: 
Da hast Du ja einen wirklich interessanten, weil ver-r&#252;ckten Beitrag ausgegraben. Das Auseinanderfallen von richtigen Feststellungen und voluntaristischen, &#039;revolution&#228;ren&#039; Anspr&#252;chen wird immer extremer. Offensichtlich das Auskramen aus der Traditionskiste auch. Statt &quot;verinnerlichter&quot; Gesellschaftlichkeit der Individuen lebt die &quot;gesamt- [sprich welt-] gesellschaftliche Planung des Ressourcenflusses&quot; als L&#246;sung wieder auf, wobei er nicht mal verstanden hat, das f&#252;r eine - etwa in Privateigent&#252;mer geteilte Gesellschaft wie der realsozialistischen - die zentrale Planung sowieso ein Ding der Unm&#246;glichkeit ist. Die (hilflose) B&#252;rokratie ist hier also nicht so sehr Ursache wie vielmehr nur der Zeiger auf diese Unm&#246;glichkeit. Interessant ist hier vor allem, das die Kurzsche L&#246;sung keine Anforderungen an die Individuen stellt (es sei denn die, dass sie sich seiner Sichtweise anschlie&#223;en).
Renate H&#252;rtgen hat in der schon erw&#228;hnten PROKLA 155 (&quot;Sozialismus&quot;) &#252;brigens auf eine interessante Parallele aufmerksam gemacht: Neben der erw&#228;hnten gesellschaftlichen Spaltung scheint die fachliche Dequalifizierung der F&#252;hrungskr&#228;fte in der DDR ein Faktor des Niedergangs gewesen zu sein, jedenfalls erh&#246;hten sich die Probleme, als die aus dem alten Deutschland &#252;bernommenen Fach-Kr&#228;fte aus Altersgr&#252;nden ihre T&#228;tigkeit einstellten und durch im &#039;Realsozialismus&#039; selbst ausgebildete Kr&#228;fte ersetzt wurden. Das Scheitern dieses &#039;Sozialismus&#039; l&#228;sst sich also als ziemlich umfassendes Scheitern eines durch und durch voluntaristischen Ansatzes lesen...... 
Aber das Kramen in der Traditionskiste ist leider keine Eigenschaft von Kurz allein. In der genannten PROKLA wird durch Alex Demirovic der R&#228;tegedanke als Zukunftsmodell &#039;neu entdeckt&#039;..... Es scheint schwer zu akzeptieren, dass die historische Entwicklung &#252;ber bestimmte Sachen schon l&#228;ngs entschieden hat.
Gru&#223; Hubert</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Hans-Gert,</p>
<p>noch mal kurz zu Kurz:<br />
Da hast Du ja einen wirklich interessanten, weil ver-r&#252;ckten Beitrag ausgegraben. Das Auseinanderfallen von richtigen Feststellungen und voluntaristischen, &#8216;revolution&#228;ren&#8217; Anspr&#252;chen wird immer extremer. Offensichtlich das Auskramen aus der Traditionskiste auch. Statt &#8220;verinnerlichter&#8221; Gesellschaftlichkeit der Individuen lebt die &#8220;gesamt- [sprich welt-] gesellschaftliche Planung des Ressourcenflusses&#8221; als L&#246;sung wieder auf, wobei er nicht mal verstanden hat, das f&#252;r eine &#8211; etwa in Privateigent&#252;mer geteilte Gesellschaft wie der realsozialistischen &#8211; die zentrale Planung sowieso ein Ding der Unm&#246;glichkeit ist. Die (hilflose) B&#252;rokratie ist hier also nicht so sehr Ursache wie vielmehr nur der Zeiger auf diese Unm&#246;glichkeit. Interessant ist hier vor allem, das die Kurzsche L&#246;sung keine Anforderungen an die Individuen stellt (es sei denn die, dass sie sich seiner Sichtweise anschlie&#223;en).<br />
Renate H&#252;rtgen hat in der schon erw&#228;hnten PROKLA 155 (&#8220;Sozialismus&#8221;) &#252;brigens auf eine interessante Parallele aufmerksam gemacht: Neben der erw&#228;hnten gesellschaftlichen Spaltung scheint die fachliche Dequalifizierung der F&#252;hrungskr&#228;fte in der DDR ein Faktor des Niedergangs gewesen zu sein, jedenfalls erh&#246;hten sich die Probleme, als die aus dem alten Deutschland &#252;bernommenen Fach-Kr&#228;fte aus Altersgr&#252;nden ihre T&#228;tigkeit einstellten und durch im &#8216;Realsozialismus&#8217; selbst ausgebildete Kr&#228;fte ersetzt wurden. Das Scheitern dieses &#8216;Sozialismus&#8217; l&#228;sst sich also als ziemlich umfassendes Scheitern eines durch und durch voluntaristischen Ansatzes lesen&#8230;&#8230;<br />
Aber das Kramen in der Traditionskiste ist leider keine Eigenschaft von Kurz allein. In der genannten PROKLA wird durch Alex Demirovic der R&#228;tegedanke als Zukunftsmodell &#8216;neu entdeckt&#8217;&#8230;.. Es scheint schwer zu akzeptieren, dass die historische Entwicklung &#252;ber bestimmte Sachen schon l&#228;ngs entschieden hat.<br />
Gru&#223; Hubert</p>
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	<item>
		<title>Von: Hubert Herfurth</title>
		<link>http://wadk.de/2009/hubert-herfurth-zur-wak-und-peer-oekonomie-diskussion/#comment-27</link>
		<dc:creator>Hubert Herfurth</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jul 2009 08:41:49 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=260#comment-27</guid>
		<description>Ja, ich finde es auch schade, traurig und im besten Sinn des Wortes verr&#252;ckt, das die Diskussion hier ! nicht fortgesetzt wird, Hans-Gert. 

Das hei&#223;t aber nicht, dass sie nicht fortgesetzt wird!!! Ganz allgemein zwingt die Realit&#228;t dazu oder wird dazu zwingen, weil alle behaupteten &quot;L&#246;sungen&quot; sich als v&#246;llige Fehlinterpretation und damit als Scheinl&#246;sungen erweisen (werden).  Aber wenn die &quot;Theoretiker&quot; sprechen, haben die einfacheren Leute bekanntlich zu schweigen (siehe Christians PROKLA Beitrag). Es n&#252;tzen ja i. A. die besten Beitr&#228;ge nichts, wenn und solange hier mit direktem Einverst&#228;ndnis-Bezug auf Marx und stolz geschwellter Brust das glatte Gegenteil behauptet werden kann und von der Realit&#228;t brauchen wir da gar nicht mehr reden. F&#252;r Marx ist es eindeutig: &quot;Es ist nur ! das bestimmte !!! gesellschaftliche !!! Verh&#228;ltnis !!! der Menschen selbst !!!, welches hier f&#252;r sie die phantasmagorische Form eines Verh&#228;ltnis von Dingen annimmt&quot; (K1, S. 86). Wenn das Verh&#228;ltnis zwischen den Dingen aufgehoben werden soll, muss also das spezifische Verh&#228;ltnis zwischen den Menschen ein anderes werden, das ist doch ein ziemlich einfacher Zusammenhang (auch wenn er sich nicht so einfach herstellen l&#228;sst)! Aber wie, da es ja nach und f&#252;r Stefan Meretz nur eine Gesellschaftlichkeit geben soll? Aber noch mal Marx: &quot;Da die Produzenten erst in gesellschaftlichen Kontakt treten durch den Austausch ihrer Arbeitsprodukte, erscheinen auch die spezifisch ! gesellschaftlichen ! Charaktere ihrer Privatarbeiten erst innerhalb des Austausches. Oder die Privatarbeiten best&#228;tigen sich in der Tat erst als Glieder der gesellschaftlichen Gesamtarbeit durch die Beziehungen, worin der Austausch die Arbeitsprodukte und vermittelst derselben die Produzenten versetzt. : Den letzteren erscheinen daher die gesellschaftlichen Beziehungen ihrer Privatarbeiten als das, was sie sind !!!!, d. h. nicht !!! als unmittelbar !!! gesellschaftliche Verh&#228;ltnisse der Personen in ihren Arbeiten selbst !!!, sondern vielmehr als sachliche Verh&#228;ltnisse der Personen und gesellschaftliche Verh&#228;ltnisse der Sachen&quot; K1 S. 87). F&#252;r die heutigen Theoretiker stellt sich dies genau anders herum dar. Die Fetischverh&#228;ltnisse verschleiern den Menschen ihre eigentlich vorhandenen gesellschaftlichen Beziehungen die hier (also nicht bei Marx) als durch das Kapital gest&#246;rte gesehen werden (die es real aber gar nicht gibt). Wie viele unterschiedliche Gesellschaftlichkeiten Marx in diesem Kapitel auch immer anf&#252;hrt, f&#252;r Meretz (und Kollegen) gibt es eben nur eine: &quot;Es gibt nur die Gesellschaftlichkeit, aber nicht mehrere davon (und auch keine extra »kommunistische«). Vielleicht meinst du die historisch unterschiedlichen Formen? Aber dann wird es wieder sehr einfach: Ja, Kommunismus ist eine andere gesellschaftliche Form. Aber der gesellschaftliche Mensch ist immer noch der gleiche.&quot; Als wenn die spezifischen Formen nicht Ausdruck spezifischer Verh&#228;ltnisse w&#228;ren.....

Konkret bedarf es zur Diskussion entweder anderer Beitr&#228;ge (die im Zusammenhang eine Diskussion darstellen, in dem die Argumente wirklich gepr&#252;ft und besprochen werden) oder der Ort muss gewechselt werden. In diesem Sinn ist eigentlich auch keine Diskussion abgebrochen, sondern nur der Schlagabtausch eingesellt, weil ihm jeder Sinn abgeht. Die Diskussion setzt ja Interesse an der Position des anderen &#252;berhaupt erst mal voraus. Ich werde mir deine Sachen also anschauen, Hans-Gert und melde mich wieder - hier oder dort, auf jeden Fall bei dir. Die Einsch&#228;tzung des Kapitalismus selbst als &#220;bergang gef&#228;llt mir aber ziemlich gut!

herzlichen Gru&#223; 
Hubert</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, ich finde es auch schade, traurig und im besten Sinn des Wortes verr&#252;ckt, das die Diskussion hier ! nicht fortgesetzt wird, Hans-Gert. </p>
<p>Das hei&#223;t aber nicht, dass sie nicht fortgesetzt wird!!! Ganz allgemein zwingt die Realit&#228;t dazu oder wird dazu zwingen, weil alle behaupteten &#8220;L&#246;sungen&#8221; sich als v&#246;llige Fehlinterpretation und damit als Scheinl&#246;sungen erweisen (werden).  Aber wenn die &#8220;Theoretiker&#8221; sprechen, haben die einfacheren Leute bekanntlich zu schweigen (siehe Christians PROKLA Beitrag). Es n&#252;tzen ja i. A. die besten Beitr&#228;ge nichts, wenn und solange hier mit direktem Einverst&#228;ndnis-Bezug auf Marx und stolz geschwellter Brust das glatte Gegenteil behauptet werden kann und von der Realit&#228;t brauchen wir da gar nicht mehr reden. F&#252;r Marx ist es eindeutig: &#8220;Es ist nur ! das bestimmte !!! gesellschaftliche !!! Verh&#228;ltnis !!! der Menschen selbst !!!, welches hier f&#252;r sie die phantasmagorische Form eines Verh&#228;ltnis von Dingen annimmt&#8221; (K1, S. 86). Wenn das Verh&#228;ltnis zwischen den Dingen aufgehoben werden soll, muss also das spezifische Verh&#228;ltnis zwischen den Menschen ein anderes werden, das ist doch ein ziemlich einfacher Zusammenhang (auch wenn er sich nicht so einfach herstellen l&#228;sst)! Aber wie, da es ja nach und f&#252;r Stefan Meretz nur eine Gesellschaftlichkeit geben soll? Aber noch mal Marx: &#8220;Da die Produzenten erst in gesellschaftlichen Kontakt treten durch den Austausch ihrer Arbeitsprodukte, erscheinen auch die spezifisch ! gesellschaftlichen ! Charaktere ihrer Privatarbeiten erst innerhalb des Austausches. Oder die Privatarbeiten best&#228;tigen sich in der Tat erst als Glieder der gesellschaftlichen Gesamtarbeit durch die Beziehungen, worin der Austausch die Arbeitsprodukte und vermittelst derselben die Produzenten versetzt. : Den letzteren erscheinen daher die gesellschaftlichen Beziehungen ihrer Privatarbeiten als das, was sie sind !!!!, d. h. nicht !!! als unmittelbar !!! gesellschaftliche Verh&#228;ltnisse der Personen in ihren Arbeiten selbst !!!, sondern vielmehr als sachliche Verh&#228;ltnisse der Personen und gesellschaftliche Verh&#228;ltnisse der Sachen&#8221; K1 S. 87). F&#252;r die heutigen Theoretiker stellt sich dies genau anders herum dar. Die Fetischverh&#228;ltnisse verschleiern den Menschen ihre eigentlich vorhandenen gesellschaftlichen Beziehungen die hier (also nicht bei Marx) als durch das Kapital gest&#246;rte gesehen werden (die es real aber gar nicht gibt). Wie viele unterschiedliche Gesellschaftlichkeiten Marx in diesem Kapitel auch immer anf&#252;hrt, f&#252;r Meretz (und Kollegen) gibt es eben nur eine: &#8220;Es gibt nur die Gesellschaftlichkeit, aber nicht mehrere davon (und auch keine extra »kommunistische«). Vielleicht meinst du die historisch unterschiedlichen Formen? Aber dann wird es wieder sehr einfach: Ja, Kommunismus ist eine andere gesellschaftliche Form. Aber der gesellschaftliche Mensch ist immer noch der gleiche.&#8221; Als wenn die spezifischen Formen nicht Ausdruck spezifischer Verh&#228;ltnisse w&#228;ren&#8230;..</p>
<p>Konkret bedarf es zur Diskussion entweder anderer Beitr&#228;ge (die im Zusammenhang eine Diskussion darstellen, in dem die Argumente wirklich gepr&#252;ft und besprochen werden) oder der Ort muss gewechselt werden. In diesem Sinn ist eigentlich auch keine Diskussion abgebrochen, sondern nur der Schlagabtausch eingesellt, weil ihm jeder Sinn abgeht. Die Diskussion setzt ja Interesse an der Position des anderen &#252;berhaupt erst mal voraus. Ich werde mir deine Sachen also anschauen, Hans-Gert und melde mich wieder &#8211; hier oder dort, auf jeden Fall bei dir. Die Einsch&#228;tzung des Kapitalismus selbst als &#220;bergang gef&#228;llt mir aber ziemlich gut!</p>
<p>herzlichen Gru&#223;<br />
Hubert</p>
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	<item>
		<title>Von: Hans-Gert Gräbe</title>
		<link>http://wadk.de/2009/hubert-herfurth-zur-wak-und-peer-oekonomie-diskussion/#comment-26</link>
		<dc:creator>Hans-Gert Gräbe</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jul 2009 17:54:34 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=260#comment-26</guid>
		<description>Schade, dass die spannende Debatte zu Ende ist, ehe sie richtig begann. Ich habe einige mir wichtige Aspekte, die nicht den Weg von der Mailingliste in diesen Blog gefunden haben, unter http://hg-graebe.de/Texte/Kommentare/wak-09.txt zusammengestellt. 

Die Sache mit einem ad&#228;quaten Zugang zum Ph&#228;nomen einer - wie auch immer zu fassenden - &quot;Gesellschaftlichkeit&quot; bewegt &#252;brigens auch Robert Kurz in seiner ND-Kolumne &quot;&#246;konomische Froschperspektive&quot; vom 17.07. http://www.neues-deutschland.de/artikel/152377.oekonomische-froschperspektive.html?sstr=%D6konomische&#124;Froschperspektive

Allerdings verschlie&#223;t Kurz vor dem Evidenten nicht die Augen - dass &quot;Gesellschaftlichkeit&quot; bereits (und erstmals gegen&#252;ber vorherigen Formationen) die &lt;i&gt;kapitalistische&lt;/i&gt; Produktionsweise pr&#228;gt: &quot;Kapitalismus ist das erste gesellschaftliche System der Geschichte. Noch nie war die Verkettung in der Reproduktion des Lebens so weit gef&#228;chert und gleichzeitig so dicht. Die Betriebswirtschaft hat sich gro&#223;fl&#228;chig zerlegt. Nicht einmal Schuhcreme kann mehr hergestellt werden ohne tief gestaffelte Funktionsteilungen ...&quot; - auch wenn er zwei Zeilen weiter ins traditionsmarxistische Horn bl&#228;st &quot;Aber diese mit einem modischen Ausdruck als allseitige Vernetzung bezeichnete Gesellschaftlichkeit befindet sich in der Form der Privatheit und Einzelheit von Unternehmen und Individuen.&quot;

M&#246;glicherweise ist das ja nur die halbe Wahrheit und eine solche dezentrale, organismische Form dieser &quot;Gesellschaftlichkeit&quot; tr&#228;gt ganz andere Potenzen als eine gesamtstaatlich (oder -gesellschaftlich - hier gibt es bisher kein praktisch bew&#228;hrtes Beispiel eines Unterschieds) gelenkte? Wenn ja, dann w&#228;re zu fragen, was der &quot;Kleber&quot; ist, was dieser mit dem Wertverh&#228;ltnis zu tun hat und in welchem Verh&#228;ltnis er zu den - unbestritten mehr als reichlich vorhandenen - krebsartigen Ausw&#252;chsen des Wertverh&#228;ltnisses in der heutigen Zeit steht. Ob (1) dieses Wertverh&#228;ltnis auf den M&#252;llhaufen der Geschichte geh&#246;rt oder (2) die Entgrenztheit und damit pandemische Wirkung eines (hyper)exponentiellen Wachstums durch entsprechende D&#228;mpfungsglieder eingefangen werden kann. Alle Naturprozesse vergleichbarer Charakteristik f&#252;hren zum Kollaps des &#214;kosystems oder folgen dem Pfad (2) - unter st&#228;ndiger Zunahme der Komplexit&#228;t. Wie gesagt - wer mal in Leipzig ist, der m&#246;ge seine Schritte in die Regenwald-Ausstellung im Panometer lenken, um hautnah zu begreifen, was Pfad (2) bedeutet. 

Die Perspektive (2) - der Kapitalismus passt sich auch diesmal an - mag den wenigsten hier gefallen. Vielleicht allerdings ist die Denkvoraussetzung &#252;ber den Zeithorizont einer Abl&#246;sung &quot;vormoderner Verh&#228;ltnisse&quot; falsch und der Kapitalismus selbst die Transformationsgesellschaft? Das w&#252;rde erkl&#228;ren, warum diese Gesellschaftsformation von Katastrophe zu Katastrophe - oder von Umbruch zu Umbruch - schreitet, warum sie die Produktionsverh&#228;ltnisse dauernd umbrechen muss. Dann w&#228;re die konkrete Dimension der Keimformthese aber auch anders zu fassen - alle bisherigen Umw&#228;lzungen &lt;i&gt;innerhalb&lt;/i&gt; des Kapitalismus w&#228;ren als Entfaltungen von Keimformen hin zu &quot;wachsender Gesellschaftlichkeit&quot; - was das auch immer ist - zu verstehen und das, was hier bisher als Keimformen gehandelt wurde, w&#228;re nur eine sehr &lt;i&gt;spezielle&lt;/i&gt; Art von Keimform in einem sehr &lt;i&gt;speziellen&lt;/i&gt; Umbruch &lt;i&gt;innerhalb&lt;/i&gt; der kapitalistischen Gesellschaftsformation. 

Die Prophezeiung aus dieser Perspektive mag auf den ersten Blick traurig stimmen - der Kapitalismus wird auch die Freie Software &quot;assimilieren&quot;, doch w&#228;ren dann auch Differenzen &lt;i&gt;innerhalb&lt;/i&gt; der Kapitalismen sichtbar, hin zu wachsender &quot;Gesellschaftlichkeit&quot; - deren Charakter n&#228;her zu bestimmen w&#228;re - unter einer noch immer privatkapitalistischen H&#252;lle.

Schade also, dass genau eine &lt;i&gt;solche&lt;/i&gt; Diskussion an der Stelle zun&#228;chst abgw&#252;rgt ist. F&#252;r eine retrospektiv-historische Betrachtung der Kommunismen wie f&#252;r den September geplant w&#228;re es interessant zu untersuchen, ob und auf welche Weise diese Kommunismen die sich zur jeweiligen Zeit entfaltenden Keimformen von &quot;mehr Gesellschaftlichkeit&quot; - die man allerdings erst einmal identifizieren m&#252;sste - bef&#246;rdert oder sich wenigstens zu ihnen ins Verh&#228;ltnis gesetzt haben. 

Vielleicht stellt sich dann ja auch heraus, dass &quot;wirklicher Reichtum&quot; und &quot;b&#252;rgerlicher Reichtum&quot; gar keine so antagonistischen Gegens&#228;tze sind, sondern die Enden eines subtilen Wechselverh&#228;ltnisses, in welchem &quot;die in einer jahrtausendelangen Entwicklung auch psychologisch ganz anders konstituierten, obrigkeits- und kommandogewohnten Individuen auf den Weg der Selbstfindung gewzungen werden, der sp&#228;ter - reflektiert - in die bewusste politische Gestaltung von Gesellschaft m&#252;nden kann, in die &#039;Produktion der Verkehrsformen selbst&#039;, die &#039;alle naturw&#252;chsigen Voraussetzungen zum ersten Mal mit Bewu&#223;tsein als Gesch&#246;pfe der bisherigen Menschen behandelt, ihrer
Naturw&#252;chsigkeit entkleidet und der Macht der vereinigten Individuen unterwirft&#039; - mit einem Wort: zu Kommunismus im Verst&#228;ndnis des jungen Marx&quot;. So schrieb ich noch vor drei Jahren. Aus der oben entwickelten Perspektive w&#228;re zu fragen, ob dieser Prozess nicht bereits seit 300 Jahren im Gange ist.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Schade, dass die spannende Debatte zu Ende ist, ehe sie richtig begann. Ich habe einige mir wichtige Aspekte, die nicht den Weg von der Mailingliste in diesen Blog gefunden haben, unter <a href="http://hg-graebe.de/Texte/Kommentare/wak-09.txt" rel="nofollow">http://hg-graebe.de/Texte/Kommentare/wak-09.txt</a> zusammengestellt. </p>
<p>Die Sache mit einem ad&#228;quaten Zugang zum Ph&#228;nomen einer &#8211; wie auch immer zu fassenden &#8211; &#8220;Gesellschaftlichkeit&#8221; bewegt &#252;brigens auch Robert Kurz in seiner ND-Kolumne &#8220;&#246;konomische Froschperspektive&#8221; vom 17.07. <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/152377.oekonomische-froschperspektive.html?sstr=%D6konomische" rel="nofollow">http://www.neues-deutschland.de/artikel/152377.oekonomische-froschperspektive.html?sstr=%D6konomische</a>|Froschperspektive</p>
<p>Allerdings verschlie&#223;t Kurz vor dem Evidenten nicht die Augen &#8211; dass &#8220;Gesellschaftlichkeit&#8221; bereits (und erstmals gegen&#252;ber vorherigen Formationen) die <i>kapitalistische</i> Produktionsweise pr&#228;gt: &#8220;Kapitalismus ist das erste gesellschaftliche System der Geschichte. Noch nie war die Verkettung in der Reproduktion des Lebens so weit gef&#228;chert und gleichzeitig so dicht. Die Betriebswirtschaft hat sich gro&#223;fl&#228;chig zerlegt. Nicht einmal Schuhcreme kann mehr hergestellt werden ohne tief gestaffelte Funktionsteilungen &#8230;&#8221; &#8211; auch wenn er zwei Zeilen weiter ins traditionsmarxistische Horn bl&#228;st &#8220;Aber diese mit einem modischen Ausdruck als allseitige Vernetzung bezeichnete Gesellschaftlichkeit befindet sich in der Form der Privatheit und Einzelheit von Unternehmen und Individuen.&#8221;</p>
<p>M&#246;glicherweise ist das ja nur die halbe Wahrheit und eine solche dezentrale, organismische Form dieser &#8220;Gesellschaftlichkeit&#8221; tr&#228;gt ganz andere Potenzen als eine gesamtstaatlich (oder -gesellschaftlich &#8211; hier gibt es bisher kein praktisch bew&#228;hrtes Beispiel eines Unterschieds) gelenkte? Wenn ja, dann w&#228;re zu fragen, was der &#8220;Kleber&#8221; ist, was dieser mit dem Wertverh&#228;ltnis zu tun hat und in welchem Verh&#228;ltnis er zu den &#8211; unbestritten mehr als reichlich vorhandenen &#8211; krebsartigen Ausw&#252;chsen des Wertverh&#228;ltnisses in der heutigen Zeit steht. Ob (1) dieses Wertverh&#228;ltnis auf den M&#252;llhaufen der Geschichte geh&#246;rt oder (2) die Entgrenztheit und damit pandemische Wirkung eines (hyper)exponentiellen Wachstums durch entsprechende D&#228;mpfungsglieder eingefangen werden kann. Alle Naturprozesse vergleichbarer Charakteristik f&#252;hren zum Kollaps des &#214;kosystems oder folgen dem Pfad (2) &#8211; unter st&#228;ndiger Zunahme der Komplexit&#228;t. Wie gesagt &#8211; wer mal in Leipzig ist, der m&#246;ge seine Schritte in die Regenwald-Ausstellung im Panometer lenken, um hautnah zu begreifen, was Pfad (2) bedeutet. </p>
<p>Die Perspektive (2) &#8211; der Kapitalismus passt sich auch diesmal an &#8211; mag den wenigsten hier gefallen. Vielleicht allerdings ist die Denkvoraussetzung &#252;ber den Zeithorizont einer Abl&#246;sung &#8220;vormoderner Verh&#228;ltnisse&#8221; falsch und der Kapitalismus selbst die Transformationsgesellschaft? Das w&#252;rde erkl&#228;ren, warum diese Gesellschaftsformation von Katastrophe zu Katastrophe &#8211; oder von Umbruch zu Umbruch &#8211; schreitet, warum sie die Produktionsverh&#228;ltnisse dauernd umbrechen muss. Dann w&#228;re die konkrete Dimension der Keimformthese aber auch anders zu fassen &#8211; alle bisherigen Umw&#228;lzungen <i>innerhalb</i> des Kapitalismus w&#228;ren als Entfaltungen von Keimformen hin zu &#8220;wachsender Gesellschaftlichkeit&#8221; &#8211; was das auch immer ist &#8211; zu verstehen und das, was hier bisher als Keimformen gehandelt wurde, w&#228;re nur eine sehr <i>spezielle</i> Art von Keimform in einem sehr <i>speziellen</i> Umbruch <i>innerhalb</i> der kapitalistischen Gesellschaftsformation. </p>
<p>Die Prophezeiung aus dieser Perspektive mag auf den ersten Blick traurig stimmen &#8211; der Kapitalismus wird auch die Freie Software &#8220;assimilieren&#8221;, doch w&#228;ren dann auch Differenzen <i>innerhalb</i> der Kapitalismen sichtbar, hin zu wachsender &#8220;Gesellschaftlichkeit&#8221; &#8211; deren Charakter n&#228;her zu bestimmen w&#228;re &#8211; unter einer noch immer privatkapitalistischen H&#252;lle.</p>
<p>Schade also, dass genau eine <i>solche</i> Diskussion an der Stelle zun&#228;chst abgw&#252;rgt ist. F&#252;r eine retrospektiv-historische Betrachtung der Kommunismen wie f&#252;r den September geplant w&#228;re es interessant zu untersuchen, ob und auf welche Weise diese Kommunismen die sich zur jeweiligen Zeit entfaltenden Keimformen von &#8220;mehr Gesellschaftlichkeit&#8221; &#8211; die man allerdings erst einmal identifizieren m&#252;sste &#8211; bef&#246;rdert oder sich wenigstens zu ihnen ins Verh&#228;ltnis gesetzt haben. </p>
<p>Vielleicht stellt sich dann ja auch heraus, dass &#8220;wirklicher Reichtum&#8221; und &#8220;b&#252;rgerlicher Reichtum&#8221; gar keine so antagonistischen Gegens&#228;tze sind, sondern die Enden eines subtilen Wechselverh&#228;ltnisses, in welchem &#8220;die in einer jahrtausendelangen Entwicklung auch psychologisch ganz anders konstituierten, obrigkeits- und kommandogewohnten Individuen auf den Weg der Selbstfindung gewzungen werden, der sp&#228;ter &#8211; reflektiert &#8211; in die bewusste politische Gestaltung von Gesellschaft m&#252;nden kann, in die &#8216;Produktion der Verkehrsformen selbst&#8217;, die &#8216;alle naturw&#252;chsigen Voraussetzungen zum ersten Mal mit Bewu&#223;tsein als Gesch&#246;pfe der bisherigen Menschen behandelt, ihrer<br />
Naturw&#252;chsigkeit entkleidet und der Macht der vereinigten Individuen unterwirft&#8217; &#8211; mit einem Wort: zu Kommunismus im Verst&#228;ndnis des jungen Marx&#8221;. So schrieb ich noch vor drei Jahren. Aus der oben entwickelten Perspektive w&#228;re zu fragen, ob dieser Prozess nicht bereits seit 300 Jahren im Gange ist.</p>
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		<title>Von: Hubert</title>
		<link>http://wadk.de/2009/hubert-herfurth-zur-wak-und-peer-oekonomie-diskussion/#comment-23</link>
		<dc:creator>Hubert</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jul 2009 09:58:51 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=260#comment-23</guid>
		<description>Hallo Stefan, 
die folgenden S&#228;tze sind die &#252;berarbeitete Fassung meines Kommentars vom 16.7. (den ich leider auch mit meinem acount nicht weiter bearbeiten oder l&#246;schen kann). Ich m&#246;chte dich hiermit bitten, nur die aktuelle Fassung freizuschalten.
Gru&#223; Hubert

@Stefan: auch auf die Gefahr, dass ich mich wiederhole, aber Du machst es dir wirklich (zu) einfach. Die wilden Attacken gegen alles was nach Tradition riecht (oder riechen soll) k&#246;nnen nicht dar&#252;ber hinweg t&#228;uschen, dass Du es selbst bist der – insbesondere methodisch – eng traditionell verf&#228;hrt: 
Wirkliche Auseinandersetzung findet nicht statt. Warum auch? Ihr seid euch doch sicher mit dem Keimform- und Peer&#246;konomie-Projekt den Stein der Weisen gefunden zu haben. Es m&#252;ssen sich nur mehr Menschen auf den von euch bereits initiierten Weg machen (ich zitierte eure Anspr&#252;che dazu aus eurer mehr internen Kommunikation, es wimmelt dort ja nur so von quasi &#039;pubert&#228;ren&#039;, revolutionaristischen Phantasien, die hinter denen von „Bennis&#039; Eltern“ kaum nachstehen k&#246;nnen - &#252;berhaupt ist dieser Revolutionarismus ja bis heute das gr&#246;&#223;te traditionelle &#220;bel und nichts wird so gepflegt!) 
Kein linkes und angeblich noch so revolution&#228;res Projekt seid der KPD sah da methodisch grunds&#228;tzlich anders aus. Etwas moderater im Tonfall und Umgang miteinander (jedenfalls die eher &#196;lteren) aber ansonsten sind die Unterschiede eher marginal und nach au&#223;en verhaltet ihr euch wie die besten Privateigent&#252;mer aus alten ML-Zeiten. Widerspr&#252;che in die man sich verwickelt? Kein Problem. Einerseits zitiert man Marx mit dem Hinweis, dass Revolution erst realistisch m&#246;glich wird, wenn der Bestand an der weiteren Entwicklung der Produktivkr&#228;fte scheitert – andererseits ist das Ausbleiben der Revolution aber genau das gro&#223;e Problem, obwohl der Bestand noch weit davon entfernt scheint, die Produktivkr&#228;fte nicht mehr entwickeln zu k&#246;nnen. &#220;berhaupt w&#228;re es ja mal interessant zu erfahren, wie die Arbeiterklasse denn r&#252;ckblickend Revolution h&#228;tte machen sollen? H&#228;tte sie die vorhandenen, v&#246;llig falsch liegenden politischen Kr&#228;fte (etwa KPD und SPD sowie alles dazwischen) an die Wand spielen sollen, um ein ganz anderes Konzept durchzusetzen oder h&#228;tte sie sich auf eines der vorhandenen Konzepte st&#252;rzen sollen, um es zum Erfolg zu verhelfen? Die Kritik ist hier so unehrlich wie wohlfeil und deckt sich mit der kompletten marxistischen Tradition bis heute (als Beispiel dazu etwa die noch recht frische Dissertation Ingo Elbes &#039;Marx im Westen&#039;). 
Grunds&#228;tzlich gilt daher bis heute und f&#252;r euch: Eine Minderheit will die Mehrheit „modeln“, konkret gar die gesellschaftliche Produktion alternativ neu gestalten, den kapitalistischen Bestand dann mit dieser Alternative einholen und schlie&#223;lich &#252;berholen. Grunds&#228;tzliche Bedenken dagegen werden ignoriert, die Fehler immer auf der anderen Seite verortet. Auseinandersetzung mit diesen grunds&#228;tzlichen Bedenkentr&#228;gern findet &#246;ffentlich nachvollziehbar nicht statt, daf&#252;r tut ihr laufend so als sei alles gekl&#228;rt (mir sind diese Auseinandersetzungen jedenfalls trotz Nachfragen nicht bekannt gemacht worden, Antworten auf Heinrich, Nuss etc. gibt es also gar nicht). In meine Richtung etwa stellst Du Fragen (die dich kein bisschen M&#252;he kosteten) nur, um dich vor weiterer Besch&#228;ftigung zu sch&#252;tzen. Das dr&#252;ckt alles eine &#039;gewisse&#039; Gleichg&#252;ltigkeit aus, ihr seid euch selbst genug und braucht eigentlich nur noch Anh&#228;nger. Wie das bekannte Sprichwort wei&#223;, Reisende soll man nicht aufhalten. Solltet ihr euch eines Tage anders besinnen (m&#252;ssen), wisst ihr ja, wo ich/wir zu finden sind. Bis dahin werde ich die Auseinandersetzung an anderen Stellen hoffentlich produktiver f&#252;hren.
macht&#039;s gut, Hubert</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Stefan,<br />
die folgenden S&#228;tze sind die &#252;berarbeitete Fassung meines Kommentars vom 16.7. (den ich leider auch mit meinem acount nicht weiter bearbeiten oder l&#246;schen kann). Ich m&#246;chte dich hiermit bitten, nur die aktuelle Fassung freizuschalten.<br />
Gru&#223; Hubert</p>
<p>@Stefan: auch auf die Gefahr, dass ich mich wiederhole, aber Du machst es dir wirklich (zu) einfach. Die wilden Attacken gegen alles was nach Tradition riecht (oder riechen soll) k&#246;nnen nicht dar&#252;ber hinweg t&#228;uschen, dass Du es selbst bist der – insbesondere methodisch – eng traditionell verf&#228;hrt:<br />
Wirkliche Auseinandersetzung findet nicht statt. Warum auch? Ihr seid euch doch sicher mit dem Keimform- und Peer&#246;konomie-Projekt den Stein der Weisen gefunden zu haben. Es m&#252;ssen sich nur mehr Menschen auf den von euch bereits initiierten Weg machen (ich zitierte eure Anspr&#252;che dazu aus eurer mehr internen Kommunikation, es wimmelt dort ja nur so von quasi &#8216;pubert&#228;ren&#8217;, revolutionaristischen Phantasien, die hinter denen von „Bennis&#8217; Eltern“ kaum nachstehen k&#246;nnen &#8211; &#252;berhaupt ist dieser Revolutionarismus ja bis heute das gr&#246;&#223;te traditionelle &#220;bel und nichts wird so gepflegt!)<br />
Kein linkes und angeblich noch so revolution&#228;res Projekt seid der KPD sah da methodisch grunds&#228;tzlich anders aus. Etwas moderater im Tonfall und Umgang miteinander (jedenfalls die eher &#196;lteren) aber ansonsten sind die Unterschiede eher marginal und nach au&#223;en verhaltet ihr euch wie die besten Privateigent&#252;mer aus alten ML-Zeiten. Widerspr&#252;che in die man sich verwickelt? Kein Problem. Einerseits zitiert man Marx mit dem Hinweis, dass Revolution erst realistisch m&#246;glich wird, wenn der Bestand an der weiteren Entwicklung der Produktivkr&#228;fte scheitert – andererseits ist das Ausbleiben der Revolution aber genau das gro&#223;e Problem, obwohl der Bestand noch weit davon entfernt scheint, die Produktivkr&#228;fte nicht mehr entwickeln zu k&#246;nnen. &#220;berhaupt w&#228;re es ja mal interessant zu erfahren, wie die Arbeiterklasse denn r&#252;ckblickend Revolution h&#228;tte machen sollen? H&#228;tte sie die vorhandenen, v&#246;llig falsch liegenden politischen Kr&#228;fte (etwa KPD und SPD sowie alles dazwischen) an die Wand spielen sollen, um ein ganz anderes Konzept durchzusetzen oder h&#228;tte sie sich auf eines der vorhandenen Konzepte st&#252;rzen sollen, um es zum Erfolg zu verhelfen? Die Kritik ist hier so unehrlich wie wohlfeil und deckt sich mit der kompletten marxistischen Tradition bis heute (als Beispiel dazu etwa die noch recht frische Dissertation Ingo Elbes &#8216;Marx im Westen&#8217;).<br />
Grunds&#228;tzlich gilt daher bis heute und f&#252;r euch: Eine Minderheit will die Mehrheit „modeln“, konkret gar die gesellschaftliche Produktion alternativ neu gestalten, den kapitalistischen Bestand dann mit dieser Alternative einholen und schlie&#223;lich &#252;berholen. Grunds&#228;tzliche Bedenken dagegen werden ignoriert, die Fehler immer auf der anderen Seite verortet. Auseinandersetzung mit diesen grunds&#228;tzlichen Bedenkentr&#228;gern findet &#246;ffentlich nachvollziehbar nicht statt, daf&#252;r tut ihr laufend so als sei alles gekl&#228;rt (mir sind diese Auseinandersetzungen jedenfalls trotz Nachfragen nicht bekannt gemacht worden, Antworten auf Heinrich, Nuss etc. gibt es also gar nicht). In meine Richtung etwa stellst Du Fragen (die dich kein bisschen M&#252;he kosteten) nur, um dich vor weiterer Besch&#228;ftigung zu sch&#252;tzen. Das dr&#252;ckt alles eine &#8216;gewisse&#8217; Gleichg&#252;ltigkeit aus, ihr seid euch selbst genug und braucht eigentlich nur noch Anh&#228;nger. Wie das bekannte Sprichwort wei&#223;, Reisende soll man nicht aufhalten. Solltet ihr euch eines Tage anders besinnen (m&#252;ssen), wisst ihr ja, wo ich/wir zu finden sind. Bis dahin werde ich die Auseinandersetzung an anderen Stellen hoffentlich produktiver f&#252;hren.<br />
macht&#8217;s gut, Hubert</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Werner Imhof</title>
		<link>http://wadk.de/2009/hubert-herfurth-zur-wak-und-peer-oekonomie-diskussion/#comment-21</link>
		<dc:creator>Werner Imhof</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jul 2009 23:12:11 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=260#comment-21</guid>
		<description>&quot;Klassenkampfismus&quot;? Du hast nichts, rein gar nichts verstanden. Aber das verhindert ja wohl auch Dein Erkenntnisdesinteresse.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Klassenkampfismus&#8221;? Du hast nichts, rein gar nichts verstanden. Aber das verhindert ja wohl auch Dein Erkenntnisdesinteresse.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: StefanMz</title>
		<link>http://wadk.de/2009/hubert-herfurth-zur-wak-und-peer-oekonomie-diskussion/#comment-20</link>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jul 2009 11:07:26 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=260#comment-20</guid>
		<description>@Werner: F&#252;r deine Allergie habe ich keine Verantwortung. Was du als faule Ausreden denunzierst, ist nur der Versuch, Verdrehungen und dreiste Unterstellungen richtig zu stellen. Entweder du hast eine inhaltliche Kritik an welcher Position auch immer, dann schreib sie auf, das geht doch in sachlicher Weise ohne Zitate aus dem Zusammenhang zu reissen. Was soll diese Zitatenhuberei, die ein feststehendes Ergebnis nur ausschm&#252;cken soll? Entweder hast du ein Erkenntnisinteresse, das sich z.B. auch in einer Kritik ausdr&#252;cken kann, oder du willst nur jemanden vorf&#252;hren. Von dir erfahre ich nur letzteres. Ich kann dein Erkenntnisinteresse nicht erkennen. Das erinnert mich immer wieder fatal an einen alten denunziatorischen, besserwisserischen, hermetischen ML-Stil. Nach den Erfahrungen mit dir in der KW48 dachte ich, das sei endlich mal vorbei. Glaubst du, ich habe Lust, darauf &#252;berhaupt einzugehen? Mehr Worte als unbedingt n&#246;tig zu verlieren, um die bl&#246;de und denunzierende Anmache richtig zu stellen? Nein, Denunziation ist f&#252;r mich keine Diskussionsbasis.

Machen wir es am Beispiel, etwa der Frage der »Entziehung der Gesellschaft«. Du nutzt das Zitat, um u.a. mich als jemand vorzuf&#252;hren, der der »absoluten Vereinzelung« huldigt und ein entsprechend »krankes« Gesellschaftskonzept verfolgt. Interessiert dich aber etwas daran? Was ist deine Kritik daran? Dass Entziehung grunds&#228;tzlich nicht geht? Dass sich gesellschaftliche Menschen nicht vereinzeln k&#246;nnen? Was ist absolute, was relative Vereinzelung? Was hat das mit dem Kapitalismus zu tun, was mit einer freien Gesellschaft? Gibt es in einer freien Gesellschaft keine Vereinzelung?

Ich empfinde deine Attacken nur als Ablenkung von deiner Auseinandersetzung mit der Kritik (u.a. von Uli) am Klassenkampfismus, am Festhalten an der Arbeiterklasse als revolution&#228;rem Subjekt. Stattdessen attackierst du Uli als voluntaristischen Gesellschaftsbastler (oder Unterst&#252;tzer derselben, egal), dabei ist heute nichts voluntaristischer und »abgeschmackter« als ausgerechnet und immer noch auf jene zu setzen, die angeblich »das Zeug dazu entwickeln k&#246;nnen«, gleichzeitig aber durch ihr unmittelbares Interesse an die Aufrechterhaltung der Logik gebunden sind, die sie produzieren und unter der sie leiden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Werner: F&#252;r deine Allergie habe ich keine Verantwortung. Was du als faule Ausreden denunzierst, ist nur der Versuch, Verdrehungen und dreiste Unterstellungen richtig zu stellen. Entweder du hast eine inhaltliche Kritik an welcher Position auch immer, dann schreib sie auf, das geht doch in sachlicher Weise ohne Zitate aus dem Zusammenhang zu reissen. Was soll diese Zitatenhuberei, die ein feststehendes Ergebnis nur ausschm&#252;cken soll? Entweder hast du ein Erkenntnisinteresse, das sich z.B. auch in einer Kritik ausdr&#252;cken kann, oder du willst nur jemanden vorf&#252;hren. Von dir erfahre ich nur letzteres. Ich kann dein Erkenntnisinteresse nicht erkennen. Das erinnert mich immer wieder fatal an einen alten denunziatorischen, besserwisserischen, hermetischen ML-Stil. Nach den Erfahrungen mit dir in der KW48 dachte ich, das sei endlich mal vorbei. Glaubst du, ich habe Lust, darauf &#252;berhaupt einzugehen? Mehr Worte als unbedingt n&#246;tig zu verlieren, um die bl&#246;de und denunzierende Anmache richtig zu stellen? Nein, Denunziation ist f&#252;r mich keine Diskussionsbasis.</p>
<p>Machen wir es am Beispiel, etwa der Frage der »Entziehung der Gesellschaft«. Du nutzt das Zitat, um u.a. mich als jemand vorzuf&#252;hren, der der »absoluten Vereinzelung« huldigt und ein entsprechend »krankes« Gesellschaftskonzept verfolgt. Interessiert dich aber etwas daran? Was ist deine Kritik daran? Dass Entziehung grunds&#228;tzlich nicht geht? Dass sich gesellschaftliche Menschen nicht vereinzeln k&#246;nnen? Was ist absolute, was relative Vereinzelung? Was hat das mit dem Kapitalismus zu tun, was mit einer freien Gesellschaft? Gibt es in einer freien Gesellschaft keine Vereinzelung?</p>
<p>Ich empfinde deine Attacken nur als Ablenkung von deiner Auseinandersetzung mit der Kritik (u.a. von Uli) am Klassenkampfismus, am Festhalten an der Arbeiterklasse als revolution&#228;rem Subjekt. Stattdessen attackierst du Uli als voluntaristischen Gesellschaftsbastler (oder Unterst&#252;tzer derselben, egal), dabei ist heute nichts voluntaristischer und »abgeschmackter« als ausgerechnet und immer noch auf jene zu setzen, die angeblich »das Zeug dazu entwickeln k&#246;nnen«, gleichzeitig aber durch ihr unmittelbares Interesse an die Aufrechterhaltung der Logik gebunden sind, die sie produzieren und unter der sie leiden.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Werner Imhof</title>
		<link>http://wadk.de/2009/hubert-herfurth-zur-wak-und-peer-oekonomie-diskussion/#comment-19</link>
		<dc:creator>Werner Imhof</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jul 2009 09:58:23 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=260#comment-19</guid>
		<description>@Stefan: Was Du als Attacke bezeichnest, ist nur meine allergische Reaktion auf den Versuch, sich mit faulen Ausreden vor der Verantwortung f&#252;r die eigenen Geistesprodukte zu dr&#252;cken. In meiner Kritik an Uli war die &quot;individuelle Subsistenz&quot; nicht mehr als eine Art Fu&#223;note in einem Zusammenhang, in dem es um verschiedene Handlungsoptionen geht. Ich hatte &#252;berhaupt nicht vor, meine alte (und zumindest Dir bekannte) Kritik daran nochmals aufzuw&#228;rmen – wenn Ihr nicht so unsouver&#228;n und unglaubw&#252;rdig reagiert h&#228;ttet. Erst das ahnungslos tuende &quot;H&#228;?&quot; von Annette und Dir. Dann Dein Versuch, Spuren zu verwischen und das ganze Konzept als &quot;innerkapitalistischen Reformansatz&quot; zu banalisieren. Und auch jetzt geht das noch so weiter: Der fragliche Teil des Buches sei nicht von Dir – kann ja sein, aber Ihr habt die Teile damals nicht namentlich gezeichnet, sondern alle drei gemeinsam das ganze Buch verantwortet. Was also soll das, jetzt mit dem Finger auf die beiden anderen zu zeigen? Au&#223;erdem tust Du immer noch so, als sei die &quot;individuelle Subsistenz&quot; nur ein pragmatisches Konzept f&#252;r das Leben &quot;unter kapitalistischen Bedingungen&quot; gewesen. Meinst Du, da sei es realistischer als in einer &quot;herrschaftsfreien Gesellschaft&quot;, und wenn Du nur lange genug eine Lesehemmung vorspielst, m&#252;&#223;te ich irgendwann auch eine kriegen? Und welche kranke Steigerung soll man sich eigentlich noch vorstellen, wenn Du die &quot;Entscheidung, sich der Gesellschaft v&#246;llig zu entziehen&quot;, /nicht/ als Option absoluter Vereinzelung verstehen magst? Nein, Sch&#246;nf&#228;rberei ist f&#252;r mich keine Diskussionsbasis. Ich werde Eure Kreise deshalb nicht l&#228;nger st&#246;ren. Nur Ulis Antwort – angeblich kann er meinen Text auf dieser Seite nicht finden... – m&#246;chte ich noch abwarten, dann klinke ich mich wieder aus.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Stefan: Was Du als Attacke bezeichnest, ist nur meine allergische Reaktion auf den Versuch, sich mit faulen Ausreden vor der Verantwortung f&#252;r die eigenen Geistesprodukte zu dr&#252;cken. In meiner Kritik an Uli war die &#8220;individuelle Subsistenz&#8221; nicht mehr als eine Art Fu&#223;note in einem Zusammenhang, in dem es um verschiedene Handlungsoptionen geht. Ich hatte &#252;berhaupt nicht vor, meine alte (und zumindest Dir bekannte) Kritik daran nochmals aufzuw&#228;rmen – wenn Ihr nicht so unsouver&#228;n und unglaubw&#252;rdig reagiert h&#228;ttet. Erst das ahnungslos tuende &#8220;H&#228;?&#8221; von Annette und Dir. Dann Dein Versuch, Spuren zu verwischen und das ganze Konzept als &#8220;innerkapitalistischen Reformansatz&#8221; zu banalisieren. Und auch jetzt geht das noch so weiter: Der fragliche Teil des Buches sei nicht von Dir – kann ja sein, aber Ihr habt die Teile damals nicht namentlich gezeichnet, sondern alle drei gemeinsam das ganze Buch verantwortet. Was also soll das, jetzt mit dem Finger auf die beiden anderen zu zeigen? Au&#223;erdem tust Du immer noch so, als sei die &#8220;individuelle Subsistenz&#8221; nur ein pragmatisches Konzept f&#252;r das Leben &#8220;unter kapitalistischen Bedingungen&#8221; gewesen. Meinst Du, da sei es realistischer als in einer &#8220;herrschaftsfreien Gesellschaft&#8221;, und wenn Du nur lange genug eine Lesehemmung vorspielst, m&#252;&#223;te ich irgendwann auch eine kriegen? Und welche kranke Steigerung soll man sich eigentlich noch vorstellen, wenn Du die &#8220;Entscheidung, sich der Gesellschaft v&#246;llig zu entziehen&#8221;, /nicht/ als Option absoluter Vereinzelung verstehen magst? Nein, Sch&#246;nf&#228;rberei ist f&#252;r mich keine Diskussionsbasis. Ich werde Eure Kreise deshalb nicht l&#228;nger st&#246;ren. Nur Ulis Antwort – angeblich kann er meinen Text auf dieser Seite nicht finden&#8230; – m&#246;chte ich noch abwarten, dann klinke ich mich wieder aus.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: StefanMz</title>
		<link>http://wadk.de/2009/hubert-herfurth-zur-wak-und-peer-oekonomie-diskussion/#comment-18</link>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2009 15:57:53 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=260#comment-18</guid>
		<description>@Werner: Ich habe das seiner Zeit anders gelesen (der Teil ist nicht von mir) und sehe darin nicht die »absolute Vereinzelung«, sondern einfach nur die Aussage, dass jeder einzelne Mensch gut leben k&#246;nnen soll und daf&#252;r unter kapitalistischen Bedingungen gesicherte Voraussetzungen braucht. Dass die Lebensbedingungen gesellschaftlich produziert werden (wenn auch nicht blo&#223; durch »Arbeit«), ist f&#252;r mich evident. Ich verstehe die Attacken gerade an dieser Stelle nicht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Werner: Ich habe das seiner Zeit anders gelesen (der Teil ist nicht von mir) und sehe darin nicht die »absolute Vereinzelung«, sondern einfach nur die Aussage, dass jeder einzelne Mensch gut leben k&#246;nnen soll und daf&#252;r unter kapitalistischen Bedingungen gesicherte Voraussetzungen braucht. Dass die Lebensbedingungen gesellschaftlich produziert werden (wenn auch nicht blo&#223; durch »Arbeit«), ist f&#252;r mich evident. Ich verstehe die Attacken gerade an dieser Stelle nicht.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Werner Imhof</title>
		<link>http://wadk.de/2009/hubert-herfurth-zur-wak-und-peer-oekonomie-diskussion/#comment-17</link>
		<dc:creator>Werner Imhof</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2009 15:44:13 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=260#comment-17</guid>
		<description>@ Stefan: Du hast insofern Recht, als ich J&#246;rg Bergstedt mit Stefan Merten verwechselt habe und eine der zitierten Passagen (&quot;Absicherung &#252;ber materielle Werte, vor allem einen Anteil am Bodenbesitz, m&#246;glicherweise auch anderen Kapitalwerten&quot;) aus dem Zusammenhang gerissen ist, den Du nun wiedergegeben hast. Das entkr&#228;ftet aber nicht im geringsten meine Behauptung, Ihr h&#228;ttet die &quot;individuelle Subsistenz&quot; als &quot;gesellschaftliches Ideal&quot; propagiert. Ich zitiere mal etwas vollst&#228;ndiger: &quot;In einer herrschaftsfreien Gesellschaft bildet der Boden die Basis der Freiheit und Absicherung. Alle Menschen m&#252;ssen ab ihrer Geburt &#252;ber eine solche materielle Absicherung verf&#252;gen und selbst entscheiden, ob sie ihre Basis in einen gemeinschaftlichen Zusammenhang einbringen, an andere verpachten oder selbst nutzen einschlie&#223;lich der Entscheidung, sich der Gesellschaft v&#246;llig zu entziehen.&quot; (S. 96) Und: &quot;Die individuelle Subsistenz bedeutet, da&#223; jeder Mensch auch auf sich gestellt die M&#246;glichkeit hat, ein gutes Leben zu f&#252;hren.&quot; (S. 154) Hier handelt es sich nicht mehr um einen &quot;innerkapitalistischen Reformansatz&quot;, um einen &quot;Alternativvorschlag&quot; zur BGE-Forderung, sondern – &quot;wie klar zu erkennen ist&quot; – um einen Gesellschaftsentwurf, bei dem die &quot;F&#228;higkeit und M&#246;glichkeit zur individuellen Subsistenz&quot; (S. 96) eindeutig die Basisgarantie der &quot;Herrschaftsfreiheit&quot; sein soll. Nun ist es schon ein krauser Einfall, die Option absoluter Vereinzelung und Ungeselligkeit zur Grundlage menschlichen Zusammenlebens zu erkl&#228;ren und ernsthaft davon auszugehen, da&#223; Menschen unabh&#228;ngig von jeder gesellschaftlichen Arbeit ihr Leben in &quot;individueller Subsistenz&quot; fristen k&#246;nnten. Der Gimmick dabei ist aber, da&#223; die vermeintliche Basis der Freiheit, der individuelle Grundbesitz, zugleich als Herrschaftsinstrument &#252;ber die Arbeit anderer und damit als Quelle arbeitslosen Einkommens (in welcher Form auch immer) nutzbar sein soll. Denn die Verpachtung von Grundbesitz ist kein Tausch, wie Ihr zuvor unterstellt hattet, sondern die Abpressung eines Tributs von seiten des P&#228;chters, die sich auf weiter nichts gr&#252;ndet als das pers&#246;nliche Monopol des Verp&#228;chters an einem St&#252;ck Erde...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Stefan: Du hast insofern Recht, als ich J&#246;rg Bergstedt mit Stefan Merten verwechselt habe und eine der zitierten Passagen (&#8220;Absicherung &#252;ber materielle Werte, vor allem einen Anteil am Bodenbesitz, m&#246;glicherweise auch anderen Kapitalwerten&#8221;) aus dem Zusammenhang gerissen ist, den Du nun wiedergegeben hast. Das entkr&#228;ftet aber nicht im geringsten meine Behauptung, Ihr h&#228;ttet die &#8220;individuelle Subsistenz&#8221; als &#8220;gesellschaftliches Ideal&#8221; propagiert. Ich zitiere mal etwas vollst&#228;ndiger: &#8220;In einer herrschaftsfreien Gesellschaft bildet der Boden die Basis der Freiheit und Absicherung. Alle Menschen m&#252;ssen ab ihrer Geburt &#252;ber eine solche materielle Absicherung verf&#252;gen und selbst entscheiden, ob sie ihre Basis in einen gemeinschaftlichen Zusammenhang einbringen, an andere verpachten oder selbst nutzen einschlie&#223;lich der Entscheidung, sich der Gesellschaft v&#246;llig zu entziehen.&#8221; (S. 96) Und: &#8220;Die individuelle Subsistenz bedeutet, da&#223; jeder Mensch auch auf sich gestellt die M&#246;glichkeit hat, ein gutes Leben zu f&#252;hren.&#8221; (S. 154) Hier handelt es sich nicht mehr um einen &#8220;innerkapitalistischen Reformansatz&#8221;, um einen &#8220;Alternativvorschlag&#8221; zur BGE-Forderung, sondern – &#8220;wie klar zu erkennen ist&#8221; – um einen Gesellschaftsentwurf, bei dem die &#8220;F&#228;higkeit und M&#246;glichkeit zur individuellen Subsistenz&#8221; (S. 96) eindeutig die Basisgarantie der &#8220;Herrschaftsfreiheit&#8221; sein soll. Nun ist es schon ein krauser Einfall, die Option absoluter Vereinzelung und Ungeselligkeit zur Grundlage menschlichen Zusammenlebens zu erkl&#228;ren und ernsthaft davon auszugehen, da&#223; Menschen unabh&#228;ngig von jeder gesellschaftlichen Arbeit ihr Leben in &#8220;individueller Subsistenz&#8221; fristen k&#246;nnten. Der Gimmick dabei ist aber, da&#223; die vermeintliche Basis der Freiheit, der individuelle Grundbesitz, zugleich als Herrschaftsinstrument &#252;ber die Arbeit anderer und damit als Quelle arbeitslosen Einkommens (in welcher Form auch immer) nutzbar sein soll. Denn die Verpachtung von Grundbesitz ist kein Tausch, wie Ihr zuvor unterstellt hattet, sondern die Abpressung eines Tributs von seiten des P&#228;chters, die sich auf weiter nichts gr&#252;ndet als das pers&#246;nliche Monopol des Verp&#228;chters an einem St&#252;ck Erde&#8230;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: StefanMz</title>
		<link>http://wadk.de/2009/hubert-herfurth-zur-wak-und-peer-oekonomie-diskussion/#comment-15</link>
		<dc:creator>StefanMz</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 09:40:44 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://wadk.de/?p=260#comment-15</guid>
		<description>@Werner, zum Zitat aus dem Gegenbilder-Buch: Zun&#228;chst mal geh&#246;rt Stefan Merten nicht zu der Autor_innengruppe, daf&#252;r aber J&#246;rg Bergstedt. Nun zu deinem Zitat:&lt;blockquote&gt;Andere k&#246;nnten versuchen, ihr Auskommen in individueller Subsistenzproduktion zu finden, auf einem privaten St&#252;ckchen Erde, das man notfalls auch verpachten kann, wie einst von Annette Schlemm und Stefan Meretz als gesellschaftliches (!) Ideal entworfen.&lt;/blockquote&gt;In Wirklichkeit lautet der Absatz im Gegenbilder-Buch:&lt;blockquote&gt;Die Absicherung von Menschen kann vor Aufl&#246;sung zentraler &#246;konomischer und staatlicher Strukturen &#252;ber verschiedene Wege f&#252;hren. Gefordert wird bereits die finanzielle Absicherung &#252;ber eine Grundversorgung, d.h. ein staatlich gesichertes Gehalt. Dieses darf nicht an Bedingungen gekn&#252;pft sein, weil es sonst in gleicher Weise wie ein Arbeitsplatz zu konformen Verhaltensweisen f&#252;hrt, also nicht absichert, sondern kanalisiert. Sinnvoller, vor allem in Hinblick auf eine Weiterentwicklung in Richtung einer herrschaftsfreien Gesellschaft, w&#228;re die Absicherung &#252;ber materielle Werte, vor allem einen Anteil am Bodenbesitz, m&#246;glicherweise auch an anderen Kapitalwerten. Diese m&#252;ssen unverk&#228;uflich sind, damit nicht &#252;ber Zwang, &#246;konomischen Druck u.&#228;. diese Sicherungen wieder entfallen bzw. bei wenigen zusammengef&#252;hrt werden. Bei einer Absicherung &#252;ber einen Anteil am Boden k&#246;nnen die Menschen selbst entscheiden, ob sie diesen selbst bewirtschaften, anderweitig nutzen, aber verpachten (auf welcher Tauschbasis auch immer) oder mit anderen gemeinsam nutzen.&lt;/blockquote&gt;Es geht also -- wie klar zu erkennen ist -- nicht um ein »gesellschaftliches Ideal«, sondern um einen Alternativvorschlag zum damals noch in den Anf&#228;ngen steckenden Vorschlags eines bedingungslosen Grundeinkommens. Beides -- Grundeinkommen und Anteil am Produktivverm&#246;gen -- sind innerkapitalistische Reformans&#228;tze. Beide sehe ich kritisch. L&#228;sst man sich aber auf die Debatte um ein F&#252;r und Wider eines Grundeinkommens ein, bewegt man sich also noch vollst&#228;ndig in der Geldlogik, halte ich den zweiten Vorschlag auf der gleichen Ebene f&#252;r diskutierenswert. Gerade das Kriterium der Unverk&#228;uflichkeit ist mit der Verwertungslogik nicht vereinbar -- weswegen sich wohl der eher vereinbare Vorschlag eines Grundeinkommens in der Bewegung durchgesetzt hat.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Werner, zum Zitat aus dem Gegenbilder-Buch: Zun&#228;chst mal geh&#246;rt Stefan Merten nicht zu der Autor_innengruppe, daf&#252;r aber J&#246;rg Bergstedt. Nun zu deinem Zitat:<br />
<blockquote>Andere k&#246;nnten versuchen, ihr Auskommen in individueller Subsistenzproduktion zu finden, auf einem privaten St&#252;ckchen Erde, das man notfalls auch verpachten kann, wie einst von Annette Schlemm und Stefan Meretz als gesellschaftliches (!) Ideal entworfen.</p></blockquote>
<p>In Wirklichkeit lautet der Absatz im Gegenbilder-Buch:<br />
<blockquote>Die Absicherung von Menschen kann vor Aufl&#246;sung zentraler &#246;konomischer und staatlicher Strukturen &#252;ber verschiedene Wege f&#252;hren. Gefordert wird bereits die finanzielle Absicherung &#252;ber eine Grundversorgung, d.h. ein staatlich gesichertes Gehalt. Dieses darf nicht an Bedingungen gekn&#252;pft sein, weil es sonst in gleicher Weise wie ein Arbeitsplatz zu konformen Verhaltensweisen f&#252;hrt, also nicht absichert, sondern kanalisiert. Sinnvoller, vor allem in Hinblick auf eine Weiterentwicklung in Richtung einer herrschaftsfreien Gesellschaft, w&#228;re die Absicherung &#252;ber materielle Werte, vor allem einen Anteil am Bodenbesitz, m&#246;glicherweise auch an anderen Kapitalwerten. Diese m&#252;ssen unverk&#228;uflich sind, damit nicht &#252;ber Zwang, &#246;konomischen Druck u.&#228;. diese Sicherungen wieder entfallen bzw. bei wenigen zusammengef&#252;hrt werden. Bei einer Absicherung &#252;ber einen Anteil am Boden k&#246;nnen die Menschen selbst entscheiden, ob sie diesen selbst bewirtschaften, anderweitig nutzen, aber verpachten (auf welcher Tauschbasis auch immer) oder mit anderen gemeinsam nutzen.</p></blockquote>
<p>Es geht also &#8212; wie klar zu erkennen ist &#8212; nicht um ein »gesellschaftliches Ideal«, sondern um einen Alternativvorschlag zum damals noch in den Anf&#228;ngen steckenden Vorschlags eines bedingungslosen Grundeinkommens. Beides &#8212; Grundeinkommen und Anteil am Produktivverm&#246;gen &#8212; sind innerkapitalistische Reformans&#228;tze. Beide sehe ich kritisch. L&#228;sst man sich aber auf die Debatte um ein F&#252;r und Wider eines Grundeinkommens ein, bewegt man sich also noch vollst&#228;ndig in der Geldlogik, halte ich den zweiten Vorschlag auf der gleichen Ebene f&#252;r diskutierenswert. Gerade das Kriterium der Unverk&#228;uflichkeit ist mit der Verwertungslogik nicht vereinbar &#8212; weswegen sich wohl der eher vereinbare Vorschlag eines Grundeinkommens in der Bewegung durchgesetzt hat.</p>
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